dash your curry…

liebe lesterschwester,

… like you’re not in a hurry!

legt uns schon das fräulein M.I.A. ans herz – dementsprechend fast ganz oder zumindest fast entspannt während dem festivalrucksack-packen hier noch ein kleines blogupdate:

also: danke für den unfassbar umfangreichen supper club nachbericht – die ohrennudel-geschichte (antidox!) steht bei mir schon am menüplan dank soli-kürbis aus dem hause mogg…

ebenfalls im dieswöchigen CSA-ernteanteil: 0,5kg tomate. richtig gelesen – nicht tomateN, sondern 1 (in worten: eine) tomate von stolzen 516 gramm. die hat mich dazu inspiriert, endlich mal wieder eine meiner lieblings-currypasten aus dem breiten sortiment von patak’s aus dem regal zu kramen: bhuna paste der variante tomate-coriander bzw. tomate-tamarinde. groß!

lestercurry_tomatotamarind

tomaten-koriander-curry

0,5kg tomate(n)
1/2 zucchini
3-4 kleine zwiebeln
2-3 EL patak’s curry paste tomato-coriander oder tomato-tamarind
1 EL erhitzbares öl (raps ist nicht gleich raps…)
etwas gemüsebrühe
optional sojaschnetzel (die von davert gehen superschnell)
optional frischer koriander (sehr empfehlenswert!)

alles gemüse schnippeln, zwiebeln in öl anschwitzen, currypaste dazu und mitbraten, die optionalen sojaschnetzel (für 10 min. in gemüsebrühe eingeweicht) kräftig mitrösten, tomate dazu, zucchini dazu, mit übriger sojaschnetzel-brühe oder 1/2-1 tasse gemüsebrühe aufgießen, mit offenem deckel köcheln lassen bis sämig und zucchini bisfest

dazu basmati-reis und allerbestenfalls frischer koriander!

derartigst gestärkt werfe ich mich nun in den festival-saisonendspurt (nach ZOA, ton am strom, harvest of art warm-up, wackelstein sowie glatt&verkehrt – das war ein guter sommer!) und werde dir dann vom flow of nature berichten, dass herr A. im augustin entdeckt hat – liegt nämlich quasi am weg nach spitz… ;-) dort spielen unter anderem matatu, die du ja leider beim diesjährigen protestsongcontest verpasst hast, die aber live sehr leiwand sind und gerne zum thema obst singen, und diese crew hier wird wohl ordentlich jungle auf die plattenspieler schmeißen (ab min. 35), olé!

dir viel spaß am berg & bussis,
hanna

supper club mit gwand

liebe hanna,

dies war der erste post-standard-artikel supper club und T. hatte wahrscheinlich doch recht mit der einschätzung, dass eben dieser umstand H.-P. und mir eine schlaflose nacht im vorfeld beschert hat. gottlob waren aber auch dieses mal lauter nette leute da. ursprünglich war dieser termin ja im fkk-bereich im gänsehäufel geplant, aber mangels anmeldungen hab ich die tafelrunde dann doch nach hause verlegt. ich muss zugeben, in anbetracht der umstände war ich doch recht froh darüber – ich mag mir gar nicht ausmalen, was der standard-troll-community zu diesem thema alles eingefallen wäre…

die kocherei ging in trotz schlafdefizit erstaunlich pannenarm über die bühne, bloß tempomäßig war ich eingermaßen reduziert. slow food mit slow cooking quasi. du bist ja diesmal erst in den späten abendstunden zugestoßen, was sich unter anderem in der nicht ganz vollständigen fotodokumentation niedergeschlagen hat. aber H.-P. hat sich sehr ins zeug gelegt den ansprüchen gerecht zu werden:

kannst du die kasserolle bitte so fotographieren, dass es aussieht als sei  sie voll.

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so, jetzt aber wie versprochen die rezepte zum mediterranen abend:

die geeiste tomaten-gurkensuppe hab ich, wie kürzlich berichtet, vom kathikocht-blog. danach gab es als pasta-gang

orecchiette mit kürbis 

 

1 große zwiebel
1 kleiner kürbis, geschält und gewürfelt
100 ml   weißwein
100ml gemüsebrühe
muskatnuss, gerieben
2 tl zucker
salz und pfeffer
300 g nudeln (orecchiette)
4 el petersilie, gehackt
1/2 zitrone, die abgeriebene schale davon
1 knoblauchzehe
olivenöl

zwiebel schälen und schnippeln und in etwas olivenöl glasig andünsten. den kürbis kurz mitdünsten, den zucker darüberstreuen, kurz karamelisieren und dann mit weißwein und brühe ablöschen. köcheln lassen bis der kürbis weich ist. mit salz, pfeffer und muskatnuss abschmecken.

petersilie und zitronenschale mit dem gepressten knoblauch und etwas olivenöl mischen. orecchiette nach packungsanweisung al dente kochen und abseihen.

orecchiette zum gemüse geben und mit der hälfte der petersilienmischung vermengen. auf tiefen tellern anrichten und mit der restlichen petersilienmischung bestreuen.

als hauptgang gab es couscous mit dreierlei ragout. ratatouille, gemüselinsen mit grillmelanzani und blattspinat mit pomodori secchi.

