it’s not a bug, it’s a feature!

liebe kati,

wir sind ja mittlerweile beide, trau ich mich sagen, schon recht routinierte improvisateurinnen. daher ist der obige ausspruch in unserem standard-repertoire, und mir ging’s beim nachbau deiner cha-cha-chatreuse nicht anders. der mini-wirsing hatte statt satt-grüner nur weiß-gräuliche blätter, ich hab weder kräuterseitlinge noch getrocknete steinpilze gefunden, und für wurzeljus hatte ich auch nicht alle zutaten daheim. also – improvisier, improvisier – eine chatreuse blanc gezaubert!

das sieht dann in kombi mit chiasamen von B. so aus:

chatreuse_blanc

diese chatreuse glänzt nicht mit kräftigen farben, sondern mit nobler blässe. und natürlich inneren werten, versteht sich.

was, wo ist denn da der prächtig dunkelrote wurzeljus? wirst du dich fragen. hah – den hab ich mit CSA-sachen in form eines sämigen, g’schmackigen, herzhaften pürees ersetzt! und das geht so:

wurzelpüree

1/3 sellerieknolle
eine handvoll erdäpfel
3-4 pastinaken
1 zwiebel
2 knoblauchzehen
0,75l gemüsebrühe
thymian
majoran
muskat
salz, pfeffer
etwas öl

gemüse waschen und schälen, in grobe stücke schneiden. zwiebel & knoblauch schälen und klein schnippeln, in etwas öl glasig rösten. gemüse dazu und kurz mitrösten, alles mit suppe aufgießen, je ordentlich thymian und majoran sowie etwas musikat dazu und alles ca. 20 min. köcheln lassen. mit salz & pfeffer abschmecken, und pürieren. wenn man das ganze mit etwas wasser aufstreckt hat man eine herzhafte gemüsecremesuppe. auch gut!

noch so ein bug-or-feature phänomen sind mindesthaltbarkeitsdaten. eigentlich sollten sie ja ein feature sein: schau, nach diesem datum bin ich wohl nicht mehr so gut drauf! aber in wahrheit sind MHDs heillos überschätzt und die meisten sachen noch lange nach dem ablaufdatum verzehrbar. wie E. zu sagen pflegt: „die leut schmeißen viel zu viel weg!“

daher hat E. mir aus dem büro-kühlschrank bei einer entrümpelungs-aktion ein vierer-pack ungeöffnetes soja-heidelbeer-joghurt von provamel „gerettet“. für dich, hanna!

ich – sehr skeptisch, weil 4 monate abgelaufenes joghurt ist jetzt so in herkömmlicher haltbarkeite-denke nicht mega-einladend. aber wenn mir eine hygiene- und sanitärsystem-expertin hochheilig erklärt, dass es nur 2 dinge gibt, die kühlware ins verderben stürzen, muss man ihr das einfach glauben:

schau, entweder es ist schon geöffnet bzw. die packung beschädigt. dann schimmelt’s – das merkst du dann eh sofort am bewuchs. oder es wird zu warm gelagert – dann fängt’s zu gären an. aber wenn eine ungeöffnete verpackung im kühlschrank steht und sich unauffällig verhält – da kann gar nix sein!

sprach’s, reichte mir einen löffel und zückte ihr handy, um die hanna-verkostet-antikes-heidelbeerjoghurt-session zu dokumentieren:

collage_20141215213957939

dieses sojajoghurt ist zwar seit 4 monaten abgelaufen, schmeckt aber ebenfalls trotzdem gut!

 

und siehe da: das joghurt sah tatsächlich noch völlig unversehrt aus, roch unverdächtig, schmeckte wie soja-joghurt eben schmeckt (ein bissi bitter), und verhielt sich auch im magen-darm-trakt völlig unauffällig. E. hat sich noch mehrmals nach meinem wohlbefinden erkundigt und war ob des formidablen starts der testreihe hocherfreut – aus rein professioneller perspektive, versteht sich.

fazit: leute, schmeißt’s nicht so viel weg! verlasst’s euch lieber auf euer sehvermögen (bewuchs?), euren geruchssinn (fäult’s?) und eure geschmacksnerven (grindelt’s)? weil haltbarkeitsdaten können schon mal buggy sein – aber eure sinne sind definitiv features ;-)

… nur das schimmlige karottenbrot heut früh – ja, das hab ich weggeschmissen. schade, aber schimmlig – ob mit oder ohne MHD. sorry.

