der sommer ist da! [mit neuen hidden secrets]

liebe alle,

es gibt neue (nicht-ganz-versteckte) hidden secrets!

lesterschwein_hidden_2015-06

  • die neue „nom nom bakery“ in der leopoldstadt.
  • erdbeer-zeit: vom frühstücks-smoothie bis zum spargel á la spegel.
  • flausch-brot selber backen.
  • süße, verdauugsfördernde freuden aus dem kloster.
  • waldviertler waldhollerblütensirup.
  • feta aus tofu. ja, das geht.

all das und mehr gibt’s hier.

alle trotz blog-ende dokumentarischen bemühungen sind natürlich auch ab sofort in der langen und immer länger werdenden rezeptliste zu finden. für mich, uns und euch :-)

alles feine,
die hanna

lockenrock und google hop

liebe kati,

locken rocken, das ist klar – und karotten rocken als locken besonders! schöne locken bekommt man u.a. mit dem gemüseschneider á la hildmann hin. den gab’s bei denn’s, ich hab ihn schon eine weile rumliegen, und nach einem zucchini-nudel-versuch versank er wieder in den unendlichen weiten des küchenkastels. mit dem jungkind E. wurde er dann kürzlich wieder aktiviert, um nämlich gemüse für die lasagne kleinzukriegen. gelockte karotten und zucchini kurz mit zwiebel angebraten und zwischen die nudelblätter drapiert – sehr nice!

karottenschneider

lock’n’lol… äh… roll. (frei nach christoph & lollo).

auch lecker in roher form, zB als salat. neues jahr, gesunde ernährung, mehr vitamine, so sachen. also karotten durch den zylindrischen hobel gejagt. geht eigentlich ganz gut, nur bleibt in der mitte ein karotten-stab übrig. den kann man dann gleich verjausnen, wenn man’s nicht mehr bis zum fertigen salat aushält:

karottensalat

4-5 karotten
1 apfel
1 handvoll walnüsse
1/8 apfelsaft, naturtrüb
1 EL süßer senf
apfelessig
olivenöl
salz & pfeffer

karotten raspeln oder locken, apfel schälen, enterkenen und raspeln, walnüsse klein hacken. alles in einer schüssel vermischen und mit einer vinaigrette aus apfelsaft, apfelessig, olivenöl, etwas süßem senf sowie salz & pfeffer vermischen, etwas durchziehen lassen und mampfen!

schrot & korn

noch mehr aus der gesundes-essen-ecke gab’s dann beim küchen-neujahrsputz: da haben sich ein paar marmeladengläser mit diversen getreides hinter allem möglichem anderen kram versteckt. die waren noch aus einer 7-tage-körner-kur übrig, die ich dann irgendwie doch kein zweites mal mehr durchgeführt habe, obwohl ich mir nochmal alle zutaten zurechtgekauft und -geschrotet hatte. also wurde spontan die gerste verkocht und hat unseren menüplan ein paar tage lang begleitet. und siehe da: eine echt nette und abwechslungsreiche alternative zu brot, reis, nudeln und polenta (unseren grundnahrungsmitteln). geht nämlich natürlich wie alle diese dinge dinge sowohl auf süß als auch in pikant:

schrotundkorn_gerste

gerste pikant & süß

gerste basisrezept

170g gerste, grob geschrotet
3/4l wasser
eine prise salz

gerste im ganz leicht gesalzenen wasser aufkochen und ca. 20 min. auf der warmhaltestufe ausquellen lassen

vorgekochte gerste kann man in pikanter form entweder als beilage zu eintöpfen aller art, als suppeneinlage oder einfach angebraten mit gemüse & gewürzen kredenzen, oder auch in lauwarmer form als eine mischung aus salat und antipasti:

pikanter gerstensalat

4-5 EL (oder mehr) vorgekochte gerste
1 zwiebel
1/2 zucchini
1 handvoll bohnen (zB köferbohnen)
1/2 ziegel räuchertofu
pomodori secchi
olivenöl & balsamico-essig
maiskeimöl zum braten

zwiebel schälen und klein schneiden, in etwas öl glasig dünsten. zucchini klein schneiden und würfeln, mit dem zwiebeln mitbraten. zur seite stellen. räuchertofu würfeln und in etwas öl knusprig braten. alles gemeinsam mit den bohnen (vorgekocht oder bereits essfertig) mit zerkleinerten getrockneten tomaten und 4-5 EL vorgekochter gerste vermischen, mit essig & öl abschmecken, lauwarm genießen!

