palatschinken statt schinken (und gute musik!)

liebes lesterschwein,

frohe ostern & eine feine feier-ei!

danke für den supercoolen musiktipp – ich hör seit du vorgestern da warst nur mehr bartolomeybittmann. mein lieblingstune ist grad das ballercello, gib dir den beat ab min. 2:51! #ntzntzntzntz ich steh ja sehr auf so dynamische songs mit großer bandbreite von flauschig-stimmungsvoll bis hardcore-rhythmisch, vielleicht braucht’s doch mal eine lesterschweinische playlist? anyways, youtube hat danach gleich eine michael jackson coverversion von folksmilch draufgehauen, wo der bb-violinist ja auch mit von der partie ist. das klingt dann, als wäre der superslicke harvey specter von suits (oder doch joan holloway von mad men?) als dobrek bistro reinkarniert. jedenfalls sehr ZOA-festival würdiges material. ich weiß zwar noch nicht ob ich’s heuer ins mostviertel schaff, aber bringt auf jeden fall bitte wieder viele musikalische geheimtipps mit!!

apropos festivals: ich geh’s heuer outdoor-party-mäßig ja eher gemäßigt an, überhaupt ist der sommer bis jetzt herrlich unverplant (außer wander-trip mit HP, hehe) – aber ein paar spannende neue opportunitäten gäb’s, zb die neue sause stream (ersetzt das legendäre linzfest), oder auch die von euch angepeilte nova blues&jazz night – in eisenstadt statt wiesen. und ich würd außerdem gern mal auf so was bergiges, uriges. auf insta hab ich gesehen dass die bb-jungs voriges jahr in den dolomiten gespielt haben, so eine kulisse hat schon echt was. kommt dann sogar als wallpaper in einem ihrer videos vor, aber mehr dazu nächstes mal… jedenfalls: weiß wer tipps für feine, kleine festivals in ungewöhnlicher szenerie mit viel natur rundherum?

wo war ich… ach ja: ostern!

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nein, ich hab keinen veganen kärntner reindling gebacken (sakrileg!), sondern das vegane oster-ei entzündet (sicher auch ein sakrileg…), mir heute mega-spegelmäßig eine ladung wachauer palatschinken genehmigt – mit den eingeschmolzenen restlichen zartbitter-taferln von vorgestern, boah gut – und freu mich schon auf ein etwaiges spontanes picknicken morgen. die palas sind heut richtig, richtig gut geworden – knusprig, mit gesunder bräune, nicht zu lappig, mit gutem biss und überhaupt. das muss ich gleich dokumentieren, und zwar:

die einfachsten palatschinken wo geht

1/4l pflanzenmilch
mehl, so viel es braucht… (hab’s nicht gewogen, sorry! ungefähr die hälfte von der milch, also ca. 120-150g?)
1 TL sojamehl

1 prise backpulver
1 prise salz

  1. milch in eine schüssel geben, alles andere mit einem schneebesen einrühren, bis ein sämiger teig entsteht – nicht zu dick!
  2. ca. 20 min. rasten lasten.
  3. flache pfanne erhitzen, etwas bratöl rein, teig reingießen, pfanne schwenken bis teig gleichmäßig verteilt ist, hitze zurückdrehen.
  4. sobald der teig oben nicht mehr flüssig ist, wenden – und weiterbacken bis beide seiten goldbraun sind. für die nächsten palatschinken ev. panne wieder ein bisschen nachölen.

ich hab eine davon noch übrig, die wird später mit einer bohnen-karotten-tomaten-soße gefüllt und viel frische kresse drüber, quasi wie deine junggesell*innen-pizza. aber vorerst gab’s mal die:

wachauer edition

marillenmarmelade
schoko (zB koch- oder zartbitter)
ein schuss pflanzenmilch
optional schlagobers vegan

  • schoko im wasserbad schmelzen, ein bisschen pflanzenmilch langsam einrühren, bis eine schön sämige schokosoße draus wird. ich hab noch ein bisserl kakaobutter miteingeschmolzen, muss man aber nicht.
  • palas mit marmelade füllen und schokosoße drüber-drizzeln, dazu schlagobers (wenn man eins daheim hat ;-) und für super-pimps: gehobelte mandeln!

apropos süßjunk, wer weiterhin am zuckerfreien trip verbleiben möchte, dem seien die bounty-kugeln ans herz gelegt, frei nach den „kokos-riegeln“ von a. hildmann:

lesterschweine_bountykugeln_vegan

wenn das leben in weißgrau daherkommt, kommt mit einer bounty-kugel südsee-feeling auf! (bildschirmhintergrundbild: thailand, ungefähr genau vor einem jahr)

bounty-kugeln

100g kokosflocken
30g kokosmilchfett (das, was sich oben bei der bio-kokosmilch absetzt – also nicht kokospaste aka „creamed coconut“ oder festes kokosöl oder so was)
20g agavendicksaft oder honig
1 prise salz

schokoglasur – wie im DIY-schoko rezept hier!

