vom wildschwein zum waldfruchtsalat – oder: der wachau-gourmet-trip.

lieber schwesterwisch!

wunderbarst weggekekst haben sich der grrbrr und ich über deinen recent how-to-spegel-apfelpost und die großartige dschi dsche-i dschunior reminiszenz. nach dem vielen lachen mussten wir uns abkühlen:

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grrbrr & T. tümpeln durch das quasi-privatschwimmbecken im freibad zu spitz…

zurück in der hängematte im donaugarten gibt T. seine zukunftsvorstellungen zum besten: „wenn ich groß bin, werde ich jäger, und dann gehe ich gemeinsam mit J. auf die jagd. und wenn einer von uns von einem wildschwein angegriffen wird, dann schlitzt ihm der andere den rücken auf!“ die feststellung hin, dass er wohl kein veganer werden würde, kommentiert er entrüstet: „vegan ist voll blöd!“ ok, lieber T. – versteh ich schon, dass du dir dein nutella-semmerl mit salami nicht madig machen willst!

das deckt sich ungefähr mit dem zugang von J., der bei der anschließenden grillsause im honiggarten angesichts der berge an geschnittenem und mariniertem gemüsezeug vorsicht fragt: „aber es gibt eh auch würschtel, oder?“ ja, lieber J. – grillmeister F. hat vorgesorgt, und die damen des hauses M. & M. flanieren mit mir durch die ribiselstauden, hinter denen die frisch gesetzten zwetschken-, kirsch- und marillenbäume hoffentlich florieren werden, dann gibt’s noch mehr reiseproviant frisch aus dem garten mit auf den weg… ;-)

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… während grillmeister F. fleißig gemüse brutzelt.

letzte station am wachau-gourmet-trip war der mutterwisch, die übrigens heute bereits in geburtstäglichen höhenflügen schwelgt – happy burzltag, B.! – von der du schreibst:

p.p.s: unser mutter ist in eine neue kochphase eingetreten. sie kocht jetzt nach farben. grüne menüs und so. ich glaub das muss ich mir mal näher ansehen.

das stimmt, und noch dazu testet sie gerade die dimensionen der aromatischen universen aus, von süß-sauer über salzig-fruchtig bis – natürlich – komplementärfarben, wie hier am beispiel des zarten grünen spargels an frischen erdbeeren mit jungzwiebel-ringen und einer limetten-vinaigrette:

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sommerlich-aromatische geschmackswelten á la B…

und weil ja alles synchronizität und morphogenetisch und überhaupt vernetzt, wundert es mich fast gar nicht, als ich zurück in wien mit deinem jungkind S. beim vapiano auf der suche nach was veganem in der der saisonalen spezial-speisekarte was ganz ähnliches entdecke: insalata frutti di bosco a.k.a. waldfruchtsalat.

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… und der artverwandte „insalata frutti di bosco“ im vapiano #omnomnom

Babyspinat und Romana-Salat mit gebratenem grünem und weißem Spargel, dazu Waldbeeren und unser hausgemachtes Waldfruchtdressing.

oberlecker, sag ich dir, und ein aromatisches erlebnis – besonders bei 37,5°C, wo mir weder nach pastafari noch nach pizza-dröhnung war. geschmacklich hat mich das ganze stark an eine frühere lieblings-sommerspeise erinnert: feta mit erdbeer-koriander-marinade an blattsalat. und das frucht-dressing geht so: erdbeeren+frischen koriander+balsamicoessig+pfeffer+knoblauch+honig pürieren. voilá! den honig bekommt man entweder aus dem honiggarten (womit sich der kreis wieder schließt), oder ersetzt ihn einfach mit agavendicksaft. der rest ist einfach junger spinat und blattsalat, angebratener spargel und ein paar frische beeren.

und überhaupt, waldfrüchte mampfen ist mir sowieso sympathischer als wildschweine aufzuschlitzen – blöde veganerin halt ;-)

so long,
dein lesterwisch

gruß aus dem hochgebirgs-gemüsegarten

liebe lesterschwester,

bye-bye blog-pause & einen verspäteten (aber dafür umfangreichen) sommerfrischlings-gruß aus den hohen bergen!