süßer gerstenbrei

vorgekochte gerste bzw. reste davon
hafermilch
etwas weizengrieß
kakao

gersten-reste mit etwas hafermilch aufkochen. weizengrieß einrieseln lassen und mit geringer hitze eindicken. alles etwas abkühlen lassen und mit kakao oder obstkompott oder auch einfach so verzehren.

und wenn wir schon bei süß sind, möchte ich dir meinen neuesten kuchen-versuch nicht vorenthalten: saftiger joghurt-schoko-hupf! mit erstaunlich wenig fett bzw. öl, dafür einer basis aus soja-joghurt.

wusstest du nämlich, was guglhupf auf englisch heißt?

nein, nicht google hop…
sondern:

bundt cake.

äh… ja. hab ich bei der post punk kitchen entdeckt und nach unserem fondue-abend und einem abstecher ins fluc um 1 uhr morgens nachgebaut. der kuchen ist also so deppensicher, das schafft man sogar in einem spätnächtlichen süß-anfall!

nachdem ich selbst gerne mit dem tassen-maß backe, habe ich die mengenangaben nicht in gramm bzw. liter umgerechnet:

schokohupf

schokohupf, auf joghurtbasis! ob du es glaubst, oder nicht…

schoko-joghurt-guglhupf

1 1/4 tassen soja-joghurt (natur oder vanile)
1 1/2 tassen zucker
3/4 tasse pflanzenmilch
1/2 tasse öl
1 EL vanille
2 1/2 tassen mehl
1 tasse kakaopulver
1 TL backpulver
1 prise salz
1/3 tasse kochendes wasser
1/2 tasse kochschokolade, gehackt

ofen auf 180° vorzeizen, guglhupf-form ausfetten und bestäuben. in einer großen schüssel joghurt mit zucker, milch und öl per schneebesen verrühren. vanille einrühren. ungefährt halbe menge des mehls gemeinsam mit dem kakao, dem backpulver und etwas salz unterheben. danach restliches mehl und heißes wasser zugeben. schlussendlich die gehackte schokolade in die dicke, zähle masse einrühren.

in der form für ca. 1 stunde backen (achtung: bei mir hat es 1 3/4 stunden gedauert), sobald bei der stäbchen-probe kein teig mehr kleben bleibt, aus dem ofen nehmen, stürzen und auf einem gitter abkühlen lassen.

macht sich auch gut beim sonntags-brunch ;-)

bussi & bis bald,
hanna

gute kastanien

liebes schwesterlein,

ich lass hier ja gern mal die kastanien-expertin raushängen, denn bekanntermaßen hab ich durch vielerlei herumprobieren, andere würden sagen „ständiges einfahren“, herausgefunden, was alles in bezug auf waschen mit kastanien nicht so gut funktioniert. höchste zeit also, einmal davon zu berichten, was alles in bezug auf essbare kastanien nicht so gut funktioniert.

maroni_hell_qu

gute kastanien! bestenfalls auch essbar. 

kastanien aus dem rohr

keine gute idee ist es, die maroni einfach so ins backrohr zu werfen. es ist nämlich zweifelsfrei erwiesen, dass dann mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit das komische pelzige häutchen und die leckere maroni eine innige umarmung eingehen, die weder der mensch, noch gott trennen können. drum empfiehlt es sich, die eingeschnittenen maroni auf dem backblech zu verteilen und danach mit einem ordentlichen glas wasser zu übergießen. die maroni lässt man dann mindestens 30 minuten bei 200 grad im rohr, und wann immer das wasser verdunstet ist, gießt man gleich das nächste glas nach. dann sind die maroni nicht nur lecker, sondern auch schälbar.