  1. alle zutaten im mixer häckseln, optional etwas mehr agave oder honig dazu falls zu krümelig
  2. kugeln formen (nicht zu groß)
  3. vorsichtig in flüssiger schoko schwenken
  4. auf einem backpapier oder gitter trocknen lassen, im kühlschrank lagern. halten sich sogar einige wochen, ist erprobt!

da fällt mir ein, wenn man in der schokoglasur das kakaopulver weglässt, die bounty-kugeln folglich in weißer schoko schwenkt und dann nochmal mit kokosraspeln, gemischt mit gemahlenen mandeln, ummantelt – hat man dann raffaello?

so viele möglichkeiten!

so, ich werd mal weiter in weißem wallegewand, mit neuem räuchertofu-farbenen, dadurch totally unsichtbaren body darunter („tofu formte diese körper“), im wohnzimmer auf- und ab-hüpfend unsere diversen chor-choreographien üben (wisch! schaufel! shake! und jetzt den disco-move! nein, andere hand! äh…), nächste woche geht’s richtig los mit gleich drei konzerten hintereinander (wien am freitag!) und dann hurtig weiter bis in den sommer… hallelu-ja!

dein
singschwein

„letztlich ist das leben wahnsinnig ungesund.“

„…  und es führt immer zum tod.“ aber mal eines nach dem anderen:

liebes lesterschwein,

danke für deine zeilen, hurra käsefondue! zur sache mit der (frei-)willigen selbstoptimierung komm ich gleich noch. aber apropos alter – die zeit verrennt, und was an einem tag ein veröffentlichungsfertiger blogpost-entwurf ist, kommt zwei wochen später daher wie ein vertrockneter rohkost-riegel aus kakaokernen (?), hanfsamen und macawurzel. also versuch ich das blog-loch mal bissen für bissen aufzuarbeiten:

superfood my ass.

die letzte zeit waren mal wieder dicht AF (gesprochen: es fakk!), zwischen drei-tages-polter-weekend-trip und neuer wohnung und umzugsvorbereitung und erwerbsarbeit hab ich diese woche grob geschätzte 22 stunden mit… singen! und allem, was dazugehört, verbracht. dienstag solo-coaching, mittwoch chor-probe, donnerstag auftritt, samstag ganztägig bandprobe (wo übrigens mein vegan-vollkorn-zuckerfrei-schokokuchen am housewifey-pausenbuffet ratzfatz weggemampft wurde!!), heute sonntag erarbeiten der auftragswerke für die bevorstehenden hochzeits-gigs. i’m srsly loving it, aber dazwischen geht mir auch immer wieder mal die puste aus. deshalb hab ich jede menge zuckerfreie energiespender durchprobiert, obwohl ich ja auch gern selber welche bau, aber das ging sich einfach nicht aus.

fazit: meide superfood-kram, das kommt meist staub- bis lehm-artig daher und schmeckt dementsprechend wie ein löffel halbtrockener gatsch. ich wollte jetzt in aufsteigender reihenfolge nach leiwandness anordnen, aber es sind alle nicht wirklich leiwand, daher ohne nummerierung…

