Über hanna

hüpft, hoppelt, radelt, singt, mampft sich durch's leben, auch wenn's mal zwiebelt.

schweine, äpfel, rosen

liebe lästerschwester (achtung: spoiler!),

mich hat die ganze woche schon ein virus im griff, ich konnte die vergangenen tage weder sprechen noch singen oder heiße, scharfe, bröselige sachen schlucken, aber göttinseidank hab ich eine gemütliche couch. oder wie L. sagen würde:

„Krankheit ist die Art deines Körpers dir zu sagen dass du 3-5 Staffeln einer Serie schauen solltest.“ (L.)

deren hochtraditionellen alljährlichen halloween-umtrunk hab ich nämlich verpasst, bin aber guter dinge, wenigstens bei der 4er-sause mit dem jung- bzw. nichtenkind am samstag dabei zu sein. für eine der anderen neffinnen hab ich übrigens nach der legendary pizzadecke vom wichteln voriges jahr noch ein zweites handarbeits… äh… crafts-projekt am laufen, und nachdem sich der dazugehörige gutsch(w)ein bald jährt, hab ich den krankenstand genutzt, um an dieser sau weiterzuwerken.

lestersau_stickschwerin

nach dem krankenstandsstickprojekt 2017 (flowers against fuckers!) diesmal ein anderes, fast jugendfreundliches F-wort. aber nur fast.

die dazu passende serie ist übrigens planet earth, da kann man der sonoren stimme des david attenborough lauschen und muss überhaupt gar nicht so viel hinschauen um dem plot zu folgen (fressen und gefressen werden) bzw. kann sich bei grauslichen szenen nach dem motto leopard-zerfleischt-gazelle in die jeweilige stickreihe vertiefen.

apropos fressen: dank neuer foodcoop (mit meidlinger L), die ich gerade teste, habe ich wieder regelmäßig fahrradtaschen voller gemüses, öbster, säfte (und erde). an die schiere größe dieser einkaufsgemeinschaft muss ich mich noch gewöhnen: jede menge bestellgruppen, menschen, bezugsquellen und richtig viel kommunikation. so gibt es zB drei verschiedene gemüse-lieferant*innen, die dann auch in unterschiedlichen rhythmen liefern und an potentiell drei lagerdiensten pro woche abgeholt werden sollen. nach fünf jahren strikt dienstags getakteter schraubenfabrik-routine ist das für mich eine logistische herausforderung, aber ich schau’s mir jetzt einfach mal an. grundsätzlich sind die lieben löwenzähne nämlich top organisiert, man bekommt beim einstieg diverse übersichts-dokumente, eine einschulung und einen buddy, wird mal keinen arbeitsgruppen zugeordnet sondern soll man das bestell-procedere kennenlernen und die abrechnung erfolgt manuell auf kontoblättern – dafür gibt’s eben keinen rückbuchungs-aufwand. und das gemüse, wie hier von feichtingers, ist echt gut:

foodcoop_meidling_gemueses

der lauch kommt übrigens heute in eine zitronen-sauce, die wundervoll weiß-rosa-geringelten „tonda di chioggia“ rüben sind gestern mit honig & pfeffer in den ofen gewandert, mit dem sellerie gibt’s einen jamie oliver salat mit mango-chutney, zur peterwurz überleg ich mir noch was UND für die regionalen mini-süßkartoffeln und herrlich säuerlichen äpfel der sorte rubinette hier zwei sehr einfache und kürzlich erprobte rezept-neuheiten:

apfel-rosen-kuchen á la veganista

4-5 äpfel
300g mehl (ich nehm 50/50 vollkorn und weißes)
2 TL natron
100-120g zucker
1 pkg vanillezucker
1 TL zimt oder eine gute prise pumpkin spice (harrharr)
1 bio-zitrone
170g pflanzenjoghurt (ich hatte kokos)
130-150ml pflanzenmilch (ich hatte soja)
1 EL öl
eine handvoll rosinen

  • backofen auf 170° vorheizen, springform fetten.
  • zitrone heiß waschen, schale abreiben. saft pressen und die hälfte davon mit joghurt, milch und öl verrühren. restlichen zitronensaft mit etwas wasser in eine schüssel geben.
  • mehl, natron, zucker, vanillezucker & gewürze mischen. 
  • äpfel waschen und mit dem sparschäler die schale rundherum in streifen lösen. diese „rosen“ ins zitronenwasser legen. restliches apfel-fruchtfleisch würfeln
  • für den teig die feuchten und trockenen zutaten mit einem löffel verrühren. apfelstücke und rosinen dazu.
  • teig in die gefettete form füllen, apfelschalenstreifen aufrollen und als „röschen“ auf dem teig verteilen, ein bisschen reindrücken.
  • auf 180° ca. 1h backen, bis bei der stäbchenprobe kein teig mehr kleben bleibt.
apfelrosenkuchen_veganista

apfelrosenkuchen mit super herbst-flavor dank pumpkin spice mischung von babette’s im 4. bezirk! so riecht nämlich kanada.

süßkartoffel-wedges aus dem ofen

500g süßkartoffeln
1 EL zucker oder agavendicksaft
1 EL paprika
1 TL oregano
1 TL curry
1 TL kreuzkümmel
optional chili
4 EL öl
salz, pfeffer

  • süßkartoffeln gründlich waschen, abtrocknen, mit schale längs vierteln.
  • marinade aus öl mit allen gewürzen mischen, süßkartoffeln damit einpinseln. ca. eine halbe stunde im kühlschrank rasten lassen (sie werden dann ganz trocken.)
  • im backrohr auf 220° ca. 20 min. eher mittig/unten garen.

hinweis: achtung, die sind recht schnell durch (v.a. bei kleinen österreichischen kartöffelchen), also zwischendurch immer wieder mit der gabel testen ob sie schon weich sind. ich hab auch grade erst gesehen dass bei umluft nur 190° ausreichen gewesen wären, ich hab da wohl überhaupt zu viel hitze verwendet. meine waren sehr weich, aber ur lecker! zB mit einem dip aus pflanzenjoghurt, zitronensaft, tahine, salz, pfeffer und viel frischer petersilie.

und zu guter letzt gab’s noch richtig chewy brownies letztens, die sind total praktisch weil man die schoko nicht extra im wasserbad schmelzen muss… weniger abwasch ;-) insgesamt sehr heftig, wie ein brownie ja sein soll – hab daher die hälfte eingefroren und später mal im büro aufgetaut verspeist, geht übrigens auch voll. mir ist nur mitten im backen die waage eingegangen, ich hab also die zutaten dann eher geschätzt #hüstel

schnelle brownies

210g mehl
120g kochschoko
5-7 EL kakaopulver
125ml kochendes wasser
1 sehr reife banane, mit der gabel zergatscht
80g gehackte nüsse (im original walnuss, bei mir haselnuss)
80g margarine
150-200g zucker
1 pkg. vanillezucker
1/2 TL natron
1 schuss essig oder zitronensaft
1 schuss rum
eine prise salz