so long,
die heidelhanna

gut genug ist gut genug

liebe kati,

dieser deinige ausspruch gestern beim rollen von zig geburtstags-wraps (eine miniatur-abwandlung mexikanischer fladen) war für mich die vorweihnachtliche faust auf’s aug, weil: bei der produktion von advent-leckereien sollte man sich als feingebäck-laiin, wie ich eine bin, diese weisheit hinter die ohren schreiben.

zuerst war ja alles noch in butter, äh, margarine: aus deinem mürbteig-rezept haben das A.&O. und ich superg’schmeidige teige per hand erknetet, und auch die trüffel-anleitung von muttern (siehe unten) hat sich mit schokoschmelz und staubzuckerung sehr appetitlich entwickelt. zur kühlung alles raus auf’s fensterbrett und vorfreude ob der bevorstehenden adventlichen duftschwaden aus dem backrohr.

doch dann ging’s schon los mit den küchen-hoppala’s: der mürbteig ließ sich nicht hauchdünn ausrollen (ich sag nur: 2mm!), sondern klebte entweder am nudelwalker fest oder löste sich nur höchst unfreiwillig in fetzenform von der küchenplatte. dann im backrohr zerliefen die sterne, bäume, pilze und herzen wie mit dem weichzeichner verzerrt. nach der 2,5-fachen backzeit sind dann die ersten drei fuhren dunkelbraun geworden, die vierte fuhr haben wir kurzerhand vergessen – bergwerk, olé! meine frustrierte SMS an keks-königin V., die heuer wieder 25+kg für family & friends produziert, wurde beantwortet mit den worten:

… das passiert sogar den meistern. das erste bech ist nie was, deswegen gleich doppelte menge machen!

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nein, das sind keine kakao-kekse, sondern derselbe teig – nur mit unfreiwillig verdoppelter backzeit…

die trüffel wiederum waren zu lang am fensterbrett, die masse folglich beton. aus dem hat das A.&O. dann brocken herausgeschlagen und geformt, während sie in den händen äußerlich dahingeschmolzen sind. naja, rough ist halt das neue nobel, oder so.

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aber: eh wurscht! die trüffel schauen zwar wild aus, sind aber trotzdem sehr lecker, daher hier das rezept von muttern:

schokotrüffel

200g kochschokolade
100g margerine
100g staubzucker
2 sackerl vanillezucker oder bourbon-vanille
2 TL rum oder rumaroma
2 TL kakao

schoko und margarine im wasserbad erweichen, übrige zutaten locker einrühren mit teigschaber oder kochlöffel. danach die masse kalt stellen und alle 30 min. durchrühren, bis es sich nicht mehr rühren lässt. daraus kugeln kugeln (hände mit wasser abkühlen!) und diese in schokostreuseln oder kakao wälzen, dann in in papierkapseln legen. voilá!

ach ja, und die übrigen nicht verkohlten kekse haben wir einfach mit deiner waldbeer-marmelade gefüllt und in tüchtig schoko-tunke versenkt (manner haushaltsschoko mit reismilch-kuvertüre, alsan, trüffel-resten und alladin-gewürz zusammengeschmolzen):

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und das ergebnis: lecker! keine kraxenweg-kreation, das geb ich zu – aber solide weihnachtsbäckerei. gut genug ist eben gut genug :-)

in diesem sinne gutes chillen dir noch nach dem gestrigen power-tag,
und bis bald!

alles liebe,
dein trüffel(lester)schwein

du weißt schon, relativität.

liebe kati!

„du weißt schon, relativität.“

… sprach neulich miami-M. zu mir, als er mir den neuen sci-fi-streifen interstellar und die verlangsamung der zeit in der nähe schwarzer löcher zu erklären versuchte. jö, denk ich mir, er glaubt, ich und relativität, auf du und du! ich bin doch keine science busterin oder astrobloggerin. das alles bei einem spätvormittäglichen geburtstagsbrunch, denn M. feierte kürzlich seinen letzten twenty-something.

