das maß ist voll

liebe schwester,

es ist doch immer wieder schön, wenn sich kreise schließen. genau wie du hab ich bisher immer mit einem innerlichen #fürcht reagiert, wenn mal wieder grünkohl beim solidarischen gemüse dabei war. sowas wie grünkohl, hab ich mir gedacht, sowas kann echt nur dem mogg einfallen. der immer, mit seinen raritäten. umso überraschter war ich, als ich festgestellt hab, dass unsere nördlichen nachbarn das als weitverbreitete ergänzung zu kartoffelrösti und würstl (jaja, das ist mal wieder typisch) kennen. ich hatte aber keine lust irgend so eine beilagensache zu machen, und ansonsten hat mir die suchmaschine tausende rezepte für kale-chips ausgespuckt, weil grünkohl ist ja total low-carb und außerdem voll hollywood. nein danke, nicht mit mir.

das brot ist voll

beim weiteren herumsurfen bin ich unter dem titel das brot ist voll über ein rezept auf dem anonyme-köche-blog gestolpert, das mich sehr angesprochen hat. nachdem ich ohnehin keine broccoletti zur hand hatte, hab ich das ganze mit grünkohl probiert, und das war so geil, dass ich das am abend nochmal und am nächsten tag nochmal gegessen hab. cooler blog, hab ich mir gedacht und ein bisschen weitergelesen. da hab ich dann erstens festgestellt, dass der werte koch bei den kommentaren unter anderem grünkohl als ersatzgrünzeug anregt (na, bitte!) und des weitern hab ich auf die kategorie gegessen geklickt. und was find ich dort? eine post mit dem schönen titel: vegan in wien? des geht si scho aus. da schreibt er über seinen besuch im tian mit der esskulturellen K. weil ja diese veganer selbstversuch und alles. zack, kreis geschlossen.

jetzt magst du wahrscheinlich wissen was für ein grenzgeniales rezept das ist. bitteschön.

abruzzisches abendbrot

collage_grünkohl

wie du siehst hab ich von den 4 chilis grad mal ein spitzerl verwendet beim ersten mal. beim zweiten mal war’s dann doch eine ganze.

in einer pfanne olivenöl vorsichtig erhitzen, knoblauch und chili dazugeben und wenn alles gut riecht den geschnippelten grünkohl unterrühren und mit wasser bedecken. in dem fall gute 5 minuten köcheln lassen. altes brot (weiß oder schwarz) in die pfanne drücken bis es vollgesoffen ist und dann alles in einen teller kippen. reichlich olivenöl drüber und salz. fertig.

ersetzen kann man den grünkohl durch mehr oder weniger alles, was grün ist, die kochzeit muss halt entsprechend angepasst werden. und das beste daran: endlich eine richtig simple verwertung für altes brot.

gekommen bin ich auf das rezept, weil ich das brot ist voll gegoogelt hat. das war ein slogan der grünen im wahlkampf 1990, ich nehm mal an du erinnerst dich nicht :-). auf dem plakat war damals ein leberkässemmerl, aber hey, es waren die 90er. und gegoogelt hab ich das, weil ich ja eigentlich einen blogpost über brot schreiben wollte. ich hab nämlich herausgefunden, dass es einen veganen bäcker gibt, der macht leckeres brot und geile backwaren. die marke heißt bernds welt und der liebe bernd war, so wie ich, im unternehmensgründungsprogramm, so bin ich auch über seine firma gestolpert. einziger wermutstropfen: in wien muss man in den supermarkt um an seine produkte zu kommen, und da gehen wir ja bekanntlich nicht gern hin. das war jetzt die überleitung zu den breaking news:

lunzers maß-greisslerei

collage_lunzers

fenchelsalz, ohlala!

genau zwischen deiner und meiner wohnung hat ein neuer laden aufgemacht. in lunzers maß-greisslerei gibt es alles unverpackt und die idee ist, dass man mit seinen eigenen behältnissen kommt und sich getreide, gewürze und gemüse, aber auch öle abfüllt bzw. abfüllen läßt. super find ich das. endlich etwas, das man allen leuten empfehlen kann, die sagen, ich will nicht im supermarkt verpacktes gemüse kaufen, aber ich hab keine zeit/lust/ambition mich in einer foodkoop oder csa zu engagieren. ich war schon dort und hab die sehr sympathische betreiberin kennengelernt. ich find wir könnten uns da mal auf eine kaffee treffen und ein bisschen shoppen. und last, but not least. mir wurde geflüstert da gibt’s auch veganen wein. prost mahlzeit!

