niemals mit ohne mein lesterschwein

liebe hanna,

huhu. huuuhuuuu. da bin ich wieder:-)

vor ziemlich genau drei jahren hab ich veganblogmäßig, leicht entnervt von meiner eigenen unentschlossenheit, das handtuch geworfen. ich hab mir einfach gedacht, dass ich nicht mehr vegan genug für einen veganblog bin. grad hab ich mir meinen abschiedspost durchgelesen (also, hüstel, den einen abschiedspost, da gar es ja mehrere…) und was da steht stimmt heute noch genauso. ich hab es in den letzten drei jahren auch mehrfach überprüft. ich find ersatzprodukte noch immer zum größten teil gaga, ich mag noch immer kein palmöl essen und schnitzel liegen mir noch immer im magen, auch wenn ich das dazwischen einige zeit nicht so recht wahrhaben wollte. es gibt einfach kein zurück. wenn man sich eine zeitlang damit befasst hat, was in einem schlachthof so abgeht, dann wird man das unbehagen beim 08/15 fleisch einfach nicht mehr los. und dass das supermarkt-bio eine einzige verarsche ist, kann ich auch nicht mehr vergessen. ich geb aber zu, dass es, so kathegorisierungsmäßig, dann doch etwas über das ziel hinausschießt, wenn HP sagt, „he hanna, wir leben wieder vegan, außer das fleisch aus der foodcoop, das essen wir.“ also ich korrigiere, wir leben weiterhin nicht vegan, aber vegan…-ish. haha. und in letzter zeit haben sich zwei neue fokusse herauskristallisiert. (ja echt, fokusse, nicht foken oder foki – obwohl, ich fänd foküsse ja cooler) einerseits „mit ohne“ und andererseits „von da“. es gibt also wieder etwas zu erzählen.

mit ohne

was als gesund gilt, da gehen die meinung ja sehr weit auseinander. wir können ein lied davon singen, was einem alles an mangelerscheinungen, unterernährtheit und überhaupt ganz allgemeiner lustfeindlichkeit unterstellt wird, wenn man vegan isst. aber auch sonst gibt es ein breites spektrum an ansichten, was denn nun gesund sei. die einen meinen, gekocht ist ganz übel, die anderen sagen roh ist blöd. wie ich in der energiewoche mit den kindern bei der tant‘ schifahren war, hat die mir im brustton der überzeugung erklärt, dass die kinder von milch zum frühstück wesentlich mehr haben als von tee. am kindergruppenplenum wiederum hätte ein solcher sager ziemliche empörung ausgelöst, zumindest beim einen teil der eltern. der andere teil hätte wahrscheinlich zugestimmt. es bleibt einem nichts anderes übrig, als selbst ausprobieren was einem gut tut und was nicht. auf jeden fall ist mir das thema gesunde ernährung zeit meines lebens immer wieder begegnet, beginnend mit der ersten körndlphase unserer mutter in den späten 80ern.
aber das einzige, was sich immer, also wirklich bei allen durchzieht, ist die meinung, dass weißer industriezucker und weißes industriemehl nicht gut für uns sind. auch hier gilt, wie wahrscheinlich bei allem, die menge macht das gift. aber nachdem ich nach dem letzten advent zuckermäßig in einem ausmaß hochdosiert war, wie das letzte mal in meinen frühen 20ern, war es jetzt an der zeit, mich einmal mit alternativen zu befassen. und darum koche und backe ich zur zeit „mit ohne“ industriezucker und weizenmehl.

abgesehen davon, versuche ich noch immer mit wechselndem erfolg (weil wechselnder konsequenz) eher dinge „von da“ zu verwenden, als solche die von urweit her kommen. gerade bei schokoladigen süßkram gestaltet sich das aber gar nicht so leicht. drum ist der fokus für heute mal auf „mit ohne“.

schokokuchen?

