Über kati

ist oft hungrig und wundert sich in der fremde, vor allem über sich.

i give you very good price

liebe hanna,

ja, ja, die „das sollt was g’scheids werden- falle“. bei mir hat es diese woche auch ein bissel gedauert, weil ich hab mir gedacht, super, packliste, da hab ich mal was echt nützliches beizusteuern. nur leider tippt die sich nicht von selber ins exel und hps und meine papier-rumstreich-version ist echt nicht blog-tauglich. also bleib ich beim plan a, lass das flugzeug aber aus (langweilig) und lande direkt bei unserem ersten tag in marrakesch. für jemanden, der noch nie wirklich weg war ist das schon saucool und gleichzeitg sauüberfordernd. und intensive lektüre über „landesübliche sitten“ ist nur bedingt hilfreich, das kann ich dir sagen. (ich frag mich ja, was man so liest wenn man sich über die landesüblichen sitten in österreich einliest…und ob touristen von mir wohl landestypische raktionen zu erwarten haben, a la, die wiener sind ja sowas von grantig…) wie auch immer, ich hab gelesen man möge sich als frau, gerade als radreisende dezent geben, langärmlig, kopfbedeckung ist auch nicht schlecht, und direkter augenkontakt mit männern sei zu vermeiden. nachdem ich aber diejenige von uns beiden bin die französich spricht und, wenig überreaschend, keiner von uns arabisch oder berber, war klar, dass ich, dezent im vordergrund, den löwenanteil der konversation übernehmen würde.

aus dem flughafen raus, gleich verfahren, eh klar. nach dreimal hin und her, dem ersten (und garantiert nicht letzten) versagen des gps-geräts und ratlosem umhertaumeln kommt uns ein älterer herr entgegen. hp: den frag ma jetzt. ich: voll gehemmt. frag ich den? und wenn ja, schau ich ihn dann nicht an? ist das nicht voll komisch? oder redet hp ihn an und ich frag? grübelgrübel, schwitzschwitz. im endeffekt hab ich höchst nervös etwas dahergestottert und der herr hat freundlich und entspannt auskunft gegeben und war null überrascht, dass ich ihn anrede.

entspannung setzt ein, wir sind im grunde ja sowieso alle menschen und gar nicht so verschieden, oder? also reingeradelt in die medina, verkehr ist volle anders aber irgendwie auch volle lustig und wir finden in der überfüllten, verwinkelten altstatt sogar auf anhieb unser hotel. obwohl es winzig, und unser zimmer noch winziger ist, dürfen wir nach etwas verhandeln sogar unsere räder parken.

es ist früher abend, wir stromern durch die gassen, kaufen keine uhr, keine wertkarte, kein bild, keinen armreifen, lassen uns nicht wiegen und checken uns was zum abendessen. unterm strich sind wir sehr zufrieden und finden, dass wir uns echt super schlagen und, hey, ur souverän, dafür dass wir keinen tau von irgendwas haben.

es wird finster und wir machen uns quer über den djemaa el fna auf den heimweg. geschickt weichen wir fliegenden händlern und schlagenbeschwörern aus, als urplötzlich von rechts jemand meine hand schnappt, und hastduesnichtgesehen, anfängt eben diese mit henna zu bemalen. no merci! ruf ich, und will meine hand zurück ziehen, aber, wow, die frau hat einen festen griff und während sie flink weiterzeichnet kommt ein ganzer redeschwall. i like you, you are very sympatic, you give me what ever you want, you don’t have to pay, you are very sympatic, this ist symbol for good luck, this ist for good sex with your husband, what’s your name, i give you very good price. in den folgenden drei minuten passieren sehr viele dinge gleichzeitig. ich hab versucht meine hand wiederzubekommen, worauf eine zweite frau hinzugezogen wurde, hp hat versucht einen preis auszuverhandeln, was zu einem wilden schlagabtausch geführt hat. die münzen, die hp hervorgekramt hat wurden entrüstet zurückgewiesen, this is berbermoney! i don’t take berbermoney!, mein einwand, you said we pay what we want??, schnaubend vom tisch gewischt, normaly you pay 400 dirham (40 euro), you give me at least 200! i give you very good price!!!
es wurden dann noch ein obsthändler in die diskussion mit einbezogen und schließlich ist hp bei 5 euro gelandet und die beiden frauen haben sich mit einem finalen, you are not a good man!!, verabschiedet. ich war ziemlich perplex und stolz auf hp, echt wacker geschlagen. dann bin ich wie der pfitschipfeil ins hotel gesaust um den hennagatsch wieder abzuwaschen, denn in wirklichkeit war ich gar nicht scharf auf ein hennatatoo. das ergebnis war tiefschwarz. nach dem waschen. und ich hab mir nur gedacht, ganz, ganz toll. wir fahren jetzt dann fast drei wochen durch die pampa und ich hab quasi, metaphorisch gesprochen, ein schild um auf dem steht, ich bin ein doofer tourist der sich nicht abgrenzen kann. na super.

