gemüsesuppe für die seele

hallo liebes lesterschwein,

während du in pernegg das große fasten genossen hast, haben hp und ich hier in wien wieder einmal das kleine fasten gestartet, auch bekannt als basenfasten. das heißt also du und ich, wir essen jetzt das gleiche, denn was bei dir unter aufbautage läuft ist exakt das selbe wie unser basenfasten. sprich einfach vegan, aber ohne zucker und weißmehl und auch ohne hülsenfrüchte. danke auch für die neuen rezepte, die könnten direkt aus unserem basenfast-kochbuch stammen. die werde ich demnächst nachkochen.

den ersten start in diese richtung haben hp und ich im jänner unternommen, das konzept ist ziemlich einfach.

frühstück: da gibt es einige variationen, aber wir essen immer das frühstücksbreichen und mittlerweile auch außerhalb der fastenzeiten, denn das ist einfach der beste start in den tag. nur eben zur zeit kombiniert mit kräutertee und nicht mit sojalatte.

mittagessen: irgendeine gemüsesache mit einer gekochten kartoffel und einem kleinen salat

abendessen: suppe

und alles möglichst salzarm gestaltet.

lustig ist, dass das von uns verwendete buch hps mutter gehört, das haben wir uns schon im jänner ausgeborgt und jetzt wieder. nur dass wir jetzt gar nicht mehr reinschauen, weil wir eh schon wissen wie es geht. aber irgendwie müssen wir es offenbar rumstehen haben, damit wir anfangen können.

ein aha-erlebnis war, dass der körper nach zweimal großem fasten und einmal kleinen fasten schon genau weiß was auf ihn zukommt, die umstellung war also sowohl für hp, als auch für mich völlig unproblematisch. erstaunlich gerade für mich, dass es von einem tag auf den anderen ohne schoko geht. allerdings nur, wenn alle vorräte aus der wohnung entfernt sind.

für mich ist im moment der interessanteste part an dem ganzen die suppe, weil ich zu dieser speise ein etwas zwiespältiges verhältnis habe. gemüsesuppe war nie so unbedingt mein ding, und das, obwohl in unserer familie geballte suppenkompetenz vorhanden ist. unendlich sind die varianten in mutters suppentopf und die donaugärtnerin hat die leidenschaft gleich zum beruf gemacht.

aber mir gehts so, dass ich mir denk, na toll, suppe, kann ich nicht was ordentliches haben? und dann bin ich überrascht, wie wohltuend und sättigend das ist. aber jetzt hab ich endlich eine lösung gefunden. obwohl ich ein suppenkasperl bin, liebe ich eintöpfe. und wenn ich das gemüse klein schneide und genug wasser dazugebe, wird, tata!, eine suppe daraus. und das ist gerade jetzt, in diese wahnsinns hitze – kaum zu glauben, aber wahr – die beste wahl. leicht, bekömmlich und wenn sie warm ist und nicht heiß, dann bleibt auch der schweißausbruch aus. fast alle eintöpfe eigenen sich zum versuppen. meine lieblinge sind ratatouille, abruzzisches abendbrot (nur ohne brot), alle arten von currys und kartoffelgulsch.

aber nicht nur eintöpfe eignen sich zum versuppen, nein, es lassen sich auch andere speisen in suppen verwandeln. letztens gab’s bei uns mal wieder grillgemüse und hp, wie wir ihn kennen und lieben, macht gern von allem viel, also blieb ein bissel was übrig. und was machen wir daraus? suppe!

grillgemüsesuppe

grillgemüsesuppe

ein teller grillgemüse
3-4 fleischtomaten
1/2 l gemüsebrühe
1 zwiebel
petersilie

die tomaten überbrühen und häuten. die zwiebel klein schneiden, in olivenöl langsam etwas anschwitzen, die tomaten grob gehackt dazugeben und etwas einkochen lassen. das grillgemüse klein schneiden, dazugeben, mit brühe aufgießen und eine viertelstunde ziehen lassen. mit petersilie bestreuen.

vielleicht zieht mich die suppe im moment auch an, weil seelentröster. wie du weißt macht sich’s unsere großer gerade nicht ganz leicht, und da ist mir manchmal schwer ums herz. hühnersuppe für die seele ist ja sowas von 90er-jahre, das lesterschwein von heute isst gemüsesuppe für die seele, jawohl!

weißt du eigentlich, was eine suppenseele ist? ich hab gerade nach jahren wieder die asche meiner mutter von frank mccourt gelesen. da erzählt er, dass im katholischen limerick der 40er jahre „suppenseele“ das absolute schimpfwort war. so wurden leute bezeichnet, die sich während der hungersnot vom „einzig wahren“ katholischen glauben abgewandt haben und ihre seele für einen teller suppe an die presbyterianern verkauft haben. manchmal kommt es mir so surreal vor, dass damals wie heute so viele menschen auf der welt um jede mahlzeit kämpfen müssen, und wir verwenden nicht wenig zeit und energie uns irgendwie von diesem absurden überangebot rund um uns abzugrenzen und zu einer, für körper, geist und seele, vertretbaren ernährung zu finden.

auf der anderen seite ist das gar nicht so verwunderlich. essen ist und war immer ein zentrales thema der menschheit, im großen wie im kleinen. ich kann mich erinnern, wie gerade beim essen regelmäßig die fetzten geflogen sind, als unsere patchworkfamilie noch frisch und unverhandelt war. und vielleicht ist es eben doch gar nicht so verwunderlich, dass diese thema immer beackert und abgearbeitet werden will. auf die eine oder auf die andere weise – so verrückt das auch ist.

nachdenklich,

dein schwesterlein

p.s. das grillgemüse war in diesem fall schlicht und einfach mit rapsöl und brathuhngewürz mariniert. ich muss sagen, einfach, aber wirkungsvoll.

 

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