kürzlich hatte ich das bedürfnis nach schoko und süss, außerdem war besuch angesagt, also hab ich gesucht und auf einem foodblog, derer gibt es ja zum glück viele, ein rezept für einen zuckerfreien schokokuchen gefunden. der war in vielerlei hinsicht gelungen. der spielfreund hat analysiert „gute kakaomenge, sehr flaumig, gerade richtig nussig, aber echt zu unsüss“. die kinder nannten es verächtlich „schokobrot“ und rollten die augen ob unseres neuen trips. das hat sie allerdings nicht daran gehindert, das ding in einem schwachen moment zwei tage später ratzefatze zusammenzufressen.

ich hab mich heute nochmal hingestellt, und bin das ganze in etwas abgewandelter (und veganisierter) form angegangen.

datteliger weizenfreier schokokuchen

1/2 tasse haselnüsse
1 tasse haferflocken
1 tasse buchweizenmehl
3 el kakao
1/2 tl salz
1/2 pkg backpulver
500g getrocknete datteln
1/2 tasse apfelmus
1/2 tasse sojaghurt
1/4 tasse wasser
1/4 tasse öl
1 el essig

die haselnüsse und die hafelflocken anrösten und mahlen. ich mach das in einer alten elektrischen kaffeemühle. sonst kann man auch gemahlene haselnüsse verwenden und die haferflocken durch die getreidemühle jagen oder einfach im ganzen verwenden.
die trockenen zutaten vermischen, die nassen zutaten mit den entkernten datteln pürieren. alles zusammenmischen und entweder in eine kuchenform füllen oder in kleine förmchen. ich hab die kleinen förmchen genommen, es sind sich 6 ausgegangen. bei 180 grad für 15 (noch ganz leicht cremig) bis 20 minuten backen. wer verwegen ist, kann den teig auch ohne backpulver und essig zusammenrühren und das dem geneigten publikum als schokocreme vorsetzen. grad kinder mögen ja oft den rohen teig lieber als den gebackenen kuchen, und das ist in diesem fall, alles pflanzlich und so, ja bedenkenlos möglich.

dattelkuchen

hat ein bissel gedauert bis mir eingefallen ist, was ich so an zutaten brauch. ich bin fast nicht mit dem fotographieren nachgekommen…

mit der dattelmenge kann man auf jeden fall experimentieren. in diesem fall entspricht ein küchlein drei datteln. mir reicht aber ein halbes kuchendings vollauf. praktischerweise muss man auch gar nichts ausschmieren. ohne mehl klebt da offenbar gar nix an.

dattel ist ja nicht gleich dattel. und ürsprünglich wollte ich irgendwelche heimischen trockenfrüchte verwenden, da bin ich aber auf die schnelle nicht fündig geworden. bloß weil rund um uns nichts als weinstöcke sind, heißt das noch lange nicht, dass man so ohne weiteres an heimische rosinen rankommt. also hab ich beim asialaden meines vertrauens zugeschlagen. das war gleich mehrfach ein erlebnis. erstens sind die datteln wirklich geil und total cremig, ganz anders als die die ich sonst so kenne. zweitens find ich es sympatisch, dass sich die im laden gar nicht scheißen, und die datteln einfach über dem tiefkühler stehen haben, wahrscheinlich der wärmste platz im ganzen shop, obwohl auf der packung steht bis maximal 4 grad lagern. und drittens fand ich es unglaublich, dass auf der packung steht 700g +/- 50g, und ich tatsächlich ein gutes kilo in der schachtel hatte. gekostet hat mich das zwei euro, weil die im geschäft zuviel bestellt haben und jetzt radikal abverkaufen um das zeug loszuwerden bevor es vergammelt.

datteln

links die cremedattel, rechts das was man sonst so findet

drum war der kuchen auch eingermaßen leistbar, obwohl diese art von süsskram ja nichts für schmale geldbörsen ist. aber andererseits back ich dann vielleicht einfach seltener und weniger, aber dafür dann was g’scheit’s. das ist ja auch kein fehler.

jetzt bin ich aber echt gespannt was sich bei dir so tut, im „mit ohne“ sektor und überhaupt. und außerdem wollt ich dich fragen, ob du vielleicht lust hast dieser tage mal vorbeizukommen und ein küchlein zu kosten? ich versteck eines vor den kindern, dann hält es auch ein paar tage :-)

bussi und bis bald,

deine kati

 

byebye, blog: die letzte schweinerei.

liebe kati!
liebstes lesterschwein!
allerliebste große schwester!