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ratatouille

2 mittelgroße melanzani
2 große fleischtomaten
2 zucchini
2 paprikaschoten
5 el olivenöl
salz und pfeffer
2 knoblauchzehen
2 el petersilie, gehackt
1 el thymian, gehackt
1 el rosmarien, gehackt
1 lorbeerblatt
100 ml wasser

die tomaten kochendheiß überbrühen und häuten. Gemeinsam mit dem anderen gemüse klein schnippeln und in einen topf füllen, am besten ein gußeisentopf

öl darübergießen, salzen, pfeffern und knoblauch dazupressen.
alles kurz rösten, das wasser dazugießen, den topf schließen und alles bei starker hitze zum kochen bringen. Dann zurüchdrehen auf kleine flamme und die ratatouille etwa eine stunde garen.

das gemüselinsen-rezept hab ich aus dem kochbuch „genussvoll vegetarisch“ von yotam ottolenghi. große empfehlung! sehr viel da drin ist vegan oder veganisierbar und viele rezepte sind wirklich genial.

linsen mit gegrillter melanzani

2 melanzani
2 el rotweinessig
200g kleine linsen (ich hab beluga-linsen genommen)
3 karotten
1 stangensellerie
1 lorbeerblatt
3 zweige thymian
1/2 zwiebel
olivenöl
12 kirschtomaten
etwas rohrzucker
1 el petersilie, gehackt
1 el dille, gehackt
1 el koriander, gehackt
1 el sojajoghurt

melanzani grillen (ich mach das in einer beschichteten form. ich halbier die melanzani, leg sie mit der schnittfläche nach unten in die form und grill sie bei 250 grad mindestens 30 minuten, bis die haut blasen wirft), enthäuten und in einem sieb mind. 15 minuten abtropfen lassen. dann salzen, peffern und 1/2 el essig dazugeben.

die linsen waschen und gemeinsam mit den halben karotten und stangensellerie (grob geschnitten), dem thymian, der zwiebel und dem lorbeer in eine topf geben, gut mit wasser bedecken und 25 minuten köchelen. danach gemüse und kräuter entfernen und mit salz, pfeffer und rotweinessig würzen. zwei el olivenöl dazugeben und warmstellen.

das restliche gemüse würfeln (außer die tomaten), mit salz, pfeffer und zucker mischen und in einer feuerfesten form 20 minuten bei ca. 200 grad rösten. ich empfehle die karotten sehr dünn zu schneiden, sonst dauert es erheblich länger bis sie durch sind, und bis dahin sind die tomaten vertrocknet.

gemüse zu den linsen geben, kräuter untermischen, gegrillte melanzani drauf und zum schluß noch das joghurt. wenn man den frischen koriander weg läßt schmeckt das ganze klassisch mediterran, aber ich find, der koriander-turn rockt das ganz erst wirklich.

blattspinat mit pomodori secchi

500g blattspinat
1 rote zwiebel, gehackt
2 el öl
5 pomodori secchi, gehackt
3 el mandelmus
1 tl kurkuma
salz, pfeffer

spinat waschen und blanchieren (kurz in salzwasser kochen, dann abseihen). die zwiebel in öl anrösten, die tomaten kurz mitrösten. das mandelmus mit 3 el wasser mischen und dazugießen, kurkuma und ordentlich salz und pfeffer dazu und den spinat unterheben.

ich mach das mandelmus selber in der küchenmaschine aus braunen mandeln (also nicht blanchiert und geschält). ich find das viel besser als das weiße mandelmus, und billiger ist es auch. das rezept ist angelehnt an ein hildmann-rezept aus vegan for fit, aber eben ein bissel abgewandelt.

als nachspeise gab es wieder mal mousse au chocolat, diesmal mit zwetschkenröster. sehr gute kombi muss ich sagen und echt ein sehr passender abschluß für dieses menu.

weil diesmal außer unseren eigenen noch ein paar andere kinder da waren, haben wir im schlafzimmer einen kindertisch aufgestellt. S. fand es anfangs ziemlich blöd vom esstisch abgeschoben zu werden. im endeffekt hatten sie aber echt viel spaß, vor allem auch, weil I. sich entschlossen hat, mit den kindern zusammen zu tafeln.

