guerilla cooking

liebe hanna,

die lieferküchen-idee nimmt langsam form an, und es schaut ganz danach aus, dass das systematische kochen für andere ab nächsten herbst gestalt annimmt. im zuge der recherchen übers kochen zu hause bin ich über diverse guerilla cooking modelle gestolpert, darunter der supper club. coole sache das, denk ich mir, das mach ich auch. zumal es in wien zwar einige sehr sympathische geschichten gibt, wie z.b. die drei schwestern(!) von der guerilla bakery, aber vegan war da in wien nichts zu finden. supper club scheint ein relativ altes konzept zu sein, dass in den letzten jahren wieder populär geworden ist. grundidee ist, dass jemand zu hause für andere kocht, also sozusagen das öffentliche im privaten. aufgefallen ist mir allerdings, das einiges, das ich diesbezüglich im deutschsprachigen raum gefunden hab, für meinen geschmack ein bisschen abgehoben aussieht. vielleicht sind das aber auch nur meine vorurteile, als besitzerin zerkratzter teller und zusammengewürfelten bestecks. außerdem bin ich eben auch nicht so die freundin der kleinen kunstwerke auf großen tellern, sondern eher der großen töpfe. grundsätzlich gibts es aber viel verschiedene angebote, die stadtspionin hat hier einige zusammengetragen. alles in allem schwingen von bolivien bis wien foodmaniacs für andere den kochlöffel.

kati’s vegan supper club

das will ich auch! also würd ich gern dich, liebe lesterschwester, und bis zu sechs andere personen am 20.4. im rahmen eines supper club versuchs nach dem pay-as-you-wish-prinzip bekochen. anmeldung, liebe leutchen da draußen, über lesterschwein (at) gmx (dot) net! falls ihr am 20.4. keine zeit habt, aber interesse an folgeterminen, dann schreibt mir ebenfalls ein mail.

geben wirds diesmal eine indische reistafel mit lauter netten schweinerein, wie z.b. kichererbsen curry, palak paneer, shahi paneer (jeweils ohne paneer, sprich käse, natürlich) und diversem anderen zubehör. das shahi ist sowieso immer der partyburner, wie auch bei unserer letzten geschwisterlichen LEGEPS-sause. drum hier endlich das rezept:

shahi paneer vegan (adaptiert aus chefkoch.de)

2 zwiebeln, geschnippelt
3el öl
1 dose tomaten
3 zehen knoblauch, geschnippelt
1el frischer ingwer, gehackt
1el kreuzkümmel
1el korianderpulver
1el garam masala
1el agavendicksaft oder zucker
1/2-1 tasse mandeln (oder andere nüsse)
1 tasse pflanzendrink
wasser nach bedarf
ev. 1-2 chilischoten

die mandeln in der pflanzenmilch einweichen, zwiebeln im öl gold anbraten, alle gewürze dazugeben und ca. 2 minuten mitrösten, den knoblauch dazu und nochmal 2 minuten rösten, agavendicksaft dazu umrühren und dann die tomaten beifügen und mit ca. einer halben tasse wasser aufgießen. mandeln mit der pflanzenmilch pürrieren und beifügen, mit salz abschmecken und falls das ganze noch sehr dick ist nochmal etwas wasser beifügen. es sollte aber auf jeden fall eine breiige und keine suppige konsistenz haben.

shahi_paneer_web_2013-04-02-20.24.33

alle anderen indischen rezepte werden bei gelegenheit auch noch folgen.

vorfreudig!

deine kati

p.s. das mousse au chocolatrezept hier aber auch noch schnell

mousse au chocolat

200ml schlagbare sojaschlagsahne mit sahnefest aufschlagen
140g dunkle schoko über dem wasserbad schmelzen, 15 min auskühlen lassen und unter die sajasahne ziehen. über nacht kalt stellen.

 

gefunden hab ich das rezept so ähnlich in „vegan für genießer“ von jean-christian jury. was mich bei diesem buch ein bisschen stört ist, das gar so viele fleischersatz-rezepte drin sind, aber das eine oder andere werd ich sicher noch ausprobieren.