WAAAAS, keine lesterschweine mehr…? mag sich wohl so manches leserchen seit deiner offenbarung denken. oder auch:

schweinepopo_nina_hofer

schweinepopo á la fett+zucker (c) nina hofer aka hoferin für fett+zucker

in worten:

oasch.

und um ehrlich zu sein, dachte ich mir das nach deiner ansage auch ;-) weil, dass damit der blog geschichte ist, war sehr schnell klar – trotz ein paar überlegungen („kati kann doch einfach in blog-bildungskarenz gehen!“, so das A.&O.). wir haben dieses ding gemeinsam gestartet, gemeinsam superste sachen erlebt und hier festgehalten und gemeinsam all unsere abenteuer (sprich: lerneffekte) von der betonherstellung auf haferflockenbasis bis zu gammel-curry durchlebt. daher kann das ding auch nur gemeinsam bestehen – und beendet werden! man soll aufhören wenn’s am… naja egal.

die folge: gefühlte 5x täglich zückte ich bei einer beliebigen mahlzeit die handykamera, um nur kurz vor dem abdrücken festzustellen: das kann ich ja jetzt gar nicht mehr verbloggen!11!!11! gerüchte von neuen lokalen wirbelten bei mir als hypothetische rezensionen durchs gemüt, nie durchgeführte rezeptexperimente (topfenknödel auf seidentofu-basis?) waren plötzlich langweilig. mit wem sollte ich sie überhaupt noch teilen? ja, eh. content-junkie, ich. das bloggen und teilen und austauschen hab ich einfach verdammt lieb gewonnen.

aber dann, nach und nach, kam irgendwie auch das hier:

schweinerei_nina_hofer

und jetzt: im pool suhlen! aka faule sau #ftw (c) nina hofer aka hoferin für fett+zucker

la-la-lenz, nämlich! mehr zeit für schwesterliches alle-viere-von-sich-strecken, umfangreiche caféhaus-touren und lange dinner-abende, an denen es vielleicht ausnahmsweise nicht irgendwann zwangsläufig um redaktionsplanung, kooperations-anfragen, traffic-entwicklungen und keyword-lustigkeiten geht. und die abenteuer, die lerneffekte, die experimente bleiben ja trotzdem bestehen. wir bleiben trotzdem bestehen. nur eben wieder mehr privat als öffentlich.

deshalb steht oben auch „byebye, blog“ und nicht „byebye, schwester“ – weil wir bleiben uns hoffentlich noch ewiglich erhalten ;-)

dein schritt war also, wie mir finally gesickert ist, richtig und wichtig – danke, dass du es mir rechtzeitig, offen und ehrlich gesagt hast. echt!

und jetzt: feiern! also… völlern!

gefeiert wurde das gute ende, wie könnte es anders sein, im harvest – mit einem schöner döner und gulasch mit knödel, jawoll! danach eine portion fett&zucker im… well… fett&zucker (der 1. lokalkolorit-test, wir erinnern uns…), dazu ein café latte im ausmaß einer kinderbadewanne und ein umfangreiches: wie war das jetzt? nachgespräch. mit gutem ende.

aber: wir haben ja nicht nur unser blog-finale, sondern auch unseren 2-jährigen lestergeburtstag gefeiert!

happy birthday to us

daher hier, in fast-tradition, zum zweiten und letzten mal das jahr im rückblick:

lesterschweine_2014

für 2014 sagt uns wordpress:

Madison Square Garden in New York City hat Platz für 20.000 Konzertbesucher. Dieses Blog wurde in 2014 etwa 69.000 mal besucht. Das entspräche etwa 3 ausverkauften Konzertveranstaltungen im Madison Square Garden.

auf gut wienerisch: 1x ernst-happel-stadion ausverkauft und noch ein bissi mehr ;-)

2 jahre lesterschweine in zahlen

aufrufe insgesamt: 127.877
blogposts: 318
frequenz: ca. 3 blogposts pro woche
produktivster blog-monat: februar 2013 (39 posts)
rezepte: ca. 214
lokalkolorits: ca. 75

unsere top-kommentatorInnen:

heißen dank euch allen!