  • LEBEPUR rohkostriegel „cacao peanut“ (EUR 1,39/stk., bei müller): ja, erdnuss – das war’s dann auch schon wieder. der rest ist pickige pampe.
  • ALNAVIT superriegel supersportler „goji, maca & hanfsamen“ (EUR 1,29/stk., bei müller): insofern super, als dass diese mischung beim kaufen im mund immer mehr wird. schmeckt wie püriertes heu mit jahrtausendealten samen, very paleo, aber gruselig grausig.
  • ALNATURA fruchtschnitte „mandel-cranberry“ (1,99/stk., bei billa): wir steigern uns, auch hier noch ein bisschen staubige anklänge, in den zweifärbigen schnitten mit oblaten oben/unten ist eine schicht cranberry auf eine schicht mandel gebaut, dadurch in summe gefälliger.
  • CLEVER fruchtschnitte, „waldfrucht“ (0,99/5stk, bei billa): riecht und schmeckt wie rosa kaugummi oder eingedickter fake-sirup, penetranter heidelbeer-geschmack, das es einen so richtig durchbeutelt. womit wenigstens körperlich eine art von energiekick hergestellt wäre…

fazit II: selbermachen ist halt doch am gscheidesten. und:

dann schon lieber schweinsbraten!

denn, liebes lesterschwein, das hätte ich mir auch in meinen dunkelsten stunden nicht erträumt: ein FPÖ-zitat als blogposttitel. aber ich finde es einfach unheimlich erstaunlich, dass bei egal welchen themen der regulierung, vor allem der von dir angesprochenen gesundheitlichen natur, SOFORT das schnitzel- bzw. schweinsbratenverbot als quasi maximale absurdität ins rennen geführt wird („und wollt’s vielleicht auch warnhinweise auf konditoreien oder woos?!?!?“). jüngster – also jetzt schon ein paar wochen alter – anlass dazu ist die neverending nichtrauchergesetzgebung, wundervoll auf den musikalischen punkt gebracht mit diesem neuen meisterwerk von remix-held kurz razelli (die regierung als bondage-club, das ist fast zu viel des lobes):

also: passiv-schweinsbraten-essen für ALLE!!! jeder mensch hat die wahl, sich ungesund zu ernähren,  weil persönliche eigenverantwortung, es will ja schließlich jeder nach dem feierabend ein zigarettal beim biertschal, vastehst mi? und schokozuckerl, dieses parlamentarische verhöhn-instrumentarium, gehören sowieso verboten. weil, das ist nicht OK!! ich weiß jetzt nicht mehr was ich damit sagen wollte… aber ich kann mich dem voll anschließen was du sagst dass man gern fitness-app-junkies belächelt und sich dann selbst dabei erwischt, gefotoschoppten health-instagramerinnen zu folgen. gesellschaftspolitische haltung hin oder her, auch wenn privates politisch ist und umgekehrt, hauptpunkt ist für mich grad einfach rauszufinden was ich wann in welcher form zu mir nehme, damit’s mir besser/leichter/wohler geht – statt schlechter/müder/beschwerter. nur eins sag ich gleich: grünkohl ess ich keinen ;-) wobei die honig-olivenöl-salz-pfeffer-marinade tatsächlich auch zB mit roten rüben im backrohr auch supergut kommt.

fantastic ohne plastic

gut, genug mit der razelli-disko – und apropos bier, das erinnert mich an unser gespräch neulich, dass temporärer oder absoluter alkoholverzicht erstaunlicherweise weit weniger gegenreaktionen auslöst („woit’s ma jetzt a nu mein spritza vabietn oda wos?“) als vegane ernährung. neulich hat mir wieder wer im büro erklärt, dass tofuspeis irgendwie schon absurd ist, weil wer kein ei essen will soll auch keine eierspeis wollen wollen. oder J., der prinzipiell findet, dass man veganisierte speisen (gulasch, zB) nicht dann auch solches nennen darf, weil es IST ja schließlich KEIN gulasch! dabei gab’s kürzlich so ein leiwandes erdäpfelgulasch, vegan, von der erbsenzählerei in 1050 („VEGAN – VEGETARISCH – OMNI – LAKTOSEFREI – GLUTENFREI“), die für uns in großen glasgebinden liefert statt in 15 plastiktegerln. mein kleiner personal office-#win zum wochenstart… weil ein sack voll plastikmüll für einen mittleren lunch, das ist auch NICHT OK! und den kollegInnen hat’s geschmeckt.