DSC00209

RE: fleiß verdirbt den charakter

liebes schwesterlein,

dass fleiß den charakter verdirbt unterschreib ich dir sofort wenn ich mir anschaue was  profilierungsneurotische tausendsassas mit sich und ihrem umfeld anstellen vor lauter leistungswut. vom völligen ignorieren der eigenen sowie der grenzen anderer personen über drastische realitätsverzerrung bis zum unvermögen, erfolge auch als solche anzuerkennen – und daraufhin auch mal ein bisschen muse walten zu lassen. been there, done that – und in der stetigen bearbeitung meines höchstpersönlichen workoholismus fallen mir dann ebenjene anwandlungen im nahumfeld erst recht auf.

auch thoreau stimme ich zu, wenn ich mir anschaue wie sich manche kollegInnen über einen nicht-ganz-100%-einser echauffieren und sich so gar nicht über die (objektiv betrachtet) tolle leistung einer bestbenotung freuen können, weil sie einer handvoll abgezogener punkte nachtrauern – nicht ohne das ganze entsprechend auszubreiten und zu dramatisieren.

however, zwischen strebsau-tum und dem totalen eh wurscht verläuft eine ziemlich breite grauzone, die es je nach kontext auszuloten gilt. daher: rumslacken olé! auch unserer grrbrr beschäftigt sich ja gerade anlassbezogen wieder mit den persönlichen grenzen, ich freu mich schon sehr darauf mehr darüber zu plaudern beim nächsten LEGEPS.

familienkompatibler veganismus

apropos grrbrr – in der osterwoche war ich bei EMELT zu besuch, und ich war total erstaunt und auch gerührt dass trotz meiner undogmatischen form des veganismus bis ins detail darauf rücksicht genommen wurde. total erstaunt weil vorab noch nachgefragt wurde ob ich außer haus eh auch vegetarisch esse, und dass der obligatorisch schokokuchen vegan wohl eher nicht umsetzbar ist. aber alles war da: von der extra besorgten sojamilch für den morgendlichen cafe latte über großartige exotische hauptmahlzeiten bis zu einer famosen vegane nusstorte, die E. extra gezaubert hatte.

vegane nusstorte

so nett, und alles so lecker!

wie beispielsweise der endgeniale kenianische mungobohneneintopf namens dengu, den E. parat hatte. sobald ich im nachbau fotos dazu habe wird das rezept nachgeliefert! oder das thai curry, das grrbrr im highspeed-modus innerhalb einer viertel stunde aus dem handgelenk geschüttelt hat. leider weiß ich die genauen mengenangaben nicht mehr, ich muss das mal nachkochen und dann genauer dokumentieren:

thai curry „massaman“

currypaste (ca. 1-2 EL) => achtung, pastenhinweis!
kokosmilch oder -paste
gemüse aller art
erdnusspaste (ca. 1-2 EL)

  1. currypaste in einer pfanne mit etwas kokosmilch aufkochen bis sich eine fettschicht obenauf bildet
  2. dann geschnippeltes gemüse dazu: erst die sorten mit längerer garzeit (zB karotten), danach das was noch knackig bleiben soll (zB paprika). besonders schnell geht’s wenn man schon vorgekochte kartoffeln oder aufgetautes tiefkühlgemüse bei der hand hat (zB kohl). bei hohem kartoffelanteil spart man sich dann auch die beilage!
  3. mit weiterer kokosmilch aufgießen, in der offenen pfanne kurz köcheln.
  4. erdnusspaste nach belieben dazu
  5. fertig!

coll_massaman_curry

wird durch diese zubereitungsart sehr viel cremiger und pastiger als das klassische indische curry, das ja meist mit suppe aufgegossen wird und dadurch soßiger ist. beides sehr leiwand!

bin schon gespannt auf euren nachbericht aus dem rupp’s,
und bis morgen bei der feier-ei!

le lesterschwester

fett + zucker

liebe kati,

der ur ober burner war das, dein catering beim vorgestrigen festl! aber bevor ich zum post-party-post samt buffet-aufbereitung komme, hier mal die süßabteilung:

marmorkuchen! linzertorte! kannst du da vielleicht unten die rezepte dazu droppen?

denn wenn sogar unser gourmet-veggie-bruder meint, die vegane linzertorte sei um häuser besser als die original non-vegane linzertorte aus der original linzer nobelbäckerei, dann ist die mär vom trockenen, brösligen und unfunky vegan-backzeug endgültig passé ;-)

linzertorte vegannoch immer rekonvaleszent,
die postgeburtstagsschwester

liebe hanna, immer gern, hier kommen die rezepte, beide von veganpassion!

linzertorte

200 gemahlene mandeln oder sonstige nüsse
80g zucker
1pck. vanillezucker
120g dinkelvollkornmehl
120g dinkelmehl
je 1 messerspitze zimt, nelken, salz
180g alsan (zimmertemperatur)
2el sojadrink

