PS: die neuen wege also!

liebe leserchens,

so, jetzt haben wir doch noch etwas zu sagen: den schwesterlichen lester-blog gibt es nicht mehr, wie ja kati und hanna bereits bekanntgegeben haben. well, zumindest nicht mehr in der 2 jahre lang geführten öffentlichen email-konversation. sondern wir werden diesen blog bis ende februar in eine ganz normale website umbauen: mit weiterhin allen rezepten, lokaltests und allen blogposts, nur kommt eben nichts aktuelles mehr dazu.

weil aktuelles machen wir jetzt anderweitig!

hanna macht sachen im radio

hanna hat gerade den radio-grundkurs bei radio orange abgeschlossen. sie ist jetzt radiomacherin und bereits am freitag dem 20.2. von 21 bis 22h mit ihrer 1. sendung mit der fabelhaften kollegin N. auf radio rhabarber on air! die ausgabe des „ökopolitischen kompotts“ vom kulturbeisl tüwi widmet sich der solidarischen landwirtschaft, CSA & co. das wird fein! :-)

radioorange_silber

hier im stream zum nachhören im archiv der freien radios: http://cba.fro.at/280530

weiters ist hanna im gerade sich neu formierenden team von veggie house – einem veganen radio zine. man weiß noch nicht, was erst wird – aber die erste sendung ist schon mal für mittwoch 25.3. von 10 bis 11 uhr geplant. dafür hat sie mit katis jungkind S. bereits ein kleines rezept-feature aufgenommen – da wurden leicht adaptierte kokos-maki gebastelt.

orange_maki

ihr seht schon, das thema essen bleibt präsent ;-) stream zum nachhören folgt ebenfalls an dieser stelle bzw. auf der lesterschwein-startseite (einfach immer wieder mal vorbeischauen).

alle weiteren aktuellen schweinereien und abenteuer von hanna findet man auch auf ihrer blog-news-sachen-site unter www.hannaspegel.com

kati kocht weiter

kati ist weiterhin als kati kocht aktiv und bietet laufend vegane kochworkshops an, zu denen man sich gerne anmelden kann. die dazugehörigen aktuellen infos gibt’s weiterhin auf www.katikocht.at – so viel in aller kürze, denn in der kürze liegt die würze! oder so.

also, das war’s auch schon wieder! in diesem sinne: bis bald im radio, im kochstudio oder bei anderweitiger gelegenheit :-)

herzlichst,
eure lesterschweine
kati & hanna

frohes neues!

liebe kati,

ein frohes neues jahr wünsche ich dir! ein numerologisch besonders zauberhaftes ist es nämlich, wie mir via elektropost mitgeteilt wurde: die alten bzw. jungen römer stellen unser 2015 laut muttern kurz & knackig als MMXV dar, während nerd M. am 1.1. via jubel-post auf facebook verlautbare:

Wir befinden uns heuer im Palindrom-Jahr: 11111011111

zu diesem anlass hab ich gleich mal eine zeitreise unternommen, die mehr als eine dekade (!) umfasst: eine reise zurück in unser elternhaus, wo es zu neujahr immer (immer! immer!) the-one-and-only mayonnaise-salat gab. ich habe mich ab 31.12. mittags bis gefühlt zu den heiligen drei königen ausschließlich von diesem wonnig-sämig-g’schmackigen zeug und weißbrot ernährt, weil so super. gab’s auch in meiner erinnerung nur!! zu neujahr, sonst nie. oder falls es ihn sonst gab, war er sicher nicht so gut. weil das war nunmal der silvester-snack, jawoll.

viele male schon habe ich seither mit dem gedanken gespielt, das ganze entweder einfach auf vegetarisch nachzubauen oder – in den vergangenen jahren – zu veganisieren. doch die historische latte lag einfach zu hoch, der erwartungshaltungsdruck somit unermesslich, und ein neujahr mit misslungenem mayo-salat… undenkbar.

