the hidden supper club

liebe kati,

mich hat heute die gepflegte sonntags-lethargie gepackt – potentiell auf grund noch immer flattriger nerven ob interaktionen mit privaten sicherheitsfirmen sowie der darauffolgenden prosecco-beruhigungskeule plus einer kleinen studienendspurt-bedingten schreib-blockade. folglich fühle ich mich wie das diametrale gegenteil eines hyperaktiven eichhörchens – gell, lieber H. ;-) – und dementsprechend fällt meine kleine supper-club-review heute eher bild- denn textlastig aus:

supperclub_201402_kuchen

precious [apfelkuchen] love – man reiche das werkzeug!

moment… supper club?!

… höre ich schon das ein oder andere leserlein sich virtuell wundern – und ja, richtig gelesen: gestern fand eben der vorerst aller letzte supper club seiner art statt, und zwar in form eines unöffentlichen, quasi „hidden“ supper club. eine bunte runde an langzeit-unterstützerInnen, freundInnen, familie samt umfeld & co versammelte sich um den esstisch in eurem schlafzimmer, um sich an deinem dinner der sorte „wilde mischung“ zu ergötzen. die „sensationell!“-ausrufe von T. samt begleitung K. habe ich irgendwann aufgehört zu zählen – und ja, es war mal wieder höchst famos!

vor dem start wurde natürlich noch fleißig vorbereitet – sei es an den duftenden töpfen, beim tischdecken, im rahmen der zufuhr intellektueller lektüre für die spätere tischkonversation oder der be-einrad-fahrung der ausnahmsweise tischlosen küche ;-)

supperclub_201402_vorbereitung

die ganze familie in vielfältigen vorbereitungen…

… bis dann alle gäste eintrudeln und nach deinem willkommens-intro zur vorspeisen-variation schreiten: thai sommerrollen mit hoisin-sauce, rote-rübe-avocado-carpaccio, und – neu! – pakora mit zwetschken- und anderen chutneys:

supperclub_21402_vorspeisen

… damit sich die gäste wenig später durch die vorspeisen-palette schnabulieren können.

„wenn die leut sagen, ohne fleisch schmeckt das essen nach nix, dann haben sie so etwas noch nie gegessen!“

… so die bekennenden omnivoren T. & K., die mich neulich mit einem facebook-foto einer riesigen rohen leber als teil ihres neuesten innereien-projekts zum schnellen schließen des browser-fensters brachten. denn: wenn man weiß wo’s herkommt, kann man sich auch beherzt an innereien & co wagen – foodcoop-produzentInnen sei dank. well, jedem das seine. darauf folgte jedenfalls ein herzhafter rant seitens K. über das qualitäts-technische – zitat T., „oaschloch-fleisch“ – bei einschlägigen gastro-spelunken in goold ol‘ ottakring. wenn selbsttitulierte allesfresser beim vegan supper club eine fleisch-beschimpfung anzetteln, kann der abend nur gelungen sein ;-)

supperclub_201402_hauptspeisen

„ffffusion!“ [sprich: fjjuschähn!] – sprechdeutet kati, und läutet damit die hauptspeisenfolge der sorte „wilde mischung“ an: von thai bis wienerisch. mahlzeit!

bei der hauptspeisen-völlerei mit der wilden mischung von massaman-curry mit roter rübe über wiener chili sin carne bis linsen-dhal und thai-salat ergeht sich meine tischkollegenschaft in weiteren tiraden von „sensationell!“ bis „geschmacksexplosion!“…

wenig später geht es nach einer kleinen verdauungspause weiter mit dem fulminanten dessert-finale: wer noch platz hatte, macht sich her über linzertorteapfelkuchen und mousse au chocolat mit amaretto an zwetschke! und schnaps. prost.

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le grand finale – hell yeah!

das war er also, der geheime 10. supper club, und damit ein äußerst ehrenvolles sunsetting deines dinner-konzepts in der leopoldstadt:

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von a wie apfelkuchen bis b wie bye-bye supper club – at least, for now! ;-) (c) A&O

nochmal danke an dieser stelle für deine nicht enden wollende kulinarische inspiration,
und bis in bälde, liebe lesterschwester!

deine heute ausnahmsweise entschleunigte
lesterschweinin

o’sister, where are thou

liebe hanna,

danke für den ausführlichen berlin bericht, gerade auf den kopp bericht war ich sehr gespannt. hier hat letztes wochenende gegolten: der kopp ist wo ich bin, denn bodenständig und regional war das thema des supper clubs und ein kopp-rezept der hauptgang.

sosehr ich dir deine berlinreise vergönne (na nona ned) ist ein ein supper club mit halben lestergeschwester halt keine ganz runde sache. grundsätzlich hatten wir es sehr fein, vor allem auch ob der sympathischen runde. durch allerlei krankheitsbedingten last-minute absagen (okay) und einmal einfach-nicht-auftauchen (nicht okay) war diesmal deutlich mehr platz am tisch als sonst, und wir konnten spontan gärtnerfreund R. einladen, was uns sehr gefreut hat. ich hab diesmal auf anraten vom herrn bioparadies nicht die töpfe auf den tisch gestellt sondern teller angerichtet und serviert. einerseits wollt ich das mal ausprobieren und andererseits ging es drum sicher zustellen, dass am ende alle noch platz für die buchteln haben.