250g säuerliche marmelade (ribisel, brommbeer, dirndl,…)

mandeln, zucker und mehl mischen. gewürze zuegeben und zu einer backmischung vorrühren. sojadrink und margarine einarbeiten. wenn man ungeschälte mandeln nimmt ist der teig relativ bröselig. Ruhezeit von ca.1h im Kühlschrank.

den teig ausrollen und auf tartegröße zuschneiden oder einfach in die gefettete Form drücken. die marmelade darauf verteilen. den verbleibenden Teig in 5mm dicke rollen formen, eine rolle in der form an den rand legen, die anderen rollen flach drücken und als gitter über die tarte legen.

bei 180° ober-/unterhitze ca.40 minuten backen. in der form auskühen lassen, dann servieren.

das marmorkuchenrezept gibt es schon hier!

schokocrêpe!

liebe lesterschwester,

nach meinem letzten total-#fail-versuch, deine junggesell*innenpizza nachzubauen, hab ich mich heute nochmal über die veganisierten palatschinken gewagt. beim ersten mal ist mir der ganze gatsch zerfallen, unten schwarz und oben flüssig, ein graus.

heute hat sich der versuch schon wieder halbverpeilt angelassen – statt des mehls hab ich nämlich die dose mit dem gepoppten amaranth erwischt und gleich mal einen schwung davon in der reismilch versenkt. ääh… egal. also mehl dazu, wie in deiner rezeptanleitung, kurz stehen lassen und dann mit einem schuss mineralwasser zum sprudeln bringen.

und – surprise! – es hat wunderbar gefunkt. platte heiß, ordentlich sonnenblumenöl dazu, nicht zu viel teig auf einmal rein, und voilá! hat zwar geschmacklich noch nicht ganz deine reloaded-version erreicht (liegt vielleicht auch am eher unfunky weil geschmacksfaden öko-tomatengatsch den ich erwischt hab), aber das ist ja dann nur mehr quasi feintuning.

der eigentliche überraschungseffekt war aber dann mein spontan-entscheid, eine nachspeisige variante mit einer testmenge samba nuss-nougat-creme dark zu versuchen. baaaaaam! vegan-schokocrêpe #ftw!! überhaupt mit dem in löffelweise soja-margarine knusprig angebrutzelten reismilchpalatschinken. nachdem die vegane schokocreme in der nuance zartbitter daherkommt, hab ich dann das crêpe noch mit dem letzten rest dirndl-gelee aus dem donaugarten gepimpt. bist-du-deppat – geiler scheiß, sag ich dir!

coll_schokocrepewerd gleich mal bei E. anklopfen wie ich an eine nachlieferung für meinen dirndl-vorrat komme ;-) und vielleicht gibt’s ja auch noch wo wachauer marille – passt sicher auch wie die faust auf’s aug zur zartbitter-sause.

satt & glücklich,
die süßjunkieschwester

gut gegen orks

liebe lesterschwester,

nach unserer gestrigen kochsession wieder ein bisschen was von meiner seite aus der rezepteabteilung. ich bin ganz angetan, dass das so gut klappt mit unserem regelmäßigen mittwochs-kochritual. routine rulez! ich muss zugeben, ich war ja im ersten moment nicht so wahnsinnig angetan von unserem dinkelrisotto. aber nachdem ich es noch eine weile stehen ließ, konnte ich mich dann doch noch damit anfreunden. ich find durch die rosinen kann es ja fast ein bisschen der süssen abteilung zuordnen. außerdem haben wir wieder was gelernt gestern. nur der schnellkochende dinkel braucht 20 minuten. unserer war fast eine stunde am herd bevor er eine angenehm bissfeste konsistent hatte. laut kochanleitung wären es 30-35 minuten gewesen, ich denk das kann nur im schnellkochtopf klappen.

dinkelrisotto

300g dinkel
400ml gemüsebrühe
safranfäden
3el olivenöl
eine gewürfelte zwiebel
200g gewürfelter fenchel
1 gehackte knoblauchzehe
200 ml soja- oder hafer cuisine
1el weißer balsamico
eine hand voll eingeweichte rosinen
salz, pfeffer

dinkel mit gemüsebrühe und safran weich kochen, gemüse im olivenöl anbraten, dinkel, gemüse und alle anderen zutaten zusammenmischen. im originalrezept von roland rauter sind einige dinge anders, zitrone statt balsamico und orangen und pistazien dabei, aber mir gefällts so besser.