alles liebe,

dein lesterschwein

holt uns hier rein!

liebe lesterschwester,

gratulation. das war gestern ja wohl einer dieser spitzentage bei dir – aber wie pflegt arbeitskollegin S. zu sagen: bloggen ist emo-hygiene. und S. muss es wissen, die ist nämlich psychologin. ha! also nochmal gratulation, und zwar zur prompten verschriftlichten verarbeitung von curry-getränkten fahrradsatteltaschen und semi-freundlichen interaktionen in der begegnungszone fahrrad vs. fußgänger.

hol mich hier raus?

vielleicht hättest du dir auch einfach einen falter kaufen können, der holt einen ja bekanntlich raus, heute in unserem fall auf grund der food blog award sache sogar rein – und zwar in form eines gerichtsberichts: „schweinisches, vegan“, titelt N., die in diesem format junge wiener küche vorstellt. wir sagen danke für das flauschige interview und an K. für die netten fotos! :-)

falter_lesterschwestern_2013

„authentisch ist das neue seriös“ – der falter holt uns in die ausgabe 45/13

[ein scan in lesbarer auflösung folgt in bälde…]

die frischgedruckte ausgabe hat gleich einen kleinen aufmerksamkeitswirbel im lesterschweinischen soziotop ausgelöst – A. aus graz (die ja quasi nicht mehr in den supermarkt geht) kurztextet mir um 05:56h von freudenschreikrämpfen am kaffeetisch, R. berichtet, noch vor dem aufstehen im bett die bloggenden schwestern geschmökert zu haben. die vom madiani in unserer hood inspirierten und veganisierten melanzaniröllchen erfreuen sich ja erfahrungsgemäß auch äußerster beliebtheit, bin schon gespannt ob jemand aus dem falterschen lesekreis in den kommentaren von einem nachbauversuch berichtet! im rezept ist das als granatapfel-substitut zu verwendende quittengelee aus dem donaugarten zwar im lektorat zu quitten-„würfeln“ mutiert – die kennen wir zwar noch nicht, aber vielleicht verrät uns ja E. wie man das gelee zu würfeln baut ;-) vielleicht gleich diesen samstag vormittag, wenn es gemeinsam mit M. & F. am karmelitermarkt beim slow food stand donaugarten marmeladen & honiggarten honige zu verkosten gibt.

hol mich hier rein!

auch die CSA mogg findet im gerichtsbericht erwähnung, die „community supported agriculture“ a.k.a. solidarische landwirtschaft am biohof in herzogenburg – wahrscheinlich weil N. selbst slow-food aktivistin ist und sich für regionale produkte interessiert, nachdem sie zB mit F. gemeinsam den „eat slow!“-guide herausgebracht hat. bei ebenjener heuer neu gestarteten CSA jedenfalls kann man jährliche ernteanteile beziehen, und bekommt 1x wöchentlich den aktuellen anteil an saisonalen demeter-gemüses an die nächstgelegene verteilstation geliefert – zum beispiel in eine food-coop – wo man sich den anteil dann abholt. diese woche waren neben karotten, erdäpfeln, lauch und konsorten auch ein hübscher hokkaido sowie – wait for it – romanesco und steckrüben dabei. romanes… what?! ja, so ist das mit den sortenraritäten. wie neo-ernteanteilsinhaberin M. so schön schreibt:

Gesendet: Montag, 04. November 2013 um 21:19 Uhr
Von: M.
Betreff: Mogg i gern

nochmal danke für den Tipp mit dem Mogg. Haben heut unseren halben Anteil abgeholt…und habens alle drei recht lustig gefunden. Jetzt müss ma mal recherchieren was wir mit Rüben und Romanesco machen ;)

vielleicht will M. es ja mal mit deinem jambalaya probieren? wer sich jedenfalls auch mit regionalitäten & raritäten eindecken möchte – noch gibt es ein paar ernteanteile… :-)

csa_gemuese_2013

1 romanesco, 1 hokkaido, 1 steckrübe – ein kleiner ausschnitt aus dem CSA-ernteanteil der woche 45/13

apropos food-coop: ebenfalls diese woche sind die südfrüchte eingetrudelt – hurrah! denn es gibt kaum etwas witzloseres als zuerst die saisonalen, solidarischen, superen gemüse aus der kooperative zu holen – und dann mit dem fair gehandelten guterstoff-sackerl aus bio-baumwolle verstohlen zum billa zu hoppeln zur befriedigung der exotik-gelüste. weil, undogmatisches gemüse-bobo-tum, schön und gut – aber… aaaavodacos! auch wenn wir in keinem avocado-land leben.

geiler scheiß daher, wenn sich mehrere food-coops in wien zusammenschließen und eine sammelbestellung im fernen süden bei „le galline fellici“ aufgeben. so kommt man direkt an biologische und solidarische früchte aus dem schönen sizilien. bananen und oliven haben diesmal noch nicht geklappt, dafür gibt’s granatäpfel, mandarinen und – yay! – avocados.

foodcoop_suedfruechte_2013

die solidarischen südfrüchte sind da! biologische granatäpfel, avocados und satsumas aus bella italia – zur abholung in woche 45/13

damit schließt sich auch der kreis – und ich kann mir demnächst regionale melanzaniröllchen mit solidarischen granatapfeln bauen ;-) und tofu-avocado-tower! #omnomnom

freu mich übrigens auch schon sehr auf unseren morgigen lesterschweinischen konzertausflug samt buntem familien- & freundesanhang beim bock auf kultur, und toitoitoi für deine lernsession heute*

gruß & kuss,
die hannaschwester

her mit dem guten gemüse!

liebe kati,

stating the obvious: es herbstelt! gutes timing also für die erschließung neuer bezugsmöglichkeiten für das hauptnahrungsmittel von pflanzenfressern wie unsereins – gemüsen! es raschelt nämlich gerade gewaltig im wald der autonomen (blatt)gemüse: anfang dieser woche war der 1. ladentag in unserer neuen food-coop in der schönen leopoldstadt. derzeit noch im privaten rahmen für den engeren kreis einer illustren bürogemeinschaft samt nahumfeld definiert, haben S. und H.-P. sowie die diversen arbeitsgruppen während der vergangenen wochen ordentlich hineingebuttert, um mit der fancy foodsoftware und unseren schmucken liste regionaler produzentInnen den ersten bestelldurchlauf zu starten. eine tolle sache für uns CSAlerInnen, um den wöchentlichen solidarischen ernteanteil mit ebenso saisonalen, regionalen und möglichst biologischen frischvitaminen aufzufetten:

fc_lagerdienst_premiere

lagerdienst-premiere in der foodcoop: in papiersackerln abgepackte produkteinheiten von jungkraut bis hokkaido

zur verfügung stehen dank der untriebigen AG produkte auch brot, ätherische öle, gewürze, tees sowie fleisch & milchprodukte für die omnivoren foodkooplerInnen. das ganze ist die logische konsequenz nach einem halben jahr mal mehr mal weniger intensiver auseinandersetzung mit dem thema ernährungssouveränität – von CSA über ökoparzelle bis eben der neueröffnung einer eigenständigen food-koop (die übrigens gerade in ganz wien wie die schwammerln aus dem feuchten waldboden schießen, siehe dazu die liste auf foodcoop.at!).

du bist was du isst

ein aspekt dieser auseinandersetzung war der vortrag von H.-P. und der wunderbaren T. bei der parcademy im september unter dem motto „du bist was du isst“: vom großen bio-schmäh war da die rede, und dann auch die kernfrage, „ist bio gesünder“? ernährungsökologin T. sagt dazu klar „ja“, aber es braucht eine tüchtige end-ideologisierung der ganzen bio-schiene. nicht nur eine reine konsum-neuorientierung ist nämlich notwendig um unser lebensmittelsystem nachhaltig zu verändern, sondern auch politische einmischung. H.-P. ist dann von der ernährungsökologischen analyse auf die praxisnahen hands-on möglichkeiten aus eurem/unserem familiären umfeld eingegangen – frei nach dem leitgedanken: „Abseits des Prinzips Supermarkt: ökologisch, solidarisch, partizipativ.“ – die schon erwähnten ökoparzellen und solil-communities genau so wie guerilla dining oder auch DIY-waschmittel aus kastanien. fein war’s und danke H.-P. für’s immer wieder neue sachen entdecken und ausprobieren!

