fa, fa, fahrradfahren

liebe lesterschwester!

fahrradfahren ist schon eine super sache. vor einigen tagen war ich mit h., dem famosen weinbauer meines vertrauens, und hp im gagarin. das ist ein sehr nettes fahrradfahrerInnenaffines lokal in der garnisongasse. sehr entspannte atmosphäre, äußersts moderate getränkepreise, freie preise fürs essen – das heißt jeder gibt was er kann und die speisekarte ist durchwegs vegan oder veganisierbar. und noch dazu kein konsumationszwang. alles in allem also eine uneingeschränkte empfehlung. ich hab mich mal wieder als professionelle lokaltesterin hervorgetan und einen gemischten falafel-humus-teller gegessen. hinterher sah er so aus.

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ich weiß noch nicht genau wie ich es in meinen kopf krieg die speisen vor dem verzehr abzulichten. offenbar schalten sich gewisse hirnregionen bei mir ab sobald das futter in reichweite ist.

was mir außerdem nicht klar war: warum heißt das gagarin gagarin? was hat ein russischer weltraumflieger mit fahrradfahren zu tun? es wär natürlich möglich richtung erster mensch im weltraum, weltordnung auf den kopf gestellt etc. zu denken. aber mittlerweile hab ich eine andere theorie dazu. gagarin ist berühmt dafür, durch die gegend geflogen zu sein (sofern man das weltall als gegend bezeichnen mag) und ist schon während des studiums dem aeroklub beigetreten. und als fahrradfahrerIn tritt man ja auch immer wieder dem aeroclub bei. ich z.b. gestern in einer engen kurve auf frisch gefallenem neuschnee. ich hab aber wieder einmal feststellen müssen, dass mein bike kein besonders geeignetes fluggerät ist. andererseits hab ich den vorteil, dass ich einen der guten ratschläge von frau p.: „was auch immer sie tun, tun sie es langsam!“ jetzt ganz konsequent befolgen kann. kaum mach ich eine schnelle bewegung bremst mich mein körper ein und so unnötige dinge wie die arme über den kopf heben kann ich mir überhaupt gleich sparen.

abgesehen von meinen kleinen außer haus abenteuern hab ich mich auch kochtechnisch wieder in neue gefilde vorgewagt.

veganer frischkäse

500ml sojamilch
saft einer halben zitrone
10ml öl
10ml kokosfett
salz, pfeffer
optional (frische) kräuter, knoblauch, …

sojamilch aufkochen, vom herd nehmen, zitronensaft dazu und rühren bis alles total flockig ist. nach 15 min die flocken abseihen (z.b. durch ein tuch) und mit dem fett und den gewürzen mischen.

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klingt grausig und sieht im entstehungsprozess auch wirklich grausig aus, schmeckt am ende aber wirklich gut. es hat auch super als füllung für die chatschapuris bzw. die melanzanirollen funktioniert.

chatschapuri

500g mehl (weiß und/oder vollkorn)
1 pkg. trockenhefe
250 g sojajoghurt
3 el öl
wenig lauwarmes wasser
salz

alles zu einem geschmeidigen teig verarbeiten und abgedeckt mindestens eine stunde an einem warmen ort gehen lassen. dann dünne fladen ausrollen, mit veganem frischkäse bestreichen, zuklappen, nochmal ausrollen und in der heißen pfanne mit wenig fett von beiden seiten braten.

melanzanirollen

1 kg melanzani dünn längs schneiden, mit öl bestreichen, salzen und bei 200 grad im backrohr braten bis sie goldbraun sind (geht natürlich auch in der pfanne)

die hälfte der ausgekühlten melanzani mit veganem frischkäse füllen. die andere hälfte mit folgender walnussfülle:

200 g walnüsse, gerieben
3 el veganer frischkäse
1 zwiebel, geschnippelt und angebraten
2 zehen knoblauch, gepresst
1 el essig
salz, pfeffer
1 granatapfel bzw. 1-2 handvoll granatapfelkerne
optional frischer koriander, safran, frische petersilie

alle zutaten verrühren und in die melanzani füllen. die fertigen rollen werden mit granatapfelkernen bestreut. eine regionale alternative zu den granatapfelkernen ist quittengelee, z.b. aus dem donaugarten.