knootschi mit g

auch ein #win war die spontane kochsause mit modefreundin G. am samstag, die ist auf eine portion schrabbel… äh… eine partie scrabble vorbeigehupft und dann gleich 5 stunden geblieben! gezaubert haben wir ein dreigang-menü aus avocado-rüben-tofutower, gnocchi al funghi und selbstgemachten pralinen sowie bounty-kugeln. alles leiwand, kann ich guten gewissens sagen, obwohl die gnocchi eigentlich im experimentier-stadium waren. aber gleich gelungen, daher hier dokumentiert (foto ist unscharf und schaut aus wie ein gatsch, die knootschi waren aber herrlich flaumig und die schwammerlsoß‘ voll g’schmackig, schwöre, G. war beim vollkornmehl eher skeptisch und hat dann gleich zwei portionen verdrückt!):

lesterschweine_gnocchi-al-funghi_vegan

gnocchi al funghi (vollkorn)
für 2 personen

erdäpfelteig:

300g erdäpfel
100g mehl (dinkelvollkorn war’s bei mir)
1-2 EL geschmolzene alsan oder öl
1-2 EL warmes wasser
1 prise salz

schwammerlsoße:

1 kl. packung schwammerl (champignons)
1 kl. zwiebel
2 zehen knoblauch
2 EL kräuter der provence (fein gemörsert hab ich sie)
1 handvoll frische petersilie
ordentlich frisch gemahlener schwarzer pfeffer
ziemlich viel salz
etwas öl
optional weißwein oder ein paar spritzer zitronensaft oder weißer balsamico

  1. erdäpfel (mehlige gehen besser, aber speckige klappen auch – ich hab sie diesmal gemischt) kochen, abkühlen lassen, schälen und mit der erdäpfelpresse stampfen oder mit der gabel zerkleinern.
  2. erdäpfel-stampf mit mehl, alsan, wasser und salz verkneten. ist erst noch eher bröselig, einfach ca. 30 min. rasten lassen, dann lassen die erdäpfel wasser und der teig wird g’schmeidig.
  3. während der teig-rast zwiebel und knoblauch schälen und fein hacken, schwammerl blättrig schneiden. etwas öl in einer pfanne erhitzen, zwiebeln dazu, schwammerl dazu, kräftig rösten, kräuter & dann knoblauch dazu, stark pfeffern, optional mit weißwein ablöschen (bei mir waren’s ein paar spritzer zitronensaft), mit sojacuisine aufgießen. vom herd nehmen.
  4. erdäpfelteig auf ganz leicht bemehlter arbeitsfläche in ca. 3cm dicke würste ausrollen, mit einem scharfen messer in 2 cm breite stücke schneiden, mit einer gabel eindrücken, auf wunsch die gnocchi ein bisserl abrunden. einen großen topf gesalzenes wasser aufkochen, gnocchi sanft reinwerfen, ein bisschen umrühren damit sie nicht am boden oder aneinander ankleben. sobald sie oben auf schwimmen, abschöpfen und entweder direkt in die sauce oder etwas in olivenöl schwenken und dann in die sauce. kurz gnocchi al funghi in der pfanne rasten lassen, danach abschmecken, optional nachsalzen oder -pfeffern.
  5. zum schluss frische petersilie unterühren oder direkt am teller drüberstreuen.

die nachspeisigen, lecker saftigen bounty-kugeln bring ich dann nächstes mal, weil wenn ich jetzt jeden blogpost gleich 2 rezepte verbrate (hoho), geht mir sonst all zu bald der content aus ;-) außerdem „next up“: best of desaster beim testen von vegan-vollkornigem essen to-go!!

bussi,
hanna

konsequent inkonsequent

allerliebstes lesterschwein,

hurra, we are back!! jaaaa, dattelküchlein! danke für die verkostung in den gefilden unserer foodcoop, dazu einen infinite soy latte from heaven, es war mir, echt, ein volksfest. und ich sag’s gleich, das wird jetzt länger, weil die lange blog-abstinenz anscheinend einen wort-stau gebildet hat, der jetzt erstmal rausmuss.

also!

das von dir beschriebene mit-ohne und von-da ist ein famoser grund, sich wieder gemeinsam dem essens- und ernährungsthema zu widmen. wobei so fastenzeiten (zB 40 tage ohne industriezucker und weißmehl – „scheiß lifestylekatholizismus“, wie K. meint) ja immer auch die frage aufwerfen: wie „streng“ will man das denn machen? sind das ganze 40 tage oder sind sonntage ausgenommen – kann man sich die dann beliebig aufsparen und als joker einsetzen oder wird nur am sonntag gevöllert? gilt dann honig als zuckerersatz, oder spießt sich das mit dem vegan-vorsatz? darf man bananen kaufen, wenn man eigentlich regionaler konsumieren will? und vor wem, zum geier, muss man sich überhaupt rechtfertigen?

