der almodovar des kochens

liebe hanna,

gemüsespam, du sagst es. H.-P. wirft mittlerweile praktisch täglich den griller an, um dem gemüsewahnsinn herr zu werden und die gäste geben sich die klinke in die hand. die zucchinis, diese biester, schauen noch vor zwei wochen ganz verschämt aus der wäsche (pflück mich nicht, ich bin doch noch so klein) und jetzt kommen sie wieder monstermäßig daher und ein so ein trum beschäftigt einen dann über mehrere tage. unser gärtnerfreund hat gerade urlaub und bringt fast täglich säckeweise die ernte ins haus, darunter auch büschelweise minze. bis jetzt verwenden wir sich hauptsächlich als basis für diverse drinks, aber auch bei größter motivation ist diesen mengen an minze nicht bei zu kommen. drum freu ich mich im bereich der mezze ein paar anwendungsgebiete gefunden zu haben. überhaupt bin ich ob der hitze grad eine große freundin dieser kleinen schweinereien, machen sich auch hervorragend vor oder während einer grillerei.

qusa b’seits
DSC02302_zucchini

eine zwiebel, geschnippelt
ca. 300g zucchini
saft einer zitrone
kreuzkümmel
korianderpulver
1 knoblauchzehe
1 hand voll minze
olivenöl
salz, pfeffer

die zwiebel in etwas olivenöl andünsten, die klein geschnittene zucchini dazugeben, abgedeckt dünsten bis die zucchini weich ist. alle gewürze, den zitronensaft und die minze beigeben und alles pürieren. auskühlen lassen und nochmal abschmecken. mit minzblättern dekoriert servieren.

deutlich aufwendiger, aber unglaublich lecker ist ein rezept von ottolenghi, das ich kürzlich mal probiert hab. ich bin ja ein großer ottolenghi fan und schätze sehr sein kochbuch „genussvoll vegetarisch“. darin finden sich haufenweise rezepte, die beim besten willen nicht veganisierbar sind. nicht, weil die rezepte so kompliziert sind, sondern weil sein geradliniger, angenehmer zugang zu kochen und lebensmitteln einem jeden gedanken an ein ersatzprodukt wie ein sakrileg vorkommen lässt. zum glück gibt es, gerade auf dem orientalischen sektor, einiges aus seiner küche, das völlig ohne tier auskommt. und, warum auch immer, wenn ich durch sein kochbuch blättere muss ich immer an almodovar filme denken. vielleicht hat es was mit den farben zu tun…

geröstete melanzani mit tahina (leicht abgewandelt)
collage_melanzani

3 mittlere melanzani (man beachte die bleiche schönheit aus dem csa ernteanteil dieser woche!)
70g tahina
2 tl granatapfelsirup
2 el zitronensaft
1 knoblauchzehe, zerdrückt
3 el gehackte petersilie
salz, pfeffer
olivenöl

optional: gurke, tomate, granatapfelkerne

die melanzani werden mit der gabel angestochen und dann auf einem blech auf der grillstufe im rohr, oder direkt am griller, eine stunde gegrillt. dann gehäutet (geht gut wenn man sie halbiert und mit einem suppenlöffel ausschabt) und in einem sieb mindestens 30 minuten abtropfen lassen. das fruchtfleisch kleinschneiden, die restlichen zutaten dazumischen, lauwarm bis kalt servieren. eine halbe salatgurke und eine tomate kann man klein geschnitten dazugeben, die granatapfelkerne eignen sich zum dekorieren, aber die haben grad eh nicht saison. ottolenghi verwendet weniger melanzani und weniger zitrone, aber mir schmeckt es so besser, die tahina fährt sonst über alles drüber.

karotten ras eh hanout

DSC02304_karotten

ras eh hanout ist ja sowas wie das garam masala der arabischen küche. über die zusammensetzung scheiden sich die geister, fertige mischungen kann man beim perser oder auch am nachmarkt bekommen. eine möglich mischung zum selbermachen:

eine guter tl korianderpulver
1 tl pfeffer
1 prise nelken
1 tl zimt
1 tl kreuzkümmel
1 tl ingwer
1 tl muskat
1 tl cayennepfeffer
1/2 tl anis

die gewürze entweder gemahlen mischen oder im ganzen anrösten (soweit möglich) und dann mörsern. im schraubglas aufbewahren.
für das karottenpüree 1/2 kg karotten schälen, in dünne scheiben schneiden und in etwas olivenöl andünsten (ev. mit ein bissel wasser) bis sie weich sind. 1 esslöffel ras eh hanout dazugeben, noch kurz weiterköcheln lassen und pürieren. mit etwas olivenöl ergänzen und mit salz abschmecken.

wie du siehst hat es diesmal mit der fotodokumentation wieder gar nicht hingehaut, aber dafür schmecken die sachen gut. manchmal kommt es mir nämlich so vor, als ob eine ordentliche dokumentation praktisch der garant dafür ist, dass etwas schief geht bei mir. mehr davon in der nächsten geschichte über das harte brot desaster.

alles liebe, dein lesterschwein

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