  • eine rechteckige form fetten oder mit packpapier auslegen. ofen auf 180° vorheizen.
  • kochschoko klein hacken, mit dem kakao in eine schüssel und mit dem kochenden wasser übergießen. kurz stehen lassen. verrühren und zucker, vanillezucker, bananengatsch & margarine dazu.
  • mehl, natron & salz dazu und alles glatt rühren, dann die gehackten nüsse unterheben. alles in die form und ca. 20 min. backen.

tipp der autorin: „Gut auskühlen lassen, sonst zerbröseln sie euch!“

also dann,
einen allerheiligen feiertag dir noch,
und bis samstag!

deine
lästerschwester

hausen und schmausen

liebe kati,

ui schon wieder ein monat vergangen, ich sag’s dir, der herbst haut mal wieder voll rein – aber wem sag ich das… mein letzter blogpost zum thema kochen&kotzen war ja inspiriert von einem besuch bei V. in hartberg, und nachdem ich morgen um 6:30h in das von dort nur 15km entfernte pöllauberg pilgern darf, packe ich diese regionale verknüpfung gedanklich beim schopfe und arbeite mal ein paar der vielen themen aus der to-schreib-do-liste ab (vom ziemlich ausgeweiteten fakefleisch-test über tanzende fischflocken bis zu schnitzelfreuden und veganen leder-handtaschen, so viel zu erzählen!).

jedenfalls, hartberg: am obsthof hab ich mich ja nochmal ordentlich mit herbstlichen freuden eingedeckt, zwetschken / birnen / äpfel hurra, und damit die letzte einkoch-session unter dach, fach & deckel gebracht. eine besondere freude war heuer übrigens das beschriften der haltbaren süßen aufstriche, und zwar mit mutterns antiken etiketten! ob mit goldrahmen oder dunkelblauer zierleiste, mit abgeflachten ecken oder oval, gefranst und glatt, aus der „lithographischen anstalt“ im domherrenhof oder bunt zusammengesammelt – eine wahre freude für doch auch mal häusliche und bastelfreudige leute wie mich. das sieht dann so aus:

lesterschweine_marmeladen_etiketten

etikettenfreunde für die zwetschkenfreuden

im oststeirischen pöllauberg übrigens, da ist ein bio-seminarhotel, und ich bin schon sehr gespannt welche art von küche mich dort erwartet – hatte ich doch zuletzt echt erfreuliche gastronomische erfahrungen in hotels. na gut, unsere lustigen saufkumpanen von der geschwisterlichen hüttenübernachtung in den ötschergräben vor drei wochen mal ausgenommen, aber das essen im schutzhaus vorderötscher war ja abgesehen davon tatsächlich auch sehr fein. davor war ich ende august mal wieder in vorderstoder beim wunderbaren baumschlagerberg, die ja bei entsprechender vorwarnung für veganerInnen nicht nur margarine, soja-joghurt, hummus, pflanzenkäse, vegane vurst & co am frühstücksbuffet kredenzen, sondern sich sogar für den wöchentlichen grillabend an sojavürstel heranwagen. und nach dem fasten durfte ich im august auf einladung der familie des A&O. zwei nächte am legendären feuerberg in kärnten verbringen… holla die waldfee!!

lesterschweine_feuerberg_ansichten

am feuerberg lässt man nix anbrennen – von der idyllischen lage am berghang über beheizte außenpools über freischwingende hängeliegen bis zum outdoor-teich, über den auch mal geslacklined wird.

wir sind ja kein wellness-blog, daher erspare ich dir jetzt eine nicht enden wollende lobeshymne auf die abgefahrene saunalandschaft dort – aber wer uns die letzten jahre verfolgt hat weiß ja so ungefähr, wie gern die lesterschweine saunieren… jedenfalls ur leiwand! auch die großzügigen zimmer mit viel holz & licht, das extrem zuvorkommende service, panorama-terrasse, wald & wanderwege rundherum & co sind natürlich echt ein luxus. aber vor allem beim essen lassen sich die feuerbergischen nicht lumpen: die machen zum frühstück sogar live vegane tofuspeis!!

lesterschweine_feuerberg_fruehstueck_vegan

7. frühstückshimmel… und das alles vegan!

bei frühstücksbuffets in hotels gibt’s ja oft eine feine auswahl, und wer es lieber vegan hat, muss dank deutlich reduzierter auswahl nicht gar so arg gegen ein morgendliches fresskoma kämpfen. aber dort war selbst in der rein pflanzlichen abteilung eine dermaßen absurde menge an auswahl, dass es ans perverse grenzt: eine ganze wand mit müsli-spendern, alle arten von gekochtem getreide, bircher-müsli, exotische und regionale öbster und gemüses, zahlreiche brotvarianten von baguette-weiß bis dreikorn-dunkel, eine holzkassette mit veganen pasteten, alle arten an ölen und gewürzen, diverse pflanzendrinks und natürlich soja cafe latte vom barista. aber den vogel abgeschossen haben diese zwei gimmicks:

  1. haselnusscreme vegan vom zotter! natürlich nicht irgendeine creme, sondern bio-fairtrade-nougat mit „verjus“, das sind unreife trauben oder so. cremig, nussig, mit saurer frische, ein traum. kann man auf’s brot oder ins crepe schmieren, oder halt löffeln. mittlerweile gibt’s 5 sorten von dieser „crema“, diese eine jedoch hab ich nicht gefunden, vielleicht war die speziell für dort produziert oder sie ist einfach aus?!
  2. frische customized tofu-speis: in der mitte des buffet-wahnsinns standen mehre köche, und während einige die warmen speisen und palatschinken bzw. waffeln geschupft haben, war einer ausschließlich für eierspeis zuständig. ein schild mit einem großen grünen V. hat mich zu dem geführt, und er hat mir sofort eine vegane variante angeboten! und zwar etwas ausgefuxter wie unsere supere tofuspeis oder deine tofuspeis reloaded mit kürbiskernöl, nämlich zwar schon mit räuchertofu und kurkuma und gemüse, aber dazu ein schuss hafermilch (zwecks cremigkeit) und SCHWEFELSALZ. pah!! sehr arg, riecht echt wie ei – oder wie J.’s chemie-experimente im keller ;-)

mittags gab’s dann immer salate, und abends nochmal volle dinner-dröhung mit mehreren gängen, nobel-weinen und high-end-fruchtsäften, serviert im sektkühler. protzblitz! aber schön war’s :-)

so, jetzt hupf ich in die heia, damit ich morgen früh nicht meine mitfahrgelegenheit verpenn, und freu mich auf unser wiedersehen nächste woche!