vor sich selbst, hauptsächlich, eh. wobei man sich bei neuen vorsätzen ja gerne vornimmt, das total konsequent und jetzt-aber-wirklich durchzuziehen. das mit der konsequenz ist jedoch ein schmaler grad – zu viel davon, und man gelangt schnurstracks bei dogmen („alle omnis sind mörder!“), sekten und anderen abwegen, schließt sich einer glaubensgemeinschaft an, die „world peace“ im namen trägt, und lässt sich dort mit güldenem krönchen am kopf das gottgegebene sturmgewehr segnen, um sich gegen psychopathen zu verteidigen (oh, the irony). am anderen ende der fahnenstange lauert das „glawischen“, ein neologismus für jemanden, der/die jahrelang gegen böse machenschaften (zB glücksspielkonzerne) rittert, nur um dann nach dem politik-abgang bei einem von ebenjenen zu landen, um nachhaltigkeit zu managen. kannste nicht erfinden, das leben ist die beste satire per se, deshalb kopiert selbst dietagespresse den original-APA-text.

wo war ich?

ach ja, konsequenz. nicht alles, was hinkt, ist ein vergleich, und hier gehts ja nicht um politik, aber offensichtlich kann man es sowohl mit der konsequenz als auch der inkonsequenz übertreiben, daher halte ich es mit moderat-konsequenter inkonsequenz, oder wie ich es auf instagram zusammengefasst habe, damit mich die vegan-follower nicht beim nächsten ziegenkäste-post wieder lynchen: „mostly sugarfree. mostly vegan. 100% lesterschwein.“ 

also darf bei mir auch mal eine banane in den obstkorb (aber keine himbeeren aus peru, weil die gibt’s bei uns ja eh, nur halt zu einer anderen saison). ich versuche exotik-waren nach möglichkeit bio und fairtrade zu bekommen (kakao aus dem weltladen, trockenfrüchte aus der maßgreißlerei oder bezug über sozialprojekte wie bei den trockenmangos aus burkina faso und adoptierten datteln). manchmal gibt’s auch gröbere aussetzer (gestern hab ich vor lauter relativ unbegründetem selbstmitleid eine halbe zotter-schoko verdrückt) – well, that’s life. mich triggern halt vor allem belohnungssituationen… aber alles in allem hab ich den weißmehl-/zucker-konsum trotzdem enorm reduziert, obst- & gemüserationen sind in die höhe geschnellt und zwei ziemlich leiwande effekte festgestellt: einerseits eine sofortige, deutliche verbesserung der verdauung (das thema kommt einfach immer wieder, vom legendären flatus-referat anno 1998 über darmblogs bis zu nerdig-reizvollen vorträgen). und andererseits VIEL MEHR LUST auf kochen, entdecken, probieren, spielen, genießen!

lesterschweine_obst_gemuese_vegan

und das ganz wieder bloggend, testend, experimentierend und teilend gemeinsam zu erforschen, find ich extrem famos. daher hier meine drei aktuellen fo-küsse nach deinem vorbild zusammengefasst:

  • vegan, soweit möglich – d.h., viel selber kochen, fokus auf GEMÜSE! und alle formen von hülsenfrüchten (linsen, bohnen, kichererbsen), dazu ÖBSTER! und keimlinge (kresse, mungobohnen), ergänzt durch tofu / seitan / lupinen zwischendurch, mit verschiedenen reinen nuss…mus…äh…n? (muse? MUSEN? müsen? müses? MÜSSEN? ;-) jedenfalls: mandel, erdnuss, sesam) zum pimpen. folglich meistens eigene jause und mittagessen ins büro mitnehmen, bei anlässen mit kaffeebezug sicherheitshalber ein packerl pflanzenmilch mitnehmen, im restaurant soy-/oat-latte oder auch mal eine frühstücksbowl mit pflanzenmilch statt kuhjoghurt bestellen, geht meistens. bei sozialen zusammenkünften, v.a. am land (käääärntähn), auch mal ausnahmen richtung vegetarisch. alsan find ich übrigens mittlerweile blöd (palm ehschowissen), also koch ich hauptsächlich mit verschiedenen ölen (sonnenblume, olive, kürbiskern).
  • kein weißmehl, stattdessen (dinkel)vollkornmehl, vollkorngriess, haferflocken, gepoppter amaranth, quinoaflakes, naturreis & co. also wiederum einfach viel selber kochen, für die ein oder andere geburtstagssause einfach selber einen vollkorn-kuchen mitbringen (da hat sich noch keine gastgeberin beschwert…). dazu tgl. ballaststoffe in form von geschroteten leinsamen.
  • kein industriezucker, soweit möglich –  für müsli & co stattdessen regionalen bio-honig, für pancakes oder kuchen verschiedene apfelmus-varianten, für die selbstgemachte schokolade kleine mengen agavendicksaft. als energieboost dazwischen trockenfrüchte (rosinen, datteln, feigen, zwetschken, mangos) oder rohkostriegel.