heuer war es endlich soweit, ich hab mich drüber getraut, weil nämlich am 31.12. sowieso miese laune, also wär ein fail auch schon egal gewesen. und siehe da, der erstversuch war: ein mega-fail!! die selbstgemacht mayo nach deinem rezept war zwar halbwegs sämig, aber beim ersten geschmackstest hat’s mir gelinde gesagt den vogel rausgehauen. ich hatte nämlich die glorreiche idee, die halbe flasche leinöl aufzubrauchen, die seit monaten im kühlschrank rumgammelt. ich weiß, ur teuer und super wichtig und omega3 und was weiß ich. aber ich kann mit dem einfach nicht umgehen. und in mayo-form hat das ganze einen dermaßen extrem bitteren basisgeschmack entwickelt, das die zunge nur mehr pelzige impulse abgegeben hat (was auch immer das bedeuten mag).

die gute nachricht: beim zweiten versuch mit stinknormalem maiskeimöl war alles wieder gut! und obwohl die mayo etwas dünnflüssig war, haben die erdäpfel dann über nacht alles aufgesogen und das ergebnis war 1A. uff!

mayosalat_neujahr

ur nicht fotogen, aber ur lecker: mayonnaise-salat.

mayonnaise-salat

ca. 1/4 vegane mayo (weil’s geht!)
ca. 4-5 mittelgroße erdäpfel
eine kleines glas mais
eine kleine pkg. tiefkühlerbsen
3 essiggurkerl
1 zwiebel
1 knoblauchzehe
1/2 apfel
suppenwürze
essig & öl
salz & pfeffer

mayo anrühren und kaltstellen. erdäpfel kochen und auskühlen lassen, danach schälen und in nicht zu dünne scheiben schneiden. in einer marinade aus gemüsebrühe, essig, öl, salz, pfeffer, klein gehackten zwiebeln und einer gepressten knoblauchzehe etwas rasten lassen. nach ca. einer halben stunde gurkerl und apfel dazureiben, mais und erbsen einmischen und mayo unterheben. über nacht gekühlt durchziehen lassen (wichtig!), tags darauf nochmal durchrühren, abschmecken und mit cocktailtomate garniert an aufgeschnittenem baguette servieren.

also, jetzt kann das jahr ja nur mehr super werden ;-)

bis bald & bussi,
hanna

der einen hui ist der anderen pfui

liebe hanna,

es ist immer wieder lustig zu beobachten, wie unterschiedlich doch die geschmäcker sind. auch ich hatte kürzlich die seitanfilets von der sojarei in der reissen und ganz ehrlich, mich haben die – zumindest in gulaschformat – überhaupt nicht überzeugt. H.-P. fand sie ganz okay, „wie rindszunge“. ich fürchte, er hat recht. rindszunge, nein danke, kann ich da nur sagen.

ähnlich verschieden waren die meinungen bei der verkostung der neuen veganen minigugelhupfe vom ströck.

guglhupfe_lesterschweine_fb_teaser

die schokovariante

„riecht gut, aber schmeckt nach nix“ war meine meinung.
„schmeckt gut, aber riecht nach nix“ hast du gesagt.
„voll gut!“ sagt das bubenkind und verdrückt gleich mal 3 (!) stück.
„schaut gut aus! aber ich mag keinen gekauften kuchen.“ sagt das jungkind.

ich muss zugeben, ich bin da ein bissel beim jungkind. erstens back ich gerne und zweitens sind gerade die veganen rührkuchen dermaßen watscheneinfach, dass sich da ein bissel die sinnfrage stellt.

aber grundsätzlich, der schokokuchen ist schon eine option, mit heißer schokosauce und aufgeschlagener sojasahne stell ich mir den auch ganz lecker vor.

die mandel-mandarine-variante

die mandel-mandarine-variante fanden wir allesamt nicht so prickelnd, vor allem der konsistenz wegen. allerdings in warm, getränkt mit alkohol, rotweinlikör zum beispiel, lass ich mir den vielleicht auch einreden.

miniguglhupfe_stroeck_2014-03

übrigens noch ein nachtrag zur sojarei: kürzlich haben deren geräuchertes nuss-sesam-tofu probiert. urlecker! angeröstet mit senf, zwiebeln, ein bissel sajasauce und ein bissel rotwein, ist das die ultimativ geile füllung für wraps und pitafladen. ein bissel salat dazu, fertig.