meine content-wut jedenfalls werde ich woanders unterbringen – mir ist sogar schon was über die leber… nein, über den weg gelaufen. aber dazu ein ander mal mehr ;-) nur so viel sei verraten: demnächst werde ich einen neuen veganen supper club in wien austesten, hosted by langsam food. da freu ich mich schon drauf. und auch sonst wird mich – uns! – das thema essen immer begleiten, da bin ich mir sicher.

um es mit deinen worten zu sagen:

zeit, platz zu machen, für etwas neues.

word!

also: auf bald, lesterherz,
und heißen dank an die leserchens der letzten 2 jahre!

bisous*
hanna

PS: das war der schwerste blogpost. ever.

lockenrock und google hop

liebe kati,

locken rocken, das ist klar – und karotten rocken als locken besonders! schöne locken bekommt man u.a. mit dem gemüseschneider á la hildmann hin. den gab’s bei denn’s, ich hab ihn schon eine weile rumliegen, und nach einem zucchini-nudel-versuch versank er wieder in den unendlichen weiten des küchenkastels. mit dem jungkind E. wurde er dann kürzlich wieder aktiviert, um nämlich gemüse für die lasagne kleinzukriegen. gelockte karotten und zucchini kurz mit zwiebel angebraten und zwischen die nudelblätter drapiert – sehr nice!

karottenschneider

lock’n’lol… äh… roll. (frei nach christoph & lollo).

auch lecker in roher form, zB als salat. neues jahr, gesunde ernährung, mehr vitamine, so sachen. also karotten durch den zylindrischen hobel gejagt. geht eigentlich ganz gut, nur bleibt in der mitte ein karotten-stab übrig. den kann man dann gleich verjausnen, wenn man’s nicht mehr bis zum fertigen salat aushält:

karottensalat

4-5 karotten
1 apfel
1 handvoll walnüsse
1/8 apfelsaft, naturtrüb
1 EL süßer senf
apfelessig
olivenöl
salz & pfeffer

karotten raspeln oder locken, apfel schälen, enterkenen und raspeln, walnüsse klein hacken. alles in einer schüssel vermischen und mit einer vinaigrette aus apfelsaft, apfelessig, olivenöl, etwas süßem senf sowie salz & pfeffer vermischen, etwas durchziehen lassen und mampfen!

schrot & korn

noch mehr aus der gesundes-essen-ecke gab’s dann beim küchen-neujahrsputz: da haben sich ein paar marmeladengläser mit diversen getreides hinter allem möglichem anderen kram versteckt. die waren noch aus einer 7-tage-körner-kur übrig, die ich dann irgendwie doch kein zweites mal mehr durchgeführt habe, obwohl ich mir nochmal alle zutaten zurechtgekauft und -geschrotet hatte. also wurde spontan die gerste verkocht und hat unseren menüplan ein paar tage lang begleitet. und siehe da: eine echt nette und abwechslungsreiche alternative zu brot, reis, nudeln und polenta (unseren grundnahrungsmitteln). geht nämlich natürlich wie alle diese dinge dinge sowohl auf süß als auch in pikant:

schrotundkorn_gerste

gerste pikant & süß

gerste basisrezept

170g gerste, grob geschrotet
3/4l wasser
eine prise salz

gerste im ganz leicht gesalzenen wasser aufkochen und ca. 20 min. auf der warmhaltestufe ausquellen lassen

vorgekochte gerste kann man in pikanter form entweder als beilage zu eintöpfen aller art, als suppeneinlage oder einfach angebraten mit gemüse & gewürzen kredenzen, oder auch in lauwarmer form als eine mischung aus salat und antipasti:

pikanter gerstensalat

4-5 EL (oder mehr) vorgekochte gerste
1 zwiebel
1/2 zucchini
1 handvoll bohnen (zB köferbohnen)
1/2 ziegel räuchertofu
pomodori secchi
olivenöl & balsamico-essig
maiskeimöl zum braten

zwiebel schälen und klein schneiden, in etwas öl glasig dünsten. zucchini klein schneiden und würfeln, mit dem zwiebeln mitbraten. zur seite stellen. räuchertofu würfeln und in etwas öl knusprig braten. alles gemeinsam mit den bohnen (vorgekocht oder bereits essfertig) mit zerkleinerten getrockneten tomaten und 4-5 EL vorgekochter gerste vermischen, mit essig & öl abschmecken, lauwarm genießen!

