plemplem, oder doch nicht?

liebe hanna,

vielen dank für deinen how-to-feed-my-vegan-friends-guide. dass wir darauf nicht schon früher gekommen sind! H.-P. ist auch ganz aus dem häuschen und muss den post SOFORT seinem schwesterlein zukommen lassen, sagt er. im grunde hab ich nix hinzuzufügen, stimmt genau so. ich hab, grad bei freunden und verwandten am land, oft festgestellt, dass einerseits exotische küche nicht so angesagt ist und andererseits ersatzprodukte wie sojaschlagobers als ziemlich seltsam empfunden werden. drum hier noch meine persönlichen top 5 der einfachen, bodenständigen rezepte ohne ersatzprodukte. nicht nur unterwegs super, sondern auch zu hause, wenn man keine lust hat länger als 30 minuten in der küche zu stehen.

1. ofengemüse – ob kartoffeln, kürbis, rüben oder paprika. das ganze jahr unschlagbar simpel, unschlagbar gut. super auch mit grünem salat.

2. spaghetti aglio e olio – mir persönlich lieber, als nudeln mit tomatensauce. auch super mit chili. gutes olivenöl hilft natürlich ungemein. freund P. hat uns kürzlich ein flascherl seines wohlgehüteten schatz, dem selbst importierten, unfiltrierten olivenöl aus umbrien überlassen. „schmeckt ihr das? zitrone am gaumen und artischocke im abgang.“ ähm, ja, lieber P., wenn du das sagst wir es schon stimmen. saugut auf jeden fall.

3. krautstrudel – super auch mit grünem salat. macht erst so richtig spaß, wenn man einen krauthobel hat. eine unverzichtbares gerät, aus meiner sicht.

4. reis mit gebratenen tomaten. reis kochen. tomaten in scheiben schneiden und in wenig öl in der pfanne beidseitg anbraten und kräftig salzen. klingt fad, aber schmeckt (im sommer) gigantisch.

5. erdäpfelgulasch – danke grrbrr :-)

jause jausnen ist natürlich auch eine super idee. H.-P. und ich haben, wenn wir wo auf besuch fahren, auch gern diverse alnatura-aufstriche im gepäck. sind zwar in dosen verpackt (böse), aber dafür ungekühlt haltbar und urlecker (shitake! grüner pfeffer!).

ein bissel am socken geht mir aber der kennzeichnungs-dschungel. eigentlich gibts (mindestens) zwei kennzeichnungen: V mit blättchen für vegetarisch und V mit blättchen und blume für vegan. aber bis jetzt hat sich das noch nicht so ganz durchgesetzt. oft findet man das V ohne blume mit dem winzigen zusatz vegan, oder es steht nur „rein pflanzlich“, oder, ganz oldschool – „laktosefrei, eifrei“. drum find ich es am besten, wenn man auf besuch fährt, entweder die aufstriche selber einzupacken oder sehr genaue angaben zum einkauf zu machen.

und jetzt noch ein nachtrag zu den seltsamen ersatzprodukten. ich muss ja zugeben, ich find sie auch oft seltsam. für gewisse gerichte ist soja-schlagobers halt super, aber ein bissel ein seltsames gefühl ist es schon, ein industriell gefertigtes produkt voller stabilisatoren und antioxidationsmittel zu verkochen, wenn man sich gleichzeitig „gesund, regional und ökig“ als schlagwörter umhängt. aber hin und wieder geht eben genuss über gewissen. fein in diesem zusammenhang ist aber die sojacreme cuisine von alnatura. die meisten zutaten aus biologischer landwirtschaft, aufschlagbar und in der zusammensetzung auf jeden fall sympatischer als die schwester von alpro und geschmacklich wesentlich besser als die schwester von provamel. zur herkunft des sojas findet man auf der alnatura seite folgende info:

Für die Alnatura Produkte wird derzeit Soja aus folgenden Herkünften verwendet:

Alnatura haltbare Tofus: Österreich
Alnatura frische Tofus: China
Alnatura Sojaflocken: Österreich
Alnatura Sojaschnetzel fein: Frankreich
Alnatura Soja-Drinks: Italien, Frankreich, Kanada
Alnatura Soja-Desserts: Europa
Alnatura Sojasauce: USA, Kanada, Argentinien

Soweit möglich bevorzugen wir bei der Auswahl unserer Produkte heimische bzw. europäische Ware. Allerdings sind nicht immer die von uns benötigten Mengen in der von uns benötigten Qualität verfügbar.

es geht also wie immer um die mengen. was sagt mir das? wenn ich im schnitt eine packung sojacreme im monat verbrauche, dann ist das – für mich! – eine vertretbare menge, sowohl aus ökologischer als auch aus gesundheitlicher sicht.

diese auseinandersetztung hat für mich auch die frage beantwortet wie ich mit silvester umgehen soll. die feierei zum jahreswechsel steht vor der tür, und der sehnlichste wunsch des großen: endlich mal wieder käsefondue. ja, und dann war sie schon da, die frage.
ist es nicht völlig plemplem käsefondue mit künstlichen fett-kohlehydrat-gemisch nachzubauen? oder doch hefelschmelz? oder, ganz undogmatisch, scheiß drauf, ess ich halt mal käse? ich bin zu dem schluss gekommen – ich probier’s. im alltag spielt käseersatz für mich praktisch keine rolle mehr, aber an festtagen kann ich mal was essen, was ich sonst nie ess. das heißt ich werd heute beim vegan maran einfallen, wo ich sonst auch nie hin geh, weil der aus meiner sicht hauptsächlich solche alltags-untauglichen absurditäten führt, und mich mit analog-käse für den selbstversuch eindecken. man darf also gespannt sein!

so, liebe hanna, was macht ein cooles lesterschwein wenn es kein foto zum posten hat? eh klar, passendes youtubevideo einbetten. denk ich natürlich sofort an helge schneider, supersexy käsebrot. aber, tada!, da hab ich was viel besseres gefunden. helge schneider, vegan – es gibt reis. über geschmack läßt sich bekanntlich nicht streiten. aber ich würd sagen, wenn es ein jenseits gibt (neben gut und böse), dann das.

alles liebe, deine kati

Ein Gedanke zu „plemplem, oder doch nicht?

  1. Pingback: foodblog, fancy: kürbis mit raritäten & avocado im test | von schwesterlein an lesterschwein

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