den safran muss man, wenn man ihn verwenden will, mit zucker mörsern und dann mit heißem wasser oder 3 esslöffel weißwein einweichen.

coll_georgisches_antikaterdinner

alles in allem ist das eine einigermaßen aufwendige angelegenheit, aber es lohnt sich, insbesonders als vorbeugende maßnahme beim besuch einer cocktailbar.

völlig in die hose gegangen ist dafür der versuch, selber einen veganen schmalztopf zu fabrizieren. das ganz ist zwar geschmacklich nicht so schlecht, konsistenzlich aber voll zu vergessen. da muss ich noch weiter experimentieren.

alles liebe,
deine schwester

p.s. freu mich schon sehr auf das morgige ausgibige gekoche und gefeiere mit dir.

the good, the bad and the ugly streichfett

liebe hanna,

gestern war ich mal wieder im prokopp – gewußt wie im 18. bezirk, dort läßt sich nämlich wunderbar ein haufen vegan stuff finden, darunter auch diverses streichfett. nebst veganem grammelschmalz und ähnlichen lustigkeiten haben die auch eine breite auswahl pflanzlicher margarinen. recht sympathisch kommt „die gute“ von eden rüber, alles pflanzlich, keine gehärteten oder umgeesterten Fette, aber bio gibts die nicht. die wirklich gute ist also die bio-alsan, außerdem die einzige, wo auf der web-site ausdrücklich steht, dass sie vegan ist. sie besteht aus:

Palmfett*, Rapsöl*, Kokosfett*, Wasser, Karottensaftkonzentrat*, Emulgator Sonnenblumenlecithin*, Zitronensaftkonzentrat*, kaltgepresstes Zitronenöl*.

* aus kontrolliert biologischen Anbau kontrolliert nach VO (EWG) Nr. 834/2007 DE-ÖKO-024

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wahrscheinlich ist es auch kein zufall, dass in gar nicht so wenigen veganen rezepten, die man online findet, alsan statt margarine bei den zutaten steht. andererseits ist eigentlich alles böse, wo palmfett drinnen ist, aber ich denk mir besser bio-palmfett als nicht-bio-palmfett. bei den faq beschreiben die alsanier auch recht genau warum und wie sie kokos- und palmfett einsetzen.

womit wir bei die schiachen angelangt wären und das ist definitiv ceres soft, sprich kokosfett. als brotaufstrich wahrscheinlich für fast jeden ein no-go, aber n. hat kürzlich sein jausenbrot irrtümlich mit ceres geschmiert und befunden, dass er sich zwar eh gewundert hat dass das so weich ist (man beachte, die farbe fand er gar nicht seltsam), aber es gar nicht so schlecht geschmeckt hat. also bitte: geht nicht gibts nicht.

dein lesterschwein

p.s. mango chutney klingt extrem geil, da ist ja nicht mal zucker drin!

alles in butter? oder: von fettsäuren und surrogatprodukten.

liebes lesterschwein,
ich bin’s nochmal.

mich hat das nämlich total gewurmt als du vorhin bei unserem margarine-vergleich gemeint hast, becel sei ja gar nicht vegan. molke und so. hab ich mich doch vergangene woche extra vor’s kühlregal gekniet um aus den zig verschiedenen margarine-verschnitten eine rein pflanzliche sorte herauszukitzeln. mein frisch keimendes gutmenschen-feeling ob der umstellung auf quasi tierfreie ernährung – umsonst?

also bin ich von euch schnurstracks zum sonntäglich überlaufenen billa am praterstern gestapft, und hab mich erneut durch die streichfettabteilung geschmökert:

kühlregal billa pratersterndie recherchen der inhaltsbeschreibungen handelsüblicher margarine ergeben:

  • beinhalten molke oder andere milchbestandteile (zB magermilchjoghurt, buttermilch): rama, rama unwiderstehlich, rama good start, rama vita, rama würfel, lätta luftig, lätta extrafit, lätta halbfettmargarine, thea würfel, thea für die feine küche, thea brat & saft meister
  • beinhalten „nur“ speisefettsäuren (mono-/diglyceride): becel leicht, becel pro, becel pro activ (letzteres inkl. säuerungsmittel milchsäure)
  • sind rein pflanzlich: ceres, ceres soft, frivissa (aber eher zum kochen & backen und nicht als brotaufstrich geeignet)

becel inhaltsstoffe

die frage ist für mich nun, was diese speisefettsäuren eigentlich sind? wikipedia sagt:

Mono- und Diglyceride werden aus Fettsäuren und Glycerin hergestellt, die in der Regel pflanzlichen Ursprungs sind. Für Vegetarier und Veganer ist zu beachten, dass Speisefettsäuren sowie Glycerin auch tierischen Ursprungs sein können.

im falle becel jedenfalls ist im forum von vegan.de folgende korrespondenz mit dem hersteller aus dem jahr 2011 nachzulesen:

(…) vielen Dank für Ihre E-Mail vom 01.03.2011. Die Verwendung von Hilfsstoffen und Verpackungsmaterialien tierischen Ursprungs können wir nicht ausschließen. Das gilt auch für den Herstellprozess unserer Rohwaren, Produkte und Verpackungsmaterialien. Eine Auskunft zur Eignung unserer Produkte für die vegane Ernährung, die über die verwendeten Zutaten hinausgeht, können wir leider nicht geben.

Danke für Ihr Verständnis!
Mit freundlichen Grüßen
Ihr BECEL Service-Team

eine eher halbgare g’schicht also. und dann beinhalten laut einem anderen foren-poster angeblich die meisten magarinen auch noch „zugesetztes Vitamin D tierischer Herkunft (Lanolin).“, wie eben auch becel. mühsam!

was genau beinhaltet eigentlich deine margarine, die du im 18ten gekauft hast? werde jedenfalls noch den gang zu reformhaus & bio-markt machen und nachschauen, was die dort so führen.

der ganze butter-diskurs ist bei mir schon die ganze woche aktuell, ausgehend von einer kulturanthropologischen betrachtung der unterschiedlichen einsatzweisen des begriffs „butter“:

einerseits lässt man sich ja bei uns metaphorisch betrachtet die butter „nicht vom brot nehmen“, sie ist also inbegriff des guten lebens. im kochbuchnachkochfilm sind sich die historische julie und die zeitgeistige julia ebenfalls einig: „you can never have too much butter“. wenn also „alles in butter ist“, mit leichtfüßiger betonung auf dem doppelten plosivlaut und leichter stimmerhöhung auf der ersten silbe, dann hat man die gute laune mit dem großen löffel gefressen.

dem gegenüber steht die umschreibung eines eventuell temporär nicht weniger erstrebenswerten zustandes, nämlich dem der geistigen retardierung. „oida, gestern war ich so was von butter…“ kommt mit einem einem fast schon stummen h nach dem b daher, schraubt sich mit der zweiten silbe eine stimmlage tiefer und die beiden t werden auf dem gaumen fast schon zur konsistenz zimmerwarmer butter zerdrückt.

anyways, butterness in ehren, K. von esskultur bringt es schön auf den punkt:

margarine halt, so what (…). ein surrogatprodukt, das nur dann nötig ist, wenn man aus gesundheitlichen oder ideologischen gründen keine butter essen darf.

und der butterdiskurs hat bei mir in einem trotz-tweet geendet:

in diesem sinne einen butterwaach-entspannten sonntag dir noch ;-)
i’ll keep checking out the hot margarine stuff.

dein lesterschwein

kaufrausch

lesterschwester, liebe!

ja, ich will!

… will mit dir morgen ins harvest brunchen gehen.
… will dich bei der PR sause supporten.
… will CSA-halbanteilseignerin werden.

nämlich: mich hat mittwoch nach der afro session der totale kaufrausch gepackt. fast 20 euronen hab ich im supermarkt liegen lassen, und von 11 positionen sind 8 obst/gemüse. nicht mal süßjunk. stolz, ein bisschen. aber bistdudeppert, hab ich mich abgeschleppt: 2kg äpfel, 1kg orangen, 1kg karotten, 1/2kg zwiebeln, 4 zitronen, 2 avocados, 250g champignons… oh, moment, jetzt seh ich grad clementinen am kassenzettel die ich gar nicht gekauft hab. knurr! egal… also dann noch soja cuisine, roggenbrot und vegane pastete.

gemüseoverkill

aber: ich kenn das gemüse nicht. ich weiß weder wo es her kommt, noch warum es das kostet, was es kostet. transparenz? 1/2kg zwiebel kostet gleich viel wie 1kg zwiebel, beide von dieser planetenmarke. das netz mit bio-orange gibt’s um knapp über 1 EUR und sind damit billiger als die 250g schwammerln aus dem (n)irgendwo. regionalität? fast alles ist in plastik abgepackt, von den äpfeln bis zu einzelnen auberginen. alles glänzt. so wie die rosen, die mir die blumenfrau heute mit einem glanz-spray eingenebelt hat (hä?). das ganze gemüseregal sieht aus wie im photoshop retouchiert. und und und.

