ja, ja, ja – feature!

liebe hanna,

it’s not a bug, it’s a feature, so lautet das neue credo, quasi das auf die spitze getriebene „eh wurscht“. mein neuestes feature ist eine arm-bandage, ure praktisch wenn man eben mal den rechten arm drei wochen nicht benutzen will. ich muss mich mal erkundigen, ob man die auch einfach so bekommt, oder ob ich mir jedes mal den arm auskegeln muss, wenn ich mal ein bissel ruhe und nix-tun brauche.

der plan A war ja nicht unbedingt das komplette nix-tun. angedacht wäre eine silvesterparty gewesen, erstens – tradition, zweitens – die perfekte gelegenheit das „best of“ der fingerfooderfahrungen der letzten monate und jahre unter die leute zu werfen. silvester ist ja prädestiniert für fingerfood, denn bis obenhin abgefüllt, wie alle sind nach den weihnachtsfeiertagen, freut man sich zum jahreswechsel, wenn statt des fünf-gänge-menüs kleine schweinereien dargeboten werden, die man sich nach persönlichem gusto in der favorisierten menge zu gemüte führen kann. und was übrig bleibt eignet sich dann auch noch für’s neujahrsfrühstück. die füllung der diversen kleinigkeiten wechselt natürlich mit den jahreszeiten, die winterliche powerkombi ist die folgende:

rotkrautecken_q_web_fin

pimp my happening! mit ecken, schnecken, wraps & co.

rot- bzw. blaukrautecken

3 packungen blätterteig
ein kleiner kopf rot- bzw. blaukraut
1 packung maroni, vorgekocht und geschält
2 rote zwiebeln
1/2 glas zwiebelschmalz
zimt, muskat
salz, pfeffer

die zwiebeln in halbringe schneiden und im zwiebelschmalz anschwitzen, das gehobelte blaukraut dazu und ca. 20 minuten weich dünsten. die zerdrückten maroni dazugeben und mit den gewürzen abschmecken. den blätterteig jeweils in 8 gleich große vierecke radeln, mit der ausgekühlten mischung füllen, die ränder mit wasser bepinseln und geklappt mit einer gabel zusammendrücken. laut packungsanweisung backen.

spinatecken

3 packungen blätterteig
1 kg spinat (oder mangold, oder kochsalat,…)
3 gekochte (wenn geht, mehlige) kartoffeln
2 zwiebeln, fein gehackt
muskat, salz, pfeffer

spinat 2-3 minuten in kochendem wasser blanchieren und abseihen. wenn man mangold nimmt, die stängel etwas länger blanchieren (5-6 minuten). die zwiebeln in öl anschwitzen, mit den geschälten, zerdrückten kartoffeln mischen, spinat dazu und alles mit salz, pfeffer und muskat abschmecken. ab dann mit dem blätterteig wie oben verfahren.

ein wort noch zum bepinseln: es finden sich in diversen foren allerhand tipps, womit man blätterteigteilchen bestreichen kann, statt ei quasi. mich hat nix davon überzeugt. weder öl, noch öl mit sojamilch, noch wasser. ich find gar kein bestreichen noch immer am besten.

wenn du in den obigen beschreibungen diverse strudelfüllungen wiedererkennst, dann irrst du nicht. natürlich kann man das alles auch einfach im großen stil in blätter- oder strudelteig füllen.

bergschnecken sind ja mittlerweile schon bekannt, aus einer packung blätterteig werden ca. 12 schnecken, neu sind aber die mexikoschnecken:

mexikoschnecken_q_web_fin

mexikoschnecken. wie bergschnecken, nur anders.

mexikoschnecken

2 packungen blätterteig
1 dose kidneybohnen (oder zwei hand voll bohnen, über nacht eingeweicht und gekocht)
1 dose mais
1 halbes glas sugo oder 1 halbe dose tomaten
cumin, oregano, chili, salz, pfeffer
1 esslöffel stärke (mais, kartoffel, reis,…)

alles mischen, auf dem blätterteig verteilen, die hintersten fünf cm frei lassen. längs einrollen und mit einem scharfen messer in ca. 12 schnecken pro teigpackung scneiden. auf backpapier auf ein blech legen, in form drücken und ca. 20-25 minuten bei 200 grad backen. unbedingt auf einem gitter auskühlen lassen, sonst werden sie von unten nass.

