momi mit shlomo – pt. 1

hallo nochmal liebes lesterschwein,

ich muss dir noch schnell großartige neuigkeiten berichten: heute haben shlomo a.k.a. J. und ich das formosa angetestet – und beschlossen, ab sofort immer in der letzten woche des monats mittags ein veganes lokal zu testen. ritual, quasi.

es ist nämlich so, dass J. ab nächster woche vollzeit arbeitet, während ich ab mitte februar wieder fast jeden abend auf der FH sitze. und wochenende ist bei J. beziehungszeit. das heißt, wir haben eigentlich fast keine möglichkeit mehr, uns zu sehen… daher haben wir beschlossen, ein ritual einzuführen, um nicht den faden zu verlieren.

also heute waren wir im famosen formosa in der barnabitengasse, dem veganerInnen hotspot in wien seit dem jahre schnee. alles an vegetarischen und veganen ersatzprodukten – von sojaschnetzel über halbe hühner und shrimps über käseersatz und reismilchschoko und vegan-topfelgolatschen bis veganem tierfutter. ALLES!

formosa 1060 wien

man kann auch dort warm essen, die gesamte (!!) speisekarte ist vegan. fischburger, grillhuhn, lammpfanne. all you wish.

oder auch:

ente mango mit überraschender konsistenz, würzigem geschmack und fruchtiger mango-sauce. leider war die mango selber noch etwas unreif.

formosa mango ente

 

oder: rindfleisch. leider unfassbar zäh. überhaupt nicht meins. aber J. war mit dem pfeffersaucengemüse trotzdem recht happy.

formosa rindfleisch

 

ich hab dann für uns auch noch gleich ein paar goodies ausgefasst – kokos-obers für unseren cocktail-test #huahuahua, eine veggie-barbecue-sauce die du ja beim veganversand dann doch nicht bekommen hast, eine vegane instant suppe (weil’s geht!) und eine spacebar (für nach der afrotanzsession heut). und 2x das vegan.at-magazin – eines für dich, eins für mich :-)

formosa einkäufe

also: mehr momi-tests to come!

baba,
hanna

 

re: morgensport

liebe kati,

das mit der leistungsdefinition ist ein wirklich spannender punkt. das du bist was du tust dogma aus familiärer wertewelt, (leistungs-?)gesellschaftlichem kontext und persönlicher prägung ist immer wieder schlicht und ergreifend ein schuss ins knie. das wurde mir beispielsweise mitte jänner mal wieder bewusst, als ich trotz offiziellem ferienstatus und meiner relativ minimalen agenturbeschäftigung – also alles entspannt, sollte man meinen – zwischen website-launch, workshop-buchungen, vortrags-vorbereitungen, moderations-jobs, projekt-anbahnungen, hobby-beschäftigungen und dann noch dem ganzen post-kanada-sozialisierungs-stress in die absolute unrundness geschlittert bin. lächerlich, eigentlich!

aber was frau p. mit alles darf, nichts muss sein auf den punkt bringt, ist mir beim letzten räuchern begegnet…

raeucherwerk_2013-01-13_web

der begleittext zur loslassen-mischung hält nämlich folgenden glaubenssatz bereit: ich entscheide mich für das, was mir im leben dient, und entlasse alles andere in liebe.

jaaa, klingt zwar schon ziemlich eso-mäßig. und sonst hab ich’s ja nicht so mit dem pathetischen zeug. aber bei all dem krampf und der überforderung hat mich dann vor allem das loslassen in liebe bzw. im guten beschäftigt. weil ich mich so wahnsinnig oft über all die dinge ärgere, die ich eben nicht machen kann.

aber vielleicht geht’s ja eben auch gar nicht primär um’s sachen machen…

anyways, das räuchern jedenfalls ist einfach leiwand – hat eine wirklich meditative qualität. wenn man schlau genug ist danach ausführlich zu lüften #hust

so,
ich werd mal noch ein bisschen sachen machen ;-)