drum bin ich auch am nächsten tag in die apotheke gejappelt und hab gefragt ob sie eventuell etwas zum abschminken hätten. die junge frau hat sich fast scheckig gelacht. abschminken, muhahah, nein, nein. einfach zwei bis drei wochen warten. sonne hilft.
sonne hilft tatsächlich. nachdem wir fast ausschließlich im freien waren war das ding nach einer woche weg. die moral von der geschichte? it’s hard to make a living in marrakesh. ich hab da jobs gesehen (schattenmacher! leuteabwieger!), ich wusste gar nicht dass es die gibt. und: tourismus hat auswirkungen – deal with it. ich hab immerhin die möglichkeit einen spritzig-selbstironischen blogpost daraus zu basteln. fünf euro – very good price.

alles liebe, dein lesterschwein

p.s. ich hab tatsächlich etwas gefunden über landesübliche sitten in österreich. oida?!? das hätte ich lesen sollen bevor wir weggefahren sind. dann hätte ich das gleich alles nicht so ernst genommen…

erstens kommt es anders…

liebe hanna,

du schreibst der vorteil vom nicht mehr ganz so jungen reisen ist, dass man sich durch „weise voraussicht“ möglicherweise die eine oder andere unannehmlichkeit erspart. ich muss ganz ehrlich sagen, das kann ich so leider nicht bestätigen. ich hab versucht alles mögliche vorauszusehen, gekommen ist es dann völlig anders. im vorfeld der reise hab ich mich mit einigen dingen intensiv beschäftigt um meinen drei hauptsorgen zu begegnen die da waren:

  • hoffentlich sind die radeln noch ganz wenn wir ankommen!
  • hoffentlich verirren wir uns nicht!
  • hoffentlich kommen wir im beinharten marrokanischen straßenverkehr nicht unter die räder!

hp und ich haben also stundenlang diverse rad-flug-verpackungsmethoden studiert und festgestellt, dass es eine unmenge tipps, anregungen und vor allem youtube-videos zu dem thema gibt. im endeffekt haben wir die räder am hinflug in plastik und am rückflug gar nicht verpackt. pedale runter, lenker quer, passt schon. alles überhaupt kein probelm, den aufwand kann man sich echt sparen.

fahrad in plastikfolie

damit wir uns nicht verirren, hat hp ein nicht grad billiges gps-gerät gekauft, und ich hab intensiv base camp, das zugehörige programm gelernt. und das ist nicht selbsterklärend, das sag ich dir. auch hier wieder, youtube mein freund. ich bin sogar mit dem bubenkind mit dem gerät in der hand quer durch die stadt gelatscht um mich damit vertraut zu machen. dabei hab ich gelernt, dass ein gps-gerät in bebautem gebiet für A und F ist. aber auch das – im grunde sinnlos. bei überlandfahrten im südlichen marroko ist es praktisch unmöglich eine abzweigung zu verpassen. nur die hauptstraßen sind asphaltiert, ansonsten gibt es pisten. wir wussten also immer, solange asphalt unter unseren rädern ist sind wir richtig. außerdem sind die straßen zum teil viel besser ausgeschildert und mit wegsteinen versehen als, sagen wir mal zum beispiel im waldviertel.

