das 3×3+3 des lokalkolorit

liebe kati,

das war wohl eine der längsten blog-plausen in der lesterschweinischen historie – fast 1 woche kein neuer post! da ist sie also wieder, die dichtness – inklusive H.-P.’s wildem tanzfest, deinem servus TV dreh, unserem halben frisch gekocht-interview, dem fin de supper club, und sonstigem leben halt. apropos leben, die passende replik auf deinen blah-blah-blah-post und das thema „ich hab jetzt einen neuen beruf!“ ist übrigens der na-na-na-song von marc uwe king, mit misanthropenstrophen wie der hier:

Ich kenne zwei, die im Schlachthof arbeiten und Veganer sind
Ich kenne einen Fahrlehrer, der säuft und ist fast blind
Ich kenne einen Psychologen, der hat seine Kindheit nie verwunden
Doch all diese Leute haben immerhin schon…einen Job gefunden

Nur ich weiß noch nicht, was ich mal werden will, es gibt so viele interessante Sachen
Ich weiß nur, ich will auf jeden Fall was ohne Menschen machen
Nichts mit Medien und nichts mit Sprachen und nichts mit Lateinamerika
Aber hauptsache ohne Menschen, Na Na Na Na

bevor ich mich allerdings selbst für 1-2 wochen offline begebe (fürcht), hier noch ein lang aufgeschobener rundumschlag in sachen wiener vegan-gastronomie bzw. lokalen wo man theoretisch, praktisch, nicht-nur-aber-auch und überhaupt vegan essen kann. in den vergangenen wochen habe ich dementsprechend mit dem herrn A&O, dem vitamin B., fräulein S., couchsurfern, dir & H.-P. und anderen menschen jede menge lokale für unseren lokalkolorit ausgetestet – bin aber einfach nicht zum verbloggen gekommen. daher hier in einem fulminanten rundumschlag das 3×3+3 des lokalkolorit: 3 menüs zu je 3 gängen in je 3 verschiedenen lokalen. plus ein 3×3 außer konkurrenz mit ein paar nicht ganz geglückten erstbesuchen. here we go:

von A bis Z bis A: akakiko, zimmer37, augustin

lesterschweine_lokalkolorit3x3_akakiko_zimmer37_augustin

1. avocadosalat aus dem akakiko (links oben) 2. mittagsmenü im zimmer37 (rechts) 3. pannacotta from heaven im café augustin (links unten)

zum start gibt’s den großartigen avocado-salat aus dem akakiko gegenüber des franz-josefs-bahnhof. ein berg sojasproßen und grüner salat mit kernöl(!!)-dressing plus avocado und allerlei rohgemüsen plus jede menge eingelegtem ingwer. groß!

als hauptgang einmal das mittagsmenü im zimmer37 in einem der fest gebauten stände am karmelitermarkt: cremige polenta mit grill-zucchini und tomaten-letscho. hocharomatisch und sympathisch – wie man sich ein marktessen so vorstellt!

als dessert darf hier die wundervolle panna cotta (sowohl vegan als auch non-vegan auf der karte) aus dem ebenso wundervollen café augustin in rudolfsheim-fünfhaus herhalten samt schoko-soße, kokosstreusel und erdbeerhälften. hell yeah!

bobo-omnomnom: phil, hollerei, cup cakes

lesterschweine_lokalkolorit3x3_phil_hollerei_cupcakes

1. naschmarktblume im phil (links oben) 2. kürbisstrudel in der hollerei (rechts oben) 3. cupcakes im cup cakes (unten)

diese lokalrunde startet mit der heißverehrten naschmarktblume im phil auf der gumpendorfer straße – einem sonnenblumenweckerl mit hummus, gegrilltem gemüse in tüchtig olivenöl und vogerlsalat. ob als vorspeise, zwischenmahlzeit oder reparatur-snack, immer wieder eine gaumenfreude!

weiter geht’s mit einem mittagsmenü in der hollerei, einem vegetarisch-veganen fast schon nobel-lokal im fernen rudolfsheim-fünfhaus. die auf rustikalen holztischen in hell-entspannter atmosphäre kredenzten gourmethappen entsprechen in der menü-variante sowohl der (doch hohen) erwartungshaltung und haben in anbetracht von portionsgröße und frische der zutaten ein passables preis-leistungs-verhältnis. an diesem tag gab’s eine erdäpfelsuppe plus sehr feinem buntem salat mit crunchy rote rübe und einen etwas süßlichen aber leckeren kürbis-strudel. nice!