der tipp mit der stärke ist übrigens von muttern und funktioniert super. angeblich auch mit einer fülle aus geriebenem, angedünstetem wurzelgemüse, aber das hab ich noch nicht probiert. zu all diesen dingen passt super eine sauce aus sojajoghurt:

joghurtsauce

500g sojajoghurt (ungesüsst!!! von joya zum beispiel)
1 bund schnittlauch
saft einer halben zitrone
eine prise paparikapilver
salz, pfeffer

grundsätzlich zum würzen der füllen: viel! von allem!! der teig schmeckt nicht nach viel, die fülle darf also ruhig etwas überwürzt bzw. versalzen schmecken, damit es hinterher passt. sollten die teilchen trotzdem fad schmecken, dann die joghurtsauce entsprechend mehr salzen.

und der oberburner sind die gefüllten wraps:

wraps_q_web_fin

asien ist total überlaufen. das buffet bei solchen schweinereien… auch!

asia wraps

6 kleine wrap-fladen
1 packung fester tofu (natur)
(sesam)öl
sojasauce
agavendicksaft oder zucker
sweet chili sauce
soja- oder mungbohnensprossen
grüner salat
butterbrotpapier
gummiringerl

den tofu in acht scheiben schneiden und diese jeweil längs dritteln. diese stifte in öl resch anbraten, mit sojasauce löschen und mit agavendicksaft oder zucker kurz (10 sekunden vielleicht) karamellisieren. aus der pfanne nehmen und auskühlen lassen. eine wrap-flade mit salat, sweet chilisauce, vier tofustreifen und sojasprossen befüllen, link und rechts einschlagen und zusammenrollen. diese rolle links und rechts mit butterbrotpapier umwickeln, das papier mit jeweils einem gummiringerl fixieren und die rolle in der mitte diagonal halbieren. sieht super aus und schmeckt auch so. achtung, das gummiringerl soll eher locker als fest sitzen, sonst geht die chilisauce ihre eigenen wege.

tahina-wraps

6 kleine wrap-fladen
1 packung räuchertofu
sojasauce
senf
rotwein
1 rote zwiebel in halbringen (optional)
tahina
grüner salat
butterbrotpapier
gummiringerl

den tofu wie oben schneiden, in öl anbraten, senf (ca. 2 esslöffel) mitbraten, mit sojasauce und einem schuss rotwein ablöschen. kurz einkochen lassen und abkühlen lassen. eine flade mit tahina, grünem salat, 4 tofustangerl und ev. zwiebeln füllen und wie oben beschrieben rollen und schneiden. schmeckt übrigens auch gigantisch mit grillgemüse, aber das ist eine sommergeschichte.

nachdem das ein hypothetischer blogpost ist, gibt es diesmal (fast) keine fotos – zumindest nicht von silvester, sondern einer davorherigen geburtstagssause. muss auch reichen. also:

DSC01026

fuck fingerfood, ich fahr nach spitz käsefondue essen.

abtrünnig,
dein lesterschwein

feierei & völlerei

liebe kati,

arme einarmige banditin, du! hoffe, du hast trotz invalidität gestern gut gefeiert & gevöllert und ihr hattet einen entspannten abend.

das ist übrigens, liebe leserchens, der grund, warum es seit einer woche gar so ruhig ist bei den lesterschweinen: neben der bekannter maßen ungemein besinnlich-adventlichen alljährlichen vanillekipferl-idylle hat katis ich-brauch-eigentlich-die-nächsten-3-wochen-eh-nur-1-arm-verunfallung gepaart mit meiner durchgehenden völlerei, dank der sämtliche energien für verdauungsvorgänge aufgespart werden mussten, zu einer immanenten schreib-blockade geführt.

bei mir ging’s nämlich mit der festen fest-fresserei gleich am 22.12. los, bei einem vleisch-völler-ausflug mit V. zu xu’s cooking. ich sag nur:

„Spezial-Hühnerfleisch – schmeckt verboten gut“
(aus xu’s Speisekarte)

geiler scheiß, vor allem die wirklich leckeren gedämpften dim sum und das aromatische crispy chicken mit thai basilikum. irgendwann hat aber dann beim vernichten der finalen vleisch-berge mein magen rebelliert, und das A.&O. ist bei meiner ankunft zuhause dank meines subtilen knoblauch-odeurs (deshalb schmeckt’s schließlich so verboten gut) halb in ohnmacht gefallen. pardauz!

xus_kitchen_2014

pflanzenhuhn, wem huhn gebührt! „Crispy Chicken leicht gebraten mit Basilikum in der heißen Pfanne“ und das verboten gute spezial-hühnervleisch.

daraufhin wurde am 23.12. wie jedes jahr bei dir, liebes lesterschwein, samt family plus unserem grrbrr samt family plus dem brüderchen mit S. und meiner wenigkeit samt dem A.&O. ordentlich gefeiert – heuer haben wir einander wieder tüchtig paniert, und zwar in form von gebackenen karotten, schwammerln, sellerüs & co (jaja, die normative kraft der panier)! der abendhimmel hat sich noch einen der dieser tage fulminanten rosa-orangefarbenen technicolor-sonnenuntergänge gegeben, der baum hat kurz darauf schön gebrannt und alles war… weird… gut ;-) wir du letztes jahr so schön resümmiert hast:

nachdem wir ja als schlaue patchworker schon seit jahren am 23.12. weihnachten feiern ist mir heute klar geworden, dass für das jungkind und auch für mich der 23. mittlerweile ein ganz regulärer erster weihnachtfeiertag ist. die normative kraft des faktischen beeindruckt mich immer wieder.

ich bin tags darauf wie immer in die hohen berge ausgewandert, und habe ebenda am 24.12. sogar trotz strahlendem frühlingswetter etwas schnee gefunden! heute zuckert’s sogar leise vor sich hin, das geht fast schon als weiße weihnacht durch ;-) in C.’s foto-fundus habe ich dann auch ein lesterschweinisches archiv-bild von unserem allerersten schwestern-kalender anno 2006 (??) oder so ntdeckt, und das passt hervorragend zur jahreszeit wie ich finde!

xmas_2014in diesem sinne noch entspannte feiertage allerseits, einen geruhsamen jahresausklang, einen heiteren rutsch, einen guten start gen 2015 und auf ein baldiges wiederlesen in 2-3 wochen!

bussi,
hanna
i.V. die lesterschweine

it’s not a bug, it’s a feature!

liebe kati,

wir sind ja mittlerweile beide, trau ich mich sagen, schon recht routinierte improvisateurinnen. daher ist der obige ausspruch in unserem standard-repertoire, und mir ging’s beim nachbau deiner cha-cha-chatreuse nicht anders. der mini-wirsing hatte statt satt-grüner nur weiß-gräuliche blätter, ich hab weder kräuterseitlinge noch getrocknete steinpilze gefunden, und für wurzeljus hatte ich auch nicht alle zutaten daheim. also – improvisier, improvisier – eine chatreuse blanc gezaubert!

das sieht dann in kombi mit chiasamen von B. so aus:

chatreuse_blanc

diese chatreuse glänzt nicht mit kräftigen farben, sondern mit nobler blässe. und natürlich inneren werten, versteht sich.

was, wo ist denn da der prächtig dunkelrote wurzeljus? wirst du dich fragen. hah – den hab ich mit CSA-sachen in form eines sämigen, g’schmackigen, herzhaften pürees ersetzt! und das geht so:

wurzelpüree

1/3 sellerieknolle
eine handvoll erdäpfel
3-4 pastinaken
1 zwiebel
2 knoblauchzehen
0,75l gemüsebrühe
thymian
majoran
muskat
salz, pfeffer
etwas öl

gemüse waschen und schälen, in grobe stücke schneiden. zwiebel & knoblauch schälen und klein schnippeln, in etwas öl glasig rösten. gemüse dazu und kurz mitrösten, alles mit suppe aufgießen, je ordentlich thymian und majoran sowie etwas musikat dazu und alles ca. 20 min. köcheln lassen. mit salz & pfeffer abschmecken, und pürieren. wenn man das ganze mit etwas wasser aufstreckt hat man eine herzhafte gemüsecremesuppe. auch gut!

