o’sister, where are thou

liebe hanna,

danke für den ausführlichen berlin bericht, gerade auf den kopp bericht war ich sehr gespannt. hier hat letztes wochenende gegolten: der kopp ist wo ich bin, denn bodenständig und regional war das thema des supper clubs und ein kopp-rezept der hauptgang.

sosehr ich dir deine berlinreise vergönne (na nona ned) ist ein ein supper club mit halben lestergeschwester halt keine ganz runde sache. grundsätzlich hatten wir es sehr fein, vor allem auch ob der sympathischen runde. durch allerlei krankheitsbedingten last-minute absagen (okay) und einmal einfach-nicht-auftauchen (nicht okay) war diesmal deutlich mehr platz am tisch als sonst, und wir konnten spontan gärtnerfreund R. einladen, was uns sehr gefreut hat. ich hab diesmal auf anraten vom herrn bioparadies nicht die töpfe auf den tisch gestellt sondern teller angerichtet und serviert. einerseits wollt ich das mal ausprobieren und andererseits ging es drum sicher zustellen, dass am ende alle noch platz für die buchteln haben.

collage_sc_26.10.2013
ich muss sagen, das werd ich nicht wiederholen. sorry leute, selber schuld, wer sich schon beim dritten gang überfrist. denn erstens steh ich dann dauernd zwischendurch in der küche sachen machen und krieg die hälfte der gespräche nicht mit, und zweitens kann ich zwar kochen, aber das mit dem anrichten nicht besonders und mit dem servieren gar nicht. es war das reinste wunder, dass niemand am ende selleriecremesuppe am schoß hatte. außerdem hat gästin L. bei den buchteln gemeint, dass das sympathisch ist, wenn die in der mitte stehen zum selber nehmen. genau, hab ich mir gedacht, find ich auch.

bevor ich zu den rezepten komm aber noch ganz was anderes.
a propos herr bioparadies. die allerallernetteste reaktion auf den standardartikel im august war folgendes mail:

Liebe Schwestern,

Herzlichen Glückwunsch für diese tolle Idee die ihr habt, echt cool:-)

Ich kenne leider nicht so viele VeganerInnen in Wien,und würde sehr gerne mal zu euch kommen um mit den anderen vegan zu essen und mich ruhig über das Thema zu unterhalten .

Übrigens, ich bin eine echte Perserin und hab gesehen dass ihr mal versucht hattet „Ghormesabzi „zu kochen, würde mich sehr freuen wenn ich euch einmal zu mir in den 07. Bezirk einladen darf damit ich euch ein zwei leckere persische speisen kochen kann natürlich vegan:-)

Also hoffentlich bis ganz bald,

Schönste Grüße
R.

wir haben uns natürlich urigst gefreut und die einladung dankend angenommen. wie das leben so spielt ist fräulich R. mit herrn bioparadies befreundet. so kamen wir nicht nur in den genuss eines phantastischen abendessens in fräulein R.s bezaubernder gesellschaft, sondern haben auch interessante geschichten aus dem nähkästchen des professionellen vegan kochens erfahren. es war ein sehr, sehr lustiger abend und die gegeneinladung ist längst überfällig, der besuch im bioparadis sowieso. nur eine sache hat gefehlt, und die wäre, richtig, wie immer, der fotoapparat. die handyfotos, die ich vom essen gemacht hab sind dem ereignis derart unwürdig, dass ich sie lieber gleich gar nicht reinstell. was ich auch vergessen hab, vor lauter plaudern, ist mir das rezept für das echte, wahre, urleckere ghormesabzi geben zu lassen. auch das wird auf alle fälle nachgeholt.

also, zurück zum supper club. nur noch eins, vor den rezepten. was mich ganz besonders gefreut hat: S. hat einen freund, der überlegt supper clubs zu machen, und I., eine andere gästin, die wahrscheinlich demnächst um die ecke wohnt, hat vor selber einen supper club zu machen. jipi! ich freu mich schon aufs selber fremd essen gehen!

jetzt aber endlich – die rezepte:

käferbohnensülzchen am zwiebelbett

DSC09754_klein

auf diese eigenkreation bin ich richtig stolz, denn es schmeckt super und schaut voll spacig aus.