süßer gerstenbrei

vorgekochte gerste bzw. reste davon
hafermilch
etwas weizengrieß
kakao

gersten-reste mit etwas hafermilch aufkochen. weizengrieß einrieseln lassen und mit geringer hitze eindicken. alles etwas abkühlen lassen und mit kakao oder obstkompott oder auch einfach so verzehren.

und wenn wir schon bei süß sind, möchte ich dir meinen neuesten kuchen-versuch nicht vorenthalten: saftiger joghurt-schoko-hupf! mit erstaunlich wenig fett bzw. öl, dafür einer basis aus soja-joghurt.

wusstest du nämlich, was guglhupf auf englisch heißt?

nein, nicht google hop…
sondern:

bundt cake.

äh… ja. hab ich bei der post punk kitchen entdeckt und nach unserem fondue-abend und einem abstecher ins fluc um 1 uhr morgens nachgebaut. der kuchen ist also so deppensicher, das schafft man sogar in einem spätnächtlichen süß-anfall!

nachdem ich selbst gerne mit dem tassen-maß backe, habe ich die mengenangaben nicht in gramm bzw. liter umgerechnet:

schokohupf

schokohupf, auf joghurtbasis! ob du es glaubst, oder nicht…

schoko-joghurt-guglhupf

1 1/4 tassen soja-joghurt (natur oder vanile)
1 1/2 tassen zucker
3/4 tasse pflanzenmilch
1/2 tasse öl
1 EL vanille
2 1/2 tassen mehl
1 tasse kakaopulver
1 TL backpulver
1 prise salz
1/3 tasse kochendes wasser
1/2 tasse kochschokolade, gehackt

ofen auf 180° vorzeizen, guglhupf-form ausfetten und bestäuben. in einer großen schüssel joghurt mit zucker, milch und öl per schneebesen verrühren. vanille einrühren. ungefährt halbe menge des mehls gemeinsam mit dem kakao, dem backpulver und etwas salz unterheben. danach restliches mehl und heißes wasser zugeben. schlussendlich die gehackte schokolade in die dicke, zähle masse einrühren.

in der form für ca. 1 stunde backen (achtung: bei mir hat es 1 3/4 stunden gedauert), sobald bei der stäbchen-probe kein teig mehr kleben bleibt, aus dem ofen nehmen, stürzen und auf einem gitter abkühlen lassen.

macht sich auch gut beim sonntags-brunch ;-)

bussi & bis bald,
hanna

o.m.k., o.k.? oder: eine ode an das oben.

liebsteste kati!

endlich nach dem ganzen weihnachtstrubel mal wieder 5-tägige arbeitswoche #hüstel – und damit eine neue gelegenheit für bürohengste & -stuten, sich über das werktägliche mittagsmenü gedanken zu machen. um hier die auswahl im ohnehin kulinarisch wohlversorgten 2. bezirk zu erweitern, hat der sushi-laden mochi auf der praterstraße justament gegenüber eine take-away bude eröffnet: das o.m.k. – seit heute 13.1. punkt 11 uhr wieder aus der winterpause erwacht. das bedeutet übrigens laut website „omochikaeri“, was so viel heißt wie take away, bzw. eigentlich „I’m taking it home with me!“, sagt das internet.

ich hab das ganze mit kollegin V. noch im dezember mal unter die lupe genommen und mir eine udon-nudelsuppe genehmigt. erstens das einzige vegane auf der karte (für veggies gibt’s auch curry) und zweitens steh ich schon immer auf die dicken reisnudeln in reichlich wohlschmeckender suppe. kam auch sehr appetitlich daher mit ordentlich gemüse von knackigen erbsenschoten über pak choi bis zu frischem koriander samt tofu-würfeln:

omk_udonsuppe

dicke nudeln, ok?