hanna

morgensport

liebe hanna,

gestern war ich der erste mal seit fast einem dreiviertel jahr wieder morgens um 8 mit sportskanone c. im prater laufen. ich hatte schon fast vergessen wie sich das anfühlt. zwar war da ein kleines speibgefühl nach vollbrachter sportlicher leistung, nachdem ich das überwunden hatte, war da aber dieses super körpergefühl, das sonst kaum zu erreichen ist, schon gar nicht um diese uhrzeit. laufen ist schon wirklich eine super sache, nicht nur billig, auch an der frischen luft, und so man zu zweit ist kann man sich nebenher auch noch über gott und die welt unterhalten. abgesehen davon ist der verschneite prater schon eine sehenswerte kulisse, speziell wenn (fast) keine leute unterwegs sind. leider war ich ja rückentechnisch nicht lauffit die längste zeit, aber das regelmäßige kiesertraining, und vielleicht auch die eine oder andere bikramyogasession scheinen jetzt doch zu greifen. aber in wirklichkeit geht es wohl vor allem darum zu spüren was mir gut tut und was nicht, nicht nur beim essen sondern auch beim bewegen und in weiterer folge auch im leben. oder wie es frau p. ausdrückt: „nichts muss sein, alles darf sein.“ lustig eigentliche, dass alles zulassen, was mir gut tut, dann zu voll viel weglassen führt. insofern auch gar nicht so verwunderlich, dass einer der besten und entspanntesten urlaube, die hp und ich je verbracht haben, eine fastenwoche in vorarlberg war.

eine der verblüffendsten folgen der umstellung auf vegan: viele dinge fallen dann von selber weg, und ich muss mir darüber überhaupt keine gedanken mehr machen. mindetens 90% allen süssjunks, mindestens 90% aller kosmetika, usw. usf. und das entspannt total. ich dachte eigentlich immer vegan leben ist anstrengend. mit dem nicht mehr zur wahl stehen ist das bedürfnis danach dann auch ziemlich schnell weg. aber: das funktioniert halt auch in die andere richtung. als ich nicht laufen konnte, ist es mir irgendwann gar nicht mehr abgegangen. einmal wieder gelaufen – zack, das bedürfnis ist wieder da.

alles liebe, deine kati

p.s. ich hab ein komisches gefühl dabei, das wort leistung zu schreiben (siehe oben). hat für mich zur zeit eine konnotation von über meine grenzen gehen und nicht das leben führen, dass ich führen will. ob sich das wohl wieder ändert?

moussaka reloaded 2.0 a la lesterschweine

so,

jetzt bin ich fast ein wenig stolz, dass ich es heute zu unserer 1. offiziellen koch-foto-rezepttest-session geschafft habe, trotz der gestrigen 1, 2, … vielen drinks mit L. in der besten bar der welt. trotz fehlender ordentlicher unterlage. aber das ist eine andere geschichte.

jedenfalls hier rezept & dokumentation unserer freien interpretation der hildmannschen moussaka reloaded aus ‚vegan for fit‘ mit veganem bechamel bzw. hefeschmelz aus ‚veggiemania‘:

kochbuecher

moussaka reloaded 2.0

1 kg kartoffeln
1 kg melanzane
öl
3 zwiebeln &  6 knoblauchzehen
1/2 kg tofu natur
3 el tomatenmark
1/8 l rotwein
salz, pfeffer, muskat, oregano, zimt

bechamel (siehe unten)
optional hefeschmelz (siehe unten)

1. kartoffeln kochen, abkühlen lassen, schälen und in scheiben schnippeln
2. melanzane in 5mm dicke scheiben schneiden, mit olivenoel einstreichen (auch sonnenblumen- oder anderes oel tut’s zur not), bei 200-250grad auf oberster schiene 15 min. auf einem backblech mit backpapier im backrohr bräunen
3. klein geschnittene zwiebeln anroesten, zur seite stellen
4. tofu zerdruecken mit der gabel und ebenfalls anroesten
5. geroestete zwiebeln dazu
6. gepressten knoblauch dazu
7. tomatenmark, salz, pfeffer, muskat, oregano, zimt dazu (lamm-flavour)
8. mit rotwein ablöschen

moussaka tofuhack

8. auflaufform schichtweise befüllen: form mit fett oder bechamel ausschmieren, kartoffeln + melanzani + tofuhack + melanzani + kartoffeln schichten
9. mit bechamel übergiessen und hefeschmelz oder pizzakäseersatz bestreuen

moussaka schichten

10. bei 180grad für 30 min. ins backrohr

veganes bechamel

2 el margarine
2 el mehl
1/4 l soja- oder soja-rice-drink
1/4 l suppenbrühe
1/8 l weisswein (muss nicht sein)
salz + pfeffer + muskat

veganes bechamel

1. margarine schmelzen
2. mehl drueberstaeuben und anbräunen
3. soja- oder soja-rice-drink aufgiessen
4. auf wunsch etwas weisswein dazu
5. mit suppenbrühe aufgiessen
6. einige minuten unter ständigem ruehren köcheln
7. mit salz + pfeffer + muskat würzen

hefeschmelz a la ‚veggiemania‘ (s. 39)
ersetzt ca. 100g kaese

7g trockenhefe (1 pkg)
oder
1 würfel frischhefe
oder
1 el edelhefeflocken
plus
1 tl senf
1/2 tl salz
2 el margarine
2 el mehl
100ml wasser

alles in einem topf vermischen und unter staendigem ruehren erhitzen bis es eine cremige konsistenz erhaelt. vom herd nehmen und noch warm auf pizzen, auflaeufe + co geben.