100g käferbohnen, getrocknet
2 karotten
1 große rote rübe
1/2 l gemüsebrühe
1 el agar agar

1 rote zwiebel
essig
kürbiskernöl
salz, pfeffer

die bohnen über nacht einweichen, gut abspühlen und bissfest kochen. die karotten klein schneiden und bissfest dünsten, die rote rübe weich kochen, schälen und klein schneiden. die gemüsebrühe mit dem ager agar zwei minuten kochen, das gemüse und die bohnen dazugeben und alles in, mit frischhaltefolie ausgelege muffinformen füllen, mindestens drei stunden, besser über nacht kalt stellen. zwiebeln in dünne halbringe schneiden, sülzchen daruf stürzen, mit kernöl, essig, salz und pfeffer anrichten.

selleriesuppe mit karamelisiertem apfel

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1 stück sellerie
3 mehlige kartoffeln
1 zwiebel
öl
1/8 l weißwein
1,5 l gemüsebrühe
2 äpfel
alsan
zucker

zwiebel, sellerie und kartoffeln schälen und schnippeln, zwiebel im öl andünsten, sellerie kurz mitdünsten, mit dem wein löschen und mit gemüsebrühe aufgießen. die kartoffeln dazu und alles kochen bis das gemüse weich ist und dann pürrieren. die äpfel entkernen und in dünne spalten schneiden. zucker und alsan in der pfanne schmelzen und die äpfel darin wenden bis sie weich sind. die äpfel sind die suppeneinlage.

krautrouladen mit bratensaft und kürbisgemüse

DSC09737_kraut

das originalrezept ist vom herrn moschinski aka chefkoch im kopp. ich schreib es hier mal rein wie ich es gefunden hab und drunter meine abwandlungen:

Bratenjus

Ergibt: 4 Portionen
Kategorie: Saucen

1 Zwiebel
1/2 Karotten
1/2 Stange Lauch
1/6 Stück Selerie
3 EL Öl
1 TL Tomatenmark
1 EL Mehl
100 ml Rotwein
1/2 L Gemüsebrühe
Salz
Pfeffer
Lorbeer
Piment

Die Zwiebel halbieren und die Schnittflächen in einem heißen Topf ohne Öl braun rösten. Das restliche Gemüse in grobe Stücke schneiden und mit dem Öl in den Topf geben. Das Gemüse rösten bis es Farbe annimmt. Nun das Tomatenmark und das Mehl dazu geben und für ca. 3 min rösten. Mit Rotwein ablöschen und anschließend die Flüssigkeit wieder einkochen lassen. Die Gemüsebrühe, Lorbeer und Piment dazu geben und für 15 min leicht kochen lassen. Die Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken und durch ein Sieb passieren. Sollte die Sauce zu dick sein etwas Gemüsebrühe dazu geben oder bei zu flüssiger Sauce einkochen lassen.

Wirsingkohlroulade

Ergibt: 4 Portionen
Kategorie: Hauptgerichte

75 g Sojagranulat — trocken
1 TL Paprikapulver — (edelsüß)
etwas Salz
Pfeffer
1/2 Gemüsezwiebel
1/2 Räuchertofu
etwas Öl — Rapsöl
6 TL Tamari — Soja Sauce
100 ml Sojasahne
2 EL Seitanpulver
1 Zweig Thymian
1 Wirsingkohl

Das Sojagranulat, Paprikapulver, etwas Salz und Pfeffer in eine Schüssel geben. Das Sojagranulat mit wenig kochendem Salzwasser übergießen. Achtung: nicht mehr Wasser hinzugeben, wie es aufsaugen kann. 5 Minuten quellen lassen. Die Zwiebeln fein hacken und mit dem Räuchertofu in Öl anbraten. Thymian, Salz, Pfeffer und Tamari in die Pfanne geben und mit anbraten. Zwiebeln und Tofu sowie das Seitanpulver zum Sojagranulat geben und mit den Händen verkneten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zu länglichen Bouletten formen. Äußere Wirsingblätter in heißem Wasser blanchieren, zwischen Klarsichtfolie legen und mit einer Küchenrolle platt walzen. Die Blätter um die Hackfüllungen wickeln, mit einem Bindfaden verschnüren. Die Wirsingroulade kurz anbraten, in eine Pfanne mit bodenbedeckter Bratensauce bei 200 Grad eine Stunde schmoren lassen.