das wars für heute. in den nächsten tagen muss dir unbedingt von den news aus der veganen kochkurs-ecke erzählen!

bis dahin, alles liebe,

deine kati

schokolade ist gottes antwort auf broccoli

liebe lesterschwester,

so steht es auf einer chocolaterie namens „sünde“ (ho, ho) im berliner x-berg geschrieben, und die müssen es von berufswegen her ja schließlich wissen:

schokolade_gott_broccoli_web

süßjunk war ja schon immer eines meiner lieblingsthemen, dementsprechend habe ich mich kürzlich mit tatkräftigem support von A. & E. durch die pflanzenschokoladen der stadt gestöbert – zur besseren übersicht in ein handliches ranking verpackt:

  1. vego whole hazelnut chocolate bar: heftig-heftiger-hazelnut! zartschmelzend mit knackigen nüssen, und zwar in form eines riesen-riegels. die bestmögliche schoko-ersatz-dröhnung für nocciolone-fans wie mich! gesehen zB bei gewusst wie „zum eisbären“.
  2. schakalode: leichter und weniger „befriedigend“ als der vego-riegel, aber dafür tatsächlich schokolade und kein nougat-verschnitt. kommt erstaunlich nah an das tierische „original“. vergleichbar mit den moo-free sultana bars (schon im mai getestet & verbloggt). gesehen zB im maranvegan.
  3. zotter mitzi blue chinese taste machine: knackige weiße soja-schoko mit einer kleinen dunklen schoko-scheibe on top sowie cranberries und goji-beeren – die bei mir allerdings auf grund eines staubig-roughen nebengeschmacks nicht punkten konnte. A. war hingegen recht begeistert, daher ein ehrenvoller platz im mittelfeld im sinne der geschmacklichen meinungsvielfalt. gesehen zB bei denn’s.
  4. alnatura feine-bitter-orange: knackig und zartschmelzend, hinterlässt allerdings eine gewisse pelzigness am gaumen. bin allerdings auch keine dezidierte bitterschokoladen-fanin. pluspunkt: sympathisch kurze zutatenliste ohne trash, bestehend aus genau 4 ingredienzien – „Kakaomasse*, Rohrohrzucker*, Kakaobutter*, Orangenöl* (0,1%)“. gesehen zB bei dm.
  5. bonvita reismilchschokolade traube-nuss: sehr hart, eher karg im geschmack und mit bis zur unkenntlichkeit zerkleinerten trauben- und nuss-bestandteilen. mut zu mehr substanz, bonvita! gesehen zB bei denn’s.

honorable mention: rittersport hat ein eigenes forum mit ihren veganen sorten eingerichtet. danke. der nächste step ist dann die DIY-schoki, kakaobutter lagert bereits im küchenkastl, und hildmann hat dazu auch ein paar baupläne veröffentlicht.

übrigens auch sehr super: die vegane keks-auswahl von „sommer„. tests beweisen – die vollkorn-dinkel-schoko-cookies überzeugen auch nicht-vegane kollegInnen. und die dinkel-ingwer-kekse mit schokochips bringt das blut in wallungen!

und jetzt noch der saisonale hinweis des tages #drumroll – vegane lebkuchenherzen! großes #freu #hoppel #hüpf #jubel heute bei denn’s. während nämlich die klassischen, heißgeliebten elisenlebkuchen mit hühnereiweiß versetzt sind, kommen die gefüllten lebkuchenherzen mit zartbitterschokolade von rosengarten rein pflanzlich daher – sind auch auf deren website als vegan gelistet, ebenso wie zartbitter-weihnachtsmänner und nikolo-lollies. und lecker sind sie obendrein:

lebkuchenherz_web

so, genug zuckerschock. hat noch jemand da draußen heiße schoko-tipps und favourite pflanzen-kram?

merci & lg,
hanna

von hummeln und samen

liebe schwester of ökoparzellen-fame,

nach einer äußerst umtriebigen woche hab ich endlich wieder einen allein-daheim-nachmittag und die entsprechende zeit um mein konzept für die bachelor-arbeit zwei zu finalisieren… nein, natürlich nicht. also endlich zeit zum blogeintrag schreiben.