schlaf gut,
deine hanna

vom einkochen und auskotzen

liebstes lesterschwein,

ich sitze im bus von der oststeiermark nach wien und habe in meinem rucksack: erntefrische äpfel, birnen & zwetschken, ein halbes kilo käferbohnen, zwetschkensaft, weichsellikör, apfelessig, kürbiskernöl, ein paar sackerl trockenfrüchte, toilettetascherl, wanderschuhe, kopfhörer und… ein vollgekotztes hoodie*.

so geschehen voriges wochenende! ich verbringe die arbeitsfreie zeit derzeit nämlich des öfteren mit baby-besuchen, und da sind fröhliche speib-wettbewerbe an der tagesordnung – samt ermahnung der steirischen jungmutter und braut to-be, beim hochzeits-shopping im noblen trachten-laden mit dem bebabysitteten 5-monatigen nicht all zu nah an die 1.000+ euro dirndl zu kommen. davor, dazwischen und danach gibt es ausführliche gespräche über körperflüssigkeiten von kleinmenschen, mitunter samt erstaunlich hohem detailgrad („muttermilch-stuhl sieht aus wie lebkuchenteig, nur flüssiger!“), danke, ganz lieb. aber als abgehärtete darmbloggerin und fasterin bin ich da total anschlussfähig, pflück mir noch eine zwetschke und sinniere über lebkuchen – denn dank dem chorproben-start mit „silent night, holy night“ in samba-version bin ich eh schon quasi in weihnachtsstimmung #klingeling

lesterschweine_zwetschkenfreude

die steirische jungmutter V. mit zwetschkenbaum, zwetschken-vergleich (v.l.n.r.: hauszwetschke unreif und reif sowie zwei zucht-zwetschken), zwetschkenfleck und zwetschkenmarmelade in the making!

ein angenehmer nebeneffekt der zahlreichen jungfamilien auf dem lande ist nämlich, dass die mit garten oder gleich ganzen obst-plantagen ausgestattet sind – und ich mit prall gefülltem rucksack und 10 offenen browsertabs mit rezeptideen im zug nach hause sitze. im kastl war zuletzt auch noch ein übersiedeltes, jahrealtes packel gelierzucker, also sind die violetten wonneproppen gleich in den topf gewandert:

zwetschkenmarmelade

1,5kg zwetschken (entkernt)
500g gelierzucker 3:1
1 TL zitronensäure
viel zimt!!
etwas nelke
ein guter schuss rum

  • zwetschken waschen, entkernen, halbieren.
  • in einem großen topf alles zusammen langsam erhitzen, viel rühren, es verflüssigt sich dann nach und nach. wenn es etwas brodelt, ca. 5 min. kochen lassen. mehr zimt dazu.
  • gelierprobe machen (ein bisserl flüssigkeit auf einen teller, abkühlen / draufblasen, schauen ob es hält), wenn’s passt, pürieren. und nochmal zimt, go for it!!
  • 4-5 mittlere gläser sterilisieren und/oder mit schnaps ausspülen, marmelade heiß einfüllen, abkühlen lassen.

das ergebnis war so herrlisch wohlig-zimtig-wonnig, dass kollegin A. am nächsten tag gleich ein halbes kostproben-glas leergelöffelt hat. wenn ich im büro nämlich obst-konserven verteile, wird das einerseits gleich in den nächsten morgenkreis eingebaut („herbst, erntezeit, hier ist ein marmeladenglas. also, wir reflektieren: welche samen, die ich gesät habe, ernte ich diesen herbst?“) – sondern es spricht sich auch meine freude am haltbarmachen herum, und gleich darauf stehen säcke mit waldviertler äpfeln auf meinem schreibtisch. da sag ich nur: keep them coming!! heißen dank nochmal an dich für die idee mit dem flüssigen apfelstrudel, das ist echt mega praktisch und gar nicht so schwer (nur die zerkleinerung von etwas raununkeligen mini-äpfeln ist eine eher zeitintensive angelegenheit):

lesterschweine_apfelmarmelade.jpg

apfelstrudelmarmelade

1 kg äpfel (geschält, entkernt, gewürfelt)
200-250ml weißwein
500g gelierzucker 3:1
1-2 TL zitronensäure (oder entsprechend zitronensaft)
1-2 handvoll rosinen, in rum eingelegt
noch ein schuss rum extra
viel zimt!
etwas nelkenpulver

  • äpfel waschen, schälen, gehäuse entfernen, sehr klein würfeln.
  • in einem großen topf mit dem gelierzucker und der zitronensäure vermischen, über nacht stehen lassen. rosinen in rum einlegen.
  • am nächsten tag alles (also äpfel und den entsandenen saft) mit dem weißwein, zitrone, zimt, nelke aufkochen, die rumrosinen dazuleeren, optional noch einen schuss rum extra. aufkochen und ca. 5 min. köcheln lassen. gelierprobe machen (ein bisserl flüssigkeit auf einen teller, abkühlen / draufblasen, schauen ob es hält). mehr zimt, just in case.
  • 4-5 mittlere gläser sterilisieren und/oder mit schnaps ausspülen, die apfelstrudelmarmelade heiß einfüllen, abkühlen lassen.
  • … als brotaufstrich, als kompott (zB heute früh zu pancakes!), als füllung für superschnelle blätterteig-taschen, oder zum so löffeln :-)

auf der pikanten seite hat mich weinviertler jungmutter J. bzw. eigentlich deren gartenmann trotz strömendem regen mit einem sack herrlichstem homegrown gemüse ausgestattet, darunter ein kürbissiger gelber zucchini, aromatische paradeiser und knackige paprika. die sind ratatouille-artig mit richtig viel rosmarin in den topf gewandert und haben mir die mittagspausen der arbeitswoche bereichert:

lesterschweine_einkochen_gartengemuese

jungmutter J. beim gemüse einkochen, natürlich noch mehr zwetschken und dann das ratatouille-rambazamba.

stillen scheint übrigens eine energiezehrende angelegenheit zu sein, da war bei J. die freude über einen mit obiger zwetschkenmarmelade gefüllten angry cake mit viel schokoglasur groß! das war der ersatz für einen vermeintlich missglückten marmor-guglhupf, den ich dann dem (anderen) chor verfüttert habe… siehe da, die vollkornige schlagseite mit etwas zu wenig zucker konnte mit ebenfalls dicker schokoglasur kaschiert werden, und wenn man nicht dazu sagt, dass was vegan ist, mampft sowieso jede/r anstandslos ;-)

marmor-guglhupf

200g vollkorn-mehl
200g weißes mehl
2 EL stärke
1 packung backpulver
1 TL natron
200-250g zucker
1 packung vanillezucker
eine prise salz