zum schluss hier endlich die lang ausständigen kudos dem cupcake-laden mit subtiler betitelung cup cakes auf der josefstädterstraße, die in der äußerst umfangreichen auswahl auch standardmäßig 2-4 vegane sorten anbieten. von der variante erdnuss sowie maroni bin ich nicht ganz überzeugt, dafür hat schokomousse auf schokokuchen mehr als gerockt. fluffig-flaumig-heftig. oh ja! test der variante nougat-orange noch ausständig… #hrrrrr

hippie-bar meets studi-café: dancing shiva, tunnel, weltcafé

lesterschweine_lokalkolorit3x3_dancingshiva_tunnel_weltcafe

1. rohkost-burger im dancing shiva (links), 2. tofu-laibchen im tunnel (rechts oben) 3. empanadas im weltcafé (rechts unten)

weiter geht’s mit einem rundtrip von neubau nach währing: der rohkost-burger aus der superfood-bar im hinterzimmer des dancing shiva [FB] auf der neubaugasse ist so klein, dass man ihn quasi als vorspeise betrachten muss. ok-e-y, aber es gibt A) bessere burger und B) raffiniertere rohkost. ergo: nett, ausbaufähig.

es folgen die „tofulaibchen“ im tunnel in der florianigasse, eines der wenigen aber immerhin ausgewiesenen veganen optionen auf der karte des traditionellen studi-beisls. und obwohl das ganze recht unfancy daher kommt – schlichtweg gebratener naturtofu auf reis, dazu tomatensauce und salat – macht es schön satt und schmeckt auch recht lecker. nicht besonders raffiniert vielleicht, aber gutes preis-leistungs-verhältnis.

zum dessert werfen wir einen blick auf das von mir prinzipiell sehr geschätzte weltcafé in der schwarzspanierstraße, aber leider in diesem fall mit einem kleinen fail: die per se nett gemeinten empanadas mit bananen-schoko-füllung und beilagen-obstsalat haben beim back-vorgang anscheinend bekanntschaft mit einem prähistorischen frittier-fett gemacht und riechen dementsprechend… heftig. pluspunkt: vegane speisen sind in der karte als solche ausgewiesen.

[außer konkurrenz] low-fi fusion: stewart, vegetasia, aero

lesterschweine_lokalkolorit3x3_stewart_vegetasia_aero

1. curry vom stewart 2. „acht schätze“-platte im vegetasia 3. apfelmus-crepe im aero

das mittägliche curry aus der suppenküche stewart auf der praterstraße kommt mit etwas wenig gemüseanteil und einer eher suppigen konsistenz daher, das ganze dann auch noch auf den reis gepappt, der innerhalb der transportzeit von ca. 4 minuten vollkommen aufgeweicht ist. frischer koriander ist ein netter twist, das gesamtergebnis aber noch nicht sehr überzeugend.

danach einmal die „acht schätze“ im vegetasia im 3. bezirk, wo ich schon seit monaten mal hinwollte. leider macht sich der wurst-, rind-, huhn- und sonstige vleisch-ersatz in der klassischen asia-pfanne nicht besonders. plane hier auf jeden fall eine weitere testreihe…

zum abschluss darf J. mit seinem test des aero im neu erschlossenen nordbahnhofviertel aufwarten: das apfelmus-zimt-crepe ist schlichtweg solide – nicht mehr und nicht weniger. auf nachfrage beim kellner wird nochmals hervorgehoben dass der crepe-teig per se vegan ist – keine eier, keine milch enthalten. lesterschwesterlicher test noch ausständig!

in diesem sinne dir eine etwas geruhsamere woche, ich werd mal die obigen 12×1 lokalkolorits in unsere google map einbauen, und in hoffentlich 1-2 wochen wieder in alter frische lesterbloggen :-)

so long,
die testerschwester

sojaschnetzel statt gemetzel: thai food meets bike rage

liebe kati!

essen ist leiwand. urleiwand sogar, wie im fall der supper club, wo du dich immer wieder an kreationen, aromen und kombinationen übertriffst. das thai-thema kommt mir natürlich besonders gelegen, nachdem ich den ganzen sommer über an deinen exotik-kulinaria von papaya-salat bis sommerrollen mitschnabulieren durfte. dazu gab’s diesmal noch die gepimpte satay-variante mit kross angebratenen soja-schnetzeln, kokos-suppe mit knackiger gemüseeinlage (erbsenschoten!), ein curry dreierlei mit farbenfrohen accessoires von mango über tomate bis koriander sowie den – i’m in heaven! – angry cake mit heftig-deftig schokosauce und himmlischer donaugarten-marille. hell yeah!