***

wie’s schmeckt kann ich jetzt noch nicht sagen, mein magen muss sich noch etwas akklimatisieren. gibt’s deinerseits irgendwelche optimierungsideen? außer dass der fake-pizzaschmelz in wahrheit ein totaler anti-schmelz ist -.-

UPDATE 23:11h _ ur gut! supersaftig und von wohlwollend-wohliger zimtigkeit. zartschmelzende aubergine meets bissfesten erdapfel an tatsächlich sehr faschiertem tofuhack.

überlege nur beim eigen(nach)bau dem hack ein bisschen mehr kantigkeit zu geben mittels einer sanften chili-note…

ich werd mich noch ein bisserl auf’s ohr hauen, und dir toitoitoi + viel spaß bei deinem auftritt heute im naturhistorischen museum mit UHBP!

re:apfelkuchen und konsorten dann beim nächsten mal ;-)

die
lesterbananeinderbirne

bye bye, pad thai

hallo lesterschwein,

ja, so ein menuplan ist schon eine super sache. seit ich vegan tu, mach ich ich ja immer für eine woche im vorhinein einen menuplan, weil ich dadurch wesentlich abwechslungreicher und vielfältiger koche. neue rezepte ausprobieren plan ich da fast jede woche ein. gestern stand pad thai am programm. also online rezept gesucht (vegan metal chef in ehren, aber das war mir dann doch zu saucig vom zugang) und mit kleinen abwandlungen losgelegt. alles hat hat herrlich begonnen, das gemüse köchelt wunderbar vor sich hin, die limette saftelt, der koriander duftet. und genau in dem moment, als ich die reisbandnudeln im kochenden wasser versenkte läutets an der tür. ich hatte zwar in den folgenden zehn minuten ein erhellendes und wichtiges gespräch mit s. über die notwendigkeit sich mit unfähigen und unfairen hortbetreuerinnen auseinanderzusetzen, aber kochmäßig war das ergebniss: ein teil der nudeln klammerte sich panisch aneinander und bildete grausige würste, der rest ließ sich zwar noch abseihen, hat im wok dann aber dem nudeldasein abgeschworen und sich in püree verwandelt. gar nicht schön. das einzige was das ganze konistenzmäßig noch irgendwie rausgerissen hat waren die sojasprossen und der frittierte tofu. allerdings war es nicht sehr schlau den tofu einfach nur zu frittieren, den hätt ich in sojasauce und limettensaft, oder auch currypaste und knoblauch marinieren sollen, denn so hat er nach genau gar nichts geschmeckt. alles in allem also äußerst unbefriedigend. wär mich nicht so leid um die zutaten gewesen hätt ich das ganze vermutlich gekübelt. obwohl ich weiß woran es lag (nudeln 10 minuten kochen – ganz schlechte idee), glaub ich nicht, dass reisbandnudeln in nächster zeit meine freunde werden. wenn ich mich nochmal ans pad thai wage werdens wohl doch vollkornnudeln werden.

betreff: produktplatzierungen

ich find ja, wenn man vegan isst, und das nicht nur der tiere wegen sondern vor allem aus gesundheitsgründen, dann heißt das einerseits möglichst auf weißmehlprodukte und zucker zu verzichten und andererseits weitestgehend bioprodukte zu verwenden. was das betrifft sind hp und ich noch total in transission begriffen. einerseits sind wir des supermarkteinkaufens müde und bemühen uns gerade darum künftig am biohof mogg gemüse zu beziehen. außerdem haben wir auch heuer wieder eine ökoparzelle und werden gärtnern, ernten und einwecken was das zeug hält. andererseits greif ich noch immer zwischendurch zu billigsdorfer tomatensauce oder dosenkichererbsen. speziell zu monatsende. aber langfristig bin ich überzeugt, dass sich (fast) nur mehr solche produkte auf unseren fotos finden werden, die wir auch gerne platzieren wollen und für dogmen bin ich sowieso nicht wirklich zu haben. ich hab auch unsere daunen decken nicht weggeschmissen und ess weiterhin biohonig. manch einer mag vielleicht der meinung sein, dass das dann nicht wirklich vegan ist – aber das ist mir herzlich wurscht:-)

re: kaffeekränzchen

und zu guter letzt noch zum apfelkuchen: da hab ich wirklich ein super rezept, und zwar von chefkoch.de. die haben überhaupt eine tolle auswahl, und wenn man vegane rezepte sucht wirds dann auch sehr überschauber. suchst du apfelkuchen: 1256 treffer. suchst du apfelkuchen vegan: 7 treffer. obwohl natürlich sehr viel veganisierbar ist, aber dazu ein anderes mal.