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dafür war ich wirklich dankbar. am großen tisch wars nämlich mal wieder relativ eng, und zwar obwohl ich diesmal extra weniger leute eingeladen hab. ABER: ich hab mich verzählt. das ist mir auch noch nicht passiert, hat aber zum glück der sache keinen abbruch getan. lustig war, dass diesmal überhaupt niemand dabei war, der vegan lebt. nichtsdestotrotz sind wieder viele rezepte ausgetauscht worden (zwetschkenröster!) (rumtopf!), insgesamt wars auf jeden fall eine sehr bunte gesprächsrunde. R. hatte eigentlich mit einem kochkurs gerechnet, ist aber trotzdem ganz zufrieden nach hause gegangen, G. hat ein glas selbstgemachte (und selbst geerntete!) brombeermarmelade mitgabracht, und A. hat versprochen bald wieder zu kommen.

das war’s also vom supper club. demnächst kommt noch der – etwas verspätete nachbericht zu N.s geburtstagssause. war ja quasi ein meilenstein, eine vegane erdbeertorte zu backen, die auch geburtstagskind und vegan-gegner N. goutiert.

alles liebe, dein lesterschwein

alles außer asozial

liebe lesterschwester!

Wer keinen Foodblog betreibt und Essen uninteressant findet, gilt doch heutzutage beinahe als asozial.

… so profil-redakteurin karin cerny im interview mit peter henisch in der ausgabe vom 19.8. (seite 93, wer’s genau wissen will), über die ich vergangene woche gestolpert bin – und herzlich schmunzeln musste. plus: optimale (selbst-)bestätigung und startschuss für unsere einreichungen beim diesjährigen AMA food blog award in der kategorie, surprise, „vegetarisch und vegan„. immerhin mit 22 mitbewerberInnen, es tut sich etwas in der pflanzlichen food-blogosphäre. gesamtvolumen steht bei 350 einreichungen, hola die waldfee!

seit heute kann man also „von schwesterlein an lesterschwein“ und deine formidablen „georgischen melanzanirollen neben vielen anderen rezept-einreichungen online bestaunen:

AMA_FoodBlog_Einreichung_online_2013-09-02

bis 1.10. wird dann die expertInnen-jury punkte vergeben nach den kriterien auffälligkeit, originalität und gesamteindruck – mal sehen ob wir im vergleich zu den superfancy-highend-profifoto-blogs wie den gewinnerInnen des vorjahres was reißen bzw. in die shortlist kommen *daumenhalt*

originell ist das neue fancy.

apropos: beim gestrigen, alle jahre wieder freundlich-entspannten volksstimmefest auf unserem erweiterten vorgarten, der jesuitenwiese, gab’s neben vielen netten menschen und musikalischen neuentdeckungen eine erfreulich breite auswahl veganer schmankerln:

volksstimmenfest_vegan_2013

neben einem mild-fruchtigen thai-curry mit frischem koriander, einer irakisch-solidarischen vorspeisenplatte und einem chili, das H.-P. mit verdacht auf echt-fleisch statt fake-fleisch beinahe schon retournieren wollte, gab’s auch wagemutiges der kategorie cross-over – und zwar die „steirisch-kärntnerische freundschaft: 2 bio-tofu-nudeln“. das ganze entpuppte sich als eine sehr freie interpretation der kärntner kasnudeln, nämlich aus bierflaschen-gerolltem vollkorn-teig (festivalkompatible gastro-impro) mit einer tofu-käferbohnen-füllung, dazu paprikasauce und krautsalat. die idee war gut, die würzung aber noch ausbaufähig.

run, boy, run.

ja, während du also mit einigen bekannten und vielen neuen gesichtern den 5. supper club zelebriert hast stand bei mir ein sportiv-abenteuerliches wochenende am programm – dank urbanem schnitzeljagen a.k.a. journey to the end of the night mit den herren N. & A.

bei der journey muss man bekannter maßen stramme wadeln beweisen – neben furchtlosem wagemut sowie orientierungssinn und kombinationsgabe bei der suche nach den checkpoints geht es um spontane sprints und flinke fluchtmanöver. bei all diesen anstrengungen während der jagd quer durch wien *schwitz* *hetz* *keuch* gab’s support für das leibliche wohl in bewährter kombination von whollees smoothie, wheaty spacebar und soja-carob-„schoko“ mit haselnüssen (überraschend schokoladig!) – wir wollen ja den vegan-fress-fokus nicht all zu sehr aus den augen verlieren… ;-)

der ganze spaß wurde diesmal jedenfalls eindrucksvoll dokumentiert von C. – vom startpunkt über den startschuss bis zu legendären ubahn-hechts:

Journey Vienna ´13, Start

Journey Vienna ´13, Start

Journey Vienna ´13 On the Run

und – finally! – die ceremony, mitternachts vor dem fluc (by laszlo)… gratulation an dieser stelle nochmal unserem N., der es als 15. runner von fast 400 gamern ins ziel geschafft hat! chasers gonna chase ;-)

JTTEOTN_Ceremony_Fluc_2013-08-31

das war’s soweit mit dem wochenendlichen nachbericht, ich freu mich schon auf deinen supper club report (was ich vom wie immer famos-fruchtigen rattatü a.k.a. ratatouille und den kürbis-ohrennudeln mitbekommen habe war ja wieder mal der burner!) – und natürlich den heiß erwarteten rezept-post zu deinem formidablen erdbeer-„wanna-be-topfen“-tortentraum…

auf bald & gute nacht,
hannaschwester