bitterböse

liebe kati,

heads up, schwesterherz – dein strohwitwendasein ist ohnehin bald vorbei, und ich hab da auch ein ganz tolles rezept für dich, dass du deinem heimkehrer am besten nicht kredenzt.

es gibt ja viele gute gründe dafür, dass ein gericht fulminant misslingt: teilweise oder gänzlich fehlende mengenangaben, unleserliche handschriften früherer generationen, unlautere würzmethoden, falsche mengenverhältnisse, temperatürliche verirrungen oder auch mal schlichtweg dumm gelaufen.

aber der absolute garant dafür, dass mir mein eigenes gekoche nicht schmeckt, ist, wenn das ergebnis richtig, richtig bitter ist – und alle geschmacksnerven bitterböse. dementsprechend war es ein äußerst gewitzter akt der selbstsabotage, ausgerechnet das radicchio-rezept der 365 vegan-reihe auf derstandard.at auszuprobieren.

dabei fing es so gut an: „knusprige polentaschnitten“, steht da. also heißes wasser aufgestellt, suppenwürze dazu, polenta nach gefühl einrühren bis es eine sämig-dick blubbernde masse wird, in eine rechteckige form, abkühlen lassen. milch, muskat und lavendel hab ich teils unwissentlich, teils bei vollem bewusstsein weggelassen, das in olivenöl herausgebrutzelte resultat war jedenfalls geschmacklich nice und (!) ästhetisch:

polentaschnitten

doch dann nahm das unheil seinen lauf:

Radicchio in 1 cm breite Streifen schneiden. Knoblauch und Rosmarinzweig im Olivenöl leicht anbraten, mit 1 TL Zucker bestreuen und kurz durchmengen. Zuerst die weißen, dann die roten Teile des Radicchios in die Pfanne geben und unter ständigem Schwenken bei kleiner Hitze braten.

rosmarin war aus, also thymian stattdessen, knoblauch hab ich auch vergessen und dann panikartig noch kurz vorm schluss dazugeleert. auch in der reihenfolge hat’s mich ein bisserl durcheinandergewürfelt, bei 3 schritten die hälfte falsch zu machen ist schon per se eine leistung. aber das ergebnis war dann fast schon dem darwin-award würdig: verkohlte, ehemals knackig-violette blatt-dinger in unerkenntlicher konsistenz mit einer durchdringlichen, unfasslichen bitterkeit. what the… ?

im endeffekt also polentaschnitten mit grünem salat und viel kürbiskernöl, und der abend sieht wieder etwas freundlicher aus.

und…

naja, eine der übrigen 3 flaschen rotkäppchen-sekt von musikfreund T. (als quasi-provision für die wohnungsvermittlung des A.&O.) hat vielleicht auch geholfen ;-)

da stellt sich mir die frage, kann man überhaupt irgendwas mit bitterem blattwerk machen, damit es nachher nicht mehr bitter oder wenigstens halbwegs genießbar ist? von V.’s kürzlich vorgestelltem sprossen-partysnack bevorzuge ich nämlich ehrlich gesagt auch die kopfsalat-variante (jaja, weichei, ich!).

however: prost!

(und bis bald?)
hanna

2 Gedanken zu „bitterböse

  1. also ich hab letztens einen salat aus radicchio und glasierten zwetschken gegessen – das war himmlisch, erstaunlich unbitter und das dressing war irgendwie aus dem zwetschken pfannen anschwitzrest gebastelt. ich muss gleich mal nachfragen wie das genau war.
    weil ich glaube hier ist eine dringende versöhnung mit den roten blättern von nöten!

    • hoido liebe frau A.,

      glasierte zwetschken, ei der daus! dann darf von mir aus auch etwas rotes blattwerk rundherum sein ;-) falls du dazu insider-infos aufstellen kannst, immer her damit!

      es dankt & grüßt,
      hanna

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