parcademy012_09-2013_ernaehrung

die parcademy 012 zum thema ernährungssouveränität mit T. & H.-P, CSA-gemüse, publikumsrekord und einer aufmerksam lauschenden lesterschwester :-)

danke für die schönen fotos an die parcademy-folks, das ganze album gibt’s auf facebook.

und noch mehr good news: im april 2014 findet das 1. österreichische forum ernährungssouveränität statt, und zwar im schloss goldegg im pongau:

Nyeleni_Forum_2014

den ganzen flyer samt aufruf gibt’s online als PDF, alle infos laufend auf ernährungssouveränität.at.

cu there!

alles feine,
hanna

PS: muahahahahahaaa! zu deinem erziehungsauftrag – ein totally subjektives thumbs-up! und nächstes mal unbedingst anrufen und das lesterschwein zur käsespätzleverkostung verpflichten, jawoll!

asia by accident

liebe lesterschwester,

ich bin’s nochmal… bloggen ist halt doch spannender als lernen ;-)

einer der vorteile unserer ernteanteile der solidarischen landwirtschaft ist ja, das man wöchentlich eine bunte mischkulanz an gemüsen aller art bekommt, und sich dann furchtbar kreativ überlegen kann/darf/soll/muss, was man mit den dingen anzufangen weiß.

am heutigen sonntag abend zum beispiel, da gab mein kühlschrank noch her: 1 chinakohl, 3 karotten, ein rest ingwer, 1 zwiebel. außerdem 2,5 etwas schräge seitan-steaks, eingelegt in einer öl-senf-mischung. im küchenkastel dazu noch eine angebrochene packung reisnudeln, ein sich dem ende neigendes glas erdnussbutter, sojasauce, verschiedene nusssorten. aus dem ganzen wurde dann eine erquickliche asia-pfanne, sehr lose an dem hier orientiert, hauptsächlich um herauszufinden ob man alles gemeinsam oder vereinzelt anbraten sollte, und um sich zur cashew-beigabe inspirieren zu lassen.

asianudelpfanne_mit_cashew

vorab-info: die zu dicken und daher bei der grillerei eher gummiartig ausgefallenen seitan-steaks habe ich in dünne streifen geschnetzelt und scharf angebraten – wurden sehr knusprig und (aus vleisch-liebhaberInnen perspektive) sehr lecker!

asia-nudelpfanne

… ergibt 2 große portionen

1/2 packung reisnudeln (zB die thai-variante, 3mm)
1/2 chinakohl
2-3 karotten
2-3cm ingwerwurzel
erdnussöl
sojasauce
1 EL erdnussbutter
eine handvoll cashew-bruch (günstiger als ganze cashews)
optional: soja- oder seitan-schnetzel
optional: sojasprossen

  1. reisnudeln für 10 min. in heißem wasser einlegen
  2. karotten schälen und in dünne streifen schneiden, chinakohl ebenfalls in streifen schneiden, ingwer schälen und in 2mm dicke scheiben schneiden
  3. 1 TL erdnussöl in einem wok erhitzen, cashews kurz anbraten (achtung, verbrennen sehr schnell!), aus der pfanne und beiseite stellen
  4. 1 TL erdnussöl erhitzen, karottenstreifen anbraten, chinakohl dazu, mitbraten, beiseite stellen
  5. 1 TL erdnussöl erhitzen, ingwer mitrösten, nudeln dazu, alles kräftig anbraten, karotten/chinakohl/cashews und optionale sojaschnetzel (ebenfalls vorab angebraten) dazu
  6. mit sojasauce ablöschen, erdnussbutter unterrühren
  7. sofort servieren, optionale sojasproßen dazu (haben mir heute gefehlt, geben dem ganzen garantiert noch einen knackigen frischekick), voilá!

sprach’s, und vergriff sich an der traubentarte… mehr dazu beim nächsten mal ;-)
die lesterschwester

von hummeln und samen

liebe schwester of ökoparzellen-fame,

nach einer äußerst umtriebigen woche hab ich endlich wieder einen allein-daheim-nachmittag und die entsprechende zeit um mein konzept für die bachelor-arbeit zwei zu finalisieren… nein, natürlich nicht. also endlich zeit zum blogeintrag schreiben.