noch so ein bug-or-feature phänomen sind mindesthaltbarkeitsdaten. eigentlich sollten sie ja ein feature sein: schau, nach diesem datum bin ich wohl nicht mehr so gut drauf! aber in wahrheit sind MHDs heillos überschätzt und die meisten sachen noch lange nach dem ablaufdatum verzehrbar. wie E. zu sagen pflegt: „die leut schmeißen viel zu viel weg!“

daher hat E. mir aus dem büro-kühlschrank bei einer entrümpelungs-aktion ein vierer-pack ungeöffnetes soja-heidelbeer-joghurt von provamel „gerettet“. für dich, hanna!

ich – sehr skeptisch, weil 4 monate abgelaufenes joghurt ist jetzt so in herkömmlicher haltbarkeite-denke nicht mega-einladend. aber wenn mir eine hygiene- und sanitärsystem-expertin hochheilig erklärt, dass es nur 2 dinge gibt, die kühlware ins verderben stürzen, muss man ihr das einfach glauben:

schau, entweder es ist schon geöffnet bzw. die packung beschädigt. dann schimmelt’s – das merkst du dann eh sofort am bewuchs. oder es wird zu warm gelagert – dann fängt’s zu gären an. aber wenn eine ungeöffnete verpackung im kühlschrank steht und sich unauffällig verhält – da kann gar nix sein!

sprach’s, reichte mir einen löffel und zückte ihr handy, um die hanna-verkostet-antikes-heidelbeerjoghurt-session zu dokumentieren:

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dieses sojajoghurt ist zwar seit 4 monaten abgelaufen, schmeckt aber ebenfalls trotzdem gut!

 

und siehe da: das joghurt sah tatsächlich noch völlig unversehrt aus, roch unverdächtig, schmeckte wie soja-joghurt eben schmeckt (ein bissi bitter), und verhielt sich auch im magen-darm-trakt völlig unauffällig. E. hat sich noch mehrmals nach meinem wohlbefinden erkundigt und war ob des formidablen starts der testreihe hocherfreut – aus rein professioneller perspektive, versteht sich.

fazit: leute, schmeißt’s nicht so viel weg! verlasst’s euch lieber auf euer sehvermögen (bewuchs?), euren geruchssinn (fäult’s?) und eure geschmacksnerven (grindelt’s)? weil haltbarkeitsdaten können schon mal buggy sein – aber eure sinne sind definitiv features ;-)

… nur das schimmlige karottenbrot heut früh – ja, das hab ich weggeschmissen. schade, aber schimmlig – ob mit oder ohne MHD. sorry.

so long,
die heidelhanna

gut genug ist gut genug

liebe kati,

dieser deinige ausspruch gestern beim rollen von zig geburtstags-wraps (eine miniatur-abwandlung mexikanischer fladen) war für mich die vorweihnachtliche faust auf’s aug, weil: bei der produktion von advent-leckereien sollte man sich als feingebäck-laiin, wie ich eine bin, diese weisheit hinter die ohren schreiben.

zuerst war ja alles noch in butter, äh, margarine: aus deinem mürbteig-rezept haben das A.&O. und ich superg’schmeidige teige per hand erknetet, und auch die trüffel-anleitung von muttern (siehe unten) hat sich mit schokoschmelz und staubzuckerung sehr appetitlich entwickelt. zur kühlung alles raus auf’s fensterbrett und vorfreude ob der bevorstehenden adventlichen duftschwaden aus dem backrohr.

doch dann ging’s schon los mit den küchen-hoppala’s: der mürbteig ließ sich nicht hauchdünn ausrollen (ich sag nur: 2mm!), sondern klebte entweder am nudelwalker fest oder löste sich nur höchst unfreiwillig in fetzenform von der küchenplatte. dann im backrohr zerliefen die sterne, bäume, pilze und herzen wie mit dem weichzeichner verzerrt. nach der 2,5-fachen backzeit sind dann die ersten drei fuhren dunkelbraun geworden, die vierte fuhr haben wir kurzerhand vergessen – bergwerk, olé! meine frustrierte SMS an keks-königin V., die heuer wieder 25+kg für family & friends produziert, wurde beantwortet mit den worten:

… das passiert sogar den meistern. das erste bech ist nie was, deswegen gleich doppelte menge machen!