#grübelgrübel

und nach all der motivation hab ich weitergegrübelt. und dann hat sich ernüchterung eingestellt. und ich wär gern mal schnell zu pete’s frootique in halifax gelaufen, und hätt mir einen furchtbar überteuerten honeycrisp-apfel geholt, nach dem A. süchtig ist, und 15$-tulpen aus ontario #not. hm. vielleicht doch nicht der hochglanz-bobo-markt. aber was gibt’s für alternativen?

also hab mir nochmal die website der foodkoop möhrengasse angeschaut, wo ihr ja mal dort wart. das wär so schön in der nähe. weil das bio-paradeis, von dem die B. so schwärmt, ist ur weit weg. und dann die liste aller foodkoops in österreich – und jenen, die gerade in gründung sind. und die gerade im aufbau befindliche vegan foodkoop. und food korb.

ich wollt mir was davon schon längst mal live anschauen.

und jetzt schreibst du dass euer CSA-projekt am start ist, die mogg-leute r. & b. nett und zurechnungsfähig klingen, und das ganze langsam hand und fuß bekommt – sobald genug leute im boot sind.

also: da bin ich doch glatt mit am start!

und jetzt schau ich mal nach meinem apfelkuchen nach deinem rezept-tipp; zwecks aufbrauchen des letzten viertelkilos butter hab ich mich nach ewig langen zeiten mal wieder ans backen gewagt. und surprise, sogar die streusel haben geklappt! bin schon gespannt ob das ding dann auch so gut schmeckt wie es jetzt schon aus dem backrohr riecht ;-)

motiviert,
dein lesterschwein

PS: ich persönlich find ja fleischersatz schon noch immer ziemlich super, hab mir heut eine vegane bratwurst geleistet, kipp auf wheaty spacebars rein und find auch seitan-curry (wenn’s gut gemacht ist und von der konsistenz her passt) nice. aber vielleicht ändert sich das ja noch nach den ersten 1-2 monaten vegan sein!

PPS: abgrenzen. nämlich. ein ewiger lernprozess. aber bei deinem mogg-engagement geht’s wenigstens um etwas, was dich direkt betrifft und du dir aufbauen willst. aber wie du vielleicht in unseren blog-entwürfen siehst, quäl ich mich gerade durch einen beitrag zur aktuellen debatte über alltagssexismus, nachdem wir am donnerstag schon kurz mit H.-P. über den blöden artikel von der katho-tante geredet haben. aber eigentlich ist der nur ein vehikel um mich von leuten abzugrenzen, die einer meinung sind, mit der ich mir so schwer tu. aber vielleicht ist das ja blunze ob ich das veröffentliche oder nicht. aber andererseits: diskurs, oida? überfordert bin. #grübelgrübel und so…

gemüse ist mein fleisch

allerliebstes lesterschwein,

heute hab ich mir gedacht ich koch mal was richtig geiles und bau mein former allerliebstes fleischfresserrezept nach. huhn mit mozzarella überbacken plus paradeisreis. nachdem ich ja jetzt gluten hab, konnte ich gleich ein interessantes neues seitanrezept austesten, außerdem hatte ich ja noch den mozzarellaersatz vom veganversand. ich koche hin ich koche her und das ergebnis: vordergründig recht überzeugend, fleischiger seitan mit schmelzendem mozzarella, üppiger apro soja cuisinesoße und dem eh bekannten paradeisreis. aber: alles in allem viel zu heftig, viel zu intensiv, viel zu fett und liegt total im magen.