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ich muss sagen, das werd ich nicht wiederholen. sorry leute, selber schuld, wer sich schon beim dritten gang überfrist. denn erstens steh ich dann dauernd zwischendurch in der küche sachen machen und krieg die hälfte der gespräche nicht mit, und zweitens kann ich zwar kochen, aber das mit dem anrichten nicht besonders und mit dem servieren gar nicht. es war das reinste wunder, dass niemand am ende selleriecremesuppe am schoß hatte. außerdem hat gästin L. bei den buchteln gemeint, dass das sympathisch ist, wenn die in der mitte stehen zum selber nehmen. genau, hab ich mir gedacht, find ich auch.

bevor ich zu den rezepten komm aber noch ganz was anderes.
a propos herr bioparadies. die allerallernetteste reaktion auf den standardartikel im august war folgendes mail:

Liebe Schwestern,

Herzlichen Glückwunsch für diese tolle Idee die ihr habt, echt cool:-)

Ich kenne leider nicht so viele VeganerInnen in Wien,und würde sehr gerne mal zu euch kommen um mit den anderen vegan zu essen und mich ruhig über das Thema zu unterhalten .

Übrigens, ich bin eine echte Perserin und hab gesehen dass ihr mal versucht hattet „Ghormesabzi „zu kochen, würde mich sehr freuen wenn ich euch einmal zu mir in den 07. Bezirk einladen darf damit ich euch ein zwei leckere persische speisen kochen kann natürlich vegan:-)

Also hoffentlich bis ganz bald,

Schönste Grüße
R.

wir haben uns natürlich urigst gefreut und die einladung dankend angenommen. wie das leben so spielt ist fräulich R. mit herrn bioparadies befreundet. so kamen wir nicht nur in den genuss eines phantastischen abendessens in fräulein R.s bezaubernder gesellschaft, sondern haben auch interessante geschichten aus dem nähkästchen des professionellen vegan kochens erfahren. es war ein sehr, sehr lustiger abend und die gegeneinladung ist längst überfällig, der besuch im bioparadis sowieso. nur eine sache hat gefehlt, und die wäre, richtig, wie immer, der fotoapparat. die handyfotos, die ich vom essen gemacht hab sind dem ereignis derart unwürdig, dass ich sie lieber gleich gar nicht reinstell. was ich auch vergessen hab, vor lauter plaudern, ist mir das rezept für das echte, wahre, urleckere ghormesabzi geben zu lassen. auch das wird auf alle fälle nachgeholt.

also, zurück zum supper club. nur noch eins, vor den rezepten. was mich ganz besonders gefreut hat: S. hat einen freund, der überlegt supper clubs zu machen, und I., eine andere gästin, die wahrscheinlich demnächst um die ecke wohnt, hat vor selber einen supper club zu machen. jipi! ich freu mich schon aufs selber fremd essen gehen!

jetzt aber endlich – die rezepte:

käferbohnensülzchen am zwiebelbett

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auf diese eigenkreation bin ich richtig stolz, denn es schmeckt super und schaut voll spacig aus.

100g käferbohnen, getrocknet
2 karotten
1 große rote rübe
1/2 l gemüsebrühe
1 el agar agar

1 rote zwiebel
essig
kürbiskernöl
salz, pfeffer

die bohnen über nacht einweichen, gut abspühlen und bissfest kochen. die karotten klein schneiden und bissfest dünsten, die rote rübe weich kochen, schälen und klein schneiden. die gemüsebrühe mit dem ager agar zwei minuten kochen, das gemüse und die bohnen dazugeben und alles in, mit frischhaltefolie ausgelege muffinformen füllen, mindestens drei stunden, besser über nacht kalt stellen. zwiebeln in dünne halbringe schneiden, sülzchen daruf stürzen, mit kernöl, essig, salz und pfeffer anrichten.