collage

soviel dazu, aber wirklich gute news hab ich aus der süßjunkabteilung. meine everydaylösung dafür sind nämlich pralinen, und die gehen wirklich schnell.

pralinen

nüsse (gehackt oder gemahlen) und/oder
haferflocken und/oder
gepoppter amaranth (davon nur wenig!) und/oder
müsli

also irdendwelche trockene zutaten, vermischt mit

agavendicksaft

verfeinert mit

kakao und/oder
zimt und/oder
nelken und/oder
ernussbutter und/oder
kokosflocken

es muss eine klebrige masse entstehen, die man dann zu kugeln formt und im kühlschrank kalt stellt. wenn man will, kann man sie natürlich noch in irgendwas wälzen (kakao oder so).

meine lieblingsmischung: 3 el geriebene nüsse, 1 el amaranth, 1 el kakao, 2 el erdnussbutter, 1 el agavendicksaft.
das ganze ist mal wieder angelehnt an hildmannrezepte und es ist sogar frei von weißem zucker. ich find überhaupt agavendicksaft eine sehr brauchbare aletrnative für zucker und honig. ich verwend es von currys über krautfleckerl bis süßspeisen quer durch den obst- und gemüsegarten.

falls der zucker wurst ist, gibt natürlich noch immer die allerliebste süssigkeit von s.

gebrannte mandeln

(rohr)zucker in etwas wasser aufkochen, mandeln oder sonstige nüsse kurz mitkochen, weiterkochen bis das wasser weg ist und alles bröslig aussieht, als ob es jeden moment anbrennt. auf einmal beginnt der zucker zu schmelzen und die mandeln glänzen wie am kirtag. rausnehemn, auf einem gefetteten blech verteilen und abkühlen lassen. wenn man sie im brösligen stadium rausfischt oder solange noch wasser da ist schmecken sie auch gut, aber weniger knusprig und sie sehen auch nicht so schjön aus.

und dann noch was zu deiner couscousanfrage

meine coucousvariante

zwiebel, knoblauch anbraten
gemüse (zucchini, melanzani, paprika oder ähnliches) mitbraten
eine dose tomaten dazu
eine dose kichererbsen dazu (optional)
ein pund geschnippelter petersilie dazu
eingeweichten couscous dazu
mit cumin, koriander, salz und pfeffer abschmecken

frage: du hast von instant couscous geschrieben. was ist das? ich übergieß ehrlich gesagt jede art von couscous immer nur mit heißem wasser und wart dann ein paar minuten. wie ist das bei dir?

ja, und dann sind da noch die orks.

super idee, das mit dem räuchern. hatte ich schon ganz aus den augen verloren. hp. und n. regieren nämlich auf die gänigen räuchermischungen ziemlich gereizt, und zwar mit den atemwegen. aber weißer salbei geht, und das ist sowieso mein alleliebstes räucherwerk. instant reinigung und entspannung. für mich vor allem auch deshalb, weil meine allerliebste shiatsu-frau n. mich damit immer begrüßt hat. leider ist diese zeit vorbei, weil n. im schönen venedig verweilt um sich ganz der fotographie zu widmen. wohlvergönnt. mit den fotos hab ichs ja nicht so, aber das weiß eh jeder, der meine hanna-foto-freien blogeinträge sieht, dafür mit der musik. hören ist gut, selber machen noch besser.

djembe spielen ist definitv gut gegen orks, obwohl manche ja das gegenteil behaupten. der koma zum beispiel ist ein rythmus dem nachgesagt wird schreckliche, riesige wesen hervorzurufen. in bamako ist das öffentliche spielen vom koma nicht erlaubt, da es zu massenpaniken führen kann. seit dem militärputsch im september 2012 ist es aber wohl eher die politische situation in mali, die die leute in angst und schrecken versetzt. und ein ende ist nicht absehbar. vor allem die tuareg im norden haben nichts zulachen. hier ein konzertmitschnitt aus besseren zeiten, über den hp und ich mal auf youtube gestolpert sind.

zurück zur musikalischen psychohygiene. anders als beim koma schauts nämlich beim jina aus. dem wird heilende wirkung nachgesagt, vor allem auch bei psychischen problemen wie depression oder hysterischen anfällen. wir versuchen das mit nabum noch immer auf unseren konzerten zu verifizieren:-) auch unser kleiner bruder erzählt immer wieder von der ausgleichenden wirkung des schlagzeugens. vielleicht sollte ich dir mal wieder dein akkordeon zurückbringen, denn ich glaube s. nimmt es ohnehin bei einem tantenbesuch viel eher in die hand, als zu hause.

