brautkleid bleibt brautkleid und blattwerk bleibt blattwerk

liebe kati!

„was hängt denn an dem mangold dran?“ – eine rübe!! denn wenn man botanisch unbedarft über die ökoparzelle hottet und der scholle neben den bereits wunderbarst sprießenden karotten, erbsen, zucchini, kohlrabi, blattsalaten, kohls & krauts auch noch wahllos appetitliches blattwerk entwendet, muss man das dann eben mit situationselastischen küchenkünsten lösen.

oekoparzelle_19juni14

karotten, erbsen, gemüsefreund R. mit blühender dille und meine wenigkeit mit einem strauß rote rüben… (because tulpen are so yesterseason!)

bei dir artet das dann in einen sich biegenden esstisch mit lauter töpfen voll blattwerk aus (spinat indisch! spinat thai! spinat afrikanisch! und: börek!) aus, bei mir kommen auf diese tour auch mal rüben-blätter in den spinat-couscous-salat… ist nämlich: eh wurscht! blattwerk bleibt schließlich blattwerk.

couscousroteruebe_2

spinat-salat á la castro – in rosa!

… nicht nur g’schmackig, sondern auch dekorativ – die rosa stangen der roterüben-blätter färben nicht ganz so intensiv wie die rüben selbst, aber machen auch einen schönen visuellen effekt. die vorhergehende googlei hat nämlich gezeigt, dass man die blätter der roten rüben einfach wie spinat verarbeiten kann – in diesem fall zu einer mutation des spinat-bulgur-salat á la castro: blattwerk klein geschnitten mit viel zwiebel & knoblauch anrösten, dann mit etwas wasser aufgießen, couscous dazu, jungzwiebel & petersilie dazu und kräftig würzen (kreuzkümmel, chili, salz, pfeffer, viel zitronensaft). voilá! geht aber auch zB in kombination mit geriebenen zucchini und jungzwiebel-ringen in form einer klassischen quiche.

apropos kochkünste: während ich mir die letzten paar meter BWL & co für die große studien-abschluss-sause nächst woche reinzieh, ist bei dir mal wieder küchen-highlife – ein fulminantes hochzeits-catering steht bevor! brautkleid olé – die illustre festgemeinde darf sich schon auf allerlei königliche leckereien freuen ;-)

in diesem sinne: gutes kochlöffel-schwingen dir noch,
und bis morgen!

bussi,
hanna

küchenschlacht mit pflanzenblut

liebe kati,

kuchkurs olé!! :-) gratuliere zur lesterschweinischen expansion – vielleicht sollte ich auch mal einen deiner kurse besuchen – denn wenn man mit seinem gemüse auf du und du is(s)t, wie im fall unserer solidarischen ernteanteile, kann einem das schön auf den schädel fallen: nämlich dann, wenn man vor lauter alltagsgeschwurbel fast 2 wochen nicht zum kochen kommt, und der kühlschrank vor lauter verkochungs-utensilien überquillt. und dann: was tun?

daher habe ich am vergangenen wochenende für mich vollkommen unübliche (für dich professionsbedingt eher die regel) 5 stunden in der küche verbracht, um all die wurzeln und knollen und wintergemüses in eine genießbare form zu bringen. ich gehe da meist in großmengendenke vor, um dann entsprechend portionierte happen für arbeit & co parat zu haben. dafür musste ein sack zwetschken die wohlige tiefkühlkammer verlassen, um platz für neues zu machen.

der plan lautete daher mit jede menge offenen lester-rezept-browserfenstern:

das resultat:

kuechenschlacht_2014-03

lecker rösti trotz anfänglicher matsch-konsistenz, hübsche wenn auch gewürzlich etwas fade krautstrudelschnecken und superlecker zwetschkenstrudel. nicht im bild: erdäpfelsupperl.

die rösti durfte ich gemeinsam mit deinem jungkind in die pfanne werfen – leider haben wir die erdäpfel vorab zu lang gekocht, wodurch die hobel-konsistenz eher in teigmatsch übergegangen ist. aber wurscht, mit ordentlich hitze und reichlich pflanzenöl knusprig angebraten hat selbst das jungkind 4 davon verdrückt – wie sie mit einer küchenweisheit festgestellt hat: „was bringt einem ein essen, das gut ausschaut und eine super konsistenz hat, aber nicht schmeckt? mir ist es ungekehrt lieber!“

die restliche masse mit viel zwiebel & musikat wurde dann mit einem kopf weißkraut und noch mehr kümmel in strudelform gebracht. leider war das geschmacklich nicht so der burner, werde daher die hälfte dieser neuen masse noch mit balsamico & räuchertofu versetzen und demnächst nochmals verstrudelschnecken. ich sollte mich deutlich mehr an dein kochmotto halten:

wilde würz und gefährlich!

äh… moment. nein das war:

würze wild und gefährlich!

der zwetschkenstrudel mit dem tiefgefrorenen rest unserer commons-ausbeute wurde in bewährter form mit ordentlich fett & bröseln, dafür ohne zucker ins rohr geschoben. oh ja! dafür hab ich das topinamburcremedingens nicht mehr auf die reihe gekriegt – so be it.

aber ja natürlich alles blog- & rezept-technisch schon kalter kaffee, wie das aufmerksame leserchen vielleicht feststellen wird. daher hier die eigentliche freudige neuentdeckung:

risotte_rote_ruebe

multitasking in the kitchen: während das kraut brutzelt, die zwiebel rösten und die erdäpfel auf versuppung warten, färbt der rübensaft messer und the very red risotto blutfarben ;-)

rote rüben risotto

1 große rote rübe
1 pastinake, optional
1 zwiebel
3-4 zehen knoblauch
1/2 bis 1 tasse risottoreis
öl zum anrösten
weißwein zum ablöschen
0,5 bis 1 liter gemüsebrühe
viel frische petersilie

rübe sehr klein würfeln oder überhaupt reiben, die optionale pastinake reiben (als partieller reis-ersatz, inspiriert durch deine pastinaken-maki!). die zwiebel fein hacken und in öl glasig rösten, gepressten knoblauch dazu. reis ebenfalls mitrösten, dann die roten rüben würfel dazu und alles schön anbraten. mit weißwein ablöschen und etwas suppe aufgießen – je nach geduldigkeits-grad immer wieder kleine mengen suppe nachgießen oder weniger oft etwas größere mengen, klappt beides wie ich finde. sobald flüssigkeit aufgesogen und reis sowie rüben durch sind, vom herd nehmen und reichlich gehackte petersilie unterrühren, mit salz & pfeffer sowie zitrone oder weißem balsamico abschmecken.

dazu passt veganer sauerrahm!

das ganze ist nicht nur watscheneinfach, sehr lecker und farblich echt oho!, sondern lässt sich auch hervorragend portionieren, einfrieren, mitnehmen oder kalt essen.

so long & noch einen sunny saturday,
die küchenfee