supperclub_2013-11-16

freundInnen.

beim supper club kommt ja ein ganz besonderer effekt dazu: da trefft kern- und umfeldfamilie wie du, H.-P. und ich auf engeren und ferneren freundeskreis wie T. und C. + C. plus… die menschen aus dem internet. wie diesmal S. und K., die diesmal nur eine minderheit der gäste-soziographie abgebildet haben, während beim letzten supper club ja überhaupt nur internetvolk zugegen war, wie du berichtet hast.

und.

ergo übt beim essen in gesellschaft natürlich die jeweilige personenzusammensetzung auch einen bedeutenden einfluss auf die qualtität der nahrungsaufnahme aus. eine angenehm-entspannte bis angeregt-energetische atmosphäre hilft dabei, das essen einerseits in seiner qualität anzuerkennen und genießen zu können und dementsprechend auch einen wichtigen beitrag zur verdauung und verwertung der inhaltsstoffe. amen.

feindInnen.

hat mir die zwischen gang 2 und 3 einsetzende diskussion über (auto-)aggressives (hoho) fahrrad-fahren dann etwas auf den magen geschlagen, vom sich gegenseitigen bekräftigen dass es wohl total ok sei, rote ampeln zu ignorieren, weil die fahrradwege schließlich so blöd gebaut sind, bis zum tätlichen angriff der motorisierten feindbilder – vom be- und zurückschimpfen über das treten von autotüren und faustwendende „klopfen“ von autohecks bis zum bespucken von cabrio-lenkerInnen.

auge um auge – und die welt ist blind.

ich will nicht in einer welt leben wo selbst leute mit einem vermeintlich offenen geist und reflektionsgabe die alltägliche interaktion im straßenverkehr nach dem archaischen prinzip des auge-um-auge, zahn-um-zahn gestalten. sondern ich will in einer welt leben, wo man sich auf den vertrauensgrundsatz halbwegs verlassen kann, zum beispiel dass die anderen verkehrsteilnehmerInnen bei rot stehen bleiben. daher halte ich mich auch selbst daran, auch wenn mir dann von anderen diskutantInnen mit einem schiefgelächelten „geh, hanna“ eine stvo-spießerige weicheierigkeit unterstellt wird. nebenbei bemerkt stimme ich C. auch darin zu, dass es ja wohl nicht besonders gesund sein kann, sich mehrmals täglich grün und blau zu ärgern und so von wutausbruch zu wutausbruch zu strampeln, grüßgott.

bike rage

natürlich sind das jetzt nicht die totalen ausnahmefälle, jede verkehrsteilnehmerin ärgert sich mal. ja, die radinfrastruktur in wien ist schlecht designt, sagt ein dänischer fahrrad-guru kürzlich in der presse, was ich nach dem gestrigen versuch mit herrn A&O, von favoriten auf möglichst viel fahrradweg nach meidling zu kommen, ebenfalls einsehen musste. mühsam. eh. die „bike rage“ ist ein dementsprechend gängiges thema. aber nicht vergessen:

Bike rage is a dish best served cold

… sagt der guardian zum thema, wie man bei einem intermezzo mit professionellen fahrerInnen wie beispielsweise taxlerInnen seinen straßenverkehrstechnischen unmut an den mann und die frau bringt.

am besten auf den punkt bringt es allerdings london-cyclist.co.uk autor andreas (sic!) in seinem post…

7 things you should give up to be a happy cyclist

… in dem er unter anderem darauf hinweist, sich nicht länger von mühsamen fußgängerInnen, nervtötenden autofahrerInnen oder ich-muss-bei-rot-drüber radlerInnen nerven zu lassen, sondern summiert das ganze thema bike rage wie folgt:

As cyclists we are faced with hundreds of little decisions like this every day. We can either choose to be rattled or worry about more important things.

interessant eigentlich, dass mir just 1 abend später herr A&O zufällig einen film mit dem passenden titel der gott des gemetzels gezeigt hat. aber das ist eine andere geschichte ;-) ich sag nur: sojaschnetzel statt gemetzel…

wohl bekomm’s,
die l(ä)sterschwester

PS: übrigens ist auch mitte november 2013 der „road safety report“ der WHO weltgesundheitsorganisation veröffentlicht worden. was empfiehlt die WHO, um tödliche unfälle von fußgängerInnen und radfahrerInnen zu reduzieren? reduktion der geschwindigkeiten im urbanen raum, fokus auf sicherheit für fußgängerInnen und radfahrerInnen, beispielsweise im rahmen der planung neuer verkehrsprojekte, die derzeit unverhältnismäßig stark auf die reduktion von negativen effekten motorisierter verkehrsteilnehmerInnen konzentriert sind, oder auch infrastrukturprojekte, die von unabhängigen evaluatorInnen überprüft werden. heads up, stadt wien!