hm… moment mal. irgendwie kommt mir das bekannt vor ;-)

nach einer äußerst umtriebigen außer-haus-woche hab ich endlich wieder einen allein-daheim-vormittag und die entsprechende zeit für die gastro-prüfung teil zwei zu lernen… nein, natürlich nicht. also endlich zeit zum blogbeitrag schreiben, kochen und backen.

wir lesterschwestern sind es ja gewohnt alle möglichen sachen gleichzeitig anzureißen, was auch meistens eh irgendwie klappt, trotz aller du-spinnst-ja und dumdum-geschoß-attribute der näheren und ferneren umgebung. wir machen uns nun mal wie die hummel:

“Die Hummel hat 0,7 cm² Flügelfläche und wiegt 1,2 Gramm. Nach den Gesetzen der Aerodynamik ist es unmöglich, bei diesem Verhältnis zu fliegen.
Die Hummel weiß das nicht und fliegt einfach.”

wo sich hummeln jedenfalls sehr wohl fühlen sind einerseits festivals, wie man in diesem blog schon mehrmals mitverfolgen konnte, wie zum beispiel das dieses wochenende steigende rummel hummel kunst-DIY-dings-festival (sic!) am bakalofts gelände in einer ehemaligen fabrik, wo J. mal wieder guerilla-knitted und H. endlich seine superen street-art-fotos ausstellt und A. ein bisschen aerial-silk-yoga macht und sonst jede menge sachen die wache hummeln machen:

Rummel Hummel @ Bakalofts

rat mal wo die ganzen hummel-analogien herkommen… ;-) wie auch immer, damit ich hier noch die kurve kratze – also weiters sehr wohl fühlen sich hummeln auf wald, wiese & natur – während wir in wien immer wieder auf der ökoparzelle herumhoppeln hatte ich kürzlich die gelegenheit, einen hardcore-profi-garten zu bestaunen: die schaugärten der arche noah in schiltern nämlich.

noah und die 6.000 samen

dieser schaugarten bietet eine unfassbare vielfalt an gemüsen & gewächsen, dass es das vegan-herz höher schlagen und die geschmacksknospen frohlocken lässt. im arche sortenarchiv lagern mittler weile ganze 6.000 verschiedene sorten, in gründungszeiten waren es noch ca. 250 – darunter ca. 200 kartoffelsorten, 200 paprika & chili, 700 bohnen, 500 tomaten und einiges mehr. im garten werden die sorten aus dem archiv basierend auf einer genauen listung nach und nach wiederaufgefrischt, da samen nicht unendlich lange halten.

Arche_Noah_by_Andre_Hoeschele_2013

sonnenblumen mit kern-auffang-verhüterli, rotkohl-köpfe, verschiedene maissorten mit anti-bestäubungs-verhüterli und das barocke gartenhäuschen.

Fotos: Copyright André Höschele/PANLUX

Arche_Noah_by_Andre_Hoeschele_Hanna_Spegel_2013

von den kärtner gebirgskräutalan über moschuserdbeeren bis zur ukrainischen stachelgurke. beware!

wir sind ja CSA-technisch schon an gelbe zucchini, violette karotten & co gewöhnt, und das nicht von ungefähr – unser biohof-mogg tauscht nämlich fleißig mit der arche noah jungpflanzen aus um an der erhaltung alter sortenraritäten mitzuwirken. wegen der nachbaufähigkeit nämlich, damit die robusten und trotzdem schmackhaften sorten nicht vor lauter hybrid- und einwegsaatgut verloren gehen.

apropos CSA: auf derstandard.at ist diese woche ein artikel erschienen zur grünen revolution, da heißt es…

Und auch gemeinschaftlich organisierte Lebensmittelnetzwerke sprießen in Österreich: 2011 begann der Gärtnerhof Ochsenherz die Endverbraucher als Unternehmenspartner miteinzubeziehen und ihnen gegen einen Mitgliedsbeitrag Ernteanteile, etwa in Form von Gemüsekisten zu überschreiben. Das Modell, in den USA und Japan seit den 1960ern bekannt als Community-supported Agriculture (CSA), wird mittlerweile von einer Handvoll weiterer Initiativen gepflegt.