Quelle: Deutsche Welle vom 31.01.2012, http://www.dw.de/vegane-wirsingkohlroulade-mit-sojahack-und-bratenjus/a-6707080-1

offensichtlicherweise hab ich kraut statt kohl genommen. weil ich kleine krautköpfe hatte, die supermühsam zum auseinanderfitzeln waren hab ich die ganzen köpfe blanchiert, dann die blätter getrennt und, ohne ausrollen, gefüllt und verschnürt. der bratensaft ist unglaublich geil, der hat es auch den kindern angetan. es bleibt aber urviel gemüse über, nach dem passieren durch das sieb. fräulein S., wie immer tatkräftiges helferlein, hat die karotten und zweibeln einfach aus dem sieb gemampft. fürs nächste mal würd ich mir aber noch was für die weitere verarbeitung einfallen lassen wollen. die rouladen an sich waren gut, aber nicht endgeil. ich glaub es wär eine gute idee die sojaschnetzel anzubraten. es geht aus dem rezept auch nicht wirklich hervor wann und wo die sojasahne einzusetzen ist. ich hab sie einfach mal zur fülle gegeben, aber deutlich weniger. cirka halb soviel. vielleicht ist es aber überhaupt gescheiter eine prinzessinnengartenfüllung zu machen. keine sojaschnetzel sondern kürbis anstatt. bei und gabs den kürbis diesmal als beilage und zwar so:

kürbisgemüse

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500g kürbis
2 zwiebeln
1 el zucker
salz, pfeffer
olivenöl
ein bund petersilie

kürbis schälen, schnippeln und bissfest dünsten. (ich kipp im moment ein bissel auf den dünsteinsatz rein, weil die sachen drin saugut und sehr bekömmlich werden.) zwiebeln schälen und schnippeln, im öl anbraten, den kürbis dazu und mit dem zucker ein, zwei minuten karamelisieren. kurz vor dem servieren die geschnittene petersilie untermischen.

ich hatte ja vergessen petersilie zu besorgen. war aber wurscht, denn R. hat welche von der ökoparzelle mitgebracht. ursuper!

zum schluss gabs noch buchteln mit vanillesauce, und die gehen so:

buchteln

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450g mehl
50 g kichererbsenmehl
1/8l öl
1 prise salz
ca. 1/4l lauwarme pflanzenmilch
1 schuss rum
1 pkg. trockengerm

powidl
schoko
alsan

mehle mit germ und salz mischen, öl, rum und einen teil der pflanzenmilch zugeben. solange rühren bzw. kneten und weitere pflanzenmilch zugeben bis ein geschmeidiger teig entsteht, ziemlich weich, der sich gerade noch von der schüsselwand löst. mindestens eine stunde mit einem geschirrtuch abgedeckt an einem warmen ort gehen lassen.

dann den teig auf einer bemehlten arbeitsfläche ausrollen, in kleine vierecke radeln und mit powidl oder kochschoko füllen. alsan schmelzen, eine kasserole damit auspinseln und jede buchtel, nachdem sie in der kasserolle platziert ist komplett anpinseln. buchteln dicht an dicht in die form setzen und nochmal mindetens eine halbe stunde gehen lassen. anschließend bei 180 grad ca. 40 minuten backen.

die vanillesauce war einfach ein normales puddingpulver (stärke, vanillearoma, carotin) nach packungsanweisung mit pflanzenmilch zubereitet. nächstes mal vielleicht mit echter vanille, aber diesmal ist sich das nicht mehr ausgegangen. alles in allem war das ein haufen arbeit, aber es hat sich ausgezahlt.

ich hätt‘ auch noch ein voll leinwandes jambalayarezept auf lager, aber ich glaub das sprengt ein bissel den rahmen, davon also in den nächsten tagen mehr.

alles liebe, dein schwesterlein

5 Gedanken zu „o’sister, where are thou

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