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geburtstagsbrunch á la joseph: nicht ganz billig, aber die paprika-granatapfel-muhammara ist auch nicht von schlechten eltern…

relativ war jedenfalls preis-leistungs-verhältnis bei der brunch-location: das joseph-bistro auf der landstraße, der gastro-ableger von joseph-brot im 1. bezirk. bekannter maßen im gehobenen preissegment, das ist dann schon mal eine frühstücks-kombi um EUR 14,90, der café latte mit sojamilch mit EUR 4,30. hm.

ein bisschen hui

das heuer am karlsplatz macht das ähnlich – die geräuchert-geschmorte süßkartoffel ist zwar buttrigst-cremig und die zwei spalten einer gekochten rübe harmonieren auch schön mit dem „himbeerlack“ und den groben salzkristallen, aber um EUR 6,50? denk ich mir, als der magen nach dem letzten bissen „ja, und weiter?“ raunt. wobei dann wieder… hübsch, nobel, hui – also unter 10 EUR eigentlich eh wieder relativ günstig?

heuer_ruebe

„Geräucherte Süsskartoffel mit Salsa Verde, Roten Rüben in der Folie mit Maldon-Salz und Himbeerlack“

was uns wieder auf die frage zurückwirft: was ist denn essen eigentlich wert – vom ab-hof-naturprodukt bis zum fancy kredenzenten gourmet-shit?

die diskussion führten das A.&O. und ich gerade zum x-ten mal, um zu entscheiden, ob wir meinen CSA-anteil weiterhaben wollen. super konzept, super sache, super gemüse. aber dann manchmal eben doch preis-mengen-mäßig relativ wenig für die EUR 10,50 pro wöchentlichem halben ernteanteil. aber eben relativ im vergleich wozu? zum supermarkt-gemüse natürlich nicht, zum bio-markt mit hauptsächlich deutscher import-ware auch nicht. zur ökoparzelle auch wieder nicht. wo setzt man dann also die benchmark?

was ist wert wert?

die VWL kommt da natürlich mit schlauen grenzziehungen wie objektivität vs. subjektivität…

  • objektiver wert: 1/2 ernteanteil á EUR 10,50 (zB diese woche 400g pastinaken, 1 sellerie, 1 knoblauchzehe, 1 rettich, 1 grüner mini-paprika – potentiell auch grünkohl, der war aber nicht auffindbar) – das ist gemüse, mit dem kann man sachen kochen.
  • subjektiver wert: regionales, saisonales, nachhaltiges gemüse direkt vom bio-hof ist schon sehr leiwand.
  • subjektiver nutzwert: welche mahlzeiten kann ich mit den zutaten zubereiten? und was, wenn ich rettich gar nicht mag?
  • objektiver tauschwert: wie viel würde mir jemand geben, dem ich den umfang dieses ernteanteils zum kauf anbiete?

… aber das hilft dann bei der individuellen wertzumessung und dem vergleich subjektiver wertzuschreibungen von etwas so essentiellen und gleichzeitig hochpersönlichem wie nahrung auch nicht so viel weiter.

aber zurück zum eigentlich thema, dem restaurant-essen. da war ich dann fast schon echauffiert, wenn der jungbruder 7 EUR für einen vollen teller lecker veggie-food aus dem mangold’s in graz (bereits hier getestet) als „happig“ bezeichnet („in einem kebap ist auch nicht mehr drin…“). wie kann man überhaupt ein kebap mit vollwert-kost vergleichen? man kann. und eigentlich ist das alles ja auch stark eine erwartungshaltungsfrage (W. findet essen beim griechen scheiße, weil es nicht wie auf seiner griechischen lieblingsinsel schmeckt.) hmpf.

eat as you wish

vielleicht funktioniert deshalb pay-as-you-wish oft… nicht. oder dann auch wieder… gut. zum beispiel seit langem schon im gaga:rin (von lunch bis brunch) oder auch im wiener deewan vom meinerseits ausgerufenen kulinarium liechtensteinstraße. dort kann man curry nach lust und laune mampfen und dann eben zahlen, so viel man will. was es einem wert ist. catering gibt’s auch, allerdings dann zum fixpreis, so wie heute bei uns im office: omnomnom bohnen und erdäpfel und beilagen, basic aber gut! da hätte ich dafür gerne 8-10 EUR abgelegt. weil ja leiwand!

wr_deewan_catering

catering vom wiener deewan: bohnen, erdäpfel, reis, brot, mangochutney. gut!

aber was erzähl ich dir als gastro-professionistin, die preisgestaltung für essen ist halt ein komplexes etwas. relativität, eben.

tjo…

worauf wollte ich jetzt eigentlich hinaus?

hm.