hm… moment mal. irgendwie kommt mir das bekannt vor ;-)

nach einer äußerst umtriebigen außer-haus-woche hab ich endlich wieder einen allein-daheim-vormittag und die entsprechende zeit für die gastro-prüfung teil zwei zu lernen… nein, natürlich nicht. also endlich zeit zum blogbeitrag schreiben, kochen und backen.

wir lesterschwestern sind es ja gewohnt alle möglichen sachen gleichzeitig anzureißen, was auch meistens eh irgendwie klappt, trotz aller du-spinnst-ja und dumdum-geschoß-attribute der näheren und ferneren umgebung. wir machen uns nun mal wie die hummel:

“Die Hummel hat 0,7 cm² Flügelfläche und wiegt 1,2 Gramm. Nach den Gesetzen der Aerodynamik ist es unmöglich, bei diesem Verhältnis zu fliegen.
Die Hummel weiß das nicht und fliegt einfach.”

wo sich hummeln jedenfalls sehr wohl fühlen sind einerseits festivals, wie man in diesem blog schon mehrmals mitverfolgen konnte, wie zum beispiel das dieses wochenende steigende rummel hummel kunst-DIY-dings-festival (sic!) am bakalofts gelände in einer ehemaligen fabrik, wo J. mal wieder guerilla-knitted und H. endlich seine superen street-art-fotos ausstellt und A. ein bisschen aerial-silk-yoga macht und sonst jede menge sachen die wache hummeln machen:

Rummel Hummel @ Bakalofts

rat mal wo die ganzen hummel-analogien herkommen… ;-) wie auch immer, damit ich hier noch die kurve kratze – also weiters sehr wohl fühlen sich hummeln auf wald, wiese & natur – während wir in wien immer wieder auf der ökoparzelle herumhoppeln hatte ich kürzlich die gelegenheit, einen hardcore-profi-garten zu bestaunen: die schaugärten der arche noah in schiltern nämlich.

noah und die 6.000 samen

dieser schaugarten bietet eine unfassbare vielfalt an gemüsen & gewächsen, dass es das vegan-herz höher schlagen und die geschmacksknospen frohlocken lässt. im arche sortenarchiv lagern mittler weile ganze 6.000 verschiedene sorten, in gründungszeiten waren es noch ca. 250 – darunter ca. 200 kartoffelsorten, 200 paprika & chili, 700 bohnen, 500 tomaten und einiges mehr. im garten werden die sorten aus dem archiv basierend auf einer genauen listung nach und nach wiederaufgefrischt, da samen nicht unendlich lange halten.

Arche_Noah_by_Andre_Hoeschele_2013

sonnenblumen mit kern-auffang-verhüterli, rotkohl-köpfe, verschiedene maissorten mit anti-bestäubungs-verhüterli und das barocke gartenhäuschen.

Fotos: Copyright André Höschele/PANLUX

Arche_Noah_by_Andre_Hoeschele_Hanna_Spegel_2013

von den kärtner gebirgskräutalan über moschuserdbeeren bis zur ukrainischen stachelgurke. beware!

wir sind ja CSA-technisch schon an gelbe zucchini, violette karotten & co gewöhnt, und das nicht von ungefähr – unser biohof-mogg tauscht nämlich fleißig mit der arche noah jungpflanzen aus um an der erhaltung alter sortenraritäten mitzuwirken. wegen der nachbaufähigkeit nämlich, damit die robusten und trotzdem schmackhaften sorten nicht vor lauter hybrid- und einwegsaatgut verloren gehen.

apropos CSA: auf derstandard.at ist diese woche ein artikel erschienen zur grünen revolution, da heißt es…

Und auch gemeinschaftlich organisierte Lebensmittelnetzwerke sprießen in Österreich: 2011 begann der Gärtnerhof Ochsenherz die Endverbraucher als Unternehmenspartner miteinzubeziehen und ihnen gegen einen Mitgliedsbeitrag Ernteanteile, etwa in Form von Gemüsekisten zu überschreiben. Das Modell, in den USA und Japan seit den 1960ern bekannt als Community-supported Agriculture (CSA), wird mittlerweile von einer Handvoll weiterer Initiativen gepflegt.