Achtung Kamele, Esel, Ziegen

um dem argen marrokanischen verkehr auszuweichen haben hp und ich eine route ausgetüftelt die durch relativ wenig besiedeltes gebiet führt. wir sind mit dem bus bis agdz gefahren um von dort durch das bergland über bou azzer nach foum-zguid zu radeln. nachdem die straße von agdz nach zagora eine fette bundesstraße ist wollten wir die ürsprünglich nicht fahren, weil wir mit anstrengendem, unberechenbaren verkehr gerechnet haben. in wirklichkeit waren am land die straßen so wenig befahren, dass hp und ich die meiste zeit nebeneinander gefahren sind, wie am donauradweg. das hauptverkehrsmittel in der gegend sind esel, oder man geht zu fuß. selbst in marrakesch, wo schon viel verkehr ist, fahren alle relativ vorausschauend, auch wenn, oder vielleicht gerade weil ampeln, straßenmarkierungen und vorrangregeln nicht unbedingt gelten. ich sage dir, lesterschwein, mit dem rad in wien über die äußere mariahilferstraße zu düsen, mit diesem lächerlichen fahrradstreifen, ist dreimal stressiger als in marokko mit vollem gepäck zu fahren. und dem kasperl, der sich irgendwann den saublöden slogan „wien darf nicht chicago werden“ einfallen hat lassen kann ich nur sagen „marrakesch darf nicht wien werden“. zumindest nicht rudolfsheim-fünfhaus.

Tansikhte

auf der anderen seite: sorgen die völlig berechtigt gewesen wären, und die ich mir überhaupt nicht gemacht hab, wären da gewesen:

  • hoffentlich macht uns die hitze nicht völlig meier!
  • hoffentlich pack ich das mit den preisverhandlungen!
  • hoffentlich krieg ich nicht voll heimweh!

würd ich mich also nochmal auf die reise vorbereiten, tät ich erstens im februar fahren, nicht im april (ja, ja, das hat einen sinn warum die anderen radreisenden alle im februar unterwegs sind), zweitens tät ich jeden samstag auf den wiener flohmarkt gehen (verhandeln, eh scho wissen) und drittens, tja,…wie bereitet man sich wohl auf heimweh vor…?

so, liebes lesterschwein, soviel zu den vorbereitungen. beim nächsten blogpost sitz ich dann mental mindestens schon im flieger, schwöre!

alles liebe, deine lesterschwester

furzen in der fremde

liebes lesterschwein,

ich find das ganz famos, dass wir jetzt wieder beide gleichzeitig ein thema haben, dass uns so beschäftigt und gleichzeitig unseren erfahrungshorizont so erweitert, dass es sich lohnt darüber zu schreiben. dass wir zufällig im april unabhängig voneinander mehrere wochen lang neue kontinente erkundet haben (aaafrika! aaasien!), war rückblickend wohl doch kein zufall…?

in vielerlei hinsicht fühl ich mich grad an unsere gemeinsamen bloganfänge erinnert. der erste furz hat damals richtig spaß gemacht, und ich hab wieder die freudige erregung des neubeginns. es ist super dinge zu tun, die man noch nie getan hat, aber es gibt dabei auch immer ein bissel was zu stänkern, zumindest bei mir.

damals, als wir angefangen haben vegan zu kochen hab ich mir gedacht, hey, das ist einfacher als erwartet. beim reisen ging es mir ehrlich gesagt umgekehrt. es hat wahrscheinlich einen grund, dass ich bisher den kontinent nicht verlassen hatte. ich hab mich mehr als einmal gefragt, was, bitteschön, mach ich hier eigentlich und was hat mich geritten, wie ich gesagt hab: du, hp, fahr ma doch mit dem radl und dem zelt durch marokko, das könnt lustig sein.

drum bin ich auch schon ururur gespannt wie es dir so ergangen ist auf der anderen seite des globus. ob in thailand südseeträume wahr geworden sind oder auch dir das eine oder andere ordentlich gestunken hat.