kastanien aus dem topf

die deppensichere methode maroni zuzubereiten ist sie einfach im topf zu kochen. das kostet zwar ein bissel aroma, aber sie sind dann garantiert durch und garantiert schälbar. einschneiden ist trotzdem eine gute idee und 30 minuten sollten es auch in diesem fall mindestens sein. außerdem kann man alle maroni, die oben schwimmen, kübeln – die sind nämlich entweder bewohnt, oder so vertrocknet, dass man sie gleich vergessen kann.

backup nicht vergessen

trotz aller ratschläge kann es sein, dass auch von den nichtschwimmer-maroni ein gutteil schiach oder ranzig ist, und dann ist das eine blöde geschichte, wenn man zum beispiel vor hatte, ein gericht mit maroni zuzubereiten (ich sag nur chatreuse). drum empfiehlt es sich in dem fall auf nummer sicher zu gehen und hinten im küchenkastl ein backup in form von vorgegarten, geschälten maroni zu verstecken. das ist zwar ein bissel geschwindelt, aber ich kann auch dieses mal aus eigener erfahrung, sagen, man schaut ganz schön blöd aus der wäsche, wenn mann mit einem riesen haufen schwammerl und einer halben hand voll maroni dasteht und kein backup vorhanden. wobei, zugegeben, man kann fülletechnisch zur not auch gewürfeltes brot, reis oder sonst etwas mit weniger wassergehalt als pilze hernehmen, wenn man auf der maronilinie gescheitert ist.

wie du siehst, es kann mal wieder gar nix schief gehen :-)

alles liebe,
deine kati

frohes neues!

liebe kati,

ein frohes neues jahr wünsche ich dir! ein numerologisch besonders zauberhaftes ist es nämlich, wie mir via elektropost mitgeteilt wurde: die alten bzw. jungen römer stellen unser 2015 laut muttern kurz & knackig als MMXV dar, während nerd M. am 1.1. via jubel-post auf facebook verlautbare:

Wir befinden uns heuer im Palindrom-Jahr: 11111011111

zu diesem anlass hab ich gleich mal eine zeitreise unternommen, die mehr als eine dekade (!) umfasst: eine reise zurück in unser elternhaus, wo es zu neujahr immer (immer! immer!) the-one-and-only mayonnaise-salat gab. ich habe mich ab 31.12. mittags bis gefühlt zu den heiligen drei königen ausschließlich von diesem wonnig-sämig-g’schmackigen zeug und weißbrot ernährt, weil so super. gab’s auch in meiner erinnerung nur!! zu neujahr, sonst nie. oder falls es ihn sonst gab, war er sicher nicht so gut. weil das war nunmal der silvester-snack, jawoll.

viele male schon habe ich seither mit dem gedanken gespielt, das ganze entweder einfach auf vegetarisch nachzubauen oder – in den vergangenen jahren – zu veganisieren. doch die historische latte lag einfach zu hoch, der erwartungshaltungsdruck somit unermesslich, und ein neujahr mit misslungenem mayo-salat… undenkbar.

heuer war es endlich soweit, ich hab mich drüber getraut, weil nämlich am 31.12. sowieso miese laune, also wär ein fail auch schon egal gewesen. und siehe da, der erstversuch war: ein mega-fail!! die selbstgemacht mayo nach deinem rezept war zwar halbwegs sämig, aber beim ersten geschmackstest hat’s mir gelinde gesagt den vogel rausgehauen. ich hatte nämlich die glorreiche idee, die halbe flasche leinöl aufzubrauchen, die seit monaten im kühlschrank rumgammelt. ich weiß, ur teuer und super wichtig und omega3 und was weiß ich. aber ich kann mit dem einfach nicht umgehen. und in mayo-form hat das ganze einen dermaßen extrem bitteren basisgeschmack entwickelt, das die zunge nur mehr pelzige impulse abgegeben hat (was auch immer das bedeuten mag).

die gute nachricht: beim zweiten versuch mit stinknormalem maiskeimöl war alles wieder gut! und obwohl die mayo etwas dünnflüssig war, haben die erdäpfel dann über nacht alles aufgesogen und das ergebnis war 1A. uff!

mayosalat_neujahr

ur nicht fotogen, aber ur lecker: mayonnaise-salat.

