gut genug ist gut genug

liebe kati,

dieser deinige ausspruch gestern beim rollen von zig geburtstags-wraps (eine miniatur-abwandlung mexikanischer fladen) war für mich die vorweihnachtliche faust auf’s aug, weil: bei der produktion von advent-leckereien sollte man sich als feingebäck-laiin, wie ich eine bin, diese weisheit hinter die ohren schreiben.

zuerst war ja alles noch in butter, äh, margarine: aus deinem mürbteig-rezept haben das A.&O. und ich superg’schmeidige teige per hand erknetet, und auch die trüffel-anleitung von muttern (siehe unten) hat sich mit schokoschmelz und staubzuckerung sehr appetitlich entwickelt. zur kühlung alles raus auf’s fensterbrett und vorfreude ob der bevorstehenden adventlichen duftschwaden aus dem backrohr.

doch dann ging’s schon los mit den küchen-hoppala’s: der mürbteig ließ sich nicht hauchdünn ausrollen (ich sag nur: 2mm!), sondern klebte entweder am nudelwalker fest oder löste sich nur höchst unfreiwillig in fetzenform von der küchenplatte. dann im backrohr zerliefen die sterne, bäume, pilze und herzen wie mit dem weichzeichner verzerrt. nach der 2,5-fachen backzeit sind dann die ersten drei fuhren dunkelbraun geworden, die vierte fuhr haben wir kurzerhand vergessen – bergwerk, olé! meine frustrierte SMS an keks-königin V., die heuer wieder 25+kg für family & friends produziert, wurde beantwortet mit den worten:

… das passiert sogar den meistern. das erste bech ist nie was, deswegen gleich doppelte menge machen!

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nein, das sind keine kakao-kekse, sondern derselbe teig – nur mit unfreiwillig verdoppelter backzeit…

die trüffel wiederum waren zu lang am fensterbrett, die masse folglich beton. aus dem hat das A.&O. dann brocken herausgeschlagen und geformt, während sie in den händen äußerlich dahingeschmolzen sind. naja, rough ist halt das neue nobel, oder so.

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aber: eh wurscht! die trüffel schauen zwar wild aus, sind aber trotzdem sehr lecker, daher hier das rezept von muttern:

schokotrüffel

200g kochschokolade
100g margerine
100g staubzucker
2 sackerl vanillezucker oder bourbon-vanille
2 TL rum oder rumaroma
2 TL kakao

schoko und margarine im wasserbad erweichen, übrige zutaten locker einrühren mit teigschaber oder kochlöffel. danach die masse kalt stellen und alle 30 min. durchrühren, bis es sich nicht mehr rühren lässt. daraus kugeln kugeln (hände mit wasser abkühlen!) und diese in schokostreuseln oder kakao wälzen, dann in in papierkapseln legen. voilá!

ach ja, und die übrigen nicht verkohlten kekse haben wir einfach mit deiner waldbeer-marmelade gefüllt und in tüchtig schoko-tunke versenkt (manner haushaltsschoko mit reismilch-kuvertüre, alsan, trüffel-resten und alladin-gewürz zusammengeschmolzen):

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und das ergebnis: lecker! keine kraxenweg-kreation, das geb ich zu – aber solide weihnachtsbäckerei. gut genug ist eben gut genug :-)

in diesem sinne gutes chillen dir noch nach dem gestrigen power-tag,
und bis bald!

alles liebe,
dein trüffel(lester)schwein

du weißt schon, relativität.

liebe kati!

„du weißt schon, relativität.“

… sprach neulich miami-M. zu mir, als er mir den neuen sci-fi-streifen interstellar und die verlangsamung der zeit in der nähe schwarzer löcher zu erklären versuchte. jö, denk ich mir, er glaubt, ich und relativität, auf du und du! ich bin doch keine science busterin oder astrobloggerin. das alles bei einem spätvormittäglichen geburtstagsbrunch, denn M. feierte kürzlich seinen letzten twenty-something.

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geburtstagsbrunch á la joseph: nicht ganz billig, aber die paprika-granatapfel-muhammara ist auch nicht von schlechten eltern…

relativ war jedenfalls preis-leistungs-verhältnis bei der brunch-location: das joseph-bistro auf der landstraße, der gastro-ableger von joseph-brot im 1. bezirk. bekannter maßen im gehobenen preissegment, das ist dann schon mal eine frühstücks-kombi um EUR 14,90, der café latte mit sojamilch mit EUR 4,30. hm.

ein bisschen hui

das heuer am karlsplatz macht das ähnlich – die geräuchert-geschmorte süßkartoffel ist zwar buttrigst-cremig und die zwei spalten einer gekochten rübe harmonieren auch schön mit dem „himbeerlack“ und den groben salzkristallen, aber um EUR 6,50? denk ich mir, als der magen nach dem letzten bissen „ja, und weiter?“ raunt. wobei dann wieder… hübsch, nobel, hui – also unter 10 EUR eigentlich eh wieder relativ günstig?