life ist just blah, blah, blah

liebes hannerle,

ein herzliches grüß gott aus der versenkung. schließlich und endlich wurde ich von der wirtschaftskammer anfang der woche für gastronomie-fähig erklärt und gleich drauf hab ich in einer typischen hauruck-aktion einen business plan aus dem boden gestampft. aber gestern bin ich, wie man so schön sagt „auf die goschen g’fallen“ nachdem es mich im vorraum über 15 flaschen schnaps geprackt hat. (nein, nicht mein beitrag zur work-life-balance sondern des schwogern beitrag zur foodcoop). da hab ich mir gedacht, jetzt ist mal wieder ein guter moment um innezuhalten.

ich und ihr

mir schwirrt ja schon länger die frage im kopf herum, wie denn das jetzt ist, mit der selbstdarstellung. kürzlich hab ich ein tagebuch von mir aus dem letzten sommer aufgeschlagen, und da stand dick und fett „ich will nichts von mir preisgeben“. da kann ich jetzt natürlich nur mehr herzlich lachen. unser grrbrr schüttelt ja noch immer verwundert den kopf über meinen attitüdenschwenk von „internet – ich nicht!“ und „facebook – pfui!“ zu „ich bin jetzt bloggerin bespaße mein umfeld mit launigen schwänken aus dem (familien)leben“. aber erstens: niemals – eh schon wissen, zweitens: kontraste, oida!, und drittens: ein leben, bei dem alles zusammen passt ist mir sowieso zu fad.

trotzdem stellt sich mir die frage wo denn der grad zum entlangwandern ist, bei all dem. und just im moment all dieser überlegungen fällt mir in der bücherei eine sammlung von doris knecht kolumnen in die hände. nein, kannte ich nicht, hab ich davor nie gelesen. das hat mich ziemlich entspannt, denn erstens fand ich die geschichten wirklich unterhaltsam, zweitens ist das private eben doch politisch und drittens hab ich mir gedacht, bitteschön im vergleich dazu bin ich ja amateurin, was das öffentlich-schriftliche verwurschten des privaten slapsticks des lebens betrifft. nachdem sich die kolumensammlung über mehrere jahre gezogen hat, sind auch periodisch berichte über den, von mir sehr geliebten, protestsongkontest vorgekommen. da war doris knecht ja viele jahre lang zum letzten mal jurorin. gemeinsam mit der sympathie hat sich aber auch das tief vergrabene schlechte gewissen gemeldet und jetzt nutz ich die gelegenheit für etwas, das längst überfällig ist. nämlich,

‚tschuldigung, frau knecht!

ich war nämlich in fast all den letzten jahren auch beim protestsongkontest. und das verhältnis publikum – jury war ja oft angespannt. beim protestsongkontest 2012 war aber auch ich ziemlich angespannt. als nun von links hinten eine völlig unqualifizierte meldung mein ohr erreicht, dreh ich mich um und schrei, wahrscheinlich eine spur zu laut: „wer keine ahnung hat, fresse halten!“ okay, das ist auch nicht sehr qualifiziert. und sie waren grad am wort, auf der bühne, was mir nicht aufgefallen war, und haben nicht sehr glücklich dreingeschaut. man vermutet wahrscheinlich aus bühnenperspektive nicht wirklich, dass das publikum mittlerweile dazu übergegangen ist, quasi autoaggressiv, sich selbst zu beschimpfen. aber genau so war’s. echt. ja, und das tut mir eben heute noch leid.

so, kurve kratz zurück zum thema. also, was mach ich, abgesehen von kolumnen lesen, wenn ich einen tag aussteig aus dem coolchecker-machen, machen, machen? ich gehe im wald spazieren und entspanne mich bei klassischer musik. nein, scherz, ich schau vier folgen weeds. und da bin ich über eine szene gestolpert, die mich zu folgender conclusio gebracht hat: sachen machen – alles schön und gut, aber unterm strich will ich das alles nicht zu ernst nehmen. vor allem mich selber nicht. denn:

life is just blah, blah, blah

was das alles mit vegan zu tun hat? gar nichts. aber mich hat’s grad nicht kochen g’freut.