das erinnert mich daran dass noch der nachbericht zu H.-P.’s parcademy vortrag in sachen ernährungssouveränität im entwürfe-ordner schlummert… however, ich habe für mein revitalisiertes fensterbrettbeet jedenfalls in der arche ordentlich zugeschlagen, außerdem gab’s eine eigene samenbestellung zwecks export niederösterreichischer raritäten in einen untriebigen heimgarten im kärntnerland:

Arche_Noah_Samen_Toepfe_2013

samenvielfalt aus dem hause reinsaat sowie von den CSA-kollegen ochsenherz, in natura gibt’s zB ananas-salbei (links) und krauseminze (rechts).

so, ich schwing mich mal samt wollsocken & fleece-hoodie auf’s radl und werd dann mal mit K. & konsorten rumhummeln beim rummel hummel!

bis morgen beim supper club (freu!) & bussi,
die hannahummel

das prinzip supermarkt

liebe lesterschwester,

es tut sich was im autonomen gemüsebeet! unser CSA-ernteanteil wird über den sommer & herbst immer bunter und umfangreicher, die ökoparzelle wirft im saison-endspurt noch kindskopfgroße rüben ab, heute ist eine neue food-coop in 1020 gestartet, und schon nächste woche findet H.-P.’s heißerwarteter vortrag mit frau T. bei der parcademy im rochuspark zum thema ernährungssouveränität mit dem titel „du isst was du kaufst!“ statt:

Ernährung. Da denkt man zuerst an Gemüse, Fett, Zucker, Allergien… HedonistInnen an Genuss und Lebensfreude. Ökologie, Solidarität und Partizipation hingegen haben für die meisten mit Essen nichts zu tun. Sollten sie aber!

Abseits des Prinzips Supermarkt:
ökologisch, solidarisch, partizipativ

DI 24.9. 19h @ Rochuspark, Details auf Facebook

von der ernährungs- zur konsumsouveränität

neben souveräner ernährung und autonomen gemüse gibt es ja auch noch allerlei andere lebensbereiche, die abseits des im vortrag angekündigten „prinzip supermarkt“ zu bestreiten wären. tierversuchsfreie und vegane kosmetik (tipp: der „cruelty-free & vegan“ beauty-blog once upon a cream), fairtrade-kleidung – vielleicht sogar bio und co2-neutral, veganes schuhwerk, wiederverwendbare utensilien wie zB der mooncup statt einweg-hygieneartikeln, und und und…

zu diesem thema hatte ich des sommers einen angeregten park-plausch in graz über food-koops, solidarisches landwirtschaften, einkaufsgemeinschaften, kaffeekooperativen etc. mit dabei waren B., eine der ersten aktiven food-koop-menschen meines bekanntenkreises, ihr freund F. sowie A., ihres zeichens supermarkt-vermeiderin und lokal-bezugs-expertin der stunde.

im anschluss an den plausch hatten A. und ich eine angeregte email-chat-konversation – ein schöner teaser auf das parcademy-thema, wie ich finde!

H: liebe A.! deine aussage, du würdest so gut wie nicht mehr in einen supermarkt gehen, hat mich total fasziniert. beim thema ernährung gibt es ja schon einige optionen – von food-koops über CSAs bis zu selbsterntegärten und co.

csa_1_anteil_april_web

unser 1. ernteanteil der CSA mogg im april 2013. CSA steht für community supported agriculture, ein solidarisches landwirtschaftskonzept.

aber wie machst du das mit all dem anderen kram – von kosmetik bis haushaltsware?

