heute esse ich kabelsalat

liebe lesterschwester!

RUMMEL HUMMEL 2013

aber lieber als kabelsalat sind mir eigentlich fluffig-flauschig-famose vegane muffins, wie sie der fairy kitchen stand beim rummel hummel festival feilbot – hier die varianten walnuss-brownie, limette-kokos und aranzini-sternenstaub:

2013-09-27 18.23.42

damit nicht genug: samosas, vegane quesadillas (!) mit sauerrahm (!), die selbst omnivore zum jubeln brachten, amaranth-energiekugeln, chai latte & co gab’s in freundlichster hippie-atmosphäre und jede menge lichterketten. very. nice!

aber das ist natürlich nur ein minimal-ausschnitt all des wundersamen wahnsinns, der 3 tage lang beim RUMMEL HUMMEL jahrmarkt im bakalofts in hernals auf mehr oder weniger 9 stockwerken zu bestaunen war:

RUMMEL HUMMEL 2013

RUMMEL HUMMEL 2013

 

 

street artists, performance künstlerInnen, luftyoginis, aerial dancer, musikantInnen, guerilla knitters, seedbomber, burgenländische nudelbrater und mehr versammelten sich zur (legalen) okkupation einer aufgelasenen luster-fabrik in 1170. ein großer spaß, sag ich dir – und audiovisueller overkill deluxe. mehr dazu auf flickr bei meiner wenigkeit und A.!

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so, jetzt hoppel ich mal gen düsterwald, auf höchst unvegane weise ein paar dorfbewohner meucheln ;-) bis gleich!

hannahummel

peace food beim supper club

liebe kati,

sorry dass ich gestern bei der 6. ausgabe deines vegan supper club im zeichen des herbst so früh schon wieder verschwunden bin. dafür konnte ich mein schlafdefizit wieder etwas aufholen und darf nun schon seit schlag 12 mein BA-konzept als fertiggestellt abhaken :-)

dabei war der supper club diesmal wirklich entspannt und gemütlich – keine ganz so dichte und schweißtreibende angelegenheit wie die juli-edition, wie eine bereits zum 2. mal clubbende gästin anmerkte: peace food in peace genießen! dahlke hätte seine helle freude ;-)

supperclub_7_mood

dicht war dafür jedenfalls das menü: diesmal im umfang von ganzen 5 gängen! mein ursprünglicher plan der strikten portions-disziplinierung, um wirklich an allen gängen teilhaben zu können und trotzdem danach nicht vor lauter völlerei flach liegen zu müssen ist leider spätestens bei den zitronen-gnocchi in schall und rauch aufgegangen. einfach. zu. gut. – die kombination aus flaumigem (!) erdäpfelteig mit heftig zwiebel, frischem petersü, dem kapern-twist und zitronenzeste rockt einfach. und das der bislangen anti-„gnootschi“-fraktion wie mir!

supperclub_7_wuzzerl

aber damit nicht genug – nach der supper-eröffnung mittels fruchtiger linsensuppe und der bewährt-formidablen vorspeisenkombination aus melanzani-röllchen und rote rüben carpaccio gab’s ja nach den gnocchi auch noch gemüselinsen und ein bombiges kürbis-ragout. dementsprechend musste ich vor den herrlichen kürbis-muffins eine kurze rast einlegen, und mir wieder einmal mäßigung schwören.

die rezept-nachberichterstattung samt teller-arrangements überlasse ich wie immer dir, und freu mich schon auf den schon am freitag bevorstehenden nächsten supper club – diesmal in einer nachmittäglichen outdoor-version! ich werde mal versuchen V. zu erreichen zwecks seitan-profi-input… heizt schon mal die kohle an ;-)

entspannten sonntag dir & bis bald,
hanna

von hummeln und samen

liebe schwester of ökoparzellen-fame,

nach einer äußerst umtriebigen woche hab ich endlich wieder einen allein-daheim-nachmittag und die entsprechende zeit um mein konzept für die bachelor-arbeit zwei zu finalisieren… nein, natürlich nicht. also endlich zeit zum blogeintrag schreiben.

