das prinzip supermarkt

liebe lesterschwester,

es tut sich was im autonomen gemüsebeet! unser CSA-ernteanteil wird über den sommer & herbst immer bunter und umfangreicher, die ökoparzelle wirft im saison-endspurt noch kindskopfgroße rüben ab, heute ist eine neue food-coop in 1020 gestartet, und schon nächste woche findet H.-P.’s heißerwarteter vortrag mit frau T. bei der parcademy im rochuspark zum thema ernährungssouveränität mit dem titel „du isst was du kaufst!“ statt:

Ernährung. Da denkt man zuerst an Gemüse, Fett, Zucker, Allergien… HedonistInnen an Genuss und Lebensfreude. Ökologie, Solidarität und Partizipation hingegen haben für die meisten mit Essen nichts zu tun. Sollten sie aber!

Abseits des Prinzips Supermarkt:
ökologisch, solidarisch, partizipativ

DI 24.9. 19h @ Rochuspark, Details auf Facebook

von der ernährungs- zur konsumsouveränität

neben souveräner ernährung und autonomen gemüse gibt es ja auch noch allerlei andere lebensbereiche, die abseits des im vortrag angekündigten „prinzip supermarkt“ zu bestreiten wären. tierversuchsfreie und vegane kosmetik (tipp: der „cruelty-free & vegan“ beauty-blog once upon a cream), fairtrade-kleidung – vielleicht sogar bio und co2-neutral, veganes schuhwerk, wiederverwendbare utensilien wie zB der mooncup statt einweg-hygieneartikeln, und und und…

zu diesem thema hatte ich des sommers einen angeregten park-plausch in graz über food-koops, solidarisches landwirtschaften, einkaufsgemeinschaften, kaffeekooperativen etc. mit dabei waren B., eine der ersten aktiven food-koop-menschen meines bekanntenkreises, ihr freund F. sowie A., ihres zeichens supermarkt-vermeiderin und lokal-bezugs-expertin der stunde.

im anschluss an den plausch hatten A. und ich eine angeregte email-chat-konversation – ein schöner teaser auf das parcademy-thema, wie ich finde!

H: liebe A.! deine aussage, du würdest so gut wie nicht mehr in einen supermarkt gehen, hat mich total fasziniert. beim thema ernährung gibt es ja schon einige optionen – von food-koops über CSAs bis zu selbsterntegärten und co.

csa_1_anteil_april_web

unser 1. ernteanteil der CSA mogg im april 2013. CSA steht für community supported agriculture, ein solidarisches landwirtschaftskonzept.

aber wie machst du das mit all dem anderen kram – von kosmetik bis haushaltsware?

A: das parkgespräch war wirklich inspirierend! also die motivation nicht in den supermarkt zu gehen, hat sich nicht verändert… roland düringer hat das in einem seiner „gültigen stimme“-videos schön auf den punkt gebracht: er sieht die ganzen sachen im supermarkt und denkt sich nur, für ihn brauchen sie den krempel nicht mehr zu produzieren. also der reihe nach…

kosmetik/körperpflege hab ich extrem reduziert, und wenn ich da was brauche, les ich vorher immer wieder in den ganzen peta-listen und in vegan-foren nach, was da ok ist und welcher hersteller vertrauenswürdig ist. und bevor ich was nachkaufe, hab ich immer wieder eine woche lang versucht, ohne auszukommen. ergebnis: statt eines vollen duschregals steht bei uns mittlerweile ein kleiner teller mit pflanzenseife und veganem gesichtsreiniger.

konsumautonom_kosmetik

vegan-siegel auf den produkten von alverde (dm)

wenn ich saisonal was brauche, wie sonnencreme oder bodylotion oder gesichtscreme, dann kauf ich es meistens von balea oder auch alverde, das ist die eigenmarke von dm die sind tierversuchsfrei, wenn man all den listen und foren glauben darf.

konsumautonom_zahnbuerste

böhzer bürstenkopf und gute sole-zahncreme von weleda. verfärbt zwar die zahnbürste, aber ist dafür ohne tenside, fluoride und synthetische zusätze.

mit der eincremerei hab ich es selber nicht so, dafür bin ich bei der zahnpasta eigen und besorg was supidupi spezielles aus dem bioladen, weil sie soll ohne fluor und ohne minze sein und am besten nach gar nix schmecken. die andre problemstelle ist zahnseide, da gibts alternativ fast nix, da schau ich mich derzeit noch um. und die bürstenköpfe für die zahnbürste sind leider nur von firmen erhältlich, bei denen tierversuche garantiert vorkommen, weil es läuft immer auf p&g oder unilever hinaus (hier bitte ein gesicht wie grumpy cat vorstellen).