alles liebe, deine kati

schokolade ist gottes antwort auf broccoli

liebe lesterschwester,

so steht es auf einer chocolaterie namens „sünde“ (ho, ho) im berliner x-berg geschrieben, und die müssen es von berufswegen her ja schließlich wissen:

schokolade_gott_broccoli_web

süßjunk war ja schon immer eines meiner lieblingsthemen, dementsprechend habe ich mich kürzlich mit tatkräftigem support von A. & E. durch die pflanzenschokoladen der stadt gestöbert – zur besseren übersicht in ein handliches ranking verpackt:

  1. vego whole hazelnut chocolate bar: heftig-heftiger-hazelnut! zartschmelzend mit knackigen nüssen, und zwar in form eines riesen-riegels. die bestmögliche schoko-ersatz-dröhnung für nocciolone-fans wie mich! gesehen zB bei gewusst wie „zum eisbären“.
  2. schakalode: leichter und weniger „befriedigend“ als der vego-riegel, aber dafür tatsächlich schokolade und kein nougat-verschnitt. kommt erstaunlich nah an das tierische „original“. vergleichbar mit den moo-free sultana bars (schon im mai getestet & verbloggt). gesehen zB im maranvegan.
  3. zotter mitzi blue chinese taste machine: knackige weiße soja-schoko mit einer kleinen dunklen schoko-scheibe on top sowie cranberries und goji-beeren – die bei mir allerdings auf grund eines staubig-roughen nebengeschmacks nicht punkten konnte. A. war hingegen recht begeistert, daher ein ehrenvoller platz im mittelfeld im sinne der geschmacklichen meinungsvielfalt. gesehen zB bei denn’s.
  4. alnatura feine-bitter-orange: knackig und zartschmelzend, hinterlässt allerdings eine gewisse pelzigness am gaumen. bin allerdings auch keine dezidierte bitterschokoladen-fanin. pluspunkt: sympathisch kurze zutatenliste ohne trash, bestehend aus genau 4 ingredienzien – „Kakaomasse*, Rohrohrzucker*, Kakaobutter*, Orangenöl* (0,1%)“. gesehen zB bei dm.
  5. bonvita reismilchschokolade traube-nuss: sehr hart, eher karg im geschmack und mit bis zur unkenntlichkeit zerkleinerten trauben- und nuss-bestandteilen. mut zu mehr substanz, bonvita! gesehen zB bei denn’s.

honorable mention: rittersport hat ein eigenes forum mit ihren veganen sorten eingerichtet. danke. der nächste step ist dann die DIY-schoki, kakaobutter lagert bereits im küchenkastl, und hildmann hat dazu auch ein paar baupläne veröffentlicht.

übrigens auch sehr super: die vegane keks-auswahl von „sommer„. tests beweisen – die vollkorn-dinkel-schoko-cookies überzeugen auch nicht-vegane kollegInnen. und die dinkel-ingwer-kekse mit schokochips bringt das blut in wallungen!

und jetzt noch der saisonale hinweis des tages #drumroll – vegane lebkuchenherzen! großes #freu #hoppel #hüpf #jubel heute bei denn’s. während nämlich die klassischen, heißgeliebten elisenlebkuchen mit hühnereiweiß versetzt sind, kommen die gefüllten lebkuchenherzen mit zartbitterschokolade von rosengarten rein pflanzlich daher – sind auch auf deren website als vegan gelistet, ebenso wie zartbitter-weihnachtsmänner und nikolo-lollies. und lecker sind sie obendrein:

lebkuchenherz_web

so, genug zuckerschock. hat noch jemand da draußen heiße schoko-tipps und favourite pflanzen-kram?

merci & lg,
hanna

es können nicht alle che guevara sein…

… jemand muss auch die kartoffeln schälen!

liebe lesterschwester,

so der ungefähre o-ton aus dem gestern im phil unter sehr phil-en anderen kochbüchern entdeckten wunderbaren trash-cookbook „taste the waste“ – ein bunt gemischtes „kursbuch für den kulinarischen widerstand“ über dumpstern, guerilla cooking, gemüse-misfits & co. nicht rein vegan, aber mit entsprechend gekennzeichneten rezepten und auch einigen veganisierungs-hinweisen. jede menge funky aufbereiteter verwertungsinspiration von oliven-ersatz (eingelegte schlehen, that is!) über pastinakengugelhupf bis steirische brotsuppe. willhaben! (christkind, can you hear me?)