hm… moment mal. irgendwie kommt mir das bekannt vor ;-)

nach einer äußerst umtriebigen außer-haus-woche hab ich endlich wieder einen allein-daheim-vormittag und die entsprechende zeit für die gastro-prüfung teil zwei zu lernen… nein, natürlich nicht. also endlich zeit zum blogbeitrag schreiben, kochen und backen.

wir lesterschwestern sind es ja gewohnt alle möglichen sachen gleichzeitig anzureißen, was auch meistens eh irgendwie klappt, trotz aller du-spinnst-ja und dumdum-geschoß-attribute der näheren und ferneren umgebung. wir machen uns nun mal wie die hummel:

“Die Hummel hat 0,7 cm² Flügelfläche und wiegt 1,2 Gramm. Nach den Gesetzen der Aerodynamik ist es unmöglich, bei diesem Verhältnis zu fliegen.
Die Hummel weiß das nicht und fliegt einfach.”

wo sich hummeln jedenfalls sehr wohl fühlen sind einerseits festivals, wie man in diesem blog schon mehrmals mitverfolgen konnte, wie zum beispiel das dieses wochenende steigende rummel hummel kunst-DIY-dings-festival (sic!) am bakalofts gelände in einer ehemaligen fabrik, wo J. mal wieder guerilla-knitted und H. endlich seine superen street-art-fotos ausstellt und A. ein bisschen aerial-silk-yoga macht und sonst jede menge sachen die wache hummeln machen:

Rummel Hummel @ Bakalofts

rat mal wo die ganzen hummel-analogien herkommen… ;-) wie auch immer, damit ich hier noch die kurve kratze – also weiters sehr wohl fühlen sich hummeln auf wald, wiese & natur – während wir in wien immer wieder auf der ökoparzelle herumhoppeln hatte ich kürzlich die gelegenheit, einen hardcore-profi-garten zu bestaunen: die schaugärten der arche noah in schiltern nämlich.

noah und die 6.000 samen

dieser schaugarten bietet eine unfassbare vielfalt an gemüsen & gewächsen, dass es das vegan-herz höher schlagen und die geschmacksknospen frohlocken lässt. im arche sortenarchiv lagern mittler weile ganze 6.000 verschiedene sorten, in gründungszeiten waren es noch ca. 250 – darunter ca. 200 kartoffelsorten, 200 paprika & chili, 700 bohnen, 500 tomaten und einiges mehr. im garten werden die sorten aus dem archiv basierend auf einer genauen listung nach und nach wiederaufgefrischt, da samen nicht unendlich lange halten.

Arche_Noah_by_Andre_Hoeschele_2013

sonnenblumen mit kern-auffang-verhüterli, rotkohl-köpfe, verschiedene maissorten mit anti-bestäubungs-verhüterli und das barocke gartenhäuschen.

Fotos: Copyright André Höschele/PANLUX

Arche_Noah_by_Andre_Hoeschele_Hanna_Spegel_2013

von den kärtner gebirgskräutalan über moschuserdbeeren bis zur ukrainischen stachelgurke. beware!

wir sind ja CSA-technisch schon an gelbe zucchini, violette karotten & co gewöhnt, und das nicht von ungefähr – unser biohof-mogg tauscht nämlich fleißig mit der arche noah jungpflanzen aus um an der erhaltung alter sortenraritäten mitzuwirken. wegen der nachbaufähigkeit nämlich, damit die robusten und trotzdem schmackhaften sorten nicht vor lauter hybrid- und einwegsaatgut verloren gehen.

apropos CSA: auf derstandard.at ist diese woche ein artikel erschienen zur grünen revolution, da heißt es…