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„Geräucherte Süsskartoffel mit Salsa Verde, Roten Rüben in der Folie mit Maldon-Salz und Himbeerlack“

was uns wieder auf die frage zurückwirft: was ist denn essen eigentlich wert – vom ab-hof-naturprodukt bis zum fancy kredenzenten gourmet-shit?

die diskussion führten das A.&O. und ich gerade zum x-ten mal, um zu entscheiden, ob wir meinen CSA-anteil weiterhaben wollen. super konzept, super sache, super gemüse. aber dann manchmal eben doch preis-mengen-mäßig relativ wenig für die EUR 10,50 pro wöchentlichem halben ernteanteil. aber eben relativ im vergleich wozu? zum supermarkt-gemüse natürlich nicht, zum bio-markt mit hauptsächlich deutscher import-ware auch nicht. zur ökoparzelle auch wieder nicht. wo setzt man dann also die benchmark?

was ist wert wert?

die VWL kommt da natürlich mit schlauen grenzziehungen wie objektivität vs. subjektivität…

  • objektiver wert: 1/2 ernteanteil á EUR 10,50 (zB diese woche 400g pastinaken, 1 sellerie, 1 knoblauchzehe, 1 rettich, 1 grüner mini-paprika – potentiell auch grünkohl, der war aber nicht auffindbar) – das ist gemüse, mit dem kann man sachen kochen.
  • subjektiver wert: regionales, saisonales, nachhaltiges gemüse direkt vom bio-hof ist schon sehr leiwand.
  • subjektiver nutzwert: welche mahlzeiten kann ich mit den zutaten zubereiten? und was, wenn ich rettich gar nicht mag?
  • objektiver tauschwert: wie viel würde mir jemand geben, dem ich den umfang dieses ernteanteils zum kauf anbiete?

… aber das hilft dann bei der individuellen wertzumessung und dem vergleich subjektiver wertzuschreibungen von etwas so essentiellen und gleichzeitig hochpersönlichem wie nahrung auch nicht so viel weiter.

aber zurück zum eigentlich thema, dem restaurant-essen. da war ich dann fast schon echauffiert, wenn der jungbruder 7 EUR für einen vollen teller lecker veggie-food aus dem mangold’s in graz (bereits hier getestet) als „happig“ bezeichnet („in einem kebap ist auch nicht mehr drin…“). wie kann man überhaupt ein kebap mit vollwert-kost vergleichen? man kann. und eigentlich ist das alles ja auch stark eine erwartungshaltungsfrage (W. findet essen beim griechen scheiße, weil es nicht wie auf seiner griechischen lieblingsinsel schmeckt.) hmpf.

eat as you wish

vielleicht funktioniert deshalb pay-as-you-wish oft… nicht. oder dann auch wieder… gut. zum beispiel seit langem schon im gaga:rin (von lunch bis brunch) oder auch im wiener deewan vom meinerseits ausgerufenen kulinarium liechtensteinstraße. dort kann man curry nach lust und laune mampfen und dann eben zahlen, so viel man will. was es einem wert ist. catering gibt’s auch, allerdings dann zum fixpreis, so wie heute bei uns im office: omnomnom bohnen und erdäpfel und beilagen, basic aber gut! da hätte ich dafür gerne 8-10 EUR abgelegt. weil ja leiwand!

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catering vom wiener deewan: bohnen, erdäpfel, reis, brot, mangochutney. gut!

aber was erzähl ich dir als gastro-professionistin, die preisgestaltung für essen ist halt ein komplexes etwas. relativität, eben.

tjo…

worauf wollte ich jetzt eigentlich hinaus?

hm.

naja, egal. ich schau mal zu loop-könig & violin-virtuose O. in die brut, wo er sein neues album vorspielt. und das wird oberleiwand!

nix relativ, nur super ;-)

deine,
hanna

PS: puh, war das ein anstrengender blogpost! das nächste mal schreib ich über heidelbeeren, koffeinschoko und pastinaken-bechamel ;-)

nuuuudlen!