selleriesuppe mit karamelisiertem apfel

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1 stück sellerie
3 mehlige kartoffeln
1 zwiebel
öl
1/8 l weißwein
1,5 l gemüsebrühe
2 äpfel
alsan
zucker

zwiebel, sellerie und kartoffeln schälen und schnippeln, zwiebel im öl andünsten, sellerie kurz mitdünsten, mit dem wein löschen und mit gemüsebrühe aufgießen. die kartoffeln dazu und alles kochen bis das gemüse weich ist und dann pürrieren. die äpfel entkernen und in dünne spalten schneiden. zucker und alsan in der pfanne schmelzen und die äpfel darin wenden bis sie weich sind. die äpfel sind die suppeneinlage.

krautrouladen mit bratensaft und kürbisgemüse

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das originalrezept ist vom herrn moschinski aka chefkoch im kopp. ich schreib es hier mal rein wie ich es gefunden hab und drunter meine abwandlungen:

Bratenjus

Ergibt: 4 Portionen
Kategorie: Saucen

1 Zwiebel
1/2 Karotten
1/2 Stange Lauch
1/6 Stück Selerie
3 EL Öl
1 TL Tomatenmark
1 EL Mehl
100 ml Rotwein
1/2 L Gemüsebrühe
Salz
Pfeffer
Lorbeer
Piment

Die Zwiebel halbieren und die Schnittflächen in einem heißen Topf ohne Öl braun rösten. Das restliche Gemüse in grobe Stücke schneiden und mit dem Öl in den Topf geben. Das Gemüse rösten bis es Farbe annimmt. Nun das Tomatenmark und das Mehl dazu geben und für ca. 3 min rösten. Mit Rotwein ablöschen und anschließend die Flüssigkeit wieder einkochen lassen. Die Gemüsebrühe, Lorbeer und Piment dazu geben und für 15 min leicht kochen lassen. Die Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken und durch ein Sieb passieren. Sollte die Sauce zu dick sein etwas Gemüsebrühe dazu geben oder bei zu flüssiger Sauce einkochen lassen.

Wirsingkohlroulade

Ergibt: 4 Portionen
Kategorie: Hauptgerichte

75 g Sojagranulat — trocken
1 TL Paprikapulver — (edelsüß)
etwas Salz
Pfeffer
1/2 Gemüsezwiebel
1/2 Räuchertofu
etwas Öl — Rapsöl
6 TL Tamari — Soja Sauce
100 ml Sojasahne
2 EL Seitanpulver
1 Zweig Thymian
1 Wirsingkohl

Das Sojagranulat, Paprikapulver, etwas Salz und Pfeffer in eine Schüssel geben. Das Sojagranulat mit wenig kochendem Salzwasser übergießen. Achtung: nicht mehr Wasser hinzugeben, wie es aufsaugen kann. 5 Minuten quellen lassen. Die Zwiebeln fein hacken und mit dem Räuchertofu in Öl anbraten. Thymian, Salz, Pfeffer und Tamari in die Pfanne geben und mit anbraten. Zwiebeln und Tofu sowie das Seitanpulver zum Sojagranulat geben und mit den Händen verkneten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zu länglichen Bouletten formen. Äußere Wirsingblätter in heißem Wasser blanchieren, zwischen Klarsichtfolie legen und mit einer Küchenrolle platt walzen. Die Blätter um die Hackfüllungen wickeln, mit einem Bindfaden verschnüren. Die Wirsingroulade kurz anbraten, in eine Pfanne mit bodenbedeckter Bratensauce bei 200 Grad eine Stunde schmoren lassen.

Quelle: Deutsche Welle vom 31.01.2012, http://www.dw.de/vegane-wirsingkohlroulade-mit-sojahack-und-bratenjus/a-6707080-1

offensichtlicherweise hab ich kraut statt kohl genommen. weil ich kleine krautköpfe hatte, die supermühsam zum auseinanderfitzeln waren hab ich die ganzen köpfe blanchiert, dann die blätter getrennt und, ohne ausrollen, gefüllt und verschnürt. der bratensaft ist unglaublich geil, der hat es auch den kindern angetan. es bleibt aber urviel gemüse über, nach dem passieren durch das sieb. fräulein S., wie immer tatkräftiges helferlein, hat die karotten und zweibeln einfach aus dem sieb gemampft. fürs nächste mal würd ich mir aber noch was für die weitere verarbeitung einfallen lassen wollen. die rouladen an sich waren gut, aber nicht endgeil. ich glaub es wär eine gute idee die sojaschnetzel anzubraten. es geht aus dem rezept auch nicht wirklich hervor wann und wo die sojasahne einzusetzen ist. ich hab sie einfach mal zur fülle gegeben, aber deutlich weniger. cirka halb soviel. vielleicht ist es aber überhaupt gescheiter eine prinzessinnengartenfüllung zu machen. keine sojaschnetzel sondern kürbis anstatt. bei und gabs den kürbis diesmal als beilage und zwar so:

kürbisgemüse

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500g kürbis
2 zwiebeln
1 el zucker
salz, pfeffer
olivenöl
ein bund petersilie

kürbis schälen, schnippeln und bissfest dünsten. (ich kipp im moment ein bissel auf den dünsteinsatz rein, weil die sachen drin saugut und sehr bekömmlich werden.) zwiebeln schälen und schnippeln, im öl anbraten, den kürbis dazu und mit dem zucker ein, zwei minuten karamelisieren. kurz vor dem servieren die geschnittene petersilie untermischen.