150ml öl
350ml pflanzenmilch
1 schuss apfelessig

6 EL kakaopulver
1 kräftiger schuss pflanzenmilch
1 schuss rum

2 rippen kochschoko
1-2 EL alsan

  • alle trockenen zutaten vermischen. alle feuchten zutaten mischen (falls zucker mit agavendicksaft ersetzt wird, ebenfalls hier dazu). dann beides verrühren.
  • guglhupf-form einfetten, mehlen, die hälfte des teiges einfüllen.
  • restlichen teig mit etwas pflanzenmilch verdünnen, rum dazu, kakaopulver einrühren, ebenfalls in die form leeren. mit einer gabel ein paar mal kreuz und quer durchfahren, zwecks marmor-muster!
  • bei 180°C ca. 1 stunde ins backrohr, dann abkühlen lassen & stürzen.
  • schoko mit margarine schmelzen, den guglhupf damit glasieren, fest werden lassen.

mampft,
dein wanderschwein

PS: * hoodie ist mittlerweile in der waschmaschine, ich fühle mit dir!!!

zitronenlauch, paprika-filets & dirndlspritz (2 heurigen, 2 rezepte!)

liebes lesterschwein,

die langersehnte abkühlung hat uns letzte nacht ereilt, aber bevor es sich die kaltfront über wien gemütlich gemacht hat sind das A.&O. und ich für eine spontane heurigentour über den bisamberg getrabt. in der prä-gewitterlichen schwüle war das eine schweißtreibende angelegenheit, auch sind zwischendurch die ersten regenschauer abgegangen – wir natürlich ohne regenausrüstung und knirps, ist ja NOCH sommer! – aber wir haben das mit geschickten und erstaunlich vegan-kompatiblen einkehrschwüngen gelöst. also:

von floridsdorf mit dem 31er nach stammersdorf und dann kreuz und quer durch die kellergassen und weinberge, das war schon leiwand weil in den bewachsenen hohlwegen etwas kühler als in der betonwüste und die prallen trauben überall, herrlich. außerdem sind wir genau zwischen den wetterfronten marschiert: links finsterste düsternis über wien, vor uns der kahlenberger sendemast, rechts grüne weinberge und blauer himmel. dazu über den wanderweg wieselnde, flauschige ziesel. wir haben uns erst am heurigenweg orientiert, sind dann kurz auf den stadtwanderweg 5 abgebogen – und dann ist dem A.&O. eingefallen dass ein kumpel kürzlich wo hier einen weinkeller gekauft hat, also sind wir dort hinspaziert. kaum hatten wir die kunstvoll geschnitzte kellertür erreicht, ist ein ordentlicher regenguss losgegangen – und prompt ist ein großes auto vor uns stehen geblieben: hallo, ruft die frau, soll ich euch mitnehmen? regnet ja! und schwups, hat sie uns zum nächsten heurigen gebracht. ein freundliches volk, die stammersdörflinge! also sind wir ungeplanter weise in der genusshütte eingefallen, ein total nettes kleines häuschen mit prächtigen oleanderbüschen und weinzeilen daneben, wo man quasi direkt bei den reben sitzen kann. wir haben uns wetterbedingt indoor niedergelassen, bei naturtrübem traubensaft und echt knusprigem flammkuchen. gibt’s aus weizen oder dinkel (!), und in vielfältigsten versionen – auch vegan mit fake-käse, i kid you not. und gerade als wir zahlen und die nächste bushaltestelle anpeilen wollten, hat der regen aufgehört.

lesterschweine_genusshuette_flammkuchen.jpg

die „genusshütte“ in stammersdorf, wo es flammkuchen in 4 größen und 2 mehlsorten (hier der große vegetarische dinkel) sowie pikant/süß und in einer veganen variante gibt.

also sind wir weitergetrabt, dem schild zum magdalenenhof gefolgt und stehen plötzlich: vor der weinwerkstatt. ein bunt angemaltes haus in der senderstraße, an dem ich schon mehrmals vorbeigegangen bin und reinwollte, das aber da immer zu hatte. hurra, gleich wieder eingekehrt – nur kaffee gab’s leider keinen, weil buschenschanken dürfen keine heißgetränke verkaufen. der dirndlspritzer war aber auch sehr super, nur gegessen haben wir nix, weil wir hatten ja schon flammkuchen gevöllert. im weinhandwerk stehen nämlich vor allem wildkräuter und wilde gemüse auf der karte, aktuell im fokus ist „DER PASTINAK!“. nach dem rustikal-freundlichen ersten heurigen war das auch ein totaler kulturwandel – ein lichtdurchflutetes holzhäuschen mit riesigen glasfronten, selbst angemalte möbel, feuerstelle, hängematten, hochzeitsdeko („von jeder bleibt was übrig!“). hier oben wird nämlich anscheinend gerne und oft gefeiert, super sommer-location… vielleicht fällt uns ja eine geeignete ausrede… äh… ein anlass ein um dort auch mal aufzuschlagen? :-)

lesterschweine_weinhandwerk.jpg

das sehr sympathische weinhandwerk mit wilden kräutern und prallen reben

und beim schmökern in der speisekarte ist mir eingefallen, dass ich dir noch dieses coole sommerliche basen-rezept schulde, das passt gut zum PASTINAK, die kommen nämlich auch drin vor (wenn man sich ans original-rezept hält, was wir lesterschweine ja gerne NICHT tun):

lesterschweine_paprika_zitronenlauch.jpg

kapern in aller munde: mit den paprika-filets von frau esskultur aus dem falter und in kombi mit zitronenlauch aus dem veganen basenkochbuch.

zitronen-lauch mit karamellisierten ofenkartoffeln

2 stangen lauch
1 zitrone, unbehandelt, bio
2-3 pastinaken (hatten wir nicht, stattdessen geht auch kohlrabi, zucchini, etc.)
1 zwiebel
2 zehen knoblauch
½ glas kapern (ca. 3 EL)
½ packung pflanzen-cuisine (zB hafer, soja, reis…)
½ kg oder 1kg kleine kartoffeln
viel frische petersilie, gehackt
1-2 EL honig
thymian, oregano
salz, pfeffer
pflanzenöl