während die große supper club sause auf standard.at über sämtliche kommunikationskanäle kreuz und quer durch unser soziotop fegt, versetze ich mich nochmal zurück in das ad hoc eingerichtete alpin-bureau und die ruh‘ über den wipfeln:

hohentauern_2013_alpin-bureau

berge, seen & ruh‘ sind nämlich nicht nur per se super, sondern auch die vegan-kompatibilität der traditionellen familien-erholungsdependance des hauses C. – trotz (oder gerade wegen?) undogmatischer ernährungsgewohnheiten („über 1.000m esse ich auch knödel!“): da gab’s neuerdings nämlich hafermilch & pflanzliche aufstrichvariationen („ich habe alles genommen von dem ich mir vorstellen könnte dass es mir auch schmeckt!“ – „… so mach ich’s auch ;-)“) – und beim frühstück eine liebevolle selektion von avocados über steirische zwetschken bis frisch gepflückte himbeeren.

ein weiterer faktor für veganisierbare sommerfreuden – prächtigstes frischgemüse! C. pflegt nämlich schon seit jahrzehnten ihren untriebigen kleingarten auf fast 1.300 höhenmetern, in dem trotz alpiner umstände mit 1.20m schnee ende märz, zart sprießenden schneeglöckchen ende april und neuerlichen schnee-einfällen ende mai allerlei gedeiht: von erdäpfeln, kohlrabi, porree, rhababer, sellerie, zucchini, sporadischen tomaten – je nach wetter(un)gemach – und einem ersten sprießenden kürbis über bunte salat-sorten & essbare blüten bis zur erklecklichen kräuterauswahl – salbei, thymian, rosmarin, ysop, wollige & braune melisse, minze, schnittlauch, liebstöckel, oregan-oh! (macht quasi schon unserer ökoparzelle konkurrenz):

hohentauern_2013_garten

der vom-beet-auf-den-teller gartensalat mit unmengen an frischen kräutern wurde mit einem grünkernlaibchen gepimpt – der veggie-selektion von spar kann man gegenüberstehen wie man will, aber für nicht-veganerInnen mit kulinarischem kompatibilitäts-ehrgeiz ist die deutliche kennzeichnung samt „vegan“-siegel in jedem fall sehr hilfreich. grünkern beispielsweise hätte ich mir wohl selbst nicht eingebrockt, aber – surprise! – die beiden laibchen sind erstaunlich fein gewürzt und auch ziemlich saftig, selbst omnivore C. war positiv überrascht ;-)

das salat-dressing aus bio-apfelessig, steirischem kürbiskernöl, kremser senf und kräutersalz süßt C. übrigens neuerdings mit agavendicksaft – ihre apothekerin hat ihr empfohlen von kandisin flüssig auf die naturnahe alternative umzusteigen, die sei besser verträglich für die verdauung. hört, hört!

aber zurück zum frischgemüse – erwähnte prachtzucchini wurden dann auch prompt in einem herzhaften gulasch vervurstet:

zucchini_gulasch

zucchini-gulasch

2 mittelgrosse zucchini (ca. 1kg)
2 zwiebeln
3 zehen knoblauch
1 tomate
2 el öl
2 tl zucker
3 tl suppenpulver
3 tl paprikapulver
1 el tomatenmark
eine prise pfeffer
optional prise chili + schuss ketchup

zwiebel und knoblauch würfeln, zucchini würfeln (wenn die schale sehr dick ist, eher schälen) 2 el öl erhitzen (zb maiskaimöl), 2 tl zucker leicht karamellisieren lassen, zwiebeln und knoblauch glasig anrösten, zucchini dazu bei geschlossenem deckel etwas dünsten lassen bis bissfest, dann gewürfelte tomate dazu aufgiessen mit 3 tl suppenpulver in 1 tasse wasser, 3 tl paprikapulver (rot, süß) dazu, bei bedarf auch eine prise chilipulver, plus eine schuss pfeffer, 1 el tomatenmark unterrühren, optional auch ein spritzer ketchup

dazu passen reis, couscous oder auch kräuter-kartoffeln

dank ebenjener gulasch-festspiele und der deutlich erhöhten verköstigungs-frequenz (5 mahlzeiten täglich. mindestens!) hatte ich jede menge energie um mich von der haustür weg (1.274m) auf den familiär-legendären großen hengst (2.159m) zu schwingen:

hohentauern_2013… samt rituellem belohnungs-stamperl hinterher – frei nach der dahlkeschen anti-ernährungsempfehlung („sie könnten kiloweise weissmehlprodukte essen und dazu nichts als wodka trinken, das ist auch vegan.“). mit wodka hab ich’s ja nicht so, aber von zirbenschnaps & schwarzbrot könnte ich mich sehr wohl geraume zeit ernähren… aber das ist eine andere geschichte.

also, adieu eine meiner wahl-heimaten (heimats? heimata?) und hallo wien!

alles feine,
deine lesterschweinin