ich hatte ja vergessen petersilie zu besorgen. war aber wurscht, denn R. hat welche von der ökoparzelle mitgebracht. ursuper!

zum schluss gabs noch buchteln mit vanillesauce, und die gehen so:

buchteln

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450g mehl
50 g kichererbsenmehl
1/8l öl
1 prise salz
ca. 1/4l lauwarme pflanzenmilch
1 schuss rum
1 pkg. trockengerm

powidl
schoko
alsan

mehle mit germ und salz mischen, öl, rum und einen teil der pflanzenmilch zugeben. solange rühren bzw. kneten und weitere pflanzenmilch zugeben bis ein geschmeidiger teig entsteht, ziemlich weich, der sich gerade noch von der schüsselwand löst. mindestens eine stunde mit einem geschirrtuch abgedeckt an einem warmen ort gehen lassen.

dann den teig auf einer bemehlten arbeitsfläche ausrollen, in kleine vierecke radeln und mit powidl oder kochschoko füllen. alsan schmelzen, eine kasserole damit auspinseln und jede buchtel, nachdem sie in der kasserolle platziert ist komplett anpinseln. buchteln dicht an dicht in die form setzen und nochmal mindetens eine halbe stunde gehen lassen. anschließend bei 180 grad ca. 40 minuten backen.

die vanillesauce war einfach ein normales puddingpulver (stärke, vanillearoma, carotin) nach packungsanweisung mit pflanzenmilch zubereitet. nächstes mal vielleicht mit echter vanille, aber diesmal ist sich das nicht mehr ausgegangen. alles in allem war das ein haufen arbeit, aber es hat sich ausgezahlt.

ich hätt‘ auch noch ein voll leinwandes jambalayarezept auf lager, aber ich glaub das sprengt ein bissel den rahmen, davon also in den nächsten tagen mehr.

alles liebe, dein schwesterlein

letztens beim sabberclub

liebes lesterschwein,

ob der aufregung um die ama-foodblog-award-shortlist-nomminierung haben sich mir gleich die buchstaben in meinem mund verhaspelt und ich hab dir einen sabber club nachbericht angekündigt. eh wurscht, wie unser grrbrr sagen würde. ob supper oder sabber club, kulinarisch war’s auf alle fälle wieder ein feiner abend, letzten samstag.  und die leut‘ (ein paar wiederholungstäterinnen haben sich mit neuen gesichtern gemischt) hatten es auch lustig, obwohl es diesmal deutlich ruhiger zuging und früher aus was als sonst.

die rezepte haben jedes für sich super funktioniert, alles in allem waren die fünf gänge aber vielleicht doch etwas viel – für manche ist sich die nachspeise nicht mehr ausgegangen. ich vermute einen gewissen zusammenhang mit „ruhiger zuging und früher aus war“. wahrscheinlich ist es gescheiter statt gnocci etwas leichteres als warmen zwischengang zu nehmen, aber sie sind sooo lecker, ich konnte nicht wiederstehen. so, jetzt aber ein paar visuelle impressionen der gerichte und dann die rezepte-links in der richtigen reihenfolge.

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linsensuppe

badridschani mit walnüssen
rote rüben carpaccio mit guacamole

gnocci mit zitronensauce

gemüselinsen mit limetten-sonnenblumenkern-pesto
kürbisragout
blattspinat mit pomodori secchi

kürbismuffins mit zwetschkenmarmelade

wahnsinn, das ist der erste supper club, bei dem ich kein einziges rezept zu tippen hab, weil alle schon im blog sind. zeit also bald wieder etwas neues auszuprobieren. ich geh mal kochen und meld mich dann wieder.

dein schwesterlein

p.s. grad hab ich einen anruf von A. bekommen. er wollt wissen wo er jetzt gleich mit seiner freundin vegan frühstücken kann. ist mir spontan nichts eingefallen für unter der woche. lesterblog gewürgt, harvest empfohlen. so einfach ist das :-)

p.p.s. freu mich schon urigst auf den grill supper club nächsten freitag!