dort waren alle sehr nett, der kassa-mann wollte gleich mit V. posen, sobald ich das handy (vermeintlich unauffällig) foto-bereit gezückt hatte. die suppe selbst wurde dann im büro verspeist, kam trotz transport noch halbwegs heiß auf den tisch und war – nett. also eh lecker und viel einlage und gute nudeln, aber das war’s auch schon wieder.

ganz im gegentum dazu hat mich vergangene woche ein kurz-ausflug über die dächer von wien spontan vom hocker gerissen – ein kleines dinner im oben, dem restaurant auf dem dach der hauptbücherei am gürtel. die sind ja bekannter maßen gut mit veganen sachen, vor allem mit seitan (wir erinnern uns: seitan-sandwich mit konfierten zwiebeln), und haben das mit einem schlichtweg grandiosen seitan-ragout einmal mehr bewiesen – kommt daher mit wurzeljus, gin-cranberries, mini-erdäpfenknöderln und vleisch, das von einer zartheit und g’schmackigkeit ist, dass ich kurz davor stand, vor dem teller auf die knie zu fallen und ein stoßgebet gen küchenchef(in?) abzuschicken:

oben_dinner_2015-01

linsen-curry und the-one-and-only seitan-ragout from heaven.

wir wollten ja eigentlich ins loving hat, das aber geschlossen war, und haben im oben nur einen drink angepeilt, bevor wir weiter zum brunnenmarkt wollten. doch glücklicher weise sind wir geblieben – und die anfangs etwas mulmig in kauf genommenen 12 EUR für das gericht sind somit mehr als gerechtfertigt.

das A.&O. hatte ein linsen-kürbis-curry mit kunstvoll gefaltetem papadam und basmati-reis mit nelken, auch sehr nett, aber keine solche offenbarung wie das ragout, wenn ich mal so sagen darf ;-) das ganze hat natürlich system – denn das oben ist ein „friendly food“ restaurant:

Lokale, die mit friendly food gekennzeichnet sind, setzen sich bewusst mit der hochwertigen vegetarischen Küche auseinander und bieten ihren Gästen täglich mindestens drei frischgekochte hochwertige vegetarische oder vegane Gerichte an.

und das ist gut so! schade nur, dass der urban-loritz-platz vom zweiten bezirk gar so weit weg ist. mittagsmenüs werde ich daher leider eher selten erwischen, aber so ein gediegenes dinner mit blick über die nächtliche stadt – immer wieder eine reise wert!

bussi,
hanna

gute kastanien

liebes schwesterlein,

ich lass hier ja gern mal die kastanien-expertin raushängen, denn bekanntermaßen hab ich durch vielerlei herumprobieren, andere würden sagen „ständiges einfahren“, herausgefunden, was alles in bezug auf waschen mit kastanien nicht so gut funktioniert. höchste zeit also, einmal davon zu berichten, was alles in bezug auf essbare kastanien nicht so gut funktioniert.

maroni_hell_qu

gute kastanien! bestenfalls auch essbar. 

kastanien aus dem rohr

keine gute idee ist es, die maroni einfach so ins backrohr zu werfen. es ist nämlich zweifelsfrei erwiesen, dass dann mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit das komische pelzige häutchen und die leckere maroni eine innige umarmung eingehen, die weder der mensch, noch gott trennen können. drum empfiehlt es sich, die eingeschnittenen maroni auf dem backblech zu verteilen und danach mit einem ordentlichen glas wasser zu übergießen. die maroni lässt man dann mindestens 30 minuten bei 200 grad im rohr, und wann immer das wasser verdunstet ist, gießt man gleich das nächste glas nach. dann sind die maroni nicht nur lecker, sondern auch schälbar.

kastanien aus dem topf

die deppensichere methode maroni zuzubereiten ist sie einfach im topf zu kochen. das kostet zwar ein bissel aroma, aber sie sind dann garantiert durch und garantiert schälbar. einschneiden ist trotzdem eine gute idee und 30 minuten sollten es auch in diesem fall mindestens sein. außerdem kann man alle maroni, die oben schwimmen, kübeln – die sind nämlich entweder bewohnt, oder so vertrocknet, dass man sie gleich vergessen kann.