bussi und bis bald,

deine kati

p.s. ich sag dir was, das mit den fotos wird nicht ganz leicht diesmal. die marokkofotos sind nämlich fast alle von hp, weil ich während der reise noch gar nicht auf die idee gekommen bin zu bloggen. normalerweise hab ich immer fotos zu den g’schichteln gemacht, jetzt brauch ich g’schichteln zu den fotos. daran muss ich mich echt erst gewöhnen. drum gibts hier jetzt auch kein foto, sondern almas morocco. quasi zum thema. und weil alma für mich wieder einmal der absolute höhepunkt des zoafestivals war. und außerdem sind wir ja jetzt ure video :-)

für meine schwester (die beste, die man sich vorstellen kann)

liebe hanna,

eine schöne sache ist das mit dem vegan kochen und eine genauso schöne sache ist das mit dem vegan bloggen. jetzt, nach genau zwei jahren (happy birthday to us, again!) ist es soweit. das geht sich nimmer ganz aus. zwar sind weiterhin 90% aller gerichte die ich koche vegan, aber ein deutlich geringerer anteil von allem was ich esse. es hat ein bissel eine wende stattgefunden bei mir. im zweifelsfall lieber regional als vegan, so könnte man es zusammenfassen.

wir haben uns ja von anfang an als undogmatisch geoutet und ungeniert von unseren ausflügen ins land der käseesser berichtet.
bei mir haben sich mittlerweile die ausflüge zum normalzustand entwickelt, und das eine oder andere fleischbrechen war auch dabei. der grrbrr hat es kürzlich auf den punkt gebracht.

eigentlich bist du wie ich.
du isst eh alles, du bist nur sau heikel.

tja, da hat er recht. zum schnitzeltiger werd ich zwar nicht mehr werden, und wenn ich mich da doch mal hinreißen lasse, dann liegt mir das hinterher in mehr als einer hinsicht gehörig im magen. zahlt sich also nicht wirklich aus. aber butter und käse sind wieder fixe bestandteile des speiseplans geworden. nicht nur, aber auch, ob des zugangs zu tollen produkten via foodcoop. und auch deshalb, weil alsan als palmöl/kokosöl produkt mich auch nicht ganz glücklich macht. von analog-käse mal ganz zu schweigen.

dazu kommt, dass ich, nach zwei jahren „essen und ernährung“ als zentralem thema meiner auseinandersetzung, jetzt gern auch mal wieder einen punkt machen will. ich hab alles gesagt, was ich (im moment) zum thema vegan zu sagen habe, ich hab viel probiert und in letzter zeit festgestellt, dass die meisten meiner „neuen“ rezepte eher abwandlungen und varianten von schon bestehenden gerichten sind.

zeit, platz zu machen, für etwas neues.

meine liebes lesterschwein, es war mir eine freude mit dir zu bloggen.
bin ich froh, dass du nicht in kanada, sondern gleich um die ecke bist!!!
ich freu mich schon darauf, dich wieder mehr zu sehen als zu lesen und bin schon jetzt neugierig auf deine/meine/unsere neuen projekte/ideen/schandtaten.

rock ’n‘ roll!

collage_rochnroll

schön, dass es dich gibt,

die große schwester

gute kastanien

liebes schwesterlein,

ich lass hier ja gern mal die kastanien-expertin raushängen, denn bekanntermaßen hab ich durch vielerlei herumprobieren, andere würden sagen „ständiges einfahren“, herausgefunden, was alles in bezug auf waschen mit kastanien nicht so gut funktioniert. höchste zeit also, einmal davon zu berichten, was alles in bezug auf essbare kastanien nicht so gut funktioniert.

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gute kastanien! bestenfalls auch essbar. 

kastanien aus dem rohr

keine gute idee ist es, die maroni einfach so ins backrohr zu werfen. es ist nämlich zweifelsfrei erwiesen, dass dann mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit das komische pelzige häutchen und die leckere maroni eine innige umarmung eingehen, die weder der mensch, noch gott trennen können. drum empfiehlt es sich, die eingeschnittenen maroni auf dem backblech zu verteilen und danach mit einem ordentlichen glas wasser zu übergießen. die maroni lässt man dann mindestens 30 minuten bei 200 grad im rohr, und wann immer das wasser verdunstet ist, gießt man gleich das nächste glas nach. dann sind die maroni nicht nur lecker, sondern auch schälbar.