peace food beim supper club

liebe kati,

sorry dass ich gestern bei der 6. ausgabe deines vegan supper club im zeichen des herbst so früh schon wieder verschwunden bin. dafür konnte ich mein schlafdefizit wieder etwas aufholen und darf nun schon seit schlag 12 mein BA-konzept als fertiggestellt abhaken :-)

dabei war der supper club diesmal wirklich entspannt und gemütlich – keine ganz so dichte und schweißtreibende angelegenheit wie die juli-edition, wie eine bereits zum 2. mal clubbende gästin anmerkte: peace food in peace genießen! dahlke hätte seine helle freude ;-)

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dicht war dafür jedenfalls das menü: diesmal im umfang von ganzen 5 gängen! mein ursprünglicher plan der strikten portions-disziplinierung, um wirklich an allen gängen teilhaben zu können und trotzdem danach nicht vor lauter völlerei flach liegen zu müssen ist leider spätestens bei den zitronen-gnocchi in schall und rauch aufgegangen. einfach. zu. gut. – die kombination aus flaumigem (!) erdäpfelteig mit heftig zwiebel, frischem petersü, dem kapern-twist und zitronenzeste rockt einfach. und das der bislangen anti-„gnootschi“-fraktion wie mir!

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aber damit nicht genug – nach der supper-eröffnung mittels fruchtiger linsensuppe und der bewährt-formidablen vorspeisenkombination aus melanzani-röllchen und rote rüben carpaccio gab’s ja nach den gnocchi auch noch gemüselinsen und ein bombiges kürbis-ragout. dementsprechend musste ich vor den herrlichen kürbis-muffins eine kurze rast einlegen, und mir wieder einmal mäßigung schwören.

die rezept-nachberichterstattung samt teller-arrangements überlasse ich wie immer dir, und freu mich schon auf den schon am freitag bevorstehenden nächsten supper club – diesmal in einer nachmittäglichen outdoor-version! ich werde mal versuchen V. zu erreichen zwecks seitan-profi-input… heizt schon mal die kohle an ;-)

entspannten sonntag dir & bis bald,
hanna

supper club mit gwand

liebe hanna,

dies war der erste post-standard-artikel supper club und T. hatte wahrscheinlich doch recht mit der einschätzung, dass eben dieser umstand H.-P. und mir eine schlaflose nacht im vorfeld beschert hat. gottlob waren aber auch dieses mal lauter nette leute da. ursprünglich war dieser termin ja im fkk-bereich im gänsehäufel geplant, aber mangels anmeldungen hab ich die tafelrunde dann doch nach hause verlegt. ich muss zugeben, in anbetracht der umstände war ich doch recht froh darüber – ich mag mir gar nicht ausmalen, was der standard-troll-community zu diesem thema alles eingefallen wäre…

die kocherei ging in trotz schlafdefizit erstaunlich pannenarm über die bühne, bloß tempomäßig war ich eingermaßen reduziert. slow food mit slow cooking quasi. du bist ja diesmal erst in den späten abendstunden zugestoßen, was sich unter anderem in der nicht ganz vollständigen fotodokumentation niedergeschlagen hat. aber H.-P. hat sich sehr ins zeug gelegt den ansprüchen gerecht zu werden:

kannst du die kasserolle bitte so fotographieren, dass es aussieht als sei  sie voll.

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so, jetzt aber wie versprochen die rezepte zum mediterranen abend:

die geeiste tomaten-gurkensuppe hab ich, wie kürzlich berichtet, vom kathikocht-blog. danach gab es als pasta-gang

orecchiette mit kürbis 

 

1 große zwiebel
1 kleiner kürbis, geschält und gewürfelt
100 ml   weißwein
100ml gemüsebrühe
muskatnuss, gerieben
2 tl zucker
salz und pfeffer
300 g nudeln (orecchiette)
4 el petersilie, gehackt
1/2 zitrone, die abgeriebene schale davon
1 knoblauchzehe
olivenöl

zwiebel schälen und schnippeln und in etwas olivenöl glasig andünsten. den kürbis kurz mitdünsten, den zucker darüberstreuen, kurz karamelisieren und dann mit weißwein und brühe ablöschen. köcheln lassen bis der kürbis weich ist. mit salz, pfeffer und muskatnuss abschmecken.

petersilie und zitronenschale mit dem gepressten knoblauch und etwas olivenöl mischen. orecchiette nach packungsanweisung al dente kochen und abseihen.

orecchiette zum gemüse geben und mit der hälfte der petersilienmischung vermengen. auf tiefen tellern anrichten und mit der restlichen petersilienmischung bestreuen.

als hauptgang gab es couscous mit dreierlei ragout. ratatouille, gemüselinsen mit grillmelanzani und blattspinat mit pomodori secchi.