backup nicht vergessen

trotz aller ratschläge kann es sein, dass auch von den nichtschwimmer-maroni ein gutteil schiach oder ranzig ist, und dann ist das eine blöde geschichte, wenn man zum beispiel vor hatte, ein gericht mit maroni zuzubereiten (ich sag nur chatreuse). drum empfiehlt es sich in dem fall auf nummer sicher zu gehen und hinten im küchenkastl ein backup in form von vorgegarten, geschälten maroni zu verstecken. das ist zwar ein bissel geschwindelt, aber ich kann auch dieses mal aus eigener erfahrung, sagen, man schaut ganz schön blöd aus der wäsche, wenn mann mit einem riesen haufen schwammerl und einer halben hand voll maroni dasteht und kein backup vorhanden. wobei, zugegeben, man kann fülletechnisch zur not auch gewürfeltes brot, reis oder sonst etwas mit weniger wassergehalt als pilze hernehmen, wenn man auf der maronilinie gescheitert ist.

wie du siehst, es kann mal wieder gar nix schief gehen :-)

alles liebe,
deine kati

ha! muhammara.

liebe kati,

kürzlich war ich mal wieder im donaugarten, da gibt’s ja nicht nur immer lecker essen wie selbstgemachte nudeln oder kiwis, die nach einem sommer unter der wachauer sonne ende november geerntet wurden und gerade ihre lager-nachreife abschließen, und so weiter…

donaugarten_kiwis

regional und leiwand: kiwis aus der wachau. 

sondern auch immer wieder neues leckeres essen.

donaugärtnerin E. hat diesmal im „peace food“-kochbuch von R. D. geschmökert, sich eine walnuss-paprika-creme zu gemüte geführt und gleich zum familien-dinner kredenzt. und siehe da: es ist nicht nur geschmacklich, sondern auch inhaltlich der muhammara aus dem hause joseph brot (wir erinnern uns: brunch für relativ viel geld) sehr ähnlich. auch arbeitskollegin E. hat kürzlich ein muhammara aufgetischt, ready-made von merkur, angeblich – sie wollte nämlich eine vegane alternative zu lachsbrötchen, und hat sich da an diesen tollen, süßlich-spicy paprika-aufstrich erinnert, den sie aus dem nahen osten kennt.

ein check im kochbuch beweist: all the same! das rezept heißt nämlich haargenau gleich. HA, ertappt! besonders super auf frischem oder frisch aufgebackenem fladenbrot:

muhamara_donaugarten

man stelle sich eine leuchtend rote, cremige, sanft scharfe paste mit süßem beigeschmack vor.

und hier das friedliche rezept:

muhammara

eine handvoll walnüsse
1 großer roter paprika
1 knoblauchzehe
chili (zB 1 schote oder pulverisiert)
3 scheiben zwieback
2 EL olivenöl
1 TL ras el-hanout (orientalisches gewürz, gibt’s laut E. am brunnen-, aber sicher auch am naschmarkt)
etwas gemahlener kreuzkümmel
zitronensaft
salz, pfeffer

nüsse ohne fett in einer pfanne rösten, bis sie duften, danach abkühlen lassen. paprika waschen, kerne & weiße teile entfernen, fruchtfleisch klein schneiden. knoblauch schälen und hacken. zwieback in kleine stücke brechen. alles samt gewürzen zu einer glatten paste pürieren.

super find ich ja, dass das ganze auf zwieback basiert. bei meinem ersten kennenlernen dachte ich, es handle sich um couscous oder vielleicht sogar amaranth. aber nein – simply zwieback! gibt’s auch in variationen mit granatapfel und co, aber ist auch in der basic-version echt zu empfehlen. also vielleicht mal eine erweiterung der hummus-triade zitrone/kernöl/rote rübe? ;-)

ach ja, und am rückweg übrigens hab ich einen hupfer über die donau gemacht und J. & V. mit der fast noch frisch geschlüpften A. besucht. da gab’s für die großen ein chili con couscous und für die kleine erste nahrungs-aufnahme-versuche mit kartoffel-pastinaken-püree #brabbel #spuck #freu – und ein familien-geständnis:

du bist schuld, dass es bei uns jetzt mindestens ein mal pro woche zimtschnecken gibt!