vegan goes beegan

apropos schlehen (nein, das sind keine heidelbeeren! und auch keine mini-zwetschken!): die gab’s auch gestern zu dekorativen zwecken beim fröhlichen slowfood-standl-stelldichein von donaugarten und – premiere! – honiggarten am karmelitermarkt. E. präsentierte mit familiärer unterstützung von U. ihre suppen sowie marmeladen, chutney & konsorten, während M. allererstmals ihre honige der öffentlichkeit zugänglich machte (noch kein webdingsi, bezugsinfos bei bedarf hier). A. hat gleich kiloweise blüten- & akazienhonig für die derzeit frisch erblühende food-koop meidling erstanden, während ich mich frühstücksausfallsbedingt über die marmeladebrottesthappen hermachen durfte:

slowfood_donaugarten_honiggarten_2013

der slow food stand am karmelitermarkt: donaugarten samt marmeladen-testprobenbroten plus honiggarten-premiere! (danke für die fotos an H.-P.)

aber auch der honiggartenhonig wurde heute zum wg-sonntagsbrunch verkostet, und somit mein übergang vom vegan zum beegan manifestiert: honig wird von mir ab sofort auch auf dem speisezettel stehen, nachdem ich ihn 10 monate eher ausgelassen hatte. die regional produzierte variante mit bio-siegel und persönlichem kontakt zu herr & frau imker und liebevolle bienenpflege kommt mir koscher und vertretbar vor… wie siehst du das so?

b2b goes b2v

die pflanzenköstlerische inklusion hat übrigens kürzlich neue dimensionen angenommen – frei nach dem motto: business-to-business goes business-to-vegan. die veganerInnen reingeholt und schlichtweg zur norm erklärt haben nämlich die organisateurInnen einer kleinen konferenz – und kurzerhand das gesamte mittags- und abendmenü rein vegan gebucht. man höre und staune: rein vegane menüs!

ecf2010_payerbach

seminar im payerbacherhof: sojamilch, open space, reflexionsspaziergang – und ein rein veganes menü!

die veranstalterInnen sind selbst vegan-affin (haben auch zB für den deutschen vegetarierbund sachen gemacht) und haben daher dem betreiber des veranstaltungsortes schlichtweg ein paar vegane rezepte geschickt. aber kein weltstädtischer bobo-schuppen, wohlgemerkt, sondern das bodenständige hotel payerbacherhof (mit einem verdammt netten wellness-bereich). dort gab’s also nicht nur sojamilch am frühstücks- und kaffeebuffet, sondern auch pasta, suppen, gefüllte zucchini, risotto, nusskuchen, bananenschnitten & co. als ich dann noch um die dazugehörigen rezepte gebeten hatte hieß es erst lapidar „einfach googlen!“, dann habe ich sie doch noch erhalten – dabei ist unter anderem ein apfel-nuss-crumble von vegan&lecker oder ein kirsch-schoko-muffin von der veganguerilla. die gefüllten zucchini waren anscheinend an den küchengöttern angelehnt.

alles in allem würzungstechnisch noch ausbaubar, wenn man vegan kochen nicht gewohnt ist kommt anfangs alles ein bisschen schonköstlerisch daher, aber definitiv ein ambitionierter schritt!

wendl goes lieschen

und abschließend noch something completely different – ich bin seit heute wie du & H.-P. ebenfalls stolze besitzerin einer wendl-kaffeemühle! da lässt sich’s den von A. gemitbringselten berliner bobo-kaffee aus dem lieschen – übrigens von der selben kaffemanufaktur von der ich euch was importiert hatte – gleich mit noch mehr elan mahlen… zum slow food gehört nun auch der slow coffee.

bleibt mir nur noch, dir ein großes toitoitoi für die morgige prüfungssause zu wünschen, und freu mich schon auf’s anstoßen danach ;-)

feinen abend dir,
hannale

holt uns hier rein!

liebe lesterschwester,

gratulation. das war gestern ja wohl einer dieser spitzentage bei dir – aber wie pflegt arbeitskollegin S. zu sagen: bloggen ist emo-hygiene. und S. muss es wissen, die ist nämlich psychologin. ha! also nochmal gratulation, und zwar zur prompten verschriftlichten verarbeitung von curry-getränkten fahrradsatteltaschen und semi-freundlichen interaktionen in der begegnungszone fahrrad vs. fußgänger.

hol mich hier raus?