Und auch gemeinschaftlich organisierte Lebensmittelnetzwerke sprießen in Österreich: 2011 begann der Gärtnerhof Ochsenherz die Endverbraucher als Unternehmenspartner miteinzubeziehen und ihnen gegen einen Mitgliedsbeitrag Ernteanteile, etwa in Form von Gemüsekisten zu überschreiben. Das Modell, in den USA und Japan seit den 1960ern bekannt als Community-supported Agriculture (CSA), wird mittlerweile von einer Handvoll weiterer Initiativen gepflegt.

das erinnert mich daran dass noch der nachbericht zu H.-P.’s parcademy vortrag in sachen ernährungssouveränität im entwürfe-ordner schlummert… however, ich habe für mein revitalisiertes fensterbrettbeet jedenfalls in der arche ordentlich zugeschlagen, außerdem gab’s eine eigene samenbestellung zwecks export niederösterreichischer raritäten in einen untriebigen heimgarten im kärntnerland:

Arche_Noah_Samen_Toepfe_2013

samenvielfalt aus dem hause reinsaat sowie von den CSA-kollegen ochsenherz, in natura gibt’s zB ananas-salbei (links) und krauseminze (rechts).

so, ich schwing mich mal samt wollsocken & fleece-hoodie auf’s radl und werd dann mal mit K. & konsorten rumhummeln beim rummel hummel!

bis morgen beim supper club (freu!) & bussi,
die hannahummel

von kürbissen, erdäpfeln und anderen herbstfreuden

liebes lesterschwein,

nach einer äußerst umtriebigen außer-haus-woche hab ich endlich wieder einen allein-daheim-vormittag und dem entsprechen zeit für die gastro-prüfung teil zwei zu lernen…nein, natürlich nicht. also endlich zeit zum blogbeitrag schreiben, kochen und backen. die karmelitermarkt-kochsause hat wirklich großen spaß gemacht. am anfang war zwar nicht viel los, aber am späteren vormittag kamen doch einige vorbei um das kürbisragout bzw. das kürbiscurry zu verkosten. nicht wenige haben festgestellt, dass sie schon lange keinen kürbis mehr gegessen haben („ui, das ist sicher 15 jahre her“) und viele haben nach den rezepten gefragt. also bitteschön:

kürbisragout

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500g kürbis (geschält und geschnippelt)

1-2 zwiebeln
öl
1/8l weißwein
1/8 sojasahne
eine prise zucker
muskat
salz, pfeffer
1/2 bund petersilie
schale einer unbehandelten zitrone

die zwiebeln in öl anrösten, den kürbis kurz mitrösten mit dem zucker karamelisieren und dann mit dem wein ablöschen. kurz köcheln lassen (bis der kürbis bissfest, aber nicht gatschig ist), mit der sojasahne aufgießen und mit salz, pfeffer und geriebener muskatnuss abschmecken.

die petersilie hacken, mit der geriebenen zitronenschale und wenn man will etwas olivenöl vermischen und vor dem servieren über das ragout streuen. dazu passt reis, nudeln oder gnocci.

kürbiscurry

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500g kürbis (geschält und geschnippelt)
2 zwiebeln
öl
50g tomatenmark
2 zehen knoblauch
1 el frischer ingwer
1/2 el korianderpulver
1/2 el cumin
1/2 el garam masala
50g kokospaste
salz, chili

zwiebeln im öl anrösten, cumin mitrösten, tomatenmark beifügen und rösten bis es braun ist. dann die anderen gewürze und den knoblauch kurz mitrösten, den kürbis dazugeben und mit wasser aufgießen bis alles bedeckt ist. köcheln lassen bis der kürbis fast durch ist und die kokospaste dazugeben. umrühren bis sich die paste aufgelöst hat und zum schluss mit salz und chili abschmecken.

wenn man will kann man nach gehackten frischen koriander drüberstreuen, dazu passt reis.

eine marktbesucherin hat sich voll vergnügen durch beide gerichte gekostet und mir dann ein glas selbstgemachter marillenmarmelade geschenkt – wie nett ist das denn!