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nein, das sind keine kakao-kekse, sondern derselbe teig – nur mit unfreiwillig verdoppelter backzeit…

die trüffel wiederum waren zu lang am fensterbrett, die masse folglich beton. aus dem hat das A.&O. dann brocken herausgeschlagen und geformt, während sie in den händen äußerlich dahingeschmolzen sind. naja, rough ist halt das neue nobel, oder so.

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aber: eh wurscht! die trüffel schauen zwar wild aus, sind aber trotzdem sehr lecker, daher hier das rezept von muttern:

schokotrüffel

200g kochschokolade
100g margerine
100g staubzucker
2 sackerl vanillezucker oder bourbon-vanille
2 TL rum oder rumaroma
2 TL kakao

schoko und margarine im wasserbad erweichen, übrige zutaten locker einrühren mit teigschaber oder kochlöffel. danach die masse kalt stellen und alle 30 min. durchrühren, bis es sich nicht mehr rühren lässt. daraus kugeln kugeln (hände mit wasser abkühlen!) und diese in schokostreuseln oder kakao wälzen, dann in in papierkapseln legen. voilá!

ach ja, und die übrigen nicht verkohlten kekse haben wir einfach mit deiner waldbeer-marmelade gefüllt und in tüchtig schoko-tunke versenkt (manner haushaltsschoko mit reismilch-kuvertüre, alsan, trüffel-resten und alladin-gewürz zusammengeschmolzen):

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und das ergebnis: lecker! keine kraxenweg-kreation, das geb ich zu – aber solide weihnachtsbäckerei. gut genug ist eben gut genug :-)

in diesem sinne gutes chillen dir noch nach dem gestrigen power-tag,
und bis bald!

alles liebe,
dein trüffel(lester)schwein

du weißt schon, relativität.

liebe kati!

„du weißt schon, relativität.“

… sprach neulich miami-M. zu mir, als er mir den neuen sci-fi-streifen interstellar und die verlangsamung der zeit in der nähe schwarzer löcher zu erklären versuchte. jö, denk ich mir, er glaubt, ich und relativität, auf du und du! ich bin doch keine science busterin oder astrobloggerin. das alles bei einem spätvormittäglichen geburtstagsbrunch, denn M. feierte kürzlich seinen letzten twenty-something.

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geburtstagsbrunch á la joseph: nicht ganz billig, aber die paprika-granatapfel-muhammara ist auch nicht von schlechten eltern…

relativ war jedenfalls preis-leistungs-verhältnis bei der brunch-location: das joseph-bistro auf der landstraße, der gastro-ableger von joseph-brot im 1. bezirk. bekannter maßen im gehobenen preissegment, das ist dann schon mal eine frühstücks-kombi um EUR 14,90, der café latte mit sojamilch mit EUR 4,30. hm.

ein bisschen hui

das heuer am karlsplatz macht das ähnlich – die geräuchert-geschmorte süßkartoffel ist zwar buttrigst-cremig und die zwei spalten einer gekochten rübe harmonieren auch schön mit dem „himbeerlack“ und den groben salzkristallen, aber um EUR 6,50? denk ich mir, als der magen nach dem letzten bissen „ja, und weiter?“ raunt. wobei dann wieder… hübsch, nobel, hui – also unter 10 EUR eigentlich eh wieder relativ günstig?

heuer_ruebe

„Geräucherte Süsskartoffel mit Salsa Verde, Roten Rüben in der Folie mit Maldon-Salz und Himbeerlack“

was uns wieder auf die frage zurückwirft: was ist denn essen eigentlich wert – vom ab-hof-naturprodukt bis zum fancy kredenzenten gourmet-shit?

die diskussion führten das A.&O. und ich gerade zum x-ten mal, um zu entscheiden, ob wir meinen CSA-anteil weiterhaben wollen. super konzept, super sache, super gemüse. aber dann manchmal eben doch preis-mengen-mäßig relativ wenig für die EUR 10,50 pro wöchentlichem halben ernteanteil. aber eben relativ im vergleich wozu? zum supermarkt-gemüse natürlich nicht, zum bio-markt mit hauptsächlich deutscher import-ware auch nicht. zur ökoparzelle auch wieder nicht. wo setzt man dann also die benchmark?

was ist wert wert?