vielleicht hättest du dir auch einfach einen falter kaufen können, der holt einen ja bekanntlich raus, heute in unserem fall auf grund der food blog award sache sogar rein – und zwar in form eines gerichtsberichts: „schweinisches, vegan“, titelt N., die in diesem format junge wiener küche vorstellt. wir sagen danke für das flauschige interview und an K. für die netten fotos! :-)

falter_lesterschwestern_2013

„authentisch ist das neue seriös“ – der falter holt uns in die ausgabe 45/13

[ein scan in lesbarer auflösung folgt in bälde…]

die frischgedruckte ausgabe hat gleich einen kleinen aufmerksamkeitswirbel im lesterschweinischen soziotop ausgelöst – A. aus graz (die ja quasi nicht mehr in den supermarkt geht) kurztextet mir um 05:56h von freudenschreikrämpfen am kaffeetisch, R. berichtet, noch vor dem aufstehen im bett die bloggenden schwestern geschmökert zu haben. die vom madiani in unserer hood inspirierten und veganisierten melanzaniröllchen erfreuen sich ja erfahrungsgemäß auch äußerster beliebtheit, bin schon gespannt ob jemand aus dem falterschen lesekreis in den kommentaren von einem nachbauversuch berichtet! im rezept ist das als granatapfel-substitut zu verwendende quittengelee aus dem donaugarten zwar im lektorat zu quitten-„würfeln“ mutiert – die kennen wir zwar noch nicht, aber vielleicht verrät uns ja E. wie man das gelee zu würfeln baut ;-) vielleicht gleich diesen samstag vormittag, wenn es gemeinsam mit M. & F. am karmelitermarkt beim slow food stand donaugarten marmeladen & honiggarten honige zu verkosten gibt.

hol mich hier rein!

auch die CSA mogg findet im gerichtsbericht erwähnung, die „community supported agriculture“ a.k.a. solidarische landwirtschaft am biohof in herzogenburg – wahrscheinlich weil N. selbst slow-food aktivistin ist und sich für regionale produkte interessiert, nachdem sie zB mit F. gemeinsam den „eat slow!“-guide herausgebracht hat. bei ebenjener heuer neu gestarteten CSA jedenfalls kann man jährliche ernteanteile beziehen, und bekommt 1x wöchentlich den aktuellen anteil an saisonalen demeter-gemüses an die nächstgelegene verteilstation geliefert – zum beispiel in eine food-coop – wo man sich den anteil dann abholt. diese woche waren neben karotten, erdäpfeln, lauch und konsorten auch ein hübscher hokkaido sowie – wait for it – romanesco und steckrüben dabei. romanes… what?! ja, so ist das mit den sortenraritäten. wie neo-ernteanteilsinhaberin M. so schön schreibt:

Gesendet: Montag, 04. November 2013 um 21:19 Uhr
Von: M.
Betreff: Mogg i gern

nochmal danke für den Tipp mit dem Mogg. Haben heut unseren halben Anteil abgeholt…und habens alle drei recht lustig gefunden. Jetzt müss ma mal recherchieren was wir mit Rüben und Romanesco machen ;)

vielleicht will M. es ja mal mit deinem jambalaya probieren? wer sich jedenfalls auch mit regionalitäten & raritäten eindecken möchte – noch gibt es ein paar ernteanteile… :-)

csa_gemuese_2013

1 romanesco, 1 hokkaido, 1 steckrübe – ein kleiner ausschnitt aus dem CSA-ernteanteil der woche 45/13

apropos food-coop: ebenfalls diese woche sind die südfrüchte eingetrudelt – hurrah! denn es gibt kaum etwas witzloseres als zuerst die saisonalen, solidarischen, superen gemüse aus der kooperative zu holen – und dann mit dem fair gehandelten guterstoff-sackerl aus bio-baumwolle verstohlen zum billa zu hoppeln zur befriedigung der exotik-gelüste. weil, undogmatisches gemüse-bobo-tum, schön und gut – aber… aaaavodacos! auch wenn wir in keinem avocado-land leben.

geiler scheiß daher, wenn sich mehrere food-coops in wien zusammenschließen und eine sammelbestellung im fernen süden bei „le galline fellici“ aufgeben. so kommt man direkt an biologische und solidarische früchte aus dem schönen sizilien. bananen und oliven haben diesmal noch nicht geklappt, dafür gibt’s granatäpfel, mandarinen und – yay! – avocados.