ich für meinen teil werd mich morgen ins hoffentlich orkfreie cesky krumlov vertschüssen und mit hp die dortige veganszene auschecken :-)

adjeu verschneites wien, hallo schönes moldautal!

bis bald, dein schwesterlein

auf der suche nach dem zuckerschock

liebe lesterschwester,

neulich im office hatte ich kurz nach den spätzlefestspielen den totalen süßjunkheißhunger. ZUCKÄÄHR! brüllte mein insulinspiegel. daheim umschiffe ich solche anfälle mit einem selbstgebackenen tiefkühlkuchen oder reiswaffeln mit dunkler schoko oder einem dinkelgrieß mit kakao.

im vegan unterversorgten margareten ohne veggie-freundlichem spar in der nähe schaut das ganze dann etwas mager aus. zielpunkt? fehlanzeige. sogar die rittersport dunkle schoko mit haselnüssen enthält milcherzeugnisse. beim hofer hab ich dann das halbe süßjunkregal durchforstet, aber selbst die bio-vitalkekse erdnuss-cashew haben honig drin, die reiswaffeln gibt’s nur mit vollmilch oder joghurt, und der soja-schoko-mix ist natürlich mit dunkler, heller und weißer schoko überzogen. besonders bitter: die fruchtschnitten (schneekoppe-verschnitt) enthalten ebenfalls honig. meh!

dann vielleicht obst?

zur auswahl im obstregal standen heidelbeeren aus uruguay, ananas aus costa rica oder eine mango aus peru… hat mich fatal an den dazugehörigen anti-fruitcompany-song von matatu namens guerra banana erinnert: „gegen unüberlegten konsum von exotischen früchten!“ (in liveaufnahme vom protestsongcontest siehe fm4). also exotische früchtchens wenn überhaupt dann luxusgut, nicht grundnahrungsmittel – und für den zwischendurch-snack uncool.

ich hab mich dann für ungarisches weichselkompott, abgefüllt in berlin entschieden. auch nicht unbedingt öko-nachhaltig-leiwand, aber die „not“ (haha!) war zu groß. dazu bio soja-schoko-drink aus österreichischen sojabohnen.

hm. ich sollte mal wieder backen.

und dann hat heute die heilige botschaft meine facebook timeline ereilt. nein, nicht das mit dem weißen rauch und den hysterischen katholikInnen (und allen anderen). sondern die nachricht des famosen fett+zucker aus unserer hood über ihre veganen punschkrapfen!

schaut mal, die veganen punschkrapferl sind jetzt ur stylomat!

auf der FH schauen sie dann (nach dem transport im rucksack) so aus:

vegan_punschkrapfen

 

sau-geiler-scheiß sind diese black vegan punschkrapferl, sag ich dir! haben selbst non-veganer R. & P. konstatiert.

so, und nach der nacht-&-schneeregen-radheimfahrt von vorhin genehmige ich mir noch einen schönen reismilchkakao mit einer prise gewürz-magic, frei nach dem berliner vorbild. seufz.

deine
lesterschwester

slow-mo-samstag

liebe lesterschwester,

heute schaff ich das große CSA-status-update leider nicht mehr, unsere gestrige beisl-tour hat schon den heutigen lunch mit M. zur aus-dem-bett-wälz-challenge gemacht… alles eher slow-motion. hoff du bist zu deiner probe heute fitter angetanzt ;-)

#nfbw organisatorin und lovely nerdette M. & ich waren nämlich heute im rahmen unseres kennenlern-lunches die bio-bar von antun testen. die bar ist ein kleines lokal inmitten des 1. bezirks, direkt zwischen judenplatz und am hof. das angebot: ausschließlich vegetarisch und vegan, komplett bio, mit fokus auf saisonale produkte – zusammengefasst mit dem claim „global ethics – native culture“. die hauptspeisen sind eher teuer, dafür aber reichlich. unter der woche zahlen sich die menüoptionen aus. M. hatte heute einen salat mit „glücklichem huhn“, ich hab mir ein anti-kater-hardcore-vegan-gröstl reingestellt:

bio bar von antun freefrosch

alles lecker, aber jetzt nicht unbedingt außergewöhnlich oder raffiniert. dafür halt wirklich eine breite auswahl inklusive hausmenschenkost von gulasch über sellerie-schnitzel bis krautroulade.