weil nämlich superer tipp in sachen plunder-fertigteig. der stammt zwar natürlich von dir, und nicht von mir, aber ich hab mal die kollektive lesterschweinische schuld auf mich genommen ;-)

die muhahanna

frohes neues!

liebe kati,

ein frohes neues jahr wünsche ich dir! ein numerologisch besonders zauberhaftes ist es nämlich, wie mir via elektropost mitgeteilt wurde: die alten bzw. jungen römer stellen unser 2015 laut muttern kurz & knackig als MMXV dar, während nerd M. am 1.1. via jubel-post auf facebook verlautbare:

Wir befinden uns heuer im Palindrom-Jahr: 11111011111

zu diesem anlass hab ich gleich mal eine zeitreise unternommen, die mehr als eine dekade (!) umfasst: eine reise zurück in unser elternhaus, wo es zu neujahr immer (immer! immer!) the-one-and-only mayonnaise-salat gab. ich habe mich ab 31.12. mittags bis gefühlt zu den heiligen drei königen ausschließlich von diesem wonnig-sämig-g’schmackigen zeug und weißbrot ernährt, weil so super. gab’s auch in meiner erinnerung nur!! zu neujahr, sonst nie. oder falls es ihn sonst gab, war er sicher nicht so gut. weil das war nunmal der silvester-snack, jawoll.

viele male schon habe ich seither mit dem gedanken gespielt, das ganze entweder einfach auf vegetarisch nachzubauen oder – in den vergangenen jahren – zu veganisieren. doch die historische latte lag einfach zu hoch, der erwartungshaltungsdruck somit unermesslich, und ein neujahr mit misslungenem mayo-salat… undenkbar.

heuer war es endlich soweit, ich hab mich drüber getraut, weil nämlich am 31.12. sowieso miese laune, also wär ein fail auch schon egal gewesen. und siehe da, der erstversuch war: ein mega-fail!! die selbstgemacht mayo nach deinem rezept war zwar halbwegs sämig, aber beim ersten geschmackstest hat’s mir gelinde gesagt den vogel rausgehauen. ich hatte nämlich die glorreiche idee, die halbe flasche leinöl aufzubrauchen, die seit monaten im kühlschrank rumgammelt. ich weiß, ur teuer und super wichtig und omega3 und was weiß ich. aber ich kann mit dem einfach nicht umgehen. und in mayo-form hat das ganze einen dermaßen extrem bitteren basisgeschmack entwickelt, das die zunge nur mehr pelzige impulse abgegeben hat (was auch immer das bedeuten mag).

die gute nachricht: beim zweiten versuch mit stinknormalem maiskeimöl war alles wieder gut! und obwohl die mayo etwas dünnflüssig war, haben die erdäpfel dann über nacht alles aufgesogen und das ergebnis war 1A. uff!

mayosalat_neujahr

ur nicht fotogen, aber ur lecker: mayonnaise-salat.

mayonnaise-salat

ca. 1/4 vegane mayo (weil’s geht!)
ca. 4-5 mittelgroße erdäpfel
eine kleines glas mais
eine kleine pkg. tiefkühlerbsen
3 essiggurkerl
1 zwiebel
1 knoblauchzehe
1/2 apfel
suppenwürze
essig & öl
salz & pfeffer

mayo anrühren und kaltstellen. erdäpfel kochen und auskühlen lassen, danach schälen und in nicht zu dünne scheiben schneiden. in einer marinade aus gemüsebrühe, essig, öl, salz, pfeffer, klein gehackten zwiebeln und einer gepressten knoblauchzehe etwas rasten lassen. nach ca. einer halben stunde gurkerl und apfel dazureiben, mais und erbsen einmischen und mayo unterheben. über nacht gekühlt durchziehen lassen (wichtig!), tags darauf nochmal durchrühren, abschmecken und mit cocktailtomate garniert an aufgeschnittenem baguette servieren.

also, jetzt kann das jahr ja nur mehr super werden ;-)

bis bald & bussi,
hanna