  • lauch waschen, längs halbieren, in nicht zu dünne stücke schreiben (ca. 2-3 cm). pastinaken / kohlrabi / zucchini oder anderes gemüse waschen, schälen, klein würfeln. zitrone heiß abspülen. babykartoffeln waschen und halbieren.
  • kartoffelhälften in eine feuerfeste form, mit einer marinade aus öl & honig & salz & pfeffer & thymian (und optional oregano oder andere mediterrane gewürze, man kann auch etwas tomatenmark dazugeben) vermengen, bei 200° ca. 20-30 min. ins rohr, bis sie durch und ein bisschen knusprig sind.
  • währenddessen in einer pfanne etwas öl erhitzen, lauch dazu und etwas rösten, dann mit weißwein ablöschen oder gleich mit wasser aufgießen – zugedeckt köcheln bis er noch bissfest ist.
  • in einem kleinen topf etwas öl erhitzen, zwiebel glasig rösten, anderes gemüse dazu, knoblauch dazu und kurz mitbraten, ablöschen und mit gemüsesuppe aufgießen bis alles bedeckt ist. von der zitrone etwas schale reinreiben („zeste“), dann halbieren und den saft einer halben zitrone dazu. mit viel muskat würzen. köcheln, bis alles weich ist, und dann pürieren. mit salz & pfeffer abschmecken.
  • petersilie und kapern hacken, gemeinsam mit dem gedünsteten lauch unter die gemüsesoße rühren. abschmecken (zB mehr zitronensaft dazu!), und mit den honig-kartoffeln servieren. sehr super passen auch eingelegte artischocken dazu, zB als deko oder ebenfalls klein geschnitten in der soße.

die kombination zitrone & kapern ist einfach super – hat mich sehr an deine gnocchi mit zitronensoße von einem der legendären supper clubs erinnert, aber ist in dieser version „gemüsiger“.

und noch so eine sommerliche freude hat A. im falter entdeckt, und zwar von der unsererseits sehr geschätzten frau esskultur, deren „immer schon vegan!“-kochbuch du ja kürzlich vorgestellt hast. und der laut gerichtsbericht „schillernde, glänzende, aufregend aromatische und dabei ganz simple salat“ geht so:

paprika-filets mit kapern

1kg fleischige, rote spitzpaprika (also ca. 5 stück)
½ glas kapern, die kleinen, eingelegten blüten, nicht die großen beeren
frische petersilie
zitronensaft oder weißer balsamico
salz, pfeffer

  • paprika halbieren, kerne und weiße häutchen entfernen. mit der schnittfläche nach unten auf ein backblech mit backpapier, im ofen auf der obersten schiene „grillen“ bei 250° für ca. 15-30 min., je nach ofen – sie sollen richtig schwarze blasen werfen.
  • paprika noch heiß auf einen tiefen teller oder schüssel legen, mit alufolie oder frischhaltefolie abdecken und auskühlen lassen (im eigenen dampf, quasi). danach häuten – mit dem messer von der paprika-spitze weg.
  • paprika-„filets“ in rauten schneiden, mit gehackter petersilie und den kapern sowie einer marinade aus etwas olivenöl, zitronensaft oder weißem balsamico vermengen und mit salz & pfeffer abschmecken.
  • dazu passen laut der esspertin auch arganöl, schwarze oliven, ein gutes weißbrot oder selbstgemachtes fladenbrot, oder auch die fein gewürfelte schale einer eingelegten salzzitrone (das rezept muss ich mal ausprobieren, klingt voll crazy!)

ach ja, und wie hat die heurigen-tour geendet?

wir sind vom weinhandwerk brav dem stadtwanderweg 5 gefolgt, am magdalenenhof vorbei und bis auf den bisamberg. exakt an der grenze wien / NÖ sind wir dann in den wald eingebogen, an der eiche vorbei (mit der super teufels-sage), und dann vor der elisabethhöhe sehr links in den wald gestochen und nach langenzersdorf hinuntergewandert. dort hätte es uns eigentlich noch nach einem eiscafé oder affogato gelüstet, aber zwischen rathaus, raiffeisen, fleischer und leeren geschäften ist uns kein lokal untergekommen, also sind wir in die sbahn gehupft und direkt zum praterstern zurückgefahren. und heute steht ja schon wieder heurigen an…

hurra, der herbst kommt :-)

bis später & bussi,
hanna

sterz für die seele

liebe kati,

was dir die suppe, ist anderen der sterz:

vorige woche war ich einige tage bei unserer großtante C. in der steiermark, und die kämpft leider seit einiger zeit mit mehrfachem gesundheitlichem ungemach. kochen & essen klappen deshalb gerade nicht so gut, es mangelt die meiste zeit ganz grundsätzlich am appetit. auch ist hitzebedingt die beschaffungslogistik auf 1.300hm nicht ganz einfach, ein ausflug zum nächsten großen supermarkt – ca. 30 min. autofahrt entfernt – war momentan undenkbar. also habe ich den ganzen rest aus unserer foodcoop in der schraubenfabrik zusammengepackt (u.a. kartoffeln, kürbis, zwetschken) und bin in die berge gedüst:

hohentauern2018

beliebtes ausflugsziel in der nähe von C.: edelrautehütte, scheiblsee & das hauseck (wo die lesterschweine auch schon gemeinsam hinaufgetrabt sind!)

mein ursprünglicher plan war – suppe! weil, wie du eben so schön sagst: „wohltuend und sättigend.“ allerdings war dann C. gar nicht nach basensuppe, kürbiscremesuppe, erdäpfelsuppe, krautsuppe, sauerkrautsuppe, linsensuppe, minestrone, zucchinicreme & co. weil wenn sie in der letzten zeit selber was gekocht hatte, dann eben was unkompliziertes – suppe. also haben wir uns über die vorhandene frisch- und lagerware, zu verbrauchende dinge aus dem kühlschrank sowie das frische gemüse & kräuter aus dem garten an eine menüfolge herangetastet, die aufbauend und vor allem g’schmackig ist. da bietet sich natürlich bodenständige küche an. das hat dann z.B. so ausgesehen:

lesterschweine_bergkost_vegan

das traditionelle „weihnachtsessen“, wurst oder vurst mit braterdäpfeln & sauerkraut, am nächsten tag dann kürbisgulasch mit vollkorn-nockerln.

eine herausforderung dabei war, zwischen der ganz klassischen „original“-variante und einer veganisierten vollwert-version einen mittelweg zu finden. beim traditionellen „weihnachtsessen“, nämlich w/vurst mit bratkartoffeln & sauerkraut, hatte ich zB meine sojavurst mit, die waldviertler erdäpfel waren ohne viel schnickschnack superg’schmackig, und für C. habe ich ihre 2 tiefkühl-mini-rostbratwürstel auf wunsch in brattlfettn angebraten – in einer separaten pfanne halt. so war für beide das gericht „komplett“. bei den nockerln wiederum – danke für deine spätzle-vorlage! – hab ich’s mit dem vollkornmehl übertrieben, die waren sehr „körnig“. nächstes mal lieber halbe/halbe mit weißmehl. aber C. war tapfer und hat nur gemeint, das läge halt am fehlenden ei! ;-) das klassische sauerkraut-rezept übrigens, das war überhaupt der burner – ich dachte ja, man nimmt das einfach 1:1 aus der packung?! aber weit gefehlt, und dabei gar nicht kompliziert:

sauerkraut

1 packung sauerkraut
1 apfel
1 kartoffel
2 zehen knoblauch
1 lorbeer-blatt
pfeffer
optional ein paar wacholder-beeren
etwas öl