naja, egal. ich schau mal zu loop-könig & violin-virtuose O. in die brut, wo er sein neues album vorspielt. und das wird oberleiwand!

nix relativ, nur super ;-)

deine,
hanna

PS: puh, war das ein anstrengender blogpost! das nächste mal schreib ich über heidelbeeren, koffeinschoko und pastinaken-bechamel ;-)

nuuuudlen!

liebe kati,

nein, das ist kein spätabendlicher vertippser – nudlen, nudeln – sondern wahrhaftiger wachauer-sprech. nämlich von der wilden kleinen M. in voller lautstärke skandiert, wenn sie blond gelockt frohlockt, sobald die magischen hartweizengrieß-erzeugnisse am tisch landen. NUDLEN!!! eben – so geschehen vergangenes wochenende bei einem lunch-besuch im gemütlichen honiggarten.

besonders super sind diese erzeugnisse aber vor allem: selbsterzeugt! so geschehen tags darauf im – richtig geraten – donaugarten. dort sind EMELT über ihren schatten gesprungen und haben das spitzer pasta-101 (mehl + wasser + 1 ei) gegen eine vegane version abgewandelt. die donaugärtnerin und ich haben ein bisschen um die wette gegoogelt, und mit grrbrr’s rechenkünsten wurde es dann diese fabulose zaubermischung:

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pasta, selbstgemacht

500g weizengrieß
225ml sehr warmes wasser

mit der küchenmaschine verrühren (oder ausgiebigst per hand kneten – noch nicht getestet), nicht wundern – ist anfangs ein bröselhaufen, wird erst nach und nach was teigiges. sobald ein seidig-geschmeidiger klumpen entsteht, diesen in plastikfolie wickeln und mind. 30 min. ruhen lassen. hernach auswalken und entweder mit einem küchenmaschinen-nudelaufsatz glätten und in tagliatelle säbeln, oder per hand in eine gewünschte form schneiden. nudlen-nudeln in wallendes (nicht all zu heftig kochendes) gesalzenes wasser schmeißen und 3 min. kochen (achtung, geht ratzfatz!). abseihen, olivenöl drüber (damit sie nicht zusammenpicken) und mit sauce nach wahl kredenzen.

heißer tipp: zitronen-kapern-sauce á la kati!

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alter schwede, kann man da nur sagen, ein weiterer beweis für DIY rulez!

so, das war’s auch schon wieder für heute, das bett ruft – beim nächsten mal geht’s um relativität, da muss ich mich noch entsprechend darauf vorbereiten. science, baby! wie C. von den orphan black klon-schwestern sagen würde. wobei das ja in wahrheit nur eine person ist, wie die special effects beweisen. aber das wär mir zu verwirrend. bin ich froh, dass wir nicht eine, sondern 2 schwestern sind!

in diesem sinne eine gute nacht & auf bald, schwesterherz!

deine
hanna

authentizität durch minimalismus, quasi

liebe kati,

nach unserer foodblog der woche-sache hat ex-studienkollege M. auf facebook gefragt, warum wir eigentlich noch immer als wordpress-subdomain firmieren – und nicht eine richtige, ordentliche, professionelle URL wie „lesterschweine.com“, „lesterschweine.org“, „lesterschweine.at“ oder so haben. meine antwort darauf:

gute frage… hm… eine mischung aus faulheit und „eh wurscht“, tät ich sagen. wir sind ja kein super-gepimpter, magazin-fotos produzierender high-end-blog, sondern immer noch einfach ein bisschen email-geplauder zwischen schwestern. da reicht das basic-setup, ein „lesterschweine.com“ wär fast schon zu professionell, quasi

und er darauf:

authentizität durch minimalismus, quasi ;-)

und ich finde, das trifft die sache richtig gut!

auch minimalistisch ist ja dein kongeniales schoko-kokos-pudding-rezept, das ich kürzlich nachgebaut habe. kokosmilch mit etwas maizena aufkochen und geschmolzene lindt-schoko (ich sag nur: intense orange noir!) einrühren, das schaff sogar ich…

einziger schönheitsmakel war die mangelnde standfestigkeit nach dem stürzen aus den oh-so-romantique herzförmchen, aber egal, halt ein pudding-creme-haufen. gepimpt mit DIY-zwetschkenröster und frisch gezaubertem, noch warmen apfel-birnen-kompott. oh la la! auch die neuerdings erschlossene #vegan-crowd auf instagram hat ihr wohlwollen mit kleinen ♥-chen kundgetan:

schokopudding

schoko-kokos-pudding mit orangennote an homemade apfel-/zwetschkenkompott. an der deko wird noch gearbeitet… #vegan #undallesoyeah

das apfelkompott, nämlich, stammte aus der brüderlichen lieferung der letzten ernte aus dem fernen kärnten. nicht nur in roh, sondern auch in form 2er 20l-kanister frisch gepressten, naturtrüben apfelsaft!