mit am start war auch F., seines zeichens freier frosch. der ist nämlich derzeit auf reisen, M. hat ihn bei allen möglichen happenings mit am start, und das publikum freut sich. die italienischen kids am nebentisch waren hellauf begeistert und haben sich immer wieder auffälligst unauffällig an den bunten kollegen herangemacht.

am rückweg wollte ich beim bio-bauernmarkt auf der freyung bei der simply raw bakery was süßes ausfassen, der stand war aber nicht auffindbar -.- daher am heimweg bei denn’s ein veganes nougat-herz besorgt (leider sehr dicht und eher trocken, da rockt dein apfelkuchen 10 mal mehr!):

denn's vegan nougat herzdieses wochenende werd ich mal das vegane tiramisu ausprobieren, nachdem ich jetzt endlich alle zutaten beisammen hab (vanillepudding! schlagbares sojaobers! dinkelzwieback!), bin schon gespannt wie das klappt…

entspannten samstag dir,
und morgen meld ich mich dann mal mit den CSA geschichten! kann’s kaum erwarten bis es los geht :-)

deine
lesterschwester

versöhnliche waffeln

liebe hanna,

shop klingt sehr interessant, und nein, den kannte ich noch nicht. ich halt mich kurz, bin nämlich noch ganz gemeiert vom heutigen ausflug in die terme wien inklusive familiendröhnung. das ergebnis der gestrigen waffelsause will ich dir aber nicht vorenthalten weil die kleinen scheisserchen erstens superlecker waren und zweitens auch kalt und damit unterwegs gut sind. es gibt ja haufenweise vegane waffelrezepte, aber dieses funktioniert wirklich leinwand und ist eines der top ten peta eifreirezepte:

waffelrezept

500 g (vollkorn)mehl
150 g rohrzucker oder agavendicksaft
1 pkg. backpulver
3 el öl
1 tl salz
1 prise zimt
500 ml soja-reis-drink
100 ml mineralwasser
neutrales öl

trockene zutaten mischen und danach flüssoge zutaten hinzugeben. alles zu einem glatten teig verquirlen.
waffeleisen mit öl bestreichen (wichtig!), jeweils ein schöpflöffel voll teigmasse hineingeben und ausbacken.

DSC00121

nächste woche kommt das 10 punkte manifest. ich hab es seit damals nicht mehr gelesen und bin selber gespannt ob für mich alles noch so stimmt wie ich es damals als totale vegan-neueinsteigerin geschrieben hab.

bussi und bis bald,

die schlappe schwester

für immer vielleicht

liebe lesterschwester,

unendlichkeit und entscheidungen, ja ich kann mir schon vorstellen, dass so eine permanente veränderung am eigenen körper einiges auslöst. ich hab ja immer vor löchern und verfärbungen dieser art genau deshalb zurückgeschreckt, weil ich einfach so gar kein bild davon habe wer ich in zwanzig jahren bin und was mir dann gefällt.

außerdem haben drastische körperliche veränderungen bei mir praktisch immer den beigeschmack von selbstsabotage, üblicherweise haare abschneiden, am besten sofort, selbst, mit der küchenschere oder gleich mit dem rasierapparat. da kann man zwar nicht wirklich von einer permanenten veränderung sprechen, aber den abrasierten kopf damals hab ich immerhin fast zehn jahre beibehalten. zurück zum langhaar hab ich mich erst entschieden, als ich schwanger mit meinem mädchen war.

a propos schwanger und kinder kriegen. ich find an diesem thema sieht man immer besonders gut, dass jede entscheidung die richtige ist, auch wenn sie sich nicht immer richtig anfühlt, weil es immer dieses leben, für das ich mich entschieden hab ist, an dem ich wachse. ich erinnere mich deutlich, wie ich junge zwanzig jahre alt, frisch getrennt, mit einem kleinkind am schoß in der wohnung saß, aus der ich im begriff war auszuziehen, und mir dachte, das kann unmöglich mein leben sein. irgendwas ist schief gegangen, was passiert mit mir?
jetzt weiß ich, dass genau die entscheidungen von damals, mich hierher gebracht haben, wo ich heute steh, und ich bin gern da. hätte ich mich damals anders entschieden, früher einen beruf gelernt, später kinder bekommen, wär ich sicher ganz anderen menschen begegnet und mein leben sähe völlig anders aus.