  • knoblauch schälen und pressen, apfel & kartoffel reiben (mit schale, falls bio)
  • knoblauch in einem topf (oder schnellkochtopf!) in etwas öl anbraten, geriebenen apfel & erdapfel dazu, kurz mitrösten, dann das sauerkraut dazu und mit wasser aufgießen, bis alles bedeckt ist. gewürze dazu, alles köcheln – im schnellkochtopf ca. 10 min.
  • mit bratkartoffeln und nach wunsch einer vurst servieren :-)
  • … eignet sich, mit mehr wasser aufgestreckt, auch als sauerkraut-suppe.

die zweite herausforderung war, die vorhandenen sachen gut und rasch zu verbrauchen – zB meine überreifen zwetschken und ein paar ältere, schon recht mehlige äpfel. während ich also am apfelkompott gerührt und die zwetschken mit zimt & nelken eingekocht habe, ist C. in die küche gebogen, hat die nase in die töpfe gesteckt und gemeint: da gehört ein sterz dazu!

lesterschweine_sterz_vegan

sterz, kein scherz!

also hat sie polenta in etwas öl angebraten, dann mit der doppelten menge wasser aufgegossen. alles im topf köcheln lassen bis der grieß durch ist und dann noch im backrohr eine viertel stunde „ausdampfen“ lassen. dazu die kompötter und viel zimt – soulfood, quasi!

warme süßspeisen sind überhaupt gut angekommen, und nachdem noch einige äpfel und 2 alte semmeln auch übrig waren, hab ich am sonntag dann nochmal nachgelegt mit meinem allerersten scheiterhaufen. nix mit zuckerfrei & vollkorn, dafür ur gut, ha ;-)

lesterschweine_scheiterhaufen_vegan.jpg

hartes weißbrot, runzlige äpfel? alles auf den scheiterhaufen!

scheiterhaufen

2 alte semmeln (oder kipferl, striezel, etc.)
2 äpfel (können auch ruhig mehlig und runzlig sein)
1/2 tasse pflanzenmilch
1 TL zimt (eher mehr)
1 packung vanillezucker
optional noch zucker zum nachsüßen
optional rosinen, in rum eingelegt

  • trockene semmeln in scheiben schneiden, äpfel schälen und hobeln. pflanzendrink mit zimt und zucker vermengen – je nach süßungs-belieben.
  • eine kleine auflaufform fetten, dann die semmeln in die zimt-milch tunken und eine schicht in die auflaufform legen. dann eine schicht gehobelte äpfel darüber, etwas zimt drauf. dann wieder getunkte semmeln, äpfel, zimt, etc. – im originalrezept (mit baiser oben drauf, sehr funky) soll man oben mit brot abschließen, bei mir waren es äpfel (weil von denen mehr da war), hat auch geklappt.
  • alles für ca. 15-20 min. bei 180°C ins backrohr. dazu passt vanillesoße!

ich hab für die soße eine übrige halbe packung vanillepudding mit mehr menge pflanzendrink aufgekocht, aber es gäbe hier auch eine selbstgebaute variante aus stärke & kurkuma, werd ich mal probieren… die eine hälfte haben wir übrigens am abend verputzt, die andere hälfte als 2. frühstück, bevor wir gemeinsam zum scheiblsee (foto siehe oben) marschiert sind. mit anfahrt bis zum parkplatz und alles in ganz slow motion und mit verschnauf-pause bei jedem bankerl, aber wir haben es geschafft! ich bin dann noch aufs hauseck gehupft und hab am weg die heidelbeer-sträucher geplündert ;-)

apropos plündern: gartengemüse und frische kräuter sind schon was sehr, sehr leiwandes – deshalb haben das A&O. und ich beim anschließenden kärnten-besuch den großmütterlichen garten „erleichtert“ und sind am wochenende aus dem kochen gar nicht mehr rausgekommen (kürbispüree mit salbei, dazu grüne & gelbe fisolen plus tomatensalat mit oliventofu. oder ur superer zitronenlauch aus dem basenkochbuch!!). aber mehr dazu beim nächsten mal… dazwischen war ja auch noch unser ausflug in ein erstaunlich vegan-kompatibles nobel-ressort am ossiacher see. hach, so viel zu erzählen :-)

dir einen guten wochenstart,
und ich freu mich mega auf unser dreifaches wiedersehen diese woche!!

bussi,
hanna

nach dem fasten kommt das (kleine) fressen

liebe kati,

hurra, ich bin zurück! unter den lebenden und – essenden ;-) die fastenwoche im karibischen waldviertel war mal wieder ein erlebnis – aber keine sorge, wir sind ja ein foodblog, kein nicht-essens-blog, daher halte ich mich mit den details zu darmentleerung & hungerkrisen zurück und zeig stattdessen lieber gleich ein paar basische rezepte aus meinem neuen kochbuch her (natürlich während der fastenwoche gekauft, haha!). aber mal eins nach dem anderen:

fasten_pernegg_2018

wander-impressionen aus dem hot hot waldviertel, die wälder übrigens oft flächendeckend rosa von zyklamen (auch die herbstblumen kennen sich offensichtlich mit dem klima nimmer aus).

die woche war so super und an sich erholsam wie schon meine erste fastenerfahrung im kloster anno 2015 – aber auch ganz anders. der grundsätzliche ablauf war wie immer: zum einstieg 2-3 entlastungstage zuhause, siehe voriger blogpost, dann geht’s los…

  1. tag (SA): ankommen & kennenlernen, leichtes abendessen
  2. tag (SO): entlasten mit kartoffeln/gemüse bzw. suppe (alles ohne salz)
  3. tag (MO): glaubersalz trinken, verdauungsapparat komplett entleeren und mit dem fasten beginnen – also tgl. mittags saft, abends klare suppe ohne einlage oder salz; ansonsten tee und viel, viel wasser
  4. tag (DI): fasten
  5. tag (MI): fasten & stilletag
  6. tag (DO): fasten, u.a. vortrag über aufbau-kost und die zeit danach
  7. tag (FR): fastenbrechen mit einem apfel mittags, abends kartoffeln/gemüse
  8. tag (SA): getreide-brei (hirse / hafer) mit obst und pernegger müsli zum frühstück, dann abreise