das erinnert mich daran dass noch der nachbericht zu H.-P.’s parcademy vortrag in sachen ernährungssouveränität im entwürfe-ordner schlummert… however, ich habe für mein revitalisiertes fensterbrettbeet jedenfalls in der arche ordentlich zugeschlagen, außerdem gab’s eine eigene samenbestellung zwecks export niederösterreichischer raritäten in einen untriebigen heimgarten im kärntnerland:

Arche_Noah_Samen_Toepfe_2013

samenvielfalt aus dem hause reinsaat sowie von den CSA-kollegen ochsenherz, in natura gibt’s zB ananas-salbei (links) und krauseminze (rechts).

so, ich schwing mich mal samt wollsocken & fleece-hoodie auf’s radl und werd dann mal mit K. & konsorten rumhummeln beim rummel hummel!

bis morgen beim supper club (freu!) & bussi,
die hannahummel

das prinzip supermarkt

liebe lesterschwester,

es tut sich was im autonomen gemüsebeet! unser CSA-ernteanteil wird über den sommer & herbst immer bunter und umfangreicher, die ökoparzelle wirft im saison-endspurt noch kindskopfgroße rüben ab, heute ist eine neue food-coop in 1020 gestartet, und schon nächste woche findet H.-P.’s heißerwarteter vortrag mit frau T. bei der parcademy im rochuspark zum thema ernährungssouveränität mit dem titel „du isst was du kaufst!“ statt:

Ernährung. Da denkt man zuerst an Gemüse, Fett, Zucker, Allergien… HedonistInnen an Genuss und Lebensfreude. Ökologie, Solidarität und Partizipation hingegen haben für die meisten mit Essen nichts zu tun. Sollten sie aber!

Abseits des Prinzips Supermarkt:
ökologisch, solidarisch, partizipativ

DI 24.9. 19h @ Rochuspark, Details auf Facebook

von der ernährungs- zur konsumsouveränität

neben souveräner ernährung und autonomen gemüse gibt es ja auch noch allerlei andere lebensbereiche, die abseits des im vortrag angekündigten „prinzip supermarkt“ zu bestreiten wären. tierversuchsfreie und vegane kosmetik (tipp: der „cruelty-free & vegan“ beauty-blog once upon a cream), fairtrade-kleidung – vielleicht sogar bio und co2-neutral, veganes schuhwerk, wiederverwendbare utensilien wie zB der mooncup statt einweg-hygieneartikeln, und und und…

zu diesem thema hatte ich des sommers einen angeregten park-plausch in graz über food-koops, solidarisches landwirtschaften, einkaufsgemeinschaften, kaffeekooperativen etc. mit dabei waren B., eine der ersten aktiven food-koop-menschen meines bekanntenkreises, ihr freund F. sowie A., ihres zeichens supermarkt-vermeiderin und lokal-bezugs-expertin der stunde.

im anschluss an den plausch hatten A. und ich eine angeregte email-chat-konversation – ein schöner teaser auf das parcademy-thema, wie ich finde!

H: liebe A.! deine aussage, du würdest so gut wie nicht mehr in einen supermarkt gehen, hat mich total fasziniert. beim thema ernährung gibt es ja schon einige optionen – von food-koops über CSAs bis zu selbsterntegärten und co.

csa_1_anteil_april_web

unser 1. ernteanteil der CSA mogg im april 2013. CSA steht für community supported agriculture, ein solidarisches landwirtschaftskonzept.

aber wie machst du das mit all dem anderen kram – von kosmetik bis haushaltsware?

A: das parkgespräch war wirklich inspirierend! also die motivation nicht in den supermarkt zu gehen, hat sich nicht verändert… roland düringer hat das in einem seiner „gültigen stimme“-videos schön auf den punkt gebracht: er sieht die ganzen sachen im supermarkt und denkt sich nur, für ihn brauchen sie den krempel nicht mehr zu produzieren. also der reihe nach…

kosmetik/körperpflege hab ich extrem reduziert, und wenn ich da was brauche, les ich vorher immer wieder in den ganzen peta-listen und in vegan-foren nach, was da ok ist und welcher hersteller vertrauenswürdig ist. und bevor ich was nachkaufe, hab ich immer wieder eine woche lang versucht, ohne auszukommen. ergebnis: statt eines vollen duschregals steht bei uns mittlerweile ein kleiner teller mit pflanzenseife und veganem gesichtsreiniger.