kastanien aus dem topf

die deppensichere methode maroni zuzubereiten ist sie einfach im topf zu kochen. das kostet zwar ein bissel aroma, aber sie sind dann garantiert durch und garantiert schälbar. einschneiden ist trotzdem eine gute idee und 30 minuten sollten es auch in diesem fall mindestens sein. außerdem kann man alle maroni, die oben schwimmen, kübeln – die sind nämlich entweder bewohnt, oder so vertrocknet, dass man sie gleich vergessen kann.

backup nicht vergessen

trotz aller ratschläge kann es sein, dass auch von den nichtschwimmer-maroni ein gutteil schiach oder ranzig ist, und dann ist das eine blöde geschichte, wenn man zum beispiel vor hatte, ein gericht mit maroni zuzubereiten (ich sag nur chatreuse). drum empfiehlt es sich in dem fall auf nummer sicher zu gehen und hinten im küchenkastl ein backup in form von vorgegarten, geschälten maroni zu verstecken. das ist zwar ein bissel geschwindelt, aber ich kann auch dieses mal aus eigener erfahrung, sagen, man schaut ganz schön blöd aus der wäsche, wenn mann mit einem riesen haufen schwammerl und einer halben hand voll maroni dasteht und kein backup vorhanden. wobei, zugegeben, man kann fülletechnisch zur not auch gewürfeltes brot, reis oder sonst etwas mit weniger wassergehalt als pilze hernehmen, wenn man auf der maronilinie gescheitert ist.

wie du siehst, es kann mal wieder gar nix schief gehen :-)

alles liebe,
deine kati

ja, ja, ja – feature!

liebe hanna,

it’s not a bug, it’s a feature, so lautet das neue credo, quasi das auf die spitze getriebene „eh wurscht“. mein neuestes feature ist eine arm-bandage, ure praktisch wenn man eben mal den rechten arm drei wochen nicht benutzen will. ich muss mich mal erkundigen, ob man die auch einfach so bekommt, oder ob ich mir jedes mal den arm auskegeln muss, wenn ich mal ein bissel ruhe und nix-tun brauche.

der plan A war ja nicht unbedingt das komplette nix-tun. angedacht wäre eine silvesterparty gewesen, erstens – tradition, zweitens – die perfekte gelegenheit das „best of“ der fingerfooderfahrungen der letzten monate und jahre unter die leute zu werfen. silvester ist ja prädestiniert für fingerfood, denn bis obenhin abgefüllt, wie alle sind nach den weihnachtsfeiertagen, freut man sich zum jahreswechsel, wenn statt des fünf-gänge-menüs kleine schweinereien dargeboten werden, die man sich nach persönlichem gusto in der favorisierten menge zu gemüte führen kann. und was übrig bleibt eignet sich dann auch noch für’s neujahrsfrühstück. die füllung der diversen kleinigkeiten wechselt natürlich mit den jahreszeiten, die winterliche powerkombi ist die folgende:

rotkrautecken_q_web_fin

pimp my happening! mit ecken, schnecken, wraps & co.

rot- bzw. blaukrautecken

3 packungen blätterteig
ein kleiner kopf rot- bzw. blaukraut
1 packung maroni, vorgekocht und geschält
2 rote zwiebeln
1/2 glas zwiebelschmalz
zimt, muskat
salz, pfeffer

die zwiebeln in halbringe schneiden und im zwiebelschmalz anschwitzen, das gehobelte blaukraut dazu und ca. 20 minuten weich dünsten. die zerdrückten maroni dazugeben und mit den gewürzen abschmecken. den blätterteig jeweils in 8 gleich große vierecke radeln, mit der ausgekühlten mischung füllen, die ränder mit wasser bepinseln und geklappt mit einer gabel zusammendrücken. laut packungsanweisung backen.