ich hab schon eine zeit lang damit gehadert, dass ich nicht die lässige studentinnenzeit hatte (das gabs damals noch) und so früh in die verantwortung stolperte. aber jetzt seh ich rund herum leute überlegen, ob sie mit ihren jobs eigentlich glücklich sind und ob sie nicht doch kinder kriegen sollen, wo bei mir in wenigen jahren das erste schon wieder ausziehen wird. es haben auch genug leute (inklusive unserer kinder) reichlich fragwürdig gefunden, als hp und ich uns entscheiden haben unsere patchworkfamilie mit vier kindern von vier verscheidenen elternteilen zu gründen. aber wir wollten das und gut wars. was sagt mir das? es gibt nicht den einfachen weg mit den richtigen abzweigungen. unser großer bruder würd wahrscheinlich sagen: eh wurscht!

ich find es auf alle fälle gut, mich für etwas zu entscheiden, anstatt mich ins unvermeidliche zu fügen, denn dann kann ich im krisenfall sagen, ich will das, denn ich hab mich dafür entschieden, und jetzt steh ich das durch. und eben dieses, trotz oder gerade wegen der unendlichkeit der möglichkeiten auf den punkt zu kommen und weiterzugehen, das seh ich in deinem tattoomotiv.

so, jetzt frag ich mich wie ich die kurve zum leckeren fluffy kuchen bekomm. wie auch immer, es gibt ihn. gleich der erste vegane kuchen, den ich jemals gebacken hab, war super locker und total fluffy. gefunden hab ich das rezept bei veganpassion. ich tu mir zwar ein bissel schwer mit ihrem frauenbild, aber die süssen kreationen (weihnachtskekse!) sind wirklich der hammer. bis auf eine kleine abwandlung ist das rezept gleich. nur hab ich halt grundsätzlich das gefühl, man muss diese veganen kuchens immer sofort essen, weil sie schon am nächsten tag ziemlich trocken sind. damals, bei s. geburtstag, waren auf jeden fall alle sehr zufrieden mit dem ergebnis.

shirin kuchen

Perfekter Marmorkuchen

Für einen kleinen Gugelhupf (16cm Durchmesser):

200g Mehl
30g Speisestärke
90g Zucker
1Pck. Vanillezucker
1/2Pck. Backpulver
40ml Sonnenblumenöl
1EL Zitronensaft
140ml Sprudelwasser
1Prise Salz

1-2EL Kakao
2EL Sprudelwasser

Die trockenen Komponenten mischen und daraus eine Backmischung machen. Nacheinander Öl, Zitronensaft und Sprudelwasser hinzugeben. Den Teig so kurz wie möglich rühren, bis er keine Klümpchen mehr hat.
Die Gugelhupf-Backform fetten und mehlen. 2/3 des Teiges in die Form geben. Den verbleibenden Teig mit Kakao und Spudelwasser mischen und auf den hellen Teig gießen. Mit einem Löffel oder sonstigen hilfreich erscheinenden Utensil kräftig den Teig umrühren.

Bei 160° Umluft ca. 40 Minuten backen. Wenn ihr die doppelte Menge des Teiges verwendet würde ich den Kuchen fast 70 Minuten lang backen lassen. Macht einfach zwischendurch mal die Stäbchenprobe.

so, das wars für heute. schön, dass du wieder in wien bist! sehen wir uns morgen abend?

deine kati

p.s. sag mal, wie machst du denn das, dass dein text manchmal eingerückt ist?

mampf! vegan in berlin.

kati!

welch freude wieder schwesterliches poly- statt monopong zu lesen :-) euer großarler bildungsauftrag ist ja quasi als teilerfolg zu verbuchen, und dinkel-soja-fladen sind ja in der tat schwere geschützte. tapfer durchgekämpft, der daed!

in berlin heute alles ein bisschen auf chillen angelegt nach den abenteuerlichen tagen. auf die tattoosause komm ich später noch zurück, das ich-hab-jetzt-lebenslang-ein-ding-an-meinem-handgelenk hat bei mir doch mehr an inneren rotationen ausgelöst als erwartet.

sitze nun also am dach von E.’s hausgemeinschaft im verdammt bequemen sofasessel mit blick auf grauen sonntag und nehme die berlin-dokumentation in angriff, und zwar mit fokus auf mein all-time-favourite-lieblingsthema: essen! ;-)

berlin am dach

donnerstag ist ja wie berichtet noch halbwegs entspannt angelaufen mit morgendlichem reismilchkakao, wildem brunch und nachmittäglichem geblogge. den hamam-besuch haben wir dann doch gestanzt, und stattdessen mit L. ein valentinstägliches partner-yoga ausprobiert (körperlich spannend, leider in diesem fall mit ziemlicher eso-schlagseite. dann lieber schwitzen.). davor aber noch: kuchen-odysee!