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ich kann es drehen und wenden wie ich will, fleischersatz und auch käseersatz ist wenig befriedigend. ich hab mich mittlerweil auf ein völlig anderes essgefühl umgestellt. lasagne oder moussaka ist zur zeit für mich der gipfel der packbaren üppigkeit, aber alles darüber hinaus geht dann wirklich zu weit. jetzt sitz ich also da, mit noch mindestens einem halben kilo seitanklumpen und weiss nicht wohin damit. nicht mal den kindern kann ich den andrehen, die haben nämlich von anfang an gesagt, dass das mit dem fleischersatz ein blödsinn ist.

also werd ich auch in zukunft einen haufen gemüse brauchen. super also, dass hp und ich gestern beim ersten vernetzungstreffen der mitglieder und interessentinnen der csa biohof mogg waren.

community supported agriculture – biohof mogg

super fein und interessant war das, lustiger weise im goldenen kreuz in krems, früher bekannt als gasthof grasl. ich saß also genau in dem raum in dem früher die plenas der grünen krems stattgefunden haben, wo ich ja als kind oft mit unserer mutter b. war. die leute waren total bunt zusammengemischt und die sympathischen mogg-leute r. und b. haben erzählt warum sie eine csa gründen wollen. kürzere tarnsportwege, unabhängigkeit von marktpreisen, förderungen und fragewürdigen marktanforderungen. und für uns bedeutet das, dass wir ganz genau wissen woher unser gemüse kommt und wer es produziert hat. grundsätzlich ist es so, dass die leute der gemeinschaft sich verpflichten dem landwirt ein jahr lang sein gemüse abzunehmen und das monatlich, besser aber im vorhinein zu bezahlen – ernterisiko natürlich mitinbegriffen. die kosten eines ernteanteils werden jährich beschlossen und sind im ersten jahr ca. 20 euro pro woche und das versorgt 2 erwachsene. man kann auch einen halben ernteanteil nehmen, also recht überschaubar alles. wir verbraucherInnen organisieren uns selber die verteilung vom gemüse bei verteilstationen wie z.b. foodcoops. grundsätzlich wird es einfach viel austausch und vernetzung geben und jeder ist aufgerufen sich einzubringen. lustig war, dass gestern gar nicht so wenige leute die da waren, die bisher einfach kistelbezieherinnen waren, und dermaßen überzeugt und begeistert vom mogg-gemüse sind, dass sie in der csa einsteigen wollen, einfach um weiter dieses gemüse beziehen zu können. manche sind total ins schwärmen gekommen, wenn sie über saftige tomaten, knackige salate und violette karotten erzählt haben. im nebenraum war das nana cafe, die auch vom mogg beliefert werden, und das rote rüben curry war wirklich ein genuss. die ur netten betreiberInnen haben uns sogar noch eine vegane schoko geschenkt um „wieder gut zu machen“, dass sie gestern nur ein veganes gericht im angebot hatten. also totale empfehlung, falls du mal wieder in krems bist. zurück zum thema: es waren natürlich auch einige leute da, denen der politische background total wichtig ist (abgesehen vom schon erwähnten vor allem auch regionalität, transparenz und selbstorganisation).

ich hatte mir wie immer vorgenommen, mir alles mal anzuhören, mich möglichst wenig einzubringen und auf jeden fall ohne auftrag nach hause zu gehen. ich bin wie immer total gescheitert. mitreden muss, unstrukturierte diskussoion nicht aushalt, mich einbringen will, weil ja alles so wichtig und so toll. stimmt auch, aber jetzt bin ich mit einem auftrag punkto … hüstel …räuspert…öffentlichkeitsarbeit/pressetext/anzeigengestaltung heimgekommen!?! zu meiner rechtfertigung: die brauchen 300 leute damit das funktioniert und haben erst 35, was ich echt unverständlich find, weil das eine wirklich großartige sache ist. kann also nur daran liegen, dass noch nicht genug leute davon wissen. könntest du dir vorstellen, dass wir wir morgen ins harvest brunchen gehen und uns ein bisschen darüber unterhalten? und magst du vielleicht auch ein bissel knackiges gemüse, dass nie eine supermarkt von innen gesehen hat?

dein wenig abgegrenztes schwesterlein

p.s. rituale find ich super, momi klingt nach einer geilen idee! deine bericht plus fotos vom famosa bestätigen mich allerdings darin, dass zähe gluten statt totem tier nicht unbedingt der burner sind.