liebe kati,

nein, das ist kein spätabendlicher vertippser – nudlen, nudeln – sondern wahrhaftiger wachauer-sprech. nämlich von der wilden kleinen M. in voller lautstärke skandiert, wenn sie blond gelockt frohlockt, sobald die magischen hartweizengrieß-erzeugnisse am tisch landen. NUDLEN!!! eben – so geschehen vergangenes wochenende bei einem lunch-besuch im gemütlichen honiggarten.

besonders super sind diese erzeugnisse aber vor allem: selbsterzeugt! so geschehen tags darauf im – richtig geraten – donaugarten. dort sind EMELT über ihren schatten gesprungen und haben das spitzer pasta-101 (mehl + wasser + 1 ei) gegen eine vegane version abgewandelt. die donaugärtnerin und ich haben ein bisschen um die wette gegoogelt, und mit grrbrr’s rechenkünsten wurde es dann diese fabulose zaubermischung:

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pasta, selbstgemacht

500g weizengrieß
225ml sehr warmes wasser

mit der küchenmaschine verrühren (oder ausgiebigst per hand kneten – noch nicht getestet), nicht wundern – ist anfangs ein bröselhaufen, wird erst nach und nach was teigiges. sobald ein seidig-geschmeidiger klumpen entsteht, diesen in plastikfolie wickeln und mind. 30 min. ruhen lassen. hernach auswalken und entweder mit einem küchenmaschinen-nudelaufsatz glätten und in tagliatelle säbeln, oder per hand in eine gewünschte form schneiden. nudlen-nudeln in wallendes (nicht all zu heftig kochendes) gesalzenes wasser schmeißen und 3 min. kochen (achtung, geht ratzfatz!). abseihen, olivenöl drüber (damit sie nicht zusammenpicken) und mit sauce nach wahl kredenzen.

heißer tipp: zitronen-kapern-sauce á la kati!

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alter schwede, kann man da nur sagen, ein weiterer beweis für DIY rulez!

so, das war’s auch schon wieder für heute, das bett ruft – beim nächsten mal geht’s um relativität, da muss ich mich noch entsprechend darauf vorbereiten. science, baby! wie C. von den orphan black klon-schwestern sagen würde. wobei das ja in wahrheit nur eine person ist, wie die special effects beweisen. aber das wär mir zu verwirrend. bin ich froh, dass wir nicht eine, sondern 2 schwestern sind!

in diesem sinne eine gute nacht & auf bald, schwesterherz!

deine
hanna

authentizität durch minimalismus, quasi

liebe kati,

nach unserer foodblog der woche-sache hat ex-studienkollege M. auf facebook gefragt, warum wir eigentlich noch immer als wordpress-subdomain firmieren – und nicht eine richtige, ordentliche, professionelle URL wie „lesterschweine.com“, „lesterschweine.org“, „lesterschweine.at“ oder so haben. meine antwort darauf:

gute frage… hm… eine mischung aus faulheit und „eh wurscht“, tät ich sagen. wir sind ja kein super-gepimpter, magazin-fotos produzierender high-end-blog, sondern immer noch einfach ein bisschen email-geplauder zwischen schwestern. da reicht das basic-setup, ein „lesterschweine.com“ wär fast schon zu professionell, quasi

und er darauf:

authentizität durch minimalismus, quasi ;-)

und ich finde, das trifft die sache richtig gut!

auch minimalistisch ist ja dein kongeniales schoko-kokos-pudding-rezept, das ich kürzlich nachgebaut habe. kokosmilch mit etwas maizena aufkochen und geschmolzene lindt-schoko (ich sag nur: intense orange noir!) einrühren, das schaff sogar ich…

einziger schönheitsmakel war die mangelnde standfestigkeit nach dem stürzen aus den oh-so-romantique herzförmchen, aber egal, halt ein pudding-creme-haufen. gepimpt mit DIY-zwetschkenröster und frisch gezaubertem, noch warmen apfel-birnen-kompott. oh la la! auch die neuerdings erschlossene #vegan-crowd auf instagram hat ihr wohlwollen mit kleinen ♥-chen kundgetan:

schokopudding

schoko-kokos-pudding mit orangennote an homemade apfel-/zwetschkenkompott. an der deko wird noch gearbeitet… #vegan #undallesoyeah

das apfelkompott, nämlich, stammte aus der brüderlichen lieferung der letzten ernte aus dem fernen kärnten. nicht nur in roh, sondern auch in form 2er 20l-kanister frisch gepressten, naturtrüben apfelsaft!

