life ist just blah, blah, blah

liebes hannerle,

ein herzliches grüß gott aus der versenkung. schließlich und endlich wurde ich von der wirtschaftskammer anfang der woche für gastronomie-fähig erklärt und gleich drauf hab ich in einer typischen hauruck-aktion einen business plan aus dem boden gestampft. aber gestern bin ich, wie man so schön sagt „auf die goschen g’fallen“ nachdem es mich im vorraum über 15 flaschen schnaps geprackt hat. (nein, nicht mein beitrag zur work-life-balance sondern des schwogern beitrag zur foodcoop). da hab ich mir gedacht, jetzt ist mal wieder ein guter moment um innezuhalten.

ich und ihr

mir schwirrt ja schon länger die frage im kopf herum, wie denn das jetzt ist, mit der selbstdarstellung. kürzlich hab ich ein tagebuch von mir aus dem letzten sommer aufgeschlagen, und da stand dick und fett „ich will nichts von mir preisgeben“. da kann ich jetzt natürlich nur mehr herzlich lachen. unser grrbrr schüttelt ja noch immer verwundert den kopf über meinen attitüdenschwenk von „internet – ich nicht!“ und „facebook – pfui!“ zu „ich bin jetzt bloggerin bespaße mein umfeld mit launigen schwänken aus dem (familien)leben“. aber erstens: niemals – eh schon wissen, zweitens: kontraste, oida!, und drittens: ein leben, bei dem alles zusammen passt ist mir sowieso zu fad.

trotzdem stellt sich mir die frage wo denn der grad zum entlangwandern ist, bei all dem. und just im moment all dieser überlegungen fällt mir in der bücherei eine sammlung von doris knecht kolumnen in die hände. nein, kannte ich nicht, hab ich davor nie gelesen. das hat mich ziemlich entspannt, denn erstens fand ich die geschichten wirklich unterhaltsam, zweitens ist das private eben doch politisch und drittens hab ich mir gedacht, bitteschön im vergleich dazu bin ich ja amateurin, was das öffentlich-schriftliche verwurschten des privaten slapsticks des lebens betrifft. nachdem sich die kolumensammlung über mehrere jahre gezogen hat, sind auch periodisch berichte über den, von mir sehr geliebten, protestsongkontest vorgekommen. da war doris knecht ja viele jahre lang zum letzten mal jurorin. gemeinsam mit der sympathie hat sich aber auch das tief vergrabene schlechte gewissen gemeldet und jetzt nutz ich die gelegenheit für etwas, das längst überfällig ist. nämlich,

‚tschuldigung, frau knecht!

ich war nämlich in fast all den letzten jahren auch beim protestsongkontest. und das verhältnis publikum – jury war ja oft angespannt. beim protestsongkontest 2012 war aber auch ich ziemlich angespannt. als nun von links hinten eine völlig unqualifizierte meldung mein ohr erreicht, dreh ich mich um und schrei, wahrscheinlich eine spur zu laut: „wer keine ahnung hat, fresse halten!“ okay, das ist auch nicht sehr qualifiziert. und sie waren grad am wort, auf der bühne, was mir nicht aufgefallen war, und haben nicht sehr glücklich dreingeschaut. man vermutet wahrscheinlich aus bühnenperspektive nicht wirklich, dass das publikum mittlerweile dazu übergegangen ist, quasi autoaggressiv, sich selbst zu beschimpfen. aber genau so war’s. echt. ja, und das tut mir eben heute noch leid.

so, kurve kratz zurück zum thema. also, was mach ich, abgesehen von kolumnen lesen, wenn ich einen tag aussteig aus dem coolchecker-machen, machen, machen? ich gehe im wald spazieren und entspanne mich bei klassischer musik. nein, scherz, ich schau vier folgen weeds. und da bin ich über eine szene gestolpert, die mich zu folgender conclusio gebracht hat: sachen machen – alles schön und gut, aber unterm strich will ich das alles nicht zu ernst nehmen. vor allem mich selber nicht. denn:

life is just blah, blah, blah

was das alles mit vegan zu tun hat? gar nichts. aber mich hat’s grad nicht kochen g’freut.

alles liebe, deine kati

3 Gedanken zu „life ist just blah, blah, blah

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