süßjunk

also: wo in europa würde man den hauptsitz des öko-fundi veganertums vermuten? wahrscheinlich im hippen berlin kreuzberg! aber NEIN – x-berg ist das neue spießerville! denn E. und ich waren auf unserer suche nach einem veganen kuchen donnerstag nachmittag in sage und schreibe 10 (in worten: zehn) verschiedenen läden entlang der oranienstraße. die gesamtauswahl beschränkte sich dabei auf einen etwas übersüßen kirsch-streusel-kuchen aus dem milch & zucker und einen einzigen letzten double chocolate vegan muffin aus der bio-company. und das wo’s doch hier nur so von bobogastrospelunken strotzt! allerdings ist licht am ende des tunnels – haben uns doch 2 der befragten tresenmenschen darauf vertröstet dass A) immer mehr leute nach veganenen optionen fragen und sie daher B) in bälde ebensolche im angebot führen werden. ersterem habe ich dann gleich das famose angry cake rezept samt bounty glasur empfohlen. bildungsauftrag olé!

trosthalber hat E. dann tags darauf bei ihrer stammbäckerei am wochenmarkt am maybachufer (wo sie auch regelmäßig brot verkauft) zwei vegane kuchen mit dem rad geholt, nämlich schoko-banane-walnuss sowie beere-nuss. beide sehr lecker, wenn auch von eher dichter konsistenz. selbstbetilteter öko-hippie E. meinte auch, vegane kuchen schmeckt man meistens sofort – sehr ölhaltig und eben hauptsächlich unfluffig. flauschig-locker-leichte vegane süßspeisen wären mal unter’s volk zu bringen!

weiters hatten wir heute ein positives süßjunk-erlebnis, nämlich bei der sonntäglichen kaffee&kuchen jause im, hört hört, rebellion des zimtsterns: „100% vegetarisch, vegan, biologisch, allergikerfreundlich, unfettig.“ in unserem fall mit einer gewürzintensiven linzertorte und angenehm unsüßem pflaumenstreuselkuchen, dazu großartigem elephant chai und soja-capuccino.

salzgelüste

neben all den kuchenexperimenten hatten wir dann auch gehörig bedarf nach salziger abwechslung der pikanteren variante. nach einem freitagabendlichen drink in meiner fairehrten tante horst (backgammon-lieblingslokal since 2011 und best of berliner kollektivkneipen) und ein paar weiteren drinks im silver surfer – ebenfalls kollektivbetrieb! – sind L., E. & ich nach mitternacht in einer imbissbude namens sahara eingefallen – auf einen famosen veganen teller mit räuchertofu, gebratenen erdäpfel- & süßkartoffelscheiben an grünem salat plus kongenialer erdnusssauce #omnomnom… wir sollten wirklich bald mal unseren blogbeitrag zu veganen unterlagen und anti-kater-essen andenken!

ebenfalls famos und dazu noch in extraorbitanter quantität und qualität war dann der samstags-brunch im von A. empfohlenen cafe morgenrot. da schnallst du ab! ebenfalls als kollektiv geführt, gibt’s dort FR-SO vegan-vegetarischen brunch der extraklasse, und noch dazu  nach dem pay-as-you-wish-prinzip. von mariniertem chili-erdnuss-tofu über couscous und bohnenmus und kraut- oder auch roterübe-walnuss-salat plus vegane käsecreme (geschmacklich á la eiaufstrich-ersatz) bis zu schoko-kokos-creme und konsorten. groß! leider sehr voll, aber wir waren kurz nach 11:00 uhr (akademisches viertelstündchen) vor ort und hatten noch einen entspannten tisch für uns.

berlin morgenrot brunch

ansonsten haben E. und ich viele indoor-picknicks mit jeder menge marktgemüse plus aufstrichauswahl und geilem roggen-sesam-brot zelebriert, kerzenschein inklusive:

berlin indoor picknick

so, und wenn ich jetzt noch das paradox of choice samt seiner manifestation auf meinem handgelenk verdaut habe, kommt der vegan tattoo nachbericht. jetzt erst mal noch ein bisschen chillen nach unserem 3-stunden-walk quer durch den treptower park und „görli“ görlitzer park, und dann ab ins nächste queerfeministische selbstverwaltete lokal der wahl – it’s filmabend @ tristeza

winkewinke,
hanna

PS: morgen wieder in wien – aber den prater muss ich hier zum glück ohnehin nicht missen ;-) (irgendwo nähe kastanienallee, glaub ich… wie passend.)

prater berlin