spinatecken

3 packungen blätterteig
1 kg spinat (oder mangold, oder kochsalat,…)
3 gekochte (wenn geht, mehlige) kartoffeln
2 zwiebeln, fein gehackt
muskat, salz, pfeffer

spinat 2-3 minuten in kochendem wasser blanchieren und abseihen. wenn man mangold nimmt, die stängel etwas länger blanchieren (5-6 minuten). die zwiebeln in öl anschwitzen, mit den geschälten, zerdrückten kartoffeln mischen, spinat dazu und alles mit salz, pfeffer und muskat abschmecken. ab dann mit dem blätterteig wie oben verfahren.

ein wort noch zum bepinseln: es finden sich in diversen foren allerhand tipps, womit man blätterteigteilchen bestreichen kann, statt ei quasi. mich hat nix davon überzeugt. weder öl, noch öl mit sojamilch, noch wasser. ich find gar kein bestreichen noch immer am besten.

wenn du in den obigen beschreibungen diverse strudelfüllungen wiedererkennst, dann irrst du nicht. natürlich kann man das alles auch einfach im großen stil in blätter- oder strudelteig füllen.

bergschnecken sind ja mittlerweile schon bekannt, aus einer packung blätterteig werden ca. 12 schnecken, neu sind aber die mexikoschnecken:

mexikoschnecken_q_web_fin

mexikoschnecken. wie bergschnecken, nur anders.

mexikoschnecken

2 packungen blätterteig
1 dose kidneybohnen (oder zwei hand voll bohnen, über nacht eingeweicht und gekocht)
1 dose mais
1 halbes glas sugo oder 1 halbe dose tomaten
cumin, oregano, chili, salz, pfeffer
1 esslöffel stärke (mais, kartoffel, reis,…)

alles mischen, auf dem blätterteig verteilen, die hintersten fünf cm frei lassen. längs einrollen und mit einem scharfen messer in ca. 12 schnecken pro teigpackung scneiden. auf backpapier auf ein blech legen, in form drücken und ca. 20-25 minuten bei 200 grad backen. unbedingt auf einem gitter auskühlen lassen, sonst werden sie von unten nass.

der tipp mit der stärke ist übrigens von muttern und funktioniert super. angeblich auch mit einer fülle aus geriebenem, angedünstetem wurzelgemüse, aber das hab ich noch nicht probiert. zu all diesen dingen passt super eine sauce aus sojajoghurt:

joghurtsauce

500g sojajoghurt (ungesüsst!!! von joya zum beispiel)
1 bund schnittlauch
saft einer halben zitrone
eine prise paparikapilver
salz, pfeffer

grundsätzlich zum würzen der füllen: viel! von allem!! der teig schmeckt nicht nach viel, die fülle darf also ruhig etwas überwürzt bzw. versalzen schmecken, damit es hinterher passt. sollten die teilchen trotzdem fad schmecken, dann die joghurtsauce entsprechend mehr salzen.

und der oberburner sind die gefüllten wraps:

wraps_q_web_fin

asien ist total überlaufen. das buffet bei solchen schweinereien… auch!

asia wraps

6 kleine wrap-fladen
1 packung fester tofu (natur)
(sesam)öl
sojasauce
agavendicksaft oder zucker
sweet chili sauce
soja- oder mungbohnensprossen
grüner salat
butterbrotpapier
gummiringerl

den tofu in acht scheiben schneiden und diese jeweil längs dritteln. diese stifte in öl resch anbraten, mit sojasauce löschen und mit agavendicksaft oder zucker kurz (10 sekunden vielleicht) karamellisieren. aus der pfanne nehmen und auskühlen lassen. eine wrap-flade mit salat, sweet chilisauce, vier tofustreifen und sojasprossen befüllen, link und rechts einschlagen und zusammenrollen. diese rolle links und rechts mit butterbrotpapier umwickeln, das papier mit jeweils einem gummiringerl fixieren und die rolle in der mitte diagonal halbieren. sieht super aus und schmeckt auch so. achtung, das gummiringerl soll eher locker als fest sitzen, sonst geht die chilisauce ihre eigenen wege.