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ratatouille

2 mittelgroße melanzani
2 große fleischtomaten
2 zucchini
2 paprikaschoten
5 el olivenöl
salz und pfeffer
2 knoblauchzehen
2 el petersilie, gehackt
1 el thymian, gehackt
1 el rosmarien, gehackt
1 lorbeerblatt
100 ml wasser

die tomaten kochendheiß überbrühen und häuten. Gemeinsam mit dem anderen gemüse klein schnippeln und in einen topf füllen, am besten ein gußeisentopf

öl darübergießen, salzen, pfeffern und knoblauch dazupressen.
alles kurz rösten, das wasser dazugießen, den topf schließen und alles bei starker hitze zum kochen bringen. Dann zurüchdrehen auf kleine flamme und die ratatouille etwa eine stunde garen.

das gemüselinsen-rezept hab ich aus dem kochbuch „genussvoll vegetarisch“ von yotam ottolenghi. große empfehlung! sehr viel da drin ist vegan oder veganisierbar und viele rezepte sind wirklich genial.

linsen mit gegrillter melanzani

2 melanzani
2 el rotweinessig
200g kleine linsen (ich hab beluga-linsen genommen)
3 karotten
1 stangensellerie
1 lorbeerblatt
3 zweige thymian
1/2 zwiebel
olivenöl
12 kirschtomaten
etwas rohrzucker
1 el petersilie, gehackt
1 el dille, gehackt
1 el koriander, gehackt
1 el sojajoghurt

melanzani grillen (ich mach das in einer beschichteten form. ich halbier die melanzani, leg sie mit der schnittfläche nach unten in die form und grill sie bei 250 grad mindestens 30 minuten, bis die haut blasen wirft), enthäuten und in einem sieb mind. 15 minuten abtropfen lassen. dann salzen, peffern und 1/2 el essig dazugeben.

die linsen waschen und gemeinsam mit den halben karotten und stangensellerie (grob geschnitten), dem thymian, der zwiebel und dem lorbeer in eine topf geben, gut mit wasser bedecken und 25 minuten köchelen. danach gemüse und kräuter entfernen und mit salz, pfeffer und rotweinessig würzen. zwei el olivenöl dazugeben und warmstellen.

das restliche gemüse würfeln (außer die tomaten), mit salz, pfeffer und zucker mischen und in einer feuerfesten form 20 minuten bei ca. 200 grad rösten. ich empfehle die karotten sehr dünn zu schneiden, sonst dauert es erheblich länger bis sie durch sind, und bis dahin sind die tomaten vertrocknet.

gemüse zu den linsen geben, kräuter untermischen, gegrillte melanzani drauf und zum schluß noch das joghurt. wenn man den frischen koriander weg läßt schmeckt das ganze klassisch mediterran, aber ich find, der koriander-turn rockt das ganz erst wirklich.

blattspinat mit pomodori secchi

500g blattspinat
1 rote zwiebel, gehackt
2 el öl
5 pomodori secchi, gehackt
3 el mandelmus
1 tl kurkuma
salz, pfeffer

spinat waschen und blanchieren (kurz in salzwasser kochen, dann abseihen). die zwiebel in öl anrösten, die tomaten kurz mitrösten. das mandelmus mit 3 el wasser mischen und dazugießen, kurkuma und ordentlich salz und pfeffer dazu und den spinat unterheben.

ich mach das mandelmus selber in der küchenmaschine aus braunen mandeln (also nicht blanchiert und geschält). ich find das viel besser als das weiße mandelmus, und billiger ist es auch. das rezept ist angelehnt an ein hildmann-rezept aus vegan for fit, aber eben ein bissel abgewandelt.

als nachspeise gab es wieder mal mousse au chocolat, diesmal mit zwetschkenröster. sehr gute kombi muss ich sagen und echt ein sehr passender abschluß für dieses menu.

weil diesmal außer unseren eigenen noch ein paar andere kinder da waren, haben wir im schlafzimmer einen kindertisch aufgestellt. S. fand es anfangs ziemlich blöd vom esstisch abgeschoben zu werden. im endeffekt hatten sie aber echt viel spaß, vor allem auch, weil I. sich entschlossen hat, mit den kindern zusammen zu tafeln.