zum experimentiren und entdecken kommt natürlich eine diebische freude, wenn man mit dem zuckerlosen vollkorn-schoko-kuchen bei einer party antanzt und die runde beim verkosten verstellt, dass der ja gar nicht „ökig“ oder staubig schmeckt, sondern dann eigentlich bis auf 1 stück ratzfatz weggemampft wurde ;-) hier das rezept frei nach mrs. flury, jedoch mit weniger kakao und weniger süßungsmittel sowie billigeren zutaten (simples mehl, backöl statt kokosöl, hafermilch statt mandel, etc.) und haselnüssen statt mandeln, weil ich den eigengeschmack gerösteter haselnüsse so gern mag :-)

lesterschweine_schokokuchen_zuckerfrei

schokokuchen mit schokoglasur, zuckerfrei

100g vollkornmehl
50g gemahlene haselnüsse (oder andere nüsse)
30g kakao (der stark entölte bio-fairtrade aus dem EZA-weltladen ist sehr nice)
1-2 TL backpulver
prise salz
120-150ml hafermilch (oder sonstige pflanzenmilch)
100g apfelmus
70g honig (hat etwas eigengeschmack – sonst reis-/agaven-/sonstigen sirup)
70g öl

glasur = ca. 1/3 von dieser DIY-schokolade

  1. haselnüsse in einer beschichteten pfanne kurz ohne fett anrösten, dann mit allen trockenen zutaten mischen.
  2. feuchte zutaten mischen (optional milch etwas anwärmen damit sich zB der honig auflöst), unter die trockenen rühren. in eine gefettete, gemehlte springform leeren.
  3. im vorgeheizten backrohr auf 180° ca. 30 min. backen. abkühlen lassen, optional glasieren.

apropos wegmampfen: kürzlich hab ich heißhungrig im „vegan for fit“ geblättert und beim überfliegen der markierten rezepte festgstellt, dass die zucchini-carbonara mit erstaunlich wenig aufwand auskommt. tatsächlich ist das ein wahnwitzig schnelles essen ohne bös-kram (sogar das bio-mandelmus ist aus der EU, wenigstens keine pestizidversuchten, wasservernichtenden kalifornischen bienentöter im besitz von investmentbankern). daher hier eine vereinfachte und leicht modifizierte version nach attila hildmann.

übrigens, mit einer kleinen zucchini werd ich supersatt, laut originalrezept braucht man 500g pro person (!), up to you… das mandelmus ist außerdem extrem reichhaltig (besteht schließlich zur hälfte aus fett), kann man auch etwas reduzieren, find ich.

lesterschweine_zucchini_carbonara_vegan

carbonara vegana
(für 1 person)

1 zucchini (ca. 200g)
1 kl. zwiebel
2 knoblauchzehen
1/4 ziegel räuchertofu (ca. 5cm)
2 EL mandelmus weiß (ca. 30g)
150ml wasser
eine handvoll petersilie
etwas olivenöl
viel schwarzer pfeffer, frisch gemahlen
salz
optional etwas geriebene zitronenschale

  1. die rohe zucchini mit einem spiralschneider in dünne spaghetti schneiden, reste fein würfeln
  2. zwiebel und knoblauch fein schnippeln, räuchertofu würfeln, petersilie waschen und hacken.
  3. mandelmus mit einem schneebesen mit dem wasser verrühren. salz, pfeffer, petersilie, zitronenzeste dazu.
  4. olivenöl in einer pfanne erhitzen, räuchertofu knusprig braten. zwiebel/knoblauch mitbraten bis sie schön bräunlich geröstet sind. die mandelmus-carbonara-soße darüberleeren, hitze reduzieren, kurz eindicken lassen (geht voll schnell!). zucchini unterheben, kurz mitbraten und pfanne vom herd nehmen.
  5. pasta anrichten, mit petersilie garnieren und wegmampfen.