mayonnaise-salat

ca. 1/4 vegane mayo (weil’s geht!)
ca. 4-5 mittelgroße erdäpfel
eine kleines glas mais
eine kleine pkg. tiefkühlerbsen
3 essiggurkerl
1 zwiebel
1 knoblauchzehe
1/2 apfel
suppenwürze
essig & öl
salz & pfeffer

mayo anrühren und kaltstellen. erdäpfel kochen und auskühlen lassen, danach schälen und in nicht zu dünne scheiben schneiden. in einer marinade aus gemüsebrühe, essig, öl, salz, pfeffer, klein gehackten zwiebeln und einer gepressten knoblauchzehe etwas rasten lassen. nach ca. einer halben stunde gurkerl und apfel dazureiben, mais und erbsen einmischen und mayo unterheben. über nacht gekühlt durchziehen lassen (wichtig!), tags darauf nochmal durchrühren, abschmecken und mit cocktailtomate garniert an aufgeschnittenem baguette servieren.

also, jetzt kann das jahr ja nur mehr super werden ;-)

bis bald & bussi,
hanna

feierei & völlerei

liebe kati,

arme einarmige banditin, du! hoffe, du hast trotz invalidität gestern gut gefeiert & gevöllert und ihr hattet einen entspannten abend.

das ist übrigens, liebe leserchens, der grund, warum es seit einer woche gar so ruhig ist bei den lesterschweinen: neben der bekannter maßen ungemein besinnlich-adventlichen alljährlichen vanillekipferl-idylle hat katis ich-brauch-eigentlich-die-nächsten-3-wochen-eh-nur-1-arm-verunfallung gepaart mit meiner durchgehenden völlerei, dank der sämtliche energien für verdauungsvorgänge aufgespart werden mussten, zu einer immanenten schreib-blockade geführt.

bei mir ging’s nämlich mit der festen fest-fresserei gleich am 22.12. los, bei einem vleisch-völler-ausflug mit V. zu xu’s cooking. ich sag nur:

„Spezial-Hühnerfleisch – schmeckt verboten gut“
(aus xu’s Speisekarte)

geiler scheiß, vor allem die wirklich leckeren gedämpften dim sum und das aromatische crispy chicken mit thai basilikum. irgendwann hat aber dann beim vernichten der finalen vleisch-berge mein magen rebelliert, und das A.&O. ist bei meiner ankunft zuhause dank meines subtilen knoblauch-odeurs (deshalb schmeckt’s schließlich so verboten gut) halb in ohnmacht gefallen. pardauz!

xus_kitchen_2014

pflanzenhuhn, wem huhn gebührt! „Crispy Chicken leicht gebraten mit Basilikum in der heißen Pfanne“ und das verboten gute spezial-hühnervleisch.

daraufhin wurde am 23.12. wie jedes jahr bei dir, liebes lesterschwein, samt family plus unserem grrbrr samt family plus dem brüderchen mit S. und meiner wenigkeit samt dem A.&O. ordentlich gefeiert – heuer haben wir einander wieder tüchtig paniert, und zwar in form von gebackenen karotten, schwammerln, sellerüs & co (jaja, die normative kraft der panier)! der abendhimmel hat sich noch einen der dieser tage fulminanten rosa-orangefarbenen technicolor-sonnenuntergänge gegeben, der baum hat kurz darauf schön gebrannt und alles war… weird… gut ;-) wir du letztes jahr so schön resümmiert hast:

nachdem wir ja als schlaue patchworker schon seit jahren am 23.12. weihnachten feiern ist mir heute klar geworden, dass für das jungkind und auch für mich der 23. mittlerweile ein ganz regulärer erster weihnachtfeiertag ist. die normative kraft des faktischen beeindruckt mich immer wieder.

ich bin tags darauf wie immer in die hohen berge ausgewandert, und habe ebenda am 24.12. sogar trotz strahlendem frühlingswetter etwas schnee gefunden! heute zuckert’s sogar leise vor sich hin, das geht fast schon als weiße weihnacht durch ;-) in C.’s foto-fundus habe ich dann auch ein lesterschweinisches archiv-bild von unserem allerersten schwestern-kalender anno 2006 (??) oder so ntdeckt, und das passt hervorragend zur jahreszeit wie ich finde!