A: das parkgespräch war wirklich inspirierend! also die motivation nicht in den supermarkt zu gehen, hat sich nicht verändert… roland düringer hat das in einem seiner „gültigen stimme“-videos schön auf den punkt gebracht: er sieht die ganzen sachen im supermarkt und denkt sich nur, für ihn brauchen sie den krempel nicht mehr zu produzieren. also der reihe nach…

kosmetik/körperpflege hab ich extrem reduziert, und wenn ich da was brauche, les ich vorher immer wieder in den ganzen peta-listen und in vegan-foren nach, was da ok ist und welcher hersteller vertrauenswürdig ist. und bevor ich was nachkaufe, hab ich immer wieder eine woche lang versucht, ohne auszukommen. ergebnis: statt eines vollen duschregals steht bei uns mittlerweile ein kleiner teller mit pflanzenseife und veganem gesichtsreiniger.

konsumautonom_kosmetik

vegan-siegel auf den produkten von alverde (dm)

wenn ich saisonal was brauche, wie sonnencreme oder bodylotion oder gesichtscreme, dann kauf ich es meistens von balea oder auch alverde, das ist die eigenmarke von dm die sind tierversuchsfrei, wenn man all den listen und foren glauben darf.

konsumautonom_zahnbuerste

böhzer bürstenkopf und gute sole-zahncreme von weleda. verfärbt zwar die zahnbürste, aber ist dafür ohne tenside, fluoride und synthetische zusätze.

mit der eincremerei hab ich es selber nicht so, dafür bin ich bei der zahnpasta eigen und besorg was supidupi spezielles aus dem bioladen, weil sie soll ohne fluor und ohne minze sein und am besten nach gar nix schmecken. die andre problemstelle ist zahnseide, da gibts alternativ fast nix, da schau ich mich derzeit noch um. und die bürstenköpfe für die zahnbürste sind leider nur von firmen erhältlich, bei denen tierversuche garantiert vorkommen, weil es läuft immer auf p&g oder unilever hinaus (hier bitte ein gesicht wie grumpy cat vorstellen).

H: gute sache! allein die idee gewisse produkte nicht gleich zu ersetzen sondern mal eine woche ohne auszukommen zu versuchen ist ein pfiffiger life hack. so ist es mir gegangen mit haarbalsam, körperpeeling, mineralpuder, handcreme, und und und… badezimmerschrank entrümplifizieren! ach ja, apropos peeling – da mach ich mir öfter einfach eine kombi aus olivenöl und rohrohrzucker. spezialtipp von der anderen H. – macht die haut superweich, nur die dusche muss man dann halt ein bisserl putzen ;-)

konsumautonom_mascara

wasserfeste und wasserlösliche mascara, (noch) böse.

A: jaja, wer schön sein will… damit wären wir auch schon beim nächsten thema, dekorative kosmetik: extrem reduziert. wimpernzange und wimperntusche (gosh ist tierversuchsfrei und klumpt nicht, gibts beim bipa) muss fast immer sein. und hin und wieder augenringe abdecken, da gibts aber bei lush auch immer mehr schöne sachen; die schauen auch drauf, dass nur soviel chemie-krempel in den sachen ist, wie unbedingt sein muss.

konsumautonom_deko

lush-probe der fabulosen, veganen „dream cream“ plus leider unvegane ex-lieblingsprodukte: everon lippenbalsam von weleda, matte lip tint von tarte cosmetics und kiehl’s sunbalm SPF15

haushalt: ist auch ziemlich reduziert, das meiste putz ich mit sodasan-schmierseife und essig, für härtere fälle hab ich noch spiritus und baking soda aus der apotheke daheim.

wo es nicht so flutscht sind die geschirrspülertabs und waschpulver. waschnüsse kauf ich nicht gern, die haben ja auch einen langen transportweg und ich find, die leute vor ort brauchen die selber.

H: apropos waschnüsse: die muss man ja nicht aus brasilien herankarren, wir haben die auch – und zwar in rauen mengen! da ist mir nämlich gleich H.-P. eingefallen, der macht selber waschmittel aus kastanien die er mit den kids im herbst im prater sammelt. heuer steht erstmalig das projekt „flüssigseife“ an…

hpwaldbauer_kastanien

DIY-waschmittel aus rosskastanien (c) H.-P.