solong,

die große schwester

office lunch

ahoi nochmal liebe lesterschwester,

und winkewinke aus dem office! nachdem kollege S. vergangene woche so wie unsere ganze family auf dein kichererbsencurry reingekippt ist, hab ich heut deinen spinat_indisch angetestet.

geschmacklich supergenial, frisch-fruchtig-frühlingshaft mit den frischen tomaten, und die erbsen geben dem ganzen tatsächlich einen feinen twist!

office_kichererbsencurry    office_spinatindisch

nur muss ich leider zugeben dass gekochter blattspinat in seiner konsistenz wohl nie so ganz mein lieblingsgemüse werden wird – da legt sich wohl mein kind-ich quer ;-) obwohl ich ihn in roher form als (baby)blattspinat oder in cremigem aggregatzustand sehr schätze.

die werte kollegInnenschaft hat gerade eine halbe stunde diskutiert ob sie einzeln oder gemeinsam vietnamesisch, indisch, wienerisch, pseudoitalienisch oder á la billa speisen wollen – würde gefühlsmäßig eine menge zeit sparen wenn man 1x alle zwei wochen einen menüplan auswählt und dann ohne nachdenken zu müssen einfach das happahappa bis an die bürotür geliefert bekommt… ;-) #mit_dem_zaunpfahl_wink

so, jetzt noch ein bisserl robotiroboti, und wir sehen uns dann später!

bisous*
das hannakind

kaffeekränzchen

liebes lesterschwein,

heißen dank für das geile bami goreng rezept! werd ich baldigst nachbauen. jetzt, wo’s wieder ruhiger wird. und entspannter. und ich wieder was koch (oder so). weil: bam(i) oida, das war ein heftiger jänner! nach dem ganzen wahnsinn hab ich mir heut was gegönnt: handmade süßjunk vom wunderbaren fett+zucker. gut dass wir in der lovely leopoldstadt (neuer blog-tag: 1020 wien, reprezent!) eine fröhlich sprießende veggie- & vegankompatible lokalszene haben.

also heute: 1x sonntäglicher nachmittagskaffee mit H.

… feat. veganer apfelstreuselkuchen (du hast da ja ein bombenrezept dafür, oder?), noch-nicht-ganz-veganer brownie (bis 1.2. fahr ich ja noch auf übergangsmodus), und ein kaffee-mit-milch sowie milch-mit-kaffee (steht tatsächlich so in der karte). und: die netteste wall-deko der stadt! made of isoband.

2013-01-26_fettundzuckerbummvoll war’s zwar – der sonntagskaffee scheint sich im neuen bobo-spießertum zum ritual-revival zu mausern – aber wir haben dann noch ein platzerl mit zwei netten ohrensesseln ergattert. und zum glück hat mir M. seine fancy superduper-kamera geborgt, da konnte ich mich ein bisserl mit dem streuselzoom spielen. weißabgleich ist sowieso total überbewertet.

danach bin ich gleich zu euch marschiert, du warst ja leider (finden wir natürlich super!) auf bandprobe, und H.-P. & S. & N. schon heftig am tofubolognese a la hildmann rühren. leider konnte ich nicht zum essen bleiben, daher hab ich nur ein paar schnelle actionshots abgestaubt bevor ich mit deinem famos riechenden indischen spinat-mit-erbsen für meinen morgigen office-lunch zu (einem anderen) M. getigert bin.

2013-01-26_tofubolognese_webalso: ich hoff es hat geschmeckt!

und ich freu mich schon wie eine schneebärin auf deinen veganes pad thai am dienstag… falls du noch insights brauchst kannst ja beim vegan metal chef nachschauen ;-)

bisous*
hanna

PS: den rüdiger dahlke spruch find ich famos, auf die schnapsgeschichte komm ich noch zurück. chakkah!

PPS: verdammt, jetzt hab ich doch glatt überlegt das „clever“-logo aus den passierten tomaten zu retouchieren. wie machen wir das mit den produktplatzierungen und schleichwerbungen hier?!