foodcoop_suedfruechte_2013

die solidarischen südfrüchte sind da! biologische granatäpfel, avocados und satsumas aus bella italia – zur abholung in woche 45/13

damit schließt sich auch der kreis – und ich kann mir demnächst regionale melanzaniröllchen mit solidarischen granatapfeln bauen ;-) und tofu-avocado-tower! #omnomnom

freu mich übrigens auch schon sehr auf unseren morgigen lesterschweinischen konzertausflug samt buntem familien- & freundesanhang beim bock auf kultur, und toitoitoi für deine lernsession heute*

gruß & kuss,
die hannaschwester

heut‘ ist dein tag

liebes schwesterlein,

heute ist, so scheint’s, einer dieser tage. nachdem der herr sohn und ich morgens beide verschlafen, verteil ich, mit der intention freundin H. eine leckeres essen vorbei zu schupfen, kaum eine stunde später gute zwei liter shahi paneer gleichmäßig in der fahrradtasche. doch das reicht noch nicht, nein, denn noch bevor das jungkind vom hort heimkommt, lass ich mich von zwei zuvorkommenden autofahrern belehren ich möge doch bitte nicht so rowdymäßig mit dem fahrrad am gehsteig entlangrollern, sondern solle mich gefälligst auf die dreispurige rossauer lände verzupfen. sicher, gerne, da kann ich mich dann vorschriftsmäßig zusammenführen lassen, oder was? nachdem endlich, endlich der gehweg auf der lände zwischen ring und berggasse zum geh- und fahrradweg umgewidmet wurde, kann ich mich zwischen günetorgasse und berggasse noch immer anmotzen lassen. na super. daheim hab ich dann schließlich die wahl zwischen schwitzen in der küche (heizung geht) und hintern abfrieren am schreibtisch (heizung kaputt).

soviel grmpf an einem tag ist grundsätzlich nicht dazu angetan meine laune zu heben, aber nachdem ich ja erholt, wie selten nach einem grazausflug bin, steck ich das heute locker weg. ich muss sagen, ich fand es gar nicht übel, dass in graz die gehsteige hochgeklappt waren und statt dem üblichen partygehopse, sambacanasta und kino gehen angesagt war. alphabet hat mich sehr darin bestätigt, meine kinder zu bestärken die schule mit dem geringstmöglichen aufwand zu bewerkstelligen. hab dazu auch positives feedback vom großen bekommen. ich find’s super, sagt er, dass ihr nicht von mir erwartet lauter tolle noten zu schreiben, nur weil’s geht. find ich auch super. weil nämlich, so dozier ich, wenn man weiß wofür man lernt, und es selbst gewählt hat, dann lernt man nämlich total gern. in der theorie zumindest. praktisch schreib ich blogbeiträge und koch herum, anstatt mich für die total selbstgewählte gastro-befähigungsprüfung vorzubereiten.

a propos kochen. wie kürzlich geschrieben hab ich das ulimativ leinwande jambalaya gekocht und im vorbeigehen auch ein foto geschossen.

DSC00455_jambalaya

wahrscheinlich hätte ich doch lieber im stehenbleiben sollen. ich kann mal wieder guten gewissens sagen, es schmeckt nicht, wie es aussieht. in wirklichkeit schaut es nicht einmal aus, wie es aussieht. es schmeckt eher, wie es klingt:

der song ist zwar nicht vegan, aber das rezept ist es.

jambalaya a la kati

zwiebeln
tomatenmark
knoblauch
rotwein
geschälte tomaten
lorbeer
cumin
piment
chili
thymian
oregano
petersilie
muskat
paprikapulver
gemüse nach wahl (in meinem fall wurzelgemüse, erdäpfel und romanesco)
gemüsebrühe
öl
salz, pfeffer

zwiebeln klein schnippeln und in öl anrösten, dann das tomatenmark mitrösten bis es braun ist, das geschnittene gemüse dazugeben und kurz mitrösten, den knoblauch dazupressen, noch ein paar mal umrühren, mit rotwein ablöschen und dann mit geschälten tomaten und brühe aufgießen bis alles gut bedeckt ist. alle gewürze dazugeben. falls petersilie, oregano und thymian frisch vorhanden sind, dann alles fein hacken und dazugeben. mindestens so lange köcheln lassen. bis das gemüse weich ist. besser schmeckt es noch, wie die meisten eintöpfe, aufgewärmt. diesmal hab ich mir keine mengenangaben aus den fingern gesaugt, ich glaub auch, dass es ziemlich powidl ist. ich mag’s gern mit viel zwiebeln und auch bei den gewürzen macht es sinn eher großzügig zu sein.

so, genug für heute. ich hab voll bock auf den gemeinsamen musikgenuss am donnerstag in der zukunft!

bis dann, dein lesterschwein

p.s. von wegen musik: ich hab ein kleiners scherzerl im blogpost versteckt. bin neugierig ob du’s findest :-)