apfelsachen

ja, und da kann man dann prima kompott draus machen:

apfelkompott

äpfel, birnen, etc. in spalten
300 ml apfelsaft
1 EL honig
1 schuss weißwein zum ablöschen
wasser nach bedarf
zimt
nelken
rosinen
mandelsplitter

honig in einen topf und erhitzen, birnen-/apfelspalten und rosinen darin karamellisieren, zimt dazu, mit weißwein (retsina!) ablöschen. mandelsplitter dazu und mit apfelsaft und je nach bedarf wasser dazu, alles sollte bedeckt sein. kurz aufkochen. fertisch!

so, und fertisch bin ich jetzt selber, nachdem musikfreund T. mit seiner samba-gruppe bei der gründungs-party der umwelt-NGO oceans’14 das tüwi zerlegt hat ;-)

bis bald also, liebstes lesterschwein!

dein hannalein

cha…, cha…, chatreuse! (gesundheit.)

liebe hanna,

nachdem die unaussprechlich guten wirsing-gupferl jetzt nicht mehr exklusiv und geheim sind, müssen die geneignten leserchen auch nicht mehr die kurier-freizeit würgen um an das rezept zu kommen, sondern können gleich hier nachlesen wie man mit, sagen wir mal, zumindest überschaubarem aufwand ein echtes angeber-gericht basteln kann.

chatreuse vom wirsing mit pilz-maroni-füllung an wurzeljus

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1 kl. Wirsingkopf
½ kg Pilze
½ kg Maroni
1 Zwiebel
1 Bund Petersilie
Olivenöl
Salz, Pfeffer

Wurzeljus:
1 kleines Stück Sellerie
1 Zwiebel
2 Karotten
1 Petersilienwurzel
1 Stück Lauch
1 EL Tomatenmark
1 EL Mehl
1 guter Schuss Rotwein
½ l Gemüsebrühe

Kraut vorsichtig in Blätter zerlegen und 2 Minuten blanchieren, kalt abschrecken. Maroni ca. ½ Stunde kochen, einschneiden und schälen. Anschließen mit der Gabel oder den Händen zerdrücken. Pilze klein schneiden, portionsweise scharf in wenig Öl anbraten, zu den Maroni geben. Zwiebel fein schneiden, goldbraun anbraten, zu den Maroni geben, alles mit der gehackten Petersilie mischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die dicken Strünke der Blätter entfernen und jeweils eine kleine Auflaufform mit einem Blatt auslegen. Die Form mit der Fülle füllen, die Ränder der Blätter einschlagen und alles bei ca. 200 Grad im Backrohr oder Dampfgarer 20 Minuten garen. Im Rohr unbedingt ein Backblech mit Wasser auf die unterste Schiene geben.

 

Für den Wurzeljus das ganze Gemüse bis auf den Lauch schälen und fein schneiden. Die Zwiebel in etwas Öl glasig andünsten, anschließend das restliche Gemüse mitdünsten bis alles etwas Farbe angenommen hat. Dann das Tomatenmark beigeben und anrösten bis es eine bräunliche Färbung annimmt und süßlich zu riechen beginnt. Mit Mehl stauben, einmal umrühren, mit dem Wein ablöschen und mit der Brühe aufgießen. Den Lauch beigeben und mindestens eine halbe Stunde zugedeckt auf kleiner Flamme köcheln lassen. Vor dem Servieren den Lauch entfernen.

600g speckige Kartoffeln
in kaltem Wasser mit etwas Salz auf mittlerer Flamme zustellen, zum Kochen bringen, abschäumen und weich kochen. Abseihen, kurz ausdämpfen lassen, schälen und grob schneiden und mitAlsan oder feinem Öl (z.B. Distelöl oder Hanföl oder Nussöl), einer Prise Salzund frisch gehackten Kräutern wie Thymian, Dille, Rosmarin, Salbei, Petersilie, ….mischen.

 

vielen dank auch an dich, liebes lesterschwein, für die super foto dokumatation. wenn schon angeber gericht, dann auch auch angeber fotos, hell yeah! und wenn wir sie schon haben, dann auch noch die schönen zutaten-fotos:

hanna arrangiert zutaten…

DSC02775_hanna

…und kati arrangiert zutaten

DSC02779_kati

unter diesem aspekt kann man sich meine überraschung vorstellen, als das jungkind, völlig begeistert vom letzten tantenwochenende ohne die leiseste ironie in der stimme verkündet hat:

also mit der hanna könnte ich glaub ich voll super zusammen wohnen, die ist nicht so ordentlich wie du.