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dafür war ich wirklich dankbar. am großen tisch wars nämlich mal wieder relativ eng, und zwar obwohl ich diesmal extra weniger leute eingeladen hab. ABER: ich hab mich verzählt. das ist mir auch noch nicht passiert, hat aber zum glück der sache keinen abbruch getan. lustig war, dass diesmal überhaupt niemand dabei war, der vegan lebt. nichtsdestotrotz sind wieder viele rezepte ausgetauscht worden (zwetschkenröster!) (rumtopf!), insgesamt wars auf jeden fall eine sehr bunte gesprächsrunde. R. hatte eigentlich mit einem kochkurs gerechnet, ist aber trotzdem ganz zufrieden nach hause gegangen, G. hat ein glas selbstgemachte (und selbst geerntete!) brombeermarmelade mitgabracht, und A. hat versprochen bald wieder zu kommen.

das war’s also vom supper club. demnächst kommt noch der – etwas verspätete nachbericht zu N.s geburtstagssause. war ja quasi ein meilenstein, eine vegane erdbeertorte zu backen, die auch geburtstagskind und vegan-gegner N. goutiert.

alles liebe, dein lesterschwein

die anderen und ich

liebe hanna,

schräge sache das, dieser standard artikel. ich bin mehr als überrascht wie sehr das supper club thema einschlägt und polarisiert. und ich bin mehr als überrascht ob der vielen aufmerksamkeit. dass dermaßen viele menschen eine meinung dazu haben, dass sich ein paar leute treffen und gemeinsam essen ist schon erstaunlich. vor allem, weil ich denke, dass das etwas ist, was fast alle leute in der einen oder anderen form tun. trotzdem gibt es gar nicht so wenige, die der meinung sind, dass ich ganz anders bin als sie und ganz andere sachen mache, nämlich solche die sie nie tun würden.

postings

ja, okay, ich geb’s zu, ich hab ein paar postings unter dem online-artikel gelesen. aber nur ganz kurz und gar nicht viel. ehrlich!
dass das thema vegan einige auf die palme bringt war ja vorhersehbar, aber dass man sich fürchterlich darüber echauffieren kann, dass du social media beraterin bis und ich einen doppel-namen hab ist doch recht erstaunlich. ich bin bloß froh, dass unsere patchworkfamilie unerwähnt blieb. dass meine kinder nicht von meinem mann sind wär bei einigen wohl nicht mehr als edgy durchgegangen. und auch, dass ich heiße wie meine kinder und wie mein mann hätte da wahrscheinlich nicht mehr viel geholfen.

bobos

zum grübeln hat mich aber vor allem die tatsache gebracht, dass wir viel und heftig als bobos bezeichnet bzw. beschimpft wurden (je nach kontext). hp und ich sind ja immer die ersten, die irgend einen blöden ach-diese-bobos-spruch auf den lippen haben. jetzt stell ich fest: aus einem bestimmten blickwinkel betrachtet sind das wir. ich hab mich da immer abgegrenzt gefühlt, weil wir keine coolen jobs haben, keine fette kohle verdienen und nachhaltiges gewand shoppen beim humana statt beim muso koroni statt findet. vielleicht doch ein bissl ein neid dabei? vielleicht sind bobos ja immer die anderen und es macht eben auch spaß, den anderen auf der schaufel zu haben. abgesehen davon hatte ich früher ja auch genug blöde sprüche über veganer auf lager. aber „niemals!“ zu sagen ist ja der beste garant… ja, ja, das hatten wir schon.

die anderen

ich musste wieder an n. denken, der mit a. (und mir und hp.) ein paar tage in unserer geräumigen altbauwohnung verbracht hat. (ja, zugegeben, sie ist vor allem dann geräumig, wenn die vier kinder gerade nicht da sind). nach fast einem jahr weltreise mit a. hat er den schluss gezogen hat, dass im grunde alle menschen auf der welt doch recht ähnlich seien und sich ähnliche dinge wünschten. gutes essen, familie, sinn.
kann ich nicht beurteilen, denn ich hab nicht viel gesehen von der welt, aber was ich bestätigen kann, ist dass ich immer wieder gerade mit den leuten ähnlichkeiten entdecke, die auf den ersten blick so ganz anders sind.

misses lesterschwein meets miss tuning

preisfrage: was haben miss tuning 2003 und ich gemeinsam?
auf den ersten blick: nicht viel. autos versuch ich zu vermeiden und hab ich nie besessen, wenn ich „tuning“ hör denk ich an musik, und so wie ich das seh, hab wir in unserem bisherigen leben recht unterschiedliche sachen gemacht.

aber: wieder eine kat(h)i, die kocht, wieder eine kat(h)i, die vegan kocht und wieder eine kat(h)i, die bloggt.
da kann man sagen was man will – wir haben mehr gemeinsam, als viele andere. hinzu kommt, dass auf ihrem blog ein wirklich leinwandes rezept für eine gurken-tomaten-suppe steht, das man 1:1 so kochen kann und welches einfach gut schmeckt. uns schmecken also auch die gleichen sachen. wenn das nicht verbindet…

tomaten-gurken-suppe

3 mittelgroße gurken
1 mittelgroße weiße zwiebel
70 g tomatenmark
1 gose gehackte tomaten (250 g)
3 zehen knoblauch