momi mit shlomo – pt. 1

hallo nochmal liebes lesterschwein,

ich muss dir noch schnell großartige neuigkeiten berichten: heute haben shlomo a.k.a. J. und ich das formosa angetestet – und beschlossen, ab sofort immer in der letzten woche des monats mittags ein veganes lokal zu testen. ritual, quasi.

es ist nämlich so, dass J. ab nächster woche vollzeit arbeitet, während ich ab mitte februar wieder fast jeden abend auf der FH sitze. und wochenende ist bei J. beziehungszeit. das heißt, wir haben eigentlich fast keine möglichkeit mehr, uns zu sehen… daher haben wir beschlossen, ein ritual einzuführen, um nicht den faden zu verlieren.

also heute waren wir im famosen formosa in der barnabitengasse, dem veganerInnen hotspot in wien seit dem jahre schnee. alles an vegetarischen und veganen ersatzprodukten – von sojaschnetzel über halbe hühner und shrimps über käseersatz und reismilchschoko und vegan-topfelgolatschen bis veganem tierfutter. ALLES!

formosa 1060 wien

man kann auch dort warm essen, die gesamte (!!) speisekarte ist vegan. fischburger, grillhuhn, lammpfanne. all you wish.

oder auch:

ente mango mit überraschender konsistenz, würzigem geschmack und fruchtiger mango-sauce. leider war die mango selber noch etwas unreif.

formosa mango ente

 

oder: rindfleisch. leider unfassbar zäh. überhaupt nicht meins. aber J. war mit dem pfeffersaucengemüse trotzdem recht happy.

formosa rindfleisch

 

ich hab dann für uns auch noch gleich ein paar goodies ausgefasst – kokos-obers für unseren cocktail-test #huahuahua, eine veggie-barbecue-sauce die du ja beim veganversand dann doch nicht bekommen hast, eine vegane instant suppe (weil’s geht!) und eine spacebar (für nach der afrotanzsession heut). und 2x das vegan.at-magazin – eines für dich, eins für mich :-)

formosa einkäufe

also: mehr momi-tests to come!

baba,
hanna

 

moussaka reloaded 2.0 a la lesterschweine

so,

jetzt bin ich fast ein wenig stolz, dass ich es heute zu unserer 1. offiziellen koch-foto-rezepttest-session geschafft habe, trotz der gestrigen 1, 2, … vielen drinks mit L. in der besten bar der welt. trotz fehlender ordentlicher unterlage. aber das ist eine andere geschichte.

jedenfalls hier rezept & dokumentation unserer freien interpretation der hildmannschen moussaka reloaded aus ‚vegan for fit‘ mit veganem bechamel bzw. hefeschmelz aus ‚veggiemania‘:

kochbuecher

moussaka reloaded 2.0

1 kg kartoffeln
1 kg melanzane
öl
3 zwiebeln &  6 knoblauchzehen
1/2 kg tofu natur
3 el tomatenmark
1/8 l rotwein
salz, pfeffer, muskat, oregano, zimt

bechamel (siehe unten)
optional hefeschmelz (siehe unten)

1. kartoffeln kochen, abkühlen lassen, schälen und in scheiben schnippeln
2. melanzane in 5mm dicke scheiben schneiden, mit olivenoel einstreichen (auch sonnenblumen- oder anderes oel tut’s zur not), bei 200-250grad auf oberster schiene 15 min. auf einem backblech mit backpapier im backrohr bräunen
3. klein geschnittene zwiebeln anroesten, zur seite stellen
4. tofu zerdruecken mit der gabel und ebenfalls anroesten
5. geroestete zwiebeln dazu
6. gepressten knoblauch dazu
7. tomatenmark, salz, pfeffer, muskat, oregano, zimt dazu (lamm-flavour)
8. mit rotwein ablöschen

moussaka tofuhack

8. auflaufform schichtweise befüllen: form mit fett oder bechamel ausschmieren, kartoffeln + melanzani + tofuhack + melanzani + kartoffeln schichten
9. mit bechamel übergiessen und hefeschmelz oder pizzakäseersatz bestreuen

moussaka schichten

10. bei 180grad für 30 min. ins backrohr

veganes bechamel

2 el margarine
2 el mehl
1/4 l soja- oder soja-rice-drink
1/4 l suppenbrühe
1/8 l weisswein (muss nicht sein)
salz + pfeffer + muskat

