gemüse ist mein fleisch

allerliebstes lesterschwein,

heute hab ich mir gedacht ich koch mal was richtig geiles und bau mein former allerliebstes fleischfresserrezept nach. huhn mit mozzarella überbacken plus paradeisreis. nachdem ich ja jetzt gluten hab, konnte ich gleich ein interessantes neues seitanrezept austesten, außerdem hatte ich ja noch den mozzarellaersatz vom veganversand. ich koche hin ich koche her und das ergebnis: vordergründig recht überzeugend, fleischiger seitan mit schmelzendem mozzarella, üppiger apro soja cuisinesoße und dem eh bekannten paradeisreis. aber: alles in allem viel zu heftig, viel zu intensiv, viel zu fett und liegt total im magen.

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ich kann es drehen und wenden wie ich will, fleischersatz und auch käseersatz ist wenig befriedigend. ich hab mich mittlerweil auf ein völlig anderes essgefühl umgestellt. lasagne oder moussaka ist zur zeit für mich der gipfel der packbaren üppigkeit, aber alles darüber hinaus geht dann wirklich zu weit. jetzt sitz ich also da, mit noch mindestens einem halben kilo seitanklumpen und weiss nicht wohin damit. nicht mal den kindern kann ich den andrehen, die haben nämlich von anfang an gesagt, dass das mit dem fleischersatz ein blödsinn ist.

also werd ich auch in zukunft einen haufen gemüse brauchen. super also, dass hp und ich gestern beim ersten vernetzungstreffen der mitglieder und interessentinnen der csa biohof mogg waren.

community supported agriculture – biohof mogg

super fein und interessant war das, lustiger weise im goldenen kreuz in krems, früher bekannt als gasthof grasl. ich saß also genau in dem raum in dem früher die plenas der grünen krems stattgefunden haben, wo ich ja als kind oft mit unserer mutter b. war. die leute waren total bunt zusammengemischt und die sympathischen mogg-leute r. und b. haben erzählt warum sie eine csa gründen wollen. kürzere tarnsportwege, unabhängigkeit von marktpreisen, förderungen und fragewürdigen marktanforderungen. und für uns bedeutet das, dass wir ganz genau wissen woher unser gemüse kommt und wer es produziert hat. grundsätzlich ist es so, dass die leute der gemeinschaft sich verpflichten dem landwirt ein jahr lang sein gemüse abzunehmen und das monatlich, besser aber im vorhinein zu bezahlen – ernterisiko natürlich mitinbegriffen. die kosten eines ernteanteils werden jährich beschlossen und sind im ersten jahr ca. 20 euro pro woche und das versorgt 2 erwachsene. man kann auch einen halben ernteanteil nehmen, also recht überschaubar alles. wir verbraucherInnen organisieren uns selber die verteilung vom gemüse bei verteilstationen wie z.b. foodcoops. grundsätzlich wird es einfach viel austausch und vernetzung geben und jeder ist aufgerufen sich einzubringen. lustig war, dass gestern gar nicht so wenige leute die da waren, die bisher einfach kistelbezieherinnen waren, und dermaßen überzeugt und begeistert vom mogg-gemüse sind, dass sie in der csa einsteigen wollen, einfach um weiter dieses gemüse beziehen zu können. manche sind total ins schwärmen gekommen, wenn sie über saftige tomaten, knackige salate und violette karotten erzählt haben. im nebenraum war das nana cafe, die auch vom mogg beliefert werden, und das rote rüben curry war wirklich ein genuss. die ur netten betreiberInnen haben uns sogar noch eine vegane schoko geschenkt um „wieder gut zu machen“, dass sie gestern nur ein veganes gericht im angebot hatten. also totale empfehlung, falls du mal wieder in krems bist. zurück zum thema: es waren natürlich auch einige leute da, denen der politische background total wichtig ist (abgesehen vom schon erwähnten vor allem auch regionalität, transparenz und selbstorganisation).

ich hatte mir wie immer vorgenommen, mir alles mal anzuhören, mich möglichst wenig einzubringen und auf jeden fall ohne auftrag nach hause zu gehen. ich bin wie immer total gescheitert. mitreden muss, unstrukturierte diskussoion nicht aushalt, mich einbringen will, weil ja alles so wichtig und so toll. stimmt auch, aber jetzt bin ich mit einem auftrag punkto … hüstel …räuspert…öffentlichkeitsarbeit/pressetext/anzeigengestaltung heimgekommen!?! zu meiner rechtfertigung: die brauchen 300 leute damit das funktioniert und haben erst 35, was ich echt unverständlich find, weil das eine wirklich großartige sache ist. kann also nur daran liegen, dass noch nicht genug leute davon wissen. könntest du dir vorstellen, dass wir wir morgen ins harvest brunchen gehen und uns ein bisschen darüber unterhalten? und magst du vielleicht auch ein bissel knackiges gemüse, dass nie eine supermarkt von innen gesehen hat?

dein wenig abgegrenztes schwesterlein

p.s. rituale find ich super, momi klingt nach einer geilen idee! deine bericht plus fotos vom famosa bestätigen mich allerdings darin, dass zähe gluten statt totem tier nicht unbedingt der burner sind.

3 Gedanken zu „gemüse ist mein fleisch

  1. Pingback: community supported veganism | von schwesterlein an lesterschwein

  2. Pingback: soon. | von schwesterlein an lesterschwein

  3. Pingback: wir sind CSA! | von schwesterlein an lesterschwein

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