???!!!???

jundkind, du hast da was verpasst, aber gründlich.

lieben gruß,

dein schwesterlein

pad thai, aber hallo!

liebe schwester,

wenn man nach einer dichten woche und einem eher halbleiwanden volkshochschul-kurs eines freitags um halb neun uhr abends nach hause kommt, und das hier am tisch steht, ist die welt wieder so was von in ordnung:

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das, bitteschön, ist veganes pad thai, in einer leicht adaptierten version vom wunderhübschen foodblog eat this (danke N.!!). nach deinem bye bye, pad thai erlebnis, damals kurz nach unserem blog-start 2013, hat sich ja niemand mehr so recht an das ganze rangetraut (obwohl du ja die queen der thai-cuisine von curry über suppe und rollen bis salat bist). denn wir erinnern uns:

ein teil der nudeln klammerte sich panisch aneinander und bildete grausige würste, der rest ließ sich zwar noch abseihen, hat im wok dann aber dem nudeldasein abgeschworen und sich in püree verwandelt. gar nicht schön.

das A.&O. traute sich zum glück schon, weil unseren blog nicht lesend und daher pad thai katastrophen-unbedarft ;-) und es ist der geile scheiß, und relativ easy noch dazu. ganz wichtig neben ordentlichen reisbandnudeln: fischsoßen-ersatz, und zwar chinesische pilz-sauce auf soja-basis! die mit dem kleinen buben drauf…

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pad thai

ca. 250g reisbandnudeln
ein halber ziegel räuchertofu
4 knoblauchzehen
2-3 frühlingszwiebeln
1 karotte
1 zucchini
2-3 kräuterseitlinge
eine handvoll frische sojasprossen
pomodori secchi
2 EL rohrzucker
1 chili (zB piri-piri schote)
erdnüsse
walnüsse
5 EL „mushroom-sauce“
erdnussöl
1 stück ingwer, ca. daumenbreit
1/2 zitrone
1/2 avocado
1 tasse wasser

reisnudeln 5-10 min. in heißem wasser einweichen. gemüse waschen und klein schneiden. knoblauch und chili hacken. tofu klein schneiden.

öl in einer großen (wok-)pfanne erhitzen, knoblauch anbraten, tofu dazu und mitbraten. gemüse und pilzsauce plus chili und zucker dazu. alles aufkochen bis das gemüse bissfest durch ist. dann frühlingszwiebeln dazu, dann nudeln plus wasser plus zitronensaft hinein. kurz erhitzen, nicht mehr aufkochen (sonst – gatsch). erdnüsse – ganz oder auf wunsch auch gehackt – und zerkleinerte walnüsse dazu. am teller mit einigen avocado-stücken bestreuen und auf wunsch mit extra zitrone nachwürzen.

olé!

das ganze war übrigens „ramien-inspiriert“, wie mir das A.&O. den plötzlichen ansporn zur asia-cuisine erklärte. wir wollten nämlich anfang der woche mit musikfreund T. nach dem kino dort hin – aber montag ruhetag. daher zwei häuser weiter in einen neu eröffneten japaner und eine runde bento-boxen. ebenfalls nicht von schlechten eltern – vor allem der gruß aus der küche, avocado-maki mit hasel(!)nuss. echt ein netter twist!

bentoboxden namen hab ich jetzt ums ver**cken nicht mehr rausgefunden, aber es ist einfach ein neueröffneter japaner auf der gumpendorfer straße, direkt gegenüber vom top kino, da wo die rahl- und theobaldgasse aufeinanderstoßen.

in diesem sinne: aber hallo, und entspanntes weekend dir! :-)

deine
hanna

… und andere schweinereien

liebe hanna,

wir haben etwas neues eingeführt, H.-P. und ich. abends kochen die kinder.
nachdem H.-P.s große ja de facto schon ausgezogen ist sind wir jetzt 5. das heißt unter der woche hat jede und jeder von uns einen fixen abend und kümmert sich ums essen. inklusive einkauf und abwasch. feine sache das, wenn auch reichlich weit weg von vegan. vegetarisch, das schon, aber dass uns unsere kinder vegan bekochen können wir vergessen, die zeigen uns was das betrifft dezent den verbalen stinkefinger.