puh, sodalla! endlich wieder schreiben, das macht freude!! danke auch nochmal für’s feine spazieren, plaudern, pralinen verkosten & rote-rübe-humms-verjausnen heute, und bis bald :-)

bussi,
dein schwesterlein

niemals mit ohne mein lesterschwein

liebe hanna,

huhu. huuuhuuuu. da bin ich wieder:-)

vor ziemlich genau drei jahren hab ich veganblogmäßig, leicht entnervt von meiner eigenen unentschlossenheit, das handtuch geworfen. ich hab mir einfach gedacht, dass ich nicht mehr vegan genug für einen veganblog bin. grad hab ich mir meinen abschiedspost durchgelesen (also, hüstel, den einen abschiedspost, da gar es ja mehrere…) und was da steht stimmt heute noch genauso. ich hab es in den letzten drei jahren auch mehrfach überprüft. ich find ersatzprodukte noch immer zum größten teil gaga, ich mag noch immer kein palmöl essen und schnitzel liegen mir noch immer im magen, auch wenn ich das dazwischen einige zeit nicht so recht wahrhaben wollte. es gibt einfach kein zurück. wenn man sich eine zeitlang damit befasst hat, was in einem schlachthof so abgeht, dann wird man das unbehagen beim 08/15 fleisch einfach nicht mehr los. und dass das supermarkt-bio eine einzige verarsche ist, kann ich auch nicht mehr vergessen. ich geb aber zu, dass es, so kathegorisierungsmäßig, dann doch etwas über das ziel hinausschießt, wenn HP sagt, „he hanna, wir leben wieder vegan, außer das fleisch aus der foodcoop, das essen wir.“ also ich korrigiere, wir leben weiterhin nicht vegan, aber vegan…-ish. haha. und in letzter zeit haben sich zwei neue fokusse herauskristallisiert. (ja echt, fokusse, nicht foken oder foki – obwohl, ich fänd foküsse ja cooler) einerseits „mit ohne“ und andererseits „von da“. es gibt also wieder etwas zu erzählen.

mit ohne

was als gesund gilt, da gehen die meinung ja sehr weit auseinander. wir können ein lied davon singen, was einem alles an mangelerscheinungen, unterernährtheit und überhaupt ganz allgemeiner lustfeindlichkeit unterstellt wird, wenn man vegan isst. aber auch sonst gibt es ein breites spektrum an ansichten, was denn nun gesund sei. die einen meinen, gekocht ist ganz übel, die anderen sagen roh ist blöd. wie ich in der energiewoche mit den kindern bei der tant‘ schifahren war, hat die mir im brustton der überzeugung erklärt, dass die kinder von milch zum frühstück wesentlich mehr haben als von tee. am kindergruppenplenum wiederum hätte ein solcher sager ziemliche empörung ausgelöst, zumindest beim einen teil der eltern. der andere teil hätte wahrscheinlich zugestimmt. es bleibt einem nichts anderes übrig, als selbst ausprobieren was einem gut tut und was nicht. auf jeden fall ist mir das thema gesunde ernährung zeit meines lebens immer wieder begegnet, beginnend mit der ersten körndlphase unserer mutter in den späten 80ern.
aber das einzige, was sich immer, also wirklich bei allen durchzieht, ist die meinung, dass weißer industriezucker und weißes industriemehl nicht gut für uns sind. auch hier gilt, wie wahrscheinlich bei allem, die menge macht das gift. aber nachdem ich nach dem letzten advent zuckermäßig in einem ausmaß hochdosiert war, wie das letzte mal in meinen frühen 20ern, war es jetzt an der zeit, mich einmal mit alternativen zu befassen. und darum koche und backe ich zur zeit „mit ohne“ industriezucker und weizenmehl.

abgesehen davon, versuche ich noch immer mit wechselndem erfolg (weil wechselnder konsequenz) eher dinge „von da“ zu verwenden, als solche die von urweit her kommen. gerade bei schokoladigen süßkram gestaltet sich das aber gar nicht so leicht. drum ist der fokus für heute mal auf „mit ohne“.

schokokuchen?