1 glas weißwein
salz
pfeffer

gurken schälen und mit einem esslöffel aushöhlen und schnippeln.
einen topf mit olivenöl bedecken und erhitzen lassen und klein geschnittenen zwiebeln glasig dünsten. danach die gurken, die gepressten knoblauchzehen, die gehackten tomaten und das tomatenmark hineingeben.

alles ein wenig köcheln lassen und mit einem ordentlichen schuss weisswein löschen und salzen. pfeffern, passieren und kalt stellen. fertig.

ja, auch zur miss tuning würden einem eine menge blöder sprüche einfallen, mindestens so viele wie zu den bobos. aber vielleicht ist es ja doch gescheiter das eigene innere (boxen)luder aufzuspüren. den inneren bobo. die innere supper clubberIn. bevor meine innere sozialpädagogin endgültig mit mir durchgeht verabschied ich mich.

was meinst du?

grübelnd, dein lesterschwein

von schwitz & bröseln

liebe kati,

die alle jahre wieder dichtgepackte sommer-schedule (spiel! spaß! spannung! und erwerbsarbeit) hat meinen supper club nachbericht einen deut verzögert – die blogpost-entwürfe feiern überhaupt schon freudige urständ‘ in meinem hinterhirn. however, vegan-eiskaffee-test und konsorten müssen warten, und bevor ich gleich wieder zur tür rausjage mal so viel:

schwitz-supper galore

die 4. ausgabe deines selbstbetitelten slapstick summer supper club hat mal wieder die power-kombination aus famosem essen, feinen leuten, fröhlich-interessierter atmosphäre und den vorzügen eurer familiendependance bewiesen – balkonblick inklusive:

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dem ganzen konnten auch die gefühlten 47° innentemperatur keinen abbruch tun. deine freestyle-reistafel hat dem allgemeinen ah! und oh! nach zu schließen trotz abenteuer-entstehung überzeugt („improvisation; das ist, wenn niemand die vorbereitung merkt.“) – von unverhofft cremigem kichererbsencurry über aromatisches palak paneer (ohne paneer-käse, mit viel palak-spinat) bis zum klassischen gemüsecurry:

supperclubkati_web

die vorspeisen-kombination war ebenfalls ein hit – es hätte nur mehr vom melanzani-tomaten-püree-dings sein können, darin hätte ich mich mit freuden eingelegt. besonders überrascht hat mich das ominöse engelshaar – karotten-kardamom-aranzini-marmelade, ja, das geht!

von verschenkten fisolen

deine geschichte der nachbarschaftlich verschenkten handvoll fisolen aus unserem solidarischen ernteanteil hat mich daran erinnert auch meine (mehreren hanna-)handvoll „bohnschoten“, wie man in der obersteiermark zu sagen pflegt, mal endlich zu verwerten. nachdem ich im gegensatz zu dir eine ziemliche küchenamateurin bin bleibe ich oft mehrmals hintereinander bei einem einmal erfolgreich umgesetzten rezept – never change a winnig team! das team besteht in diesem fall aus fisolen jeglicher coleur grün / gelb / violett in kombination mit kräftig angerösteten butterbröseln. oh ja! frau B. beschreibt das im handgeschriebenen „leibspeisen“-buch, das sie mir anlässlich meines auszugs in die große weite welt geschenkt hat (inkl. der berühmt-berüchtigt vagen mengenangaben ;-) folgender maßen – nur die butter aus dem originalmanuskript habe ich mit alsan ersetzt:

fisolen_coll

fisolen mit brösel

tiefkühlfisolen (oder frische fisolen, entspitzt und in mundgerechten stücken) in etwas öl oder [alsan] mit etwas zucker (erhält die grüne farbe) anrösten, mit etwas wasser aufgießen, salz & ev. knoblauch dazu, garen (nicht zu weich)

brösel in zerlassener [alsan] rösten, abgetropfte fisolen dazu, voilá

dazu passt übrigens hervorragend ein sojaghurt mit frischer dille und/oder knoblauch.

so, und jetzt packe ich in meine fahrradtasche: 3 maiskolben, 1 zucchini, 1 tasse champignons, 1 „vegetaria“-grillselektion, 1 glas wasabi-hummus und ein paar drinks, um mich zu C.’s dachterrassengrillsause zu werfen. glücklicher weise muss ich am weg dorthin über die donauinsel, da geht sich noch ein kurzer sprung ins kühle donaunass aus.

ahoi & bis morgen,
hanna