H: gute sache! allein die idee gewisse produkte nicht gleich zu ersetzen sondern mal eine woche ohne auszukommen zu versuchen ist ein pfiffiger life hack. so ist es mir gegangen mit haarbalsam, körperpeeling, mineralpuder, handcreme, und und und… badezimmerschrank entrümplifizieren! ach ja, apropos peeling – da mach ich mir öfter einfach eine kombi aus olivenöl und rohrohrzucker. spezialtipp von der anderen H. – macht die haut superweich, nur die dusche muss man dann halt ein bisserl putzen ;-)

konsumautonom_mascara

wasserfeste und wasserlösliche mascara, (noch) böse.

A: jaja, wer schön sein will… damit wären wir auch schon beim nächsten thema, dekorative kosmetik: extrem reduziert. wimpernzange und wimperntusche (gosh ist tierversuchsfrei und klumpt nicht, gibts beim bipa) muss fast immer sein. und hin und wieder augenringe abdecken, da gibts aber bei lush auch immer mehr schöne sachen; die schauen auch drauf, dass nur soviel chemie-krempel in den sachen ist, wie unbedingt sein muss.

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lush-probe der fabulosen, veganen „dream cream“ plus leider unvegane ex-lieblingsprodukte: everon lippenbalsam von weleda, matte lip tint von tarte cosmetics und kiehl’s sunbalm SPF15

haushalt: ist auch ziemlich reduziert, das meiste putz ich mit sodasan-schmierseife und essig, für härtere fälle hab ich noch spiritus und baking soda aus der apotheke daheim.

wo es nicht so flutscht sind die geschirrspülertabs und waschpulver. waschnüsse kauf ich nicht gern, die haben ja auch einen langen transportweg und ich find, die leute vor ort brauchen die selber.

H: apropos waschnüsse: die muss man ja nicht aus brasilien herankarren, wir haben die auch – und zwar in rauen mengen! da ist mir nämlich gleich H.-P. eingefallen, der macht selber waschmittel aus kastanien die er mit den kids im herbst im prater sammelt. heuer steht erstmalig das projekt „flüssigseife“ an…

hpwaldbauer_kastanien

DIY-waschmittel aus rosskastanien (c) H.-P.

A: danke für den link zum kastanienwaschmittel, das find ich wirklich interessant und simpel genug, um es im herbst auszuprobieren! hier sind kastanien rund ums haus, hab ja auch noch parks und gärten rundherum, das wird spannend!
ja, und klopapier, müllsäcke, reinigungsschwämme und das ganze verbrauchsmaterial ist nach wie vor ungelöst; es gilt einfach die prämisse, da nicht zu verschwenden und so wenig wie möglich zu verbrauchen…

konsumautonom_haushalt

challenge accepted? einwegartikel, plastikzeug und haushaltsmüll reduzieren…

so, ich glaub das ist mehr als genug! ich wollt noch dazu sagen, dass mein freund bei all den umstellungen und versuchen meistens begeistert mitgemacht hat. manchen anderen in meiner umgebung geh ich damit ziemlich am oarsch, vielleicht, weil ich auch gern drüber rede und mich austausche. vielleicht komm ich da ziemlich radikal und obsessiv rüber, aber es is ja mein leben und ich versuch umhimmelswillen niemanden zu missionieren. aber wir haben eh schon drüber geredet, wie das beim thema „vegan leben“ ist: man braucht es nur zu erwähnen und viele fühlen sich gleich angegriffen. beim thema „reduzieren“ ist es wohl das gleiche.

H: so true… die reaktionen auf meinen einheits-kleidungsstil sind auch immer wieder überaus durchwachsen. aber das mit dem klamotten ist ja nochmal eine eigene geschichte
freu mich jedenfalls in dir eine rainbow warrior kumpanin gefunden zu haben, und freu mich auf weiteren austausch! und ist das ok für dich wenn ich ausszüge deiner inputs in einem blogbeitrag veröffentliche?

A: natürlich darfst du posten, was du magst. ich freu mich auch sehr über austausch und dass wir da auf gleicher spur unterwegs sind, das macht mut und laune =)
regenbogenküsschen aus graz!

das wär’s auch schon wieder. ich freu mich jedenfalls schon sehr auf vortrag & rege diskussion bei meiner 1. parcademy & wünsch dir toitoitoi für deine actions der kommenden tage, untriebige dampft-durch-alle-gassen-sister!

alles feine & gruß an H.-P.,
hanna

6 Gedanken zu „das prinzip supermarkt

  1. Pingback: von kürbissen, erdäpfeln und anderen herbstfreuden | von schwesterlein an lesterschwein

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