aber man hat ja schließlich einen erziehungsauftrag und die lieben kleinen sollen auch mal mitkriegen wie das ist, wenn die anderen zum mühsam fabrizierten werk „wäh“ sagen und man hinterher auch noch die küche putzen kann. blöderweise scheinen die kids einen geheimen packt geschlossen zu haben. anstandslos essen sie wechselseitig die diversen nudel- und kartoffelgerichte. aber wenn H.-P. sich hinstellt und pizza (!) macht und auch noch alle erdenklichen auflagen von schwammerl über pfefferoni und frische tomaten bis rucola kauft, dann sagen die kinder, einig wie selten, „wäh, keine lust auf pizza, wenn überhaupt, dann eine margarita ohne alles.“

gut, das war jetzt alles weit weg von vegan, aber achtung, hier kommt die überleitung, zwar nicht ganz so elegant wie deine, aber immerhin.

wenn H.-P. etwas nicht leiden kann, dann kinder die übers essen, motzen. das einzige was er noch weniger leiden kann, sind kinder die über sein essen motzen. nachdem er also grummel, schimpf, blöde g’fraster, die pizza gebaut hat, kam die bitte an mich, irgendwas aus den übrigen verschmähten zutaten zu machen. voila – vegane resteverwertung at its best. quasi der grenadiermarsch unter den kohlehydrat-armen pflanzen und so gesehen die antwort auf deine letzten beiden blogposts :-)

sautierte champignons mit rucola und tomaten

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200g champignons
2 tomaten
1 hand voll rucola
balsamico
1 zehen knoblauch
salz
olivenöl

die champignons feinblättrig schneiden und in wenig olivenöl sautieren, sprich bei hoher hitze g’scheit anbraten. den fein geschnittenen knoblauch dazugeben, kurz mitbraten und mit balsamico ablöschen. das ganze in eine schüssel, dazu die klein geschnittenen champignons und salzen. zum schluß den rucola dazumischen, ev. nochmal olivenöl drüber. geht urschnell und ist echt lecker.

das war heut vor allem deshalb so ein super mittagessen, weil ich eigentlich ganz einen anderen plan hatte, nämlich veganes schokoladensouffle. das exakte gegenteil also von low-carb. du erinnerst dich sicher an den fürchterlichen fondant au chocolat, den wir zu unserem blog-geburtstag gebacken haben. das hätte ja auch so ein souffle werden sollen. aber in diesem fall macht es offenbar keinen sinn zu veganisieren, sondern man muss das quasi von der veganen seite angehen. ich will heiße schokolade mit etwas fett und zucker, zusammengehalten durch ein bissel mehl. und aufgehen soll das ganz auch, also natron dazu. das heißt konkret:

schokoladensouffle

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75 g schokolade (mindestens 70%, eine gute!)
1 el fett (alsan, kokosöl, pflanzenöl…)
100 ml mandelmilch
2 el brauner zucker
2-3 el mehl
1/2 tl natron

die schokolade mit dem fett schmelzen, die übrigen zutaten in der reihenfolge oben einrühren, das ganze in förmchen oder tassen füllen und bei 170 grad maximal 20 minuten backen.

nicht schlecht, herr specht, sag ich dir. dazu gab’s diesmal statt der b’soffenen zwetschke (die pack ich nicht um drei am nachmittag) den all time favorit zu allen schokogerichten – marillenmarmelade von der donaugärtnerin.

inspriert war das ganze übrigens von J.& R., die wir von der parcadamy kennen. von denen wurden H.-P. und ich kürzlich aufs feinste bekocht, unter anderem eben mit schokoladensouffle. anders denken, anders kochen ;-)

alles liebe, dein lesterschwein

spaghetti ohne nudeln

liebe kati,

nein, hier kommt kein low-carb-rezept mit gemüseschneider á la A. H. – sondern ein bisschen office-gossip! mit meiner famosen, bereits den halben globus bereisten kollegin E. pflege ich ja nämlich einen regen austausch über saisonale produkte (kraut!kraut!kraut!), regionale produzentInnen (bauernmark vs. CSA) und veggie-leckereien. der austausch mit der passionierten seitan-macherin und steckrüben-liebhaberin ist allerdings nicht nur ideeller natur, sondern da wird auch schon mal ein flascherl kürbiskernöl quasi unterm arbeitstisch gegen einen kübel oliven aus der foodkoop getauscht… ;-)

letztens hat mir dann E. eine lieferung herrlicher kürbisse aus ihrer eigenen produktion vermacht, einen wunderhübschen hokkaido und einen für mich unauffälligen gelben kürbis. beim darauffolgenden gemeinsamen lunch mit gemüsestrudel & buntem salat frage ich vorsichtig nach, was man mit dem gelben teil eigentlich so macht? und siehe da: es ist ein spaghettikürbis, und den haut man am besten einfach in den ofen.