apfelsachen

ja, und da kann man dann prima kompott draus machen:

apfelkompott

äpfel, birnen, etc. in spalten
300 ml apfelsaft
1 EL honig
1 schuss weißwein zum ablöschen
wasser nach bedarf
zimt
nelken
rosinen
mandelsplitter

honig in einen topf und erhitzen, birnen-/apfelspalten und rosinen darin karamellisieren, zimt dazu, mit weißwein (retsina!) ablöschen. mandelsplitter dazu und mit apfelsaft und je nach bedarf wasser dazu, alles sollte bedeckt sein. kurz aufkochen. fertisch!

so, und fertisch bin ich jetzt selber, nachdem musikfreund T. mit seiner samba-gruppe bei der gründungs-party der umwelt-NGO oceans’14 das tüwi zerlegt hat ;-)

bis bald also, liebstes lesterschwein!

dein hannalein

cha…, cha…, chatreuse! (gesundheit.)

liebe hanna,

nachdem die unaussprechlich guten wirsing-gupferl jetzt nicht mehr exklusiv und geheim sind, müssen die geneignten leserchen auch nicht mehr die kurier-freizeit würgen um an das rezept zu kommen, sondern können gleich hier nachlesen wie man mit, sagen wir mal, zumindest überschaubarem aufwand ein echtes angeber-gericht basteln kann.

chatreuse vom wirsing mit pilz-maroni-füllung an wurzeljus

collage_chatreuse

1 kl. Wirsingkopf
½ kg Pilze
½ kg Maroni
1 Zwiebel
1 Bund Petersilie
Olivenöl
Salz, Pfeffer

Wurzeljus:
1 kleines Stück Sellerie
1 Zwiebel
2 Karotten
1 Petersilienwurzel
1 Stück Lauch
1 EL Tomatenmark
1 EL Mehl
1 guter Schuss Rotwein
½ l Gemüsebrühe

Kraut vorsichtig in Blätter zerlegen und 2 Minuten blanchieren, kalt abschrecken. Maroni ca. ½ Stunde kochen, einschneiden und schälen. Anschließen mit der Gabel oder den Händen zerdrücken. Pilze klein schneiden, portionsweise scharf in wenig Öl anbraten, zu den Maroni geben. Zwiebel fein schneiden, goldbraun anbraten, zu den Maroni geben, alles mit der gehackten Petersilie mischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die dicken Strünke der Blätter entfernen und jeweils eine kleine Auflaufform mit einem Blatt auslegen. Die Form mit der Fülle füllen, die Ränder der Blätter einschlagen und alles bei ca. 200 Grad im Backrohr oder Dampfgarer 20 Minuten garen. Im Rohr unbedingt ein Backblech mit Wasser auf die unterste Schiene geben.

 

Für den Wurzeljus das ganze Gemüse bis auf den Lauch schälen und fein schneiden. Die Zwiebel in etwas Öl glasig andünsten, anschließend das restliche Gemüse mitdünsten bis alles etwas Farbe angenommen hat. Dann das Tomatenmark beigeben und anrösten bis es eine bräunliche Färbung annimmt und süßlich zu riechen beginnt. Mit Mehl stauben, einmal umrühren, mit dem Wein ablöschen und mit der Brühe aufgießen. Den Lauch beigeben und mindestens eine halbe Stunde zugedeckt auf kleiner Flamme köcheln lassen. Vor dem Servieren den Lauch entfernen.

600g speckige Kartoffeln
in kaltem Wasser mit etwas Salz auf mittlerer Flamme zustellen, zum Kochen bringen, abschäumen und weich kochen. Abseihen, kurz ausdämpfen lassen, schälen und grob schneiden und mitAlsan oder feinem Öl (z.B. Distelöl oder Hanföl oder Nussöl), einer Prise Salzund frisch gehackten Kräutern wie Thymian, Dille, Rosmarin, Salbei, Petersilie, ….mischen.