veganes bechamel

1. margarine schmelzen
2. mehl drueberstaeuben und anbräunen
3. soja- oder soja-rice-drink aufgiessen
4. auf wunsch etwas weisswein dazu
5. mit suppenbrühe aufgiessen
6. einige minuten unter ständigem ruehren köcheln
7. mit salz + pfeffer + muskat würzen

hefeschmelz a la ‚veggiemania‘ (s. 39)
ersetzt ca. 100g kaese

7g trockenhefe (1 pkg)
oder
1 würfel frischhefe
oder
1 el edelhefeflocken
plus
1 tl senf
1/2 tl salz
2 el margarine
2 el mehl
100ml wasser

alles in einem topf vermischen und unter staendigem ruehren erhitzen bis es eine cremige konsistenz erhaelt. vom herd nehmen und noch warm auf pizzen, auflaeufe + co geben.

***

wie’s schmeckt kann ich jetzt noch nicht sagen, mein magen muss sich noch etwas akklimatisieren. gibt’s deinerseits irgendwelche optimierungsideen? außer dass der fake-pizzaschmelz in wahrheit ein totaler anti-schmelz ist -.-

UPDATE 23:11h _ ur gut! supersaftig und von wohlwollend-wohliger zimtigkeit. zartschmelzende aubergine meets bissfesten erdapfel an tatsächlich sehr faschiertem tofuhack.

überlege nur beim eigen(nach)bau dem hack ein bisschen mehr kantigkeit zu geben mittels einer sanften chili-note…

ich werd mich noch ein bisserl auf’s ohr hauen, und dir toitoitoi + viel spaß bei deinem auftritt heute im naturhistorischen museum mit UHBP!

re:apfelkuchen und konsorten dann beim nächsten mal ;-)

die
lesterbananeinderbirne

nastrovje!

liebste schwester,

weg ist er, mein post. da will ich ganz unschuldig ein paar fotos einfügen und zack, weg der ganze text. eh wurscht.

auslöser für hp und mich vegan zu werden war ja ein vortrag von rüdiger dahlke über sein buch peace-food in gänserndorf letzten oktober. ich denk grad über eine aussage von ihm nach, wo er da meinte: „vegan ist noch nicht gleich gesund“ (was ja auch für vegetarierinnen gilt wie du schreibst), „sie könnten kiloweise weissmehlprodukte essen und dazu nichts als wodka trinken, das ist auch vegan.“ was mich zu den fragen bringt:

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1. warum nochmal hab ich gestern soviel nussschnaps getrunken?

2. was hat mich dabei geritten zwei kilo (!) käseersatz zu bestellen?

auf käse zu verzichten find ich ja nicht ganz einfach, aber einerseits vegan sein und andererseits jede menge stärke-fett mischungen mit haufenweise stabilisatoren zu sich zu nehmen kanns ja dann auch nicht sein. also bin ich jetzt hochmotiviert den direkten vergleich zum selbstgemachten käseersatz auszuprobieren. am besten nächsten dienstag, da gibts moussaka. im famosen veggimania-kochbuch ist ja ein hefeschmelzrezept, hast du erzählt, und ich wollte außerdem schon längstens vegangelas homemade vegan cheese ausprobieren, dafür ist es jetzt dann auch an der zeit. heute gibts aber nichts mit käs, sondern bami goreng, weil das der kinder liebstes veganrezept ist.

bami goreng

100g nudeln kochen

10g mu-err-pilze einweichen

1 zwiebel

1 zehe knoblauch

3 gemüse (karotten, zucchini, paprika, oder ähnliches)

in dieser reihenfolge kleingeschnippelt kurz anrösten,

pilze dazu

2 handvoll sojaschprossen dazu

mit sojasauce, koriandersamenpulver und agavendicksaft (oder zucker) würzen

und zum schluss die nudeln dazu.

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die pilze schauen im trockenen zustand echt nicht wie ein lebensmittel aus, aber kaum weicht man sie ein werden tatsächlich schwammerl draus. auf deutsch heißen sie laut asialadenverkäuferin übrigens wolkenohrenpilze.

alles gute für deinen workshop heute!

dein lesterschwein