f., formerly known as „der hanfbauer“, hat den moderator gemacht, und wir hatten es recht lustig miteinander. übrigens, der macht angrenzend an den karmelitermarkt demnächst einen laden mit mikroorganismen auf. die können angeblich alles, von raumluft verbessern über sachen reinigen bis hin zu pflanzen heilen. also vielleicht eine weitere alternative zum supermarkt. h.-p. hat ja auch schon die erste ladung eigenes duschgel fabriziert, und obwohl die zäh-schleimige konistenz an anfang etwas gewöhnungsbedürftig ist, muss ich sagen, in sachen handling und rückfettungseigenschaften 1a.

aber zurück zum kürbis

am samstag hätte ja noch eine zweite kochsession am victor-adler-markt stattgefunden. daraus wurde aber nichts, denn neben einer fpö-verantstaltung vegan zu kochen ist zu gefährlich, heißt es. „das brauchen s‘ gar nicht zu probieren,“ so die netten damen vom andrä-gemüsestand, „da herrscht krieg, wir sperren auch früher zu als normal. sicherheitshalber.“ interessantes wirtschaftsprogramm, das. aber gut möglich, dass es einen ersatz-termin nach der wahl gibt. mal schauen, mal schauen.

der angeschnittene kürbis im kühlschrank hätte aber nicht so lange gehalten, also hab ich gestern testweise ein paar kürbismuffins produziert. das ergebnis was sehr lecker. saftig, und trotzdem flaumig. die schokostückchen haben allerdings dazu geführt, dass mir die muffins in der form picken geblieben sind. töchterlein s. meint, fetten und mit mehl stauben wäre eine gute idee gewesen. da hat sie wohl recht.

kürbismuffins

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100g weißmehl
80g vollkornmehl
20 g kichererbsen- oder sojamehl
1 el backpulver
120g alsan
100g (vollrohr)zucker
100g kürbis, pürriert
100g schokolade, gehackt
vanillezucker
1 tl zimt
1 msp. nelken
1 schuß (50 ml) pflanzenmilch

alsan mit zucker schaumig rühren, aus den trockenen zutaten und der gehackten schoko eine backmischung machen und dazugeben, ebenso den pürrierten kürbis. zum schluß pflanzenmilch einrühren. der teig soll recht fest sein (nicht rinnen) aber nicht bröselig.

den teig in muffinformen (gefettet(gestaubt oder papier)füllen und bei 180g ca. 20 minuten backen. die muffins sind fertig, wenn sie auf leichten druck wieder zurückfedern. stäbchenprobe geht natürlich auch. wenn sie fertig sind auf ein kuchengitter stürzen und auskühlen lassen.

ich hab kein kuchengítter, ich stürz alles auf ein holzbrett allerdings werden da die mehlspeisen oft etwas feucht auf der unterseite. also falls jemand ein kuchengitter abzugeben hat, immer her damit.

gestern abend hat s. und mich dann nochmal der schaffensdrang gepackt, und wir haben für alle gnocci gemacht. ich hatte da dunkel ein erdäpfelteig-rezept im hinterkopf mit hälfte erdäpfel, hälfte mehl. wie s. zu kneten begonnen hat, ist mir auf einmal eingefallen, dass das viel zu viel mehl ist, aber wir konnten den teig noch retten und das ergebnis was sehr zufriedenstellend. so geht’s also richtig:

erdäpfelteig – grundteig

collage_erdaepfelteig

1kg mehlige erdäpfel
1/2 kg mehl
100g weizengrieß
salz

erdäpfel kochen und schälen, durch die erdäpfelpresse drücken und mit mehl, grieß und salz zu einem festen teig verarbeiten.

wenn man diesen teig in ca. 2 cm dicke rollen rollt und mit dem messer in 1 cm breite stücke schneidet, kann man viele verschiedene sachen drauß machen

gnocci

im siedenden salzwasser ziehen lassen, wenn die stücke an die oberfläche kommen, dann sind sie fertig.