 

vielen dank auch an dich, liebes lesterschwein, für die super foto dokumatation. wenn schon angeber gericht, dann auch auch angeber fotos, hell yeah! und wenn wir sie schon haben, dann auch noch die schönen zutaten-fotos:

hanna arrangiert zutaten…

DSC02775_hanna

…und kati arrangiert zutaten

DSC02779_kati

unter diesem aspekt kann man sich meine überraschung vorstellen, als das jungkind, völlig begeistert vom letzten tantenwochenende ohne die leiseste ironie in der stimme verkündet hat:

also mit der hanna könnte ich glaub ich voll super zusammen wohnen, die ist nicht so ordentlich wie du.

???!!!???

jundkind, du hast da was verpasst, aber gründlich.

lieben gruß,

dein schwesterlein

pad thai, aber hallo!

liebe schwester,

wenn man nach einer dichten woche und einem eher halbleiwanden volkshochschul-kurs eines freitags um halb neun uhr abends nach hause kommt, und das hier am tisch steht, ist die welt wieder so was von in ordnung:

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das, bitteschön, ist veganes pad thai, in einer leicht adaptierten version vom wunderhübschen foodblog eat this (danke N.!!). nach deinem bye bye, pad thai erlebnis, damals kurz nach unserem blog-start 2013, hat sich ja niemand mehr so recht an das ganze rangetraut (obwohl du ja die queen der thai-cuisine von curry über suppe und rollen bis salat bist). denn wir erinnern uns:

ein teil der nudeln klammerte sich panisch aneinander und bildete grausige würste, der rest ließ sich zwar noch abseihen, hat im wok dann aber dem nudeldasein abgeschworen und sich in püree verwandelt. gar nicht schön.

das A.&O. traute sich zum glück schon, weil unseren blog nicht lesend und daher pad thai katastrophen-unbedarft ;-) und es ist der geile scheiß, und relativ easy noch dazu. ganz wichtig neben ordentlichen reisbandnudeln: fischsoßen-ersatz, und zwar chinesische pilz-sauce auf soja-basis! die mit dem kleinen buben drauf…

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pad thai

ca. 250g reisbandnudeln
ein halber ziegel räuchertofu
4 knoblauchzehen
2-3 frühlingszwiebeln
1 karotte
1 zucchini
2-3 kräuterseitlinge
eine handvoll frische sojasprossen
pomodori secchi
2 EL rohrzucker
1 chili (zB piri-piri schote)
erdnüsse
walnüsse
5 EL „mushroom-sauce“
erdnussöl
1 stück ingwer, ca. daumenbreit
1/2 zitrone
1/2 avocado
1 tasse wasser

reisnudeln 5-10 min. in heißem wasser einweichen. gemüse waschen und klein schneiden. knoblauch und chili hacken. tofu klein schneiden.

öl in einer großen (wok-)pfanne erhitzen, knoblauch anbraten, tofu dazu und mitbraten. gemüse und pilzsauce plus chili und zucker dazu. alles aufkochen bis das gemüse bissfest durch ist. dann frühlingszwiebeln dazu, dann nudeln plus wasser plus zitronensaft hinein. kurz erhitzen, nicht mehr aufkochen (sonst – gatsch). erdnüsse – ganz oder auf wunsch auch gehackt – und zerkleinerte walnüsse dazu. am teller mit einigen avocado-stücken bestreuen und auf wunsch mit extra zitrone nachwürzen.

olé!

das ganze war übrigens „ramien-inspiriert“, wie mir das A.&O. den plötzlichen ansporn zur asia-cuisine erklärte. wir wollten nämlich anfang der woche mit musikfreund T. nach dem kino dort hin – aber montag ruhetag. daher zwei häuser weiter in einen neu eröffneten japaner und eine runde bento-boxen. ebenfalls nicht von schlechten eltern – vor allem der gruß aus der küche, avocado-maki mit hasel(!)nuss. echt ein netter twist!

bentoboxden namen hab ich jetzt ums ver**cken nicht mehr rausgefunden, aber es ist einfach ein neueröffneter japaner auf der gumpendorfer straße, direkt gegenüber vom top kino, da wo die rahl- und theobaldgasse aufeinanderstoßen.

in diesem sinne: aber hallo, und entspanntes weekend dir! :-)

deine
hanna