… danach 2-3 aufbau-tage, an denen hauptsächlich gemüse & getreide in kleinen portionen konsumiert wird, ebenfalls salzarm und noch ohne genußmittel oder milchprodukte & co.

fasten_apfelfest

das „apfel-FEST!“ am freitag zumittag (danke für die fotos an K., ich war nämlich quasi handylos), und mein erstes frühstück in wien: 1 feige.

diesmal war ich allein statt zu zweit, und da kann man sich echt noch mehr auf den eigenen groove einlassen – vorausgesetzt, man schafft es, sich dem ambitionierten programm und zahlreichen zusatz-angeboten zumindest teilweise zu entziehen. die sehr engagierte fastenleiterin hat das mit dem thema „wandern und gesunder rücken“ nämlich echt ernst genommen, so viel sport wie in der woche hab ich die letzten monate nicht gemacht! dazu gibt’s immer viel rundum, zB massagen, filme, vorträge, beziehungsarbeit mit pferden, besuche bei bauern der umgebung, an den see fahren, sauna, und und und. ich hab ab mitte der woche einiges ausgelassen, die allein-zeit genossen und hauptsächlich gelesen oder geschrieben. der vorteil jedoch von viel gruppen-interaktion und wir-gefühl: wenn dann mal ein fasten-tief kam, war immer wer da – ob mit umarmungen und aufmunterungen oder in form von salz, schwarztee & blumen… es muss ja doch nicht immer eine tafel schokolade sein ;-) fazit: die betreuung und der rahmen im kloster pernegg (mitten in wald, feld & wiese) ist einfach super, das haus total schön und die infrastruktur top, würde ich jederzeit weiterempfehlen und fahr auch sicher mal wieder hin.

hannaimkamp

wandern, schwitzen, schnaufen – und sich dazwischen im kamp erfrischen!

nicht so ganz empfehlen hingegen kann ich den termin: ende juli / anfang august. denn man möchte es vielleicht nicht glauben, aber der klimawandel hat es tatsächlich bis ins waldviertel geschafft und wir hatten durchgängig bis knapp 30°. das ist für den kreislauf sowieso eine challenge, aber mit fasten dazu waren viele echt bis an ihre grenzen gefordert. ich hab daher eben fast jeden tag eine kleine prise salz bekommen und viel mineralwasser getrunken, um den mineralhaushalt zu stabilisieren. dazu rosmarin- oder schwarztee in der früh, die beide aktivieren und den kreislauf ankurbeln. auch kalte duschen, den körper abbürsten, morgendliche gymnastik & co können helfen, aber es war einfach alles in allem schon echt anstrengend. nächstes mal fix frühling oder herbst, aber sicher nicht mehr hochsommer! einziger vorteil: sich nach einer knapp 14km wanderung von stift altenburg über die rosenburg und retour in den kamp werfen ;-)

so, und jetzt hab ich den aufbau auch schon hinter mir, inspiriert durch ein recht pfiffiges veganes fasten-kochbuch (zitronenkürbis! lauch-kapern-soße! karfiol mit rosinen! rote rübe meets kokos!), einem „bauch gut„-heilkochbuch sowie diversen empfehlungen von fastenleiterin, dahlke & co:

fasten_aufbau_vegan

aufbautage mit steige(r)nden portionsgrößen ;-) erdäpfelstampf mit zitronen-kohrabi, bratkartoffeln mit zucchini-tomaten-sugo, frühstücks-dinkel mit tomatensalat und 1/4 avocado, und dann ein quinotto, auch mit ein bisserl deko-avo.

kartoffel-nocken mit zitronen-kohlrabi

200g kartoffeln
2-3 EL gemüsebrühe
1 TL öl
1 TL tomatenmark
etwas paprikapulver edelsüß
salz, pfeffer, muskat

1 junger kohlrabi
saft von 1/2 zitrone
frische minze (oder basilikum)
olivenöl
salz, pfeffer
optional rucola

  • kartoffeln kochen, kalt abschrecken, schälen, pressen
  • brühe, öl, tomatenmark, gewürze mischen, unter den kartoffelstampf rühren, abschmecken, mit 2 esslöffeln nocken formen
  • kohlrabi schälen und in relativ dünne scheiben schneiden, in etwas salzwasser oder brühe garen bis er weich, aber noch bissfest ist. mit einer marinade aus olivenöl, zitronensaft, salz, pfeffer sowie viel gehackter minze marinieren, optional mit rucola anrichten!

quinotto

1/2 tasse quinoa
1/2 zwiebel
1/2 zucchini
ein paar pomodori secchi (getrocknete tomaten)
viel basilikum
olivenöl
balsamico oder zitronensaft
thymian, salz, pfeffer

  • quinoa in der doppelten menge wasser, leicht gesalzen, kochen (nicht so stark zurückdrehen wie zB reis, sondern auf mittlerer hitze köcheln bis das wasser weg ist, dann ausdampfen lassen)
  • eine kleine oder halbe zwiebel klein schneiden, in öl glasig anschwitzen, zucchini dazu und mit thymian kurz anbraten. klein gehackte pomodori secchi dazu, den etwas abgekühlten quinoa darunter mischen und mit zitronensaft / essig, salz und pfeffer abschmecken. schmeckt am besten lauwarm mit ganz viel frischem basilikum drauf!

gekrönt wurden die aufbautage dann durch eine ordentliche sommerrollen-session nach deinem rezept, ergänzt durch einen super erdnuss-dip von schneiderfreundin K.:

erdnussdip (zu den thai-sommerrollen!)

3-4 EL erdnussmus oder erdnussbutter
2 EL sojasoße
2 EL agavendicksaft oder sonstige süße
1 zitrone, deren saft
1 stück ingwer (ca. 1 cm)
1 knoblauchzehe
etwas wasser

  • alles mixen bzw. pürieren, fertig! je nach gewünschter cremigkeit mit mehr erdnussbutter oder mehr wasser verdünnen…

und heut wär ja eigentlich eine ladung zwetschkenknödel am programm gestanden, natürlich mit kartoffelteig und außerdem einem versuch, geriebene mandeln statt brösel zu verwenden – aber leider hat mich mal wieder eine hochsommerliche ohrenentzündung ereilt, also mach ich’s mir lieber pomali und freu mich auf die kühle in den bergen ab dem wochenende…

gehab dich wohl & bis bald,
hanna

PS: freu mich schon mega auf die radreisen-überraschung!!

fasten your seatbelts

liebe kati,

während du am strand in der sonne röstest (grillgemüse, versteht sich!) und das nichtenkind mir updates aus dem süden instagramt, bereite ich mich auf meine bevorstehende fastenwoche im kloster pernegg vor. wie? na mit haufenweise essen einkaufen, natürlich!! ;-)

fastenessen_web.jpg

entlastungseinkauf (gilt das schon als oxymoron?)