A: danke für den link zum kastanienwaschmittel, das find ich wirklich interessant und simpel genug, um es im herbst auszuprobieren! hier sind kastanien rund ums haus, hab ja auch noch parks und gärten rundherum, das wird spannend!
ja, und klopapier, müllsäcke, reinigungsschwämme und das ganze verbrauchsmaterial ist nach wie vor ungelöst; es gilt einfach die prämisse, da nicht zu verschwenden und so wenig wie möglich zu verbrauchen…

konsumautonom_haushalt

challenge accepted? einwegartikel, plastikzeug und haushaltsmüll reduzieren…

so, ich glaub das ist mehr als genug! ich wollt noch dazu sagen, dass mein freund bei all den umstellungen und versuchen meistens begeistert mitgemacht hat. manchen anderen in meiner umgebung geh ich damit ziemlich am oarsch, vielleicht, weil ich auch gern drüber rede und mich austausche. vielleicht komm ich da ziemlich radikal und obsessiv rüber, aber es is ja mein leben und ich versuch umhimmelswillen niemanden zu missionieren. aber wir haben eh schon drüber geredet, wie das beim thema „vegan leben“ ist: man braucht es nur zu erwähnen und viele fühlen sich gleich angegriffen. beim thema „reduzieren“ ist es wohl das gleiche.

H: so true… die reaktionen auf meinen einheits-kleidungsstil sind auch immer wieder überaus durchwachsen. aber das mit dem klamotten ist ja nochmal eine eigene geschichte
freu mich jedenfalls in dir eine rainbow warrior kumpanin gefunden zu haben, und freu mich auf weiteren austausch! und ist das ok für dich wenn ich ausszüge deiner inputs in einem blogbeitrag veröffentliche?

A: natürlich darfst du posten, was du magst. ich freu mich auch sehr über austausch und dass wir da auf gleicher spur unterwegs sind, das macht mut und laune =)
regenbogenküsschen aus graz!

das wär’s auch schon wieder. ich freu mich jedenfalls schon sehr auf vortrag & rege diskussion bei meiner 1. parcademy & wünsch dir toitoitoi für deine actions der kommenden tage, untriebige dampft-durch-alle-gassen-sister!

alles feine & gruß an H.-P.,
hanna

dash your curry…

liebe lesterschwester,

… like you’re not in a hurry!

legt uns schon das fräulein M.I.A. ans herz – dementsprechend fast ganz oder zumindest fast entspannt während dem festivalrucksack-packen hier noch ein kleines blogupdate:

also: danke für den unfassbar umfangreichen supper club nachbericht – die ohrennudel-geschichte (antidox!) steht bei mir schon am menüplan dank soli-kürbis aus dem hause mogg…

ebenfalls im dieswöchigen CSA-ernteanteil: 0,5kg tomate. richtig gelesen – nicht tomateN, sondern 1 (in worten: eine) tomate von stolzen 516 gramm. die hat mich dazu inspiriert, endlich mal wieder eine meiner lieblings-currypasten aus dem breiten sortiment von patak’s aus dem regal zu kramen: bhuna paste der variante tomate-coriander bzw. tomate-tamarinde. groß!

lestercurry_tomatotamarind

tomaten-koriander-curry

0,5kg tomate(n)
1/2 zucchini
3-4 kleine zwiebeln
2-3 EL patak’s curry paste tomato-coriander oder tomato-tamarind
1 EL erhitzbares öl (raps ist nicht gleich raps…)
etwas gemüsebrühe
optional sojaschnetzel (die von davert gehen superschnell)
optional frischer koriander (sehr empfehlenswert!)

alles gemüse schnippeln, zwiebeln in öl anschwitzen, currypaste dazu und mitbraten, die optionalen sojaschnetzel (für 10 min. in gemüsebrühe eingeweicht) kräftig mitrösten, tomate dazu, zucchini dazu, mit übriger sojaschnetzel-brühe oder 1/2-1 tasse gemüsebrühe aufgießen, mit offenem deckel köcheln lassen bis sämig und zucchini bisfest

dazu basmati-reis und allerbestenfalls frischer koriander!

derartigst gestärkt werfe ich mich nun in den festival-saisonendspurt (nach ZOA, ton am strom, harvest of art warm-up, wackelstein sowie glatt&verkehrt – das war ein guter sommer!) und werde dir dann vom flow of nature berichten, dass herr A. im augustin entdeckt hat – liegt nämlich quasi am weg nach spitz… ;-) dort spielen unter anderem matatu, die du ja leider beim diesjährigen protestsongcontest verpasst hast, die aber live sehr leiwand sind und gerne zum thema obst singen, und diese crew hier wird wohl ordentlich jungle auf die plattenspieler schmeißen (ab min. 35), olé!

dir viel spaß am berg & bussis,
hanna