und das geht so:

spaghettikuerbis

spaghettikürbis aus dem ofen

1 spaghettikürbis
2-3 knoblauchzehen
rosmarin oder salbei oder was beliebt
olivenöl
salz
pfeffer, frisch gemahlen

kürbis waschen und längs halbieren, mit den schnittflächen nach oben auf ein blech mit backpapier legen. knoblauch in scheiben schneiden und mit kräutern und olivenöl und salz zu einer marinade anrühren. kürbishälften damit einstreichen, abschließend kräftig pfeffern. alles bei 180-200°C ins vorgeheizte backrohr und für 45-60 min. backen, je nach größe des kürbis (mit der gabel probieren ob schon weich).

danach knoblauch und gewürze wieder vom kürbis runternehmen und auf einem teller als optionales topping aufheben (oder drauflassen, wie man will).

mit eine gabel das fruchtfleisch aus der schale lösen – it’s spaghetti!! :-) entweder in der schale belassen und als hälfte am teller servieren, oder kürbis-spaghetti seperat anrichten.

dazu eine große schüssel salat und alles, was man auf nudeln tut – pesto, tomatensoße, salbeibutter, und und und!

also wer an so ein teil kommt – ab in den ofen! :-)

alles feine,
hanna

sauna-salz & singende erdäpfel

liebe kati!

das wochenende war so ein super-superes, das muss ich dir erzählen, auch wenn’s nur am rande mit essen zu tun hat – aber nachdem wir ohnehin gerne über sauna-erfahrungen, festivals und wochenend-trips berichten, nehm ich das mal in unseren themen-kanon von a wie allesfresser bis z wie zwetschkenröster hinein. ich hab dafür eine super überleitung zu einem neuen alles-zusammen-in-die-pfanne-schmeiß-rezept, mit dem ich sogar thematisch die kurve krieg, also pass auf ;-)

gut schwitz!

zuersteinmal ging’s samstags in den hohen norden gen gmünd, weil dort super sole-felsen-bad, und spätestens seit dem wackelsteinfestival in amaliendorf hab ich das waldviertel wieder für mich entdeckt. zu fuß ging’s vom bahnhof durch den november-nebel einen see mit bunten bäumen entlang zur therme:

gmuend_herbst

der weg am aßgang-teich entlang durch das herbstlaub zum umzäunten sauna-area. ein ahornblatt hat’s dann bis in die weitraer fleischgasse geschafft…

dort nette menschen, mohnzelten-goodies und eine echt schöne saunalandschaft. fotografieren darf man innerhalb des FKK-bereichs natürlich nicht, na da gäb’s einen aufstand, frage nicht – schon die belagerung der liegestühle war grund für umfangreiche diskussionen. daher foto durch den zaun von außen!

jedenfalls das highlight: salzaufguss! zwischen 2x aufgießen bekommt man salz mit öl und etwas wasser gemischt zum einreiben. die haut wird davon dermaßen oberg’schmeidig – babypopo hilfsausdruck! ob du es glaubst, oder nicht… ;-)

süßer mond meets süße mohnzelten

tags darauf sind wir weitergetingelt zu einer waldviertler event-reihe namens „salon ditta„. ja, wie der erdapfel! die machen sonntags-nachmittags-konzerte mit indie-bands im akustik-umfeld, am liebsten nach möglichkeit unplugged und im familiären rahmen, dazu regionale selbstgemachte köstlichkeiten wie mohnzelten und pikante muffins (leider nicht ganz so vegan wie deine feger, aber immerhin ein nice try). diesmal im schloss weitra samt oh-so-baroque!-theater.

das A.&O. hatte diesen salon am sonntag auserwählt, weil er die dort auftretende band „sweet sweet moon“ unbedingt mal live sehen wollte. und mich hat’s dann auch gleich richtig vom hocker geblasen: stehen auf der bühne in diesem illlustren mini-barocktheater zwei typen auf der bühne – 1x violine, 1x cello – fiedeln vor sich hin, was das zeug hält, und dazu singt/grölt/performt/betet/schreit/jauchzt der schmale geigenspieler, das einem die spucke weg bleibt:

salon_ditta

salon ditta lädt ins schloss weitra, genauer gesagt in das barocke schlosstheater. dort gibt’s süße klänge und wilde schreie!

alleine das räudige beirut-cover mit final fantasy grandiosität und patrick wolf wahnsinn sagt schon alles. große, große empfehlung! und überhaupt total entzückende leute, die salonistInnen. wer im wald4tel verkehrt – hinschauen lohnt sich!