konsumautonom_kosmetik

vegan-siegel auf den produkten von alverde (dm)

wenn ich saisonal was brauche, wie sonnencreme oder bodylotion oder gesichtscreme, dann kauf ich es meistens von balea oder auch alverde, das ist die eigenmarke von dm die sind tierversuchsfrei, wenn man all den listen und foren glauben darf.

konsumautonom_zahnbuerste

böhzer bürstenkopf und gute sole-zahncreme von weleda. verfärbt zwar die zahnbürste, aber ist dafür ohne tenside, fluoride und synthetische zusätze.

mit der eincremerei hab ich es selber nicht so, dafür bin ich bei der zahnpasta eigen und besorg was supidupi spezielles aus dem bioladen, weil sie soll ohne fluor und ohne minze sein und am besten nach gar nix schmecken. die andre problemstelle ist zahnseide, da gibts alternativ fast nix, da schau ich mich derzeit noch um. und die bürstenköpfe für die zahnbürste sind leider nur von firmen erhältlich, bei denen tierversuche garantiert vorkommen, weil es läuft immer auf p&g oder unilever hinaus (hier bitte ein gesicht wie grumpy cat vorstellen).

H: gute sache! allein die idee gewisse produkte nicht gleich zu ersetzen sondern mal eine woche ohne auszukommen zu versuchen ist ein pfiffiger life hack. so ist es mir gegangen mit haarbalsam, körperpeeling, mineralpuder, handcreme, und und und… badezimmerschrank entrümplifizieren! ach ja, apropos peeling – da mach ich mir öfter einfach eine kombi aus olivenöl und rohrohrzucker. spezialtipp von der anderen H. – macht die haut superweich, nur die dusche muss man dann halt ein bisserl putzen ;-)

konsumautonom_mascara

wasserfeste und wasserlösliche mascara, (noch) böse.

A: jaja, wer schön sein will… damit wären wir auch schon beim nächsten thema, dekorative kosmetik: extrem reduziert. wimpernzange und wimperntusche (gosh ist tierversuchsfrei und klumpt nicht, gibts beim bipa) muss fast immer sein. und hin und wieder augenringe abdecken, da gibts aber bei lush auch immer mehr schöne sachen; die schauen auch drauf, dass nur soviel chemie-krempel in den sachen ist, wie unbedingt sein muss.

konsumautonom_deko

lush-probe der fabulosen, veganen „dream cream“ plus leider unvegane ex-lieblingsprodukte: everon lippenbalsam von weleda, matte lip tint von tarte cosmetics und kiehl’s sunbalm SPF15

haushalt: ist auch ziemlich reduziert, das meiste putz ich mit sodasan-schmierseife und essig, für härtere fälle hab ich noch spiritus und baking soda aus der apotheke daheim.

wo es nicht so flutscht sind die geschirrspülertabs und waschpulver. waschnüsse kauf ich nicht gern, die haben ja auch einen langen transportweg und ich find, die leute vor ort brauchen die selber.

H: apropos waschnüsse: die muss man ja nicht aus brasilien herankarren, wir haben die auch – und zwar in rauen mengen! da ist mir nämlich gleich H.-P. eingefallen, der macht selber waschmittel aus kastanien die er mit den kids im herbst im prater sammelt. heuer steht erstmalig das projekt „flüssigseife“ an…

hpwaldbauer_kastanien

DIY-waschmittel aus rosskastanien (c) H.-P.