tahina-wraps

6 kleine wrap-fladen
1 packung räuchertofu
sojasauce
senf
rotwein
1 rote zwiebel in halbringen (optional)
tahina
grüner salat
butterbrotpapier
gummiringerl

den tofu wie oben schneiden, in öl anbraten, senf (ca. 2 esslöffel) mitbraten, mit sojasauce und einem schuss rotwein ablöschen. kurz einkochen lassen und abkühlen lassen. eine flade mit tahina, grünem salat, 4 tofustangerl und ev. zwiebeln füllen und wie oben beschrieben rollen und schneiden. schmeckt übrigens auch gigantisch mit grillgemüse, aber das ist eine sommergeschichte.

nachdem das ein hypothetischer blogpost ist, gibt es diesmal (fast) keine fotos – zumindest nicht von silvester, sondern einer davorherigen geburtstagssause. muss auch reichen. also:

DSC01026

fuck fingerfood, ich fahr nach spitz käsefondue essen.

abtrünnig,
dein lesterschwein

blaukraut bleibt blaukraut und brautkleid bleibt brautkleid

liebe hanna,

letztes wochenende war bei uns halligalli und menschenansammlung, frage nicht. schwägerin samt mann und kindern, hat uns ebenso die ehre erwiesen wie die nachbaren samt nachbarskind. du hast mit dem A&O auch vorbei geschaut und in kombination mit H.-P. und unserer eigenen bagage war dann schon ordentlich was los rund um den esstisch. kochfaul, wie ich die zwei wochen davor war, hatten sich im kühlschrank schon berge von csa-gemüse angesammelt, der jahreszeit entsprechend hauptsächlich wurzeln aller art und eben blaukraut. außerdem hab ich einen sack knödelbrot gefunden, der war zwar schon im juli abgelaufen, aber knödelbrot hält solang es nicht mottenverseucht ist ewig, oder?

drum haben die kinder semmelknödel mit wurzeljus bekommen und die großen krautstrudel mit wurzeljus. am anfang haben die kids die wurzelsauce natürlich verweigert, aber so ein knödel ohne alles, überhaupt aus dem backrohr, ist schon eine äußerst trockene geschichte, drum hat sich ein großteil der kinder doch dazu durchgerungen die sauce zu kosten und – oh, wunder! – die schmeckt ja gut, wer hätte das gedacht. nur das bubenkind, das läßt sich nach wie vor nicht auf solch zweifelhafte experimente ein, das bleibt bei knödel mit ketchup.

der kautstrudel, der war aber echt ein gedicht, und das vor allem wegen der geheimen zutat – zwiebelschmalz. du hast ja auch immer wieder festgestellt, dass zwiebelschmalz der retter in der (seelischen) not sein kann und skaterfreundin C. hat schon vor vielen, vielen jahren, lange vor veganisierung und sachen, verraten, dass ihr krautstrudel so super ist, weil sie das kraut in schmalz anbrät. ha, das können veganerinnen auch!

blaukrautstrudel
collage_strudel

1 packung vegane strudelblätter (ja, irgendwann ziehen wir den mal selber, aber sicher nicht mit 14 leuten im haus)
1 kopf blaukraut
2-4 (blaue) zwiebeln
1/2 glas zwiebelschmalz
zwei hand voll gekochte, geschälte maroni
1 bund petersilie
öl
salz, pfeffer

die zwiebel in halbringe schneiden, den krautkopf hobeln und beides in dem zwiebelschmalz bei hoher hitze anbraten, hitze zurückdrehen und zugedeckt ca. 20 minuten dünsten lassen. das kraut mit den zerdrückten maroni, der gehackten petersilie und salz und pfeffer mischen und abkühlen lassen.
ein studelblatt auf ein geschirrtuch legen und mit öl bestreichen, das zweite blatt darauf legen, ein drittel der masse am unteren ende verteilen, den strudel einrollen, die enden einschlagen und auf ein backblech mit backpapier legen. ein mittlerer krautkopf reicht für 3-4 strudel.

 

gut, dass ihr auf besuch gekommen seid, haben wir zur schwägerin gesagt, sonst wär uns am ende noch das gemüse weggegammelt.

schön, hat sie gemeint, wirklich schön, dass ihr so eine freude habt mit uns.

there’s no business like family business – aber wem sag ich das :-)

alles liebe, deine kati