„entlastung“ nennt sich das – klingt komisch, ist aber so. denn statt festival-fastfood und täglichem eis-stanitzl (ein veganista-laden liegt „leider“ am nachhauseweg vom büro…) war die vergangenen tage saft und rohkost auf den speiseplan. das entlasten an sich fängt nämlich damit an, kaffee / alkohol / nikotin / zucker bzw. sonstige suchtmittel wegzulassen (sowie stress, dichtness, etc.), auch salz / kohlehydrate / proteine werden reduziert, bis man dann im kloster selbst noch einen tag mit suppe die verdauung „reduziert“ und dann zum eigentlichen start einen gefühlten kübel grausiges glaubersalz leert. und dann… die leere! also im verdauungsapparat, aber auch im kopf. das ganze hab ich ja 2015 schon mal erlebt, und diese woche war dermaßen erholsam, entschleunigend, entspannend, energetisierend und super, dass ich mich echt wie ein germknödel (sic!) auf meine zweite fastenerfahrung freu.

so entlastungstage kann man übrigens auch ohne fasten-vorbereitung jederzeit einlegen, zum erholen zwischen völlerei-happenings, um der verdauung und den geschmacksnerven mal eine pause zu können oder auch einfach so ein paar tage im monat. einerseits lässt man eben sucht- & genussmittel, fett- und kalorienreiche lebensmittel sowie starke würze und salz weg, andererseits soll man sich bewusst zeit nehmen für bewegung an der frischen luft, entspannte aktivitäten, alltags-entschleunigung. und dazu viel trinken! also wasser oder ungesüßte tees und säfte. für die ernährung empfiehlt fastenleiterin G. in ihrer vorbereitungs-email:

  • obst- & gemüse-tag: alle möglichen sorten auf 3 mahlzeiten verteilen – allerdings abends keine rohkost, sondern zB gekochte kartoffeln mit einem dip aus zitrone, etwas olivenöl und kräutern
  • suppentag: verschiedene gemüsesachen in wasser weich kochen, pürieren, mit frischen kräutern & gewürzen abschmecken, auf den tag verteilt essen
  • reis-tag: 3 x 60 – 90 g naturreis, gekocht, mit gedünstetem gemüse und kräutern, aber ohne salz
  • hafer-tag: eine handvoll vollkorn-haferflocken mit heißem wasser, frisches obst oder gedünstetes gemüse mit frischen kräutern, jeweils für 3 mahlzeiten

man sieht da schon, wer sich hauptsächlich vegan ernährt ist sowieso gewohnt, sich von obst und gemüse zu ernähren – das weglassen von fisch, fleisch, milchprodukten und eiern ist da nicht so das problem. beim obst & gemüse empfiehlt dahlke an nahrungsmitteln, was jetzt grad und in der nähe wächst. aber selbst im bio-laden sind dann die äpfel aus argentinien und der preis für regionale zwetschken, karotten und rüben ist… sagen wir mal, schmalzig (veganes schmalz natürlich). aber gut, foodcoop krieg ich grad logistisch nicht auf die reihe, und ja – saisonale ware ist im bio-supermarkt halt teuer (kriegt sogar eine eigene werbelinie). ich hab dann am meidlinger markt noch ein paar gemüses und beeren dazugekauft, dann war ausreichend vorgesorgt. der großteil ging dann direkt in den entsafter, wrööömwrööööm: rote rübe + karotte + apfel + melone + curcuma! nicht zu wurzelig, nicht zu süß, mit einem netten spicy twist. trällerfreundin S. haut nämlich immer ein stückerl von eben gelbwurz oder ingwer in den entsafter dazu, und das macht’s nochmal spannender als „nur“ gemüsesaft.

lesterschweine_entsafter

throwback-foto von meinem 1. bloody blogpost über das entsaften

ah ja, und im einkaufskörberl war außerdem: malzkaffee, um den koffein-entzug – vor allem in der ritualisierten büro-form – zu puffern. das hat nur mäßig geklappt, weil am zweiten tag ohne schwarzem sprit aus unserer obernoblen office-espresso-maschin hat mich eine solche kopfweh-attacke heimgesucht, dass ich einen nachmittag & abend lang nur mehr mit einem eisbeutel am schädel im verdunkelten schlafzimmer flach liegend dahinvegetieren konnte. das hab ich echt noch nicht erlebt – bin ja eigentlich kein kopfweh-typ – aber vielleicht war’s auch die kombi aus kaffeeentzug, hitze, urlaubsreife und essens-umstellung. na ich bin jedenfalls froh, dass das dann nach einem tag wieder vorbei war!

so, und jetzt pack ich den restlichen saft in ein glasl, schnall mir den prallgepackten rucksack um, klemm mir die faszienrolle vom nichtenkind untern arm, hoppel zum bahnhof gen wald4tel und freu mich urigst auf eine woche nix essen (ja, echt!) – dafür viel bewegen, wandern, schlafen, saunieren, flanieren, im wald spazieren, in den bach hupfen, lesen, schreiben, singen, zeichnen, in der hängematte schaukeln oder auch einfach – nix tun :-)

urlaubsvorfreudigst,
dein fackelschwein*

* … bester versprecher beim diesjährigen wackelstein-festival, von dem ich vorigen sonntag abend mit dem A.&O. und musikfreund T. heimgekehrt bin. ur nett war’s wieder, barfuß unterm sternenhimmel auf der waldlichtung zu schottischem electro-gefidel mit mandoline abhotten – klingt dann wie eine poppige mischung aus vampire weekend mit dem einen von bartolomeybittmann. und trotz durchwachsenem wetter und dem eingangs erwähnten festival-fastfood, das zwar lieb gemeint aber nicht so der burner war – für veganische menschen gab’s überhaupt nur spiralisierte erdäpfel-chips (schön knusprig & fettig, aber auch echt massiv salzig und nach der 5ten oder 7ten tüte dann doch etwas monoton) oder krautsemmel mit ketchup („einfach so? ohne kotelett?“). die linsen mit knödel und wachauer palatschinken machen wir lieber selber! von der kulinarik aber abgesehen immer wieder eine herzliche empfehlung für dieses mini-musikereignis im waldviertel, und zwar dank famoser location, familiärer atmosphäre und kunterbunter musikauswahl mit immer wieder erfreulichen neuentdeckungen wie den umweltpolitisch swingenden fainschmitz (klimawandel? „holland ist zum glück ENTBEHRLICH!“), den brachialphilosophischen buntspechten („ich BRAUCH keinen scheiß-zauberspruch.“) oder den mehrstimmig tönenden und percussionierenden frauen von la mal coiffée („oh la la!“). oh la la wackelstein, indeed!