A: danke für den link zum kastanienwaschmittel, das find ich wirklich interessant und simpel genug, um es im herbst auszuprobieren! hier sind kastanien rund ums haus, hab ja auch noch parks und gärten rundherum, das wird spannend!
ja, und klopapier, müllsäcke, reinigungsschwämme und das ganze verbrauchsmaterial ist nach wie vor ungelöst; es gilt einfach die prämisse, da nicht zu verschwenden und so wenig wie möglich zu verbrauchen…

konsumautonom_haushalt

challenge accepted? einwegartikel, plastikzeug und haushaltsmüll reduzieren…

so, ich glaub das ist mehr als genug! ich wollt noch dazu sagen, dass mein freund bei all den umstellungen und versuchen meistens begeistert mitgemacht hat. manchen anderen in meiner umgebung geh ich damit ziemlich am oarsch, vielleicht, weil ich auch gern drüber rede und mich austausche. vielleicht komm ich da ziemlich radikal und obsessiv rüber, aber es is ja mein leben und ich versuch umhimmelswillen niemanden zu missionieren. aber wir haben eh schon drüber geredet, wie das beim thema „vegan leben“ ist: man braucht es nur zu erwähnen und viele fühlen sich gleich angegriffen. beim thema „reduzieren“ ist es wohl das gleiche.

H: so true… die reaktionen auf meinen einheits-kleidungsstil sind auch immer wieder überaus durchwachsen. aber das mit dem klamotten ist ja nochmal eine eigene geschichte
freu mich jedenfalls in dir eine rainbow warrior kumpanin gefunden zu haben, und freu mich auf weiteren austausch! und ist das ok für dich wenn ich ausszüge deiner inputs in einem blogbeitrag veröffentliche?

A: natürlich darfst du posten, was du magst. ich freu mich auch sehr über austausch und dass wir da auf gleicher spur unterwegs sind, das macht mut und laune =)
regenbogenküsschen aus graz!

das wär’s auch schon wieder. ich freu mich jedenfalls schon sehr auf vortrag & rege diskussion bei meiner 1. parcademy & wünsch dir toitoitoi für deine actions der kommenden tage, untriebige dampft-durch-alle-gassen-sister!

alles feine & gruß an H.-P.,
hanna

i can haz vegan outdoor shoes!

liebe lesterschwester,

wir fahren ja viel und gerne mit dem fahrrad. innerhalb von wien sowieso und anlassbezogen auch mal zum ein oder anderen festival. trotz low-budget-anspruch und „bin ja nicht aus zucker!“-attitüde bin ich mittler weile auch equipment-technisch für die meisten wetterlagen gerüstet – zum beispiel mit softshell-jacke und regenhose. nur das mit den schuhen ist ein drama!

nach laufend nassen füßen dank mehrmaliger komplett-taufe diverser sommerlicher halbschuhe hatte mich ja H.-P. zu einer einkaufscentertour verschleppt, um der hanna endlich wasserfestes schuhwerk zu besorgen. die qual der wahl zwischen berg-, trekking-, walking- und laufschuhen aller art mit den stichworten „wasserfest“, „schwarz“ und „vegan“ erwies sich als erstaunlich komplex, die wenigen lederfreien gore-tex versionen entweder zu schwer oder in der version superfancy schlichtweg zu teuer.

nach weiteren recherche-runden online & bei verschiedenen schuhläden dann heute endlich die (er)lösung: wasserfeste, vegane, vollschwarze high-top barfußschuhe von vivobarefoot namens synth hiker. laut website besteht der schuh aus den materialien „Hydrophobic Mesh und dünne Microfaser“, ersteres zu 100% recycelt. alles zusammen ökologisch, giftfrei, vegan, wasserabweisend, leicht – die damen-version in meiner größe 37 kommt mit schlanken 280g daher. in kombination mit der 2,5mm sohle samt stoppeln („off road ready“, oho) und mehr zehenraum erzeugt das ganze in der tat ein sehr anderes gehgefühl als der klassische wanderschuh oder die billigsdorfer-ballerinas. die optik von oben ist auf grund des breiteren schnitts etwas gewöhnungsbedürftig, summa summarum konnte aber mein anspruch zwischen outdoor und urban style recht gut erfüllt werden:

coll_vivobarefootbesonders nice: die angeschriebenen EUR 150,– wurden im terraplana-laden in der neubaugasse dank 15% studierendenrabatt zu EUR 127,50 – damit war der kauf sogar günstiger als via amazon (größe 37 aktuell um EUR 134,– erhältlich).

somit bleibt mir nur mehr zu hoffen dass es die nächsten tage noch ein paar mal ordentlich schüttet, damit ich die wasserfestigkeit noch auf herz und nieren prüfen kann!

finally wohl beschuht,
dein schwesterlein