kürzlich hatte ich das bedürfnis nach schoko und süss, außerdem war besuch angesagt, also hab ich gesucht und auf einem foodblog, derer gibt es ja zum glück viele, ein rezept für einen zuckerfreien schokokuchen gefunden. der war in vielerlei hinsicht gelungen. der spielfreund hat analysiert „gute kakaomenge, sehr flaumig, gerade richtig nussig, aber echt zu unsüss“. die kinder nannten es verächtlich „schokobrot“ und rollten die augen ob unseres neuen trips. das hat sie allerdings nicht daran gehindert, das ding in einem schwachen moment zwei tage später ratzefatze zusammenzufressen.

ich hab mich heute nochmal hingestellt, und bin das ganze in etwas abgewandelter (und veganisierter) form angegangen.

datteliger weizenfreier schokokuchen

1/2 tasse haselnüsse
1 tasse haferflocken
1 tasse buchweizenmehl
3 el kakao
1/2 tl salz
1/2 pkg backpulver
500g getrocknete datteln
1/2 tasse apfelmus
1/2 tasse sojaghurt
1/4 tasse wasser
1/4 tasse öl
1 el essig

die haselnüsse und die hafelflocken anrösten und mahlen. ich mach das in einer alten elektrischen kaffeemühle. sonst kann man auch gemahlene haselnüsse verwenden und die haferflocken durch die getreidemühle jagen oder einfach im ganzen verwenden.
die trockenen zutaten vermischen, die nassen zutaten mit den entkernten datteln pürieren. alles zusammenmischen und entweder in eine kuchenform füllen oder in kleine förmchen. ich hab die kleinen förmchen genommen, es sind sich 6 ausgegangen. bei 180 grad für 15 (noch ganz leicht cremig) bis 20 minuten backen. wer verwegen ist, kann den teig auch ohne backpulver und essig zusammenrühren und das dem geneigten publikum als schokocreme vorsetzen. grad kinder mögen ja oft den rohen teig lieber als den gebackenen kuchen, und das ist in diesem fall, alles pflanzlich und so, ja bedenkenlos möglich.

dattelkuchen

hat ein bissel gedauert bis mir eingefallen ist, was ich so an zutaten brauch. ich bin fast nicht mit dem fotographieren nachgekommen…

mit der dattelmenge kann man auf jeden fall experimentieren. in diesem fall entspricht ein küchlein drei datteln. mir reicht aber ein halbes kuchendings vollauf. praktischerweise muss man auch gar nichts ausschmieren. ohne mehl klebt da offenbar gar nix an.

dattel ist ja nicht gleich dattel. und ürsprünglich wollte ich irgendwelche heimischen trockenfrüchte verwenden, da bin ich aber auf die schnelle nicht fündig geworden. bloß weil rund um uns nichts als weinstöcke sind, heißt das noch lange nicht, dass man so ohne weiteres an heimische rosinen rankommt. also hab ich beim asialaden meines vertrauens zugeschlagen. das war gleich mehrfach ein erlebnis. erstens sind die datteln wirklich geil und total cremig, ganz anders als die die ich sonst so kenne. zweitens find ich es sympatisch, dass sich die im laden gar nicht scheißen, und die datteln einfach über dem tiefkühler stehen haben, wahrscheinlich der wärmste platz im ganzen shop, obwohl auf der packung steht bis maximal 4 grad lagern. und drittens fand ich es unglaublich, dass auf der packung steht 700g +/- 50g, und ich tatsächlich ein gutes kilo in der schachtel hatte. gekostet hat mich das zwei euro, weil die im geschäft zuviel bestellt haben und jetzt radikal abverkaufen um das zeug loszuwerden bevor es vergammelt.

datteln

links die cremedattel, rechts das was man sonst so findet

drum war der kuchen auch eingermaßen leistbar, obwohl diese art von süsskram ja nichts für schmale geldbörsen ist. aber andererseits back ich dann vielleicht einfach seltener und weniger, aber dafür dann was g’scheit’s. das ist ja auch kein fehler.

jetzt bin ich aber echt gespannt was sich bei dir so tut, im „mit ohne“ sektor und überhaupt. und außerdem wollt ich dich fragen, ob du vielleicht lust hast dieser tage mal vorbeizukommen und ein küchlein zu kosten? ich versteck eines vor den kindern, dann hält es auch ein paar tage :-)

bussi und bis bald,

deine kati