xmas_2014in diesem sinne noch entspannte feiertage allerseits, einen geruhsamen jahresausklang, einen heiteren rutsch, einen guten start gen 2015 und auf ein baldiges wiederlesen in 2-3 wochen!

bussi,
hanna
i.V. die lesterschweine

it’s not a bug, it’s a feature!

liebe kati,

wir sind ja mittlerweile beide, trau ich mich sagen, schon recht routinierte improvisateurinnen. daher ist der obige ausspruch in unserem standard-repertoire, und mir ging’s beim nachbau deiner cha-cha-chatreuse nicht anders. der mini-wirsing hatte statt satt-grüner nur weiß-gräuliche blätter, ich hab weder kräuterseitlinge noch getrocknete steinpilze gefunden, und für wurzeljus hatte ich auch nicht alle zutaten daheim. also – improvisier, improvisier – eine chatreuse blanc gezaubert!

das sieht dann in kombi mit chiasamen von B. so aus:

chatreuse_blanc

diese chatreuse glänzt nicht mit kräftigen farben, sondern mit nobler blässe. und natürlich inneren werten, versteht sich.

was, wo ist denn da der prächtig dunkelrote wurzeljus? wirst du dich fragen. hah – den hab ich mit CSA-sachen in form eines sämigen, g’schmackigen, herzhaften pürees ersetzt! und das geht so:

wurzelpüree

1/3 sellerieknolle
eine handvoll erdäpfel
3-4 pastinaken
1 zwiebel
2 knoblauchzehen
0,75l gemüsebrühe
thymian
majoran
muskat
salz, pfeffer
etwas öl

gemüse waschen und schälen, in grobe stücke schneiden. zwiebel & knoblauch schälen und klein schnippeln, in etwas öl glasig rösten. gemüse dazu und kurz mitrösten, alles mit suppe aufgießen, je ordentlich thymian und majoran sowie etwas musikat dazu und alles ca. 20 min. köcheln lassen. mit salz & pfeffer abschmecken, und pürieren. wenn man das ganze mit etwas wasser aufstreckt hat man eine herzhafte gemüsecremesuppe. auch gut!

noch so ein bug-or-feature phänomen sind mindesthaltbarkeitsdaten. eigentlich sollten sie ja ein feature sein: schau, nach diesem datum bin ich wohl nicht mehr so gut drauf! aber in wahrheit sind MHDs heillos überschätzt und die meisten sachen noch lange nach dem ablaufdatum verzehrbar. wie E. zu sagen pflegt: „die leut schmeißen viel zu viel weg!“

daher hat E. mir aus dem büro-kühlschrank bei einer entrümpelungs-aktion ein vierer-pack ungeöffnetes soja-heidelbeer-joghurt von provamel „gerettet“. für dich, hanna!

ich – sehr skeptisch, weil 4 monate abgelaufenes joghurt ist jetzt so in herkömmlicher haltbarkeite-denke nicht mega-einladend. aber wenn mir eine hygiene- und sanitärsystem-expertin hochheilig erklärt, dass es nur 2 dinge gibt, die kühlware ins verderben stürzen, muss man ihr das einfach glauben:

schau, entweder es ist schon geöffnet bzw. die packung beschädigt. dann schimmelt’s – das merkst du dann eh sofort am bewuchs. oder es wird zu warm gelagert – dann fängt’s zu gären an. aber wenn eine ungeöffnete verpackung im kühlschrank steht und sich unauffällig verhält – da kann gar nix sein!

sprach’s, reichte mir einen löffel und zückte ihr handy, um die hanna-verkostet-antikes-heidelbeerjoghurt-session zu dokumentieren:

collage_20141215213957939

dieses sojajoghurt ist zwar seit 4 monaten abgelaufen, schmeckt aber ebenfalls trotzdem gut!