die VWL kommt da natürlich mit schlauen grenzziehungen wie objektivität vs. subjektivität…

  • objektiver wert: 1/2 ernteanteil á EUR 10,50 (zB diese woche 400g pastinaken, 1 sellerie, 1 knoblauchzehe, 1 rettich, 1 grüner mini-paprika – potentiell auch grünkohl, der war aber nicht auffindbar) – das ist gemüse, mit dem kann man sachen kochen.
  • subjektiver wert: regionales, saisonales, nachhaltiges gemüse direkt vom bio-hof ist schon sehr leiwand.
  • subjektiver nutzwert: welche mahlzeiten kann ich mit den zutaten zubereiten? und was, wenn ich rettich gar nicht mag?
  • objektiver tauschwert: wie viel würde mir jemand geben, dem ich den umfang dieses ernteanteils zum kauf anbiete?

… aber das hilft dann bei der individuellen wertzumessung und dem vergleich subjektiver wertzuschreibungen von etwas so essentiellen und gleichzeitig hochpersönlichem wie nahrung auch nicht so viel weiter.

aber zurück zum eigentlich thema, dem restaurant-essen. da war ich dann fast schon echauffiert, wenn der jungbruder 7 EUR für einen vollen teller lecker veggie-food aus dem mangold’s in graz (bereits hier getestet) als „happig“ bezeichnet („in einem kebap ist auch nicht mehr drin…“). wie kann man überhaupt ein kebap mit vollwert-kost vergleichen? man kann. und eigentlich ist das alles ja auch stark eine erwartungshaltungsfrage (W. findet essen beim griechen scheiße, weil es nicht wie auf seiner griechischen lieblingsinsel schmeckt.) hmpf.

eat as you wish

vielleicht funktioniert deshalb pay-as-you-wish oft… nicht. oder dann auch wieder… gut. zum beispiel seit langem schon im gaga:rin (von lunch bis brunch) oder auch im wiener deewan vom meinerseits ausgerufenen kulinarium liechtensteinstraße. dort kann man curry nach lust und laune mampfen und dann eben zahlen, so viel man will. was es einem wert ist. catering gibt’s auch, allerdings dann zum fixpreis, so wie heute bei uns im office: omnomnom bohnen und erdäpfel und beilagen, basic aber gut! da hätte ich dafür gerne 8-10 EUR abgelegt. weil ja leiwand!

wr_deewan_catering

catering vom wiener deewan: bohnen, erdäpfel, reis, brot, mangochutney. gut!

aber was erzähl ich dir als gastro-professionistin, die preisgestaltung für essen ist halt ein komplexes etwas. relativität, eben.

tjo…

worauf wollte ich jetzt eigentlich hinaus?

hm.

naja, egal. ich schau mal zu loop-könig & violin-virtuose O. in die brut, wo er sein neues album vorspielt. und das wird oberleiwand!

nix relativ, nur super ;-)

deine,
hanna

PS: puh, war das ein anstrengender blogpost! das nächste mal schreib ich über heidelbeeren, koffeinschoko und pastinaken-bechamel ;-)

nuuuudlen!

liebe kati,

nein, das ist kein spätabendlicher vertippser – nudlen, nudeln – sondern wahrhaftiger wachauer-sprech. nämlich von der wilden kleinen M. in voller lautstärke skandiert, wenn sie blond gelockt frohlockt, sobald die magischen hartweizengrieß-erzeugnisse am tisch landen. NUDLEN!!! eben – so geschehen vergangenes wochenende bei einem lunch-besuch im gemütlichen honiggarten.

besonders super sind diese erzeugnisse aber vor allem: selbsterzeugt! so geschehen tags darauf im – richtig geraten – donaugarten. dort sind EMELT über ihren schatten gesprungen und haben das spitzer pasta-101 (mehl + wasser + 1 ei) gegen eine vegane version abgewandelt. die donaugärtnerin und ich haben ein bisschen um die wette gegoogelt, und mit grrbrr’s rechenkünsten wurde es dann diese fabulose zaubermischung:

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pasta, selbstgemacht

500g weizengrieß
225ml sehr warmes wasser

mit der küchenmaschine verrühren (oder ausgiebigst per hand kneten – noch nicht getestet), nicht wundern – ist anfangs ein bröselhaufen, wird erst nach und nach was teigiges. sobald ein seidig-geschmeidiger klumpen entsteht, diesen in plastikfolie wickeln und mind. 30 min. ruhen lassen. hernach auswalken und entweder mit einem küchenmaschinen-nudelaufsatz glätten und in tagliatelle säbeln, oder per hand in eine gewünschte form schneiden. nudlen-nudeln in wallendes (nicht all zu heftig kochendes) gesalzenes wasser schmeißen und 3 min. kochen (achtung, geht ratzfatz!). abseihen, olivenöl drüber (damit sie nicht zusammenpicken) und mit sauce nach wahl kredenzen.

heißer tipp: zitronen-kapern-sauce á la kati!

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alter schwede, kann man da nur sagen, ein weiterer beweis für DIY rulez!

so, das war’s auch schon wieder für heute, das bett ruft – beim nächsten mal geht’s um relativität, da muss ich mich noch entsprechend darauf vorbereiten. science, baby! wie C. von den orphan black klon-schwestern sagen würde. wobei das ja in wahrheit nur eine person ist, wie die special effects beweisen. aber das wär mir zu verwirrend. bin ich froh, dass wir nicht eine, sondern 2 schwestern sind!

in diesem sinne eine gute nacht & auf bald, schwesterherz!

deine
hanna

authentizität durch minimalismus, quasi

liebe kati,

nach unserer foodblog der woche-sache hat ex-studienkollege M. auf facebook gefragt, warum wir eigentlich noch immer als wordpress-subdomain firmieren – und nicht eine richtige, ordentliche, professionelle URL wie „lesterschweine.com“, „lesterschweine.org“, „lesterschweine.at“ oder so haben. meine antwort darauf:

gute frage… hm… eine mischung aus faulheit und „eh wurscht“, tät ich sagen. wir sind ja kein super-gepimpter, magazin-fotos produzierender high-end-blog, sondern immer noch einfach ein bisschen email-geplauder zwischen schwestern. da reicht das basic-setup, ein „lesterschweine.com“ wär fast schon zu professionell, quasi

und er darauf:

authentizität durch minimalismus, quasi ;-)

und ich finde, das trifft die sache richtig gut!

auch minimalistisch ist ja dein kongeniales schoko-kokos-pudding-rezept, das ich kürzlich nachgebaut habe. kokosmilch mit etwas maizena aufkochen und geschmolzene lindt-schoko (ich sag nur: intense orange noir!) einrühren, das schaff sogar ich…

einziger schönheitsmakel war die mangelnde standfestigkeit nach dem stürzen aus den oh-so-romantique herzförmchen, aber egal, halt ein pudding-creme-haufen. gepimpt mit DIY-zwetschkenröster und frisch gezaubertem, noch warmen apfel-birnen-kompott. oh la la! auch die neuerdings erschlossene #vegan-crowd auf instagram hat ihr wohlwollen mit kleinen ♥-chen kundgetan:

schokopudding

schoko-kokos-pudding mit orangennote an homemade apfel-/zwetschkenkompott. an der deko wird noch gearbeitet… #vegan #undallesoyeah

das apfelkompott, nämlich, stammte aus der brüderlichen lieferung der letzten ernte aus dem fernen kärnten. nicht nur in roh, sondern auch in form 2er 20l-kanister frisch gepressten, naturtrüben apfelsaft!

apfelsachen

ja, und da kann man dann prima kompott draus machen:

apfelkompott

äpfel, birnen, etc. in spalten
300 ml apfelsaft
1 EL honig
1 schuss weißwein zum ablöschen
wasser nach bedarf
zimt
nelken
rosinen
mandelsplitter

honig in einen topf und erhitzen, birnen-/apfelspalten und rosinen darin karamellisieren, zimt dazu, mit weißwein (retsina!) ablöschen. mandelsplitter dazu und mit apfelsaft und je nach bedarf wasser dazu, alles sollte bedeckt sein. kurz aufkochen. fertisch!

so, und fertisch bin ich jetzt selber, nachdem musikfreund T. mit seiner samba-gruppe bei der gründungs-party der umwelt-NGO oceans’14 das tüwi zerlegt hat ;-)

bis bald also, liebstes lesterschwein!

dein hannalein