der schwitzende erdapfel

so, und jetzt kommt die große überleitung: wieder daheim hat der salon ditta mit dem kühlschrankinhalt gefunkt, und die logische folge davon – gröstl! da waren nämlich noch unabsichtlich halbrohe petersilerdäpfel, ein viertel ziegel räuchertofu, ein halbertes fertig-grünkernlaibchen vom hofer und so sachen. die alle mit viel zwiebel in artischocken-öl angeröstet und mit tüchtig salz, pfeffer, majoran, muskat & knoblauch gepimpt, aber hallo! dazu HP-sauce und ein sellerü-salat, was willst du mehr. super dazu sind in meiner kindheitserinnerung (grenadiermarsch, that is…) auch alte knödel, nudeln-restln, und was eben sonst noch so herumkugelt.

groestl_erdaepfel

mit HP soße ist sowieso alles gut, aber die grünkern-laberl sind auch nicht von schlechten eltern. in kombi mit halbrohen und hernach kräftig angebratenen erdäpfeln g’schmackig-zünftig-super.

so war das also am wochenende!
power-chillen hilfsausdruck ;-)

deine hanna

PS: wem vielleicht schon aufgefallen ist, habe ich zwischen schwitzen und salonieren am wochenende innerhalb von 36 stunden den neuen brenner-roman ausgelesen. auch der super, nämlich!

das rosa einhorn im landgasthof

liebe kati!

diese woche war ich wieder beim e-campaigning forum europe, und dieser ableger der original-konferenz in oxford fand wieder im wunderbarst herbstlichen payerbach statt. im dortigen payerbacherhof gibt’s nicht nur angenehme konferenzräume, einen schönen wellness-bereich und einen raiffeisen-turm vorm fenster, sondern auch alljährlich ein rein veganes menü für die #ecf2014-crowd – wie schon vor 1 jahr hier berichtet.

heuer war die kulinarische seite des forums vom look her nochmal deutlich raffinierter, wie kollegin M. bei den polenta-ecken auf kürbis-ragout mit dille-deko wie folgt kommentierte:

„fehlt nur mehr die physalis, dann wär’s DO & CO!“

die vier mahlzeiten sahen dann so aus:

payerbacher_lunch_MI_web

welcome lunch: minestrone, hübsches salat-buffet und asia-gemüse mit naturtofu.

nach den vormittäglichen vorträgen ging’s dann über in mehrere sessions im open space format – will heißen: alle anwesenden können themen zur diskussion vorschlagen, die dann in die schedule zu je 45 min. slots eingeteilt werden – zwischen den sessions kann auch jederzeit gewechselt werden. das highlight: „your campaign is boring as f*** – and how to fix it“. hell yeah.

payerbachrhof_dinner

abends eine super-g’schmackige frittensuppe, erwähntes kürbis-ragout mit polenta und ein sehr dicht geratener mandel-schoko-kuchen

zwischen dem vielen hirngestürme und strategie-gewälze gibt’s auch fix in der schedule eingeplante „reflection walks“, diesmal bei angenehmen temperaturen durch die wundervoll in herbstfarben getauchten hügel mit wald und weiden. frische luft ist schließlich gut fürs hirn!

payerbacherhof_breakfast_web

frühstück is my favourite meal: veganer apfel-bananen-brei, pflanzen-margerine für’s vollkornbrot, sojamilch und verschiedenste flocken/nüsse/trockenfrüchte.

im letzten konferenz-block gab es dann noch insights von web-kollegInnen anderer organisationen, besonders famos die paradoxe intervention von S. über 10 dinge, die man bei der umsetzung politischer kampagnen auf EU-level unbedingt bedenken sollte – „never! have! clear! responsibilities!“. großes kino und kein wunder, dass sich meine liebe L. mit diesem ihrem kooperations-kollegen in sachen atomwaffen-abrüstung so gut versteht ;-)

payerbacherhof_lunch_DO

abschieds-lunch: gemüsesuppe, spaghetti mit soja-bolognese und ein etwas beängstigender pudding.

davor, dazwischen und danach wurden die hochseriösen pläne für’s digitale gutmenschen-business abends auch mal durch den kakao – respektive das bierglas gezogen: wie der in finanzierung und umsetzung detailliert diskutierte plan eines cupcake-drohnen-schwarms, begleitet von folgendem soundtrack…

also: alles pink, flauschig und wohlgelaunt soweit im onliner-land! ;-)

rosarote wochenend-grüße von
deiner hanna