 

und siehe da: das joghurt sah tatsächlich noch völlig unversehrt aus, roch unverdächtig, schmeckte wie soja-joghurt eben schmeckt (ein bissi bitter), und verhielt sich auch im magen-darm-trakt völlig unauffällig. E. hat sich noch mehrmals nach meinem wohlbefinden erkundigt und war ob des formidablen starts der testreihe hocherfreut – aus rein professioneller perspektive, versteht sich.

fazit: leute, schmeißt’s nicht so viel weg! verlasst’s euch lieber auf euer sehvermögen (bewuchs?), euren geruchssinn (fäult’s?) und eure geschmacksnerven (grindelt’s)? weil haltbarkeitsdaten können schon mal buggy sein – aber eure sinne sind definitiv features ;-)

… nur das schimmlige karottenbrot heut früh – ja, das hab ich weggeschmissen. schade, aber schimmlig – ob mit oder ohne MHD. sorry.

so long,
die heidelhanna

gut genug ist gut genug

liebe kati,

dieser deinige ausspruch gestern beim rollen von zig geburtstags-wraps (eine miniatur-abwandlung mexikanischer fladen) war für mich die vorweihnachtliche faust auf’s aug, weil: bei der produktion von advent-leckereien sollte man sich als feingebäck-laiin, wie ich eine bin, diese weisheit hinter die ohren schreiben.

zuerst war ja alles noch in butter, äh, margarine: aus deinem mürbteig-rezept haben das A.&O. und ich superg’schmeidige teige per hand erknetet, und auch die trüffel-anleitung von muttern (siehe unten) hat sich mit schokoschmelz und staubzuckerung sehr appetitlich entwickelt. zur kühlung alles raus auf’s fensterbrett und vorfreude ob der bevorstehenden adventlichen duftschwaden aus dem backrohr.

doch dann ging’s schon los mit den küchen-hoppala’s: der mürbteig ließ sich nicht hauchdünn ausrollen (ich sag nur: 2mm!), sondern klebte entweder am nudelwalker fest oder löste sich nur höchst unfreiwillig in fetzenform von der küchenplatte. dann im backrohr zerliefen die sterne, bäume, pilze und herzen wie mit dem weichzeichner verzerrt. nach der 2,5-fachen backzeit sind dann die ersten drei fuhren dunkelbraun geworden, die vierte fuhr haben wir kurzerhand vergessen – bergwerk, olé! meine frustrierte SMS an keks-königin V., die heuer wieder 25+kg für family & friends produziert, wurde beantwortet mit den worten:

… das passiert sogar den meistern. das erste bech ist nie was, deswegen gleich doppelte menge machen!

collage_20141214153023753

nein, das sind keine kakao-kekse, sondern derselbe teig – nur mit unfreiwillig verdoppelter backzeit…

die trüffel wiederum waren zu lang am fensterbrett, die masse folglich beton. aus dem hat das A.&O. dann brocken herausgeschlagen und geformt, während sie in den händen äußerlich dahingeschmolzen sind. naja, rough ist halt das neue nobel, oder so.

collage_20141214153241783

aber: eh wurscht! die trüffel schauen zwar wild aus, sind aber trotzdem sehr lecker, daher hier das rezept von muttern:

schokotrüffel

200g kochschokolade
100g margerine
100g staubzucker
2 sackerl vanillezucker oder bourbon-vanille
2 TL rum oder rumaroma
2 TL kakao

schoko und margarine im wasserbad erweichen, übrige zutaten locker einrühren mit teigschaber oder kochlöffel. danach die masse kalt stellen und alle 30 min. durchrühren, bis es sich nicht mehr rühren lässt. daraus kugeln kugeln (hände mit wasser abkühlen!) und diese in schokostreuseln oder kakao wälzen, dann in in papierkapseln legen. voilá!

ach ja, und die übrigen nicht verkohlten kekse haben wir einfach mit deiner waldbeer-marmelade gefüllt und in tüchtig schoko-tunke versenkt (manner haushaltsschoko mit reismilch-kuvertüre, alsan, trüffel-resten und alladin-gewürz zusammengeschmolzen):

collage_20141214172611979

und das ergebnis: lecker! keine kraxenweg-kreation, das geb ich zu – aber solide weihnachtsbäckerei. gut genug ist eben gut genug :-)

in diesem sinne gutes chillen dir noch nach dem gestrigen power-tag,
und bis bald!

alles liebe,
dein trüffel(lester)schwein