erstäpfinidai

das ist die salzburger erdäpfelnudelvariante. die stücke werden in heißem fett frittiert und auf küchenrolle abgetropft, dazu passt sauerkraut

erdäpfelwuzerl
die stücke werden in der hand zu länglichen wuzerln geformt und im siedenden salzwasser wie die gnocci zubereitet. das kann man gut süß mit mohn und zucker oder geriebenen, gerösteten nüssen und zucker essen. dazu passt zwetschkenröster.

schupfnudeln
definitiv meine lieblingsvariante!
gnocci oder erdäpfelwuzerl machen und anschließend in der pfanne in öl oder alsan bräunlich anbraten. schmeckt auch gut mit sauerkraut, aber – wie auch gnocci – super mit verschiedensten saucen. s. und ich haben gestern eine zitronensauce gamacht.

zitronensauce

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2 zwiebeln
öl
1/8 weißwein
1/8 gemüsebrühe
1/8 sojasahne
saft einer halben zitrone
salz, pfeffer
1/2 bund petersilie
1 el olivenöl
1 zehe knoblauch
2 el karpern

zwiebeln im öl glasig andünsten, mit wein und brühe löschen und kurz einkochen lassen, zitrone und sohasahne dazugeben und mit salz und reichlich pfeffer abschmecken.

petersilie hacken, mit olivenöl, der gepressten knoblauchzehe und den karpern vermischen. gnocci mit der sauce übergießen und mit dem grünzeug bestreuen.

urlecker!!!

ich hab schon ewig nichts mehr mit erdäpfelteig gemacht, aber es ist ein sehr leckerer und echt billiger grundteig. bis zu den zwetschkenknödeln bin jetzt ja nicht mal  gekommen. für heute ist jetzt aber ohnehin schluss. ich geh jetzt endlich lernen – oder doch pfirsichmarmelade kochen?

freu mich schon darauf dich heute abend beim parcademy-vortrag von h.-p. zu treffen!

alles liebe, dein schwesterlein

das prinzip supermarkt

liebe lesterschwester,

es tut sich was im autonomen gemüsebeet! unser CSA-ernteanteil wird über den sommer & herbst immer bunter und umfangreicher, die ökoparzelle wirft im saison-endspurt noch kindskopfgroße rüben ab, heute ist eine neue food-coop in 1020 gestartet, und schon nächste woche findet H.-P.’s heißerwarteter vortrag mit frau T. bei der parcademy im rochuspark zum thema ernährungssouveränität mit dem titel „du isst was du kaufst!“ statt:

Ernährung. Da denkt man zuerst an Gemüse, Fett, Zucker, Allergien… HedonistInnen an Genuss und Lebensfreude. Ökologie, Solidarität und Partizipation hingegen haben für die meisten mit Essen nichts zu tun. Sollten sie aber!

Abseits des Prinzips Supermarkt:
ökologisch, solidarisch, partizipativ

DI 24.9. 19h @ Rochuspark, Details auf Facebook

von der ernährungs- zur konsumsouveränität

neben souveräner ernährung und autonomen gemüse gibt es ja auch noch allerlei andere lebensbereiche, die abseits des im vortrag angekündigten „prinzip supermarkt“ zu bestreiten wären. tierversuchsfreie und vegane kosmetik (tipp: der „cruelty-free & vegan“ beauty-blog once upon a cream), fairtrade-kleidung – vielleicht sogar bio und co2-neutral, veganes schuhwerk, wiederverwendbare utensilien wie zB der mooncup statt einweg-hygieneartikeln, und und und…

zu diesem thema hatte ich des sommers einen angeregten park-plausch in graz über food-koops, solidarisches landwirtschaften, einkaufsgemeinschaften, kaffeekooperativen etc. mit dabei waren B., eine der ersten aktiven food-koop-menschen meines bekanntenkreises, ihr freund F. sowie A., ihres zeichens supermarkt-vermeiderin und lokal-bezugs-expertin der stunde.

im anschluss an den plausch hatten A. und ich eine angeregte email-chat-konversation – ein schöner teaser auf das parcademy-thema, wie ich finde!

H: liebe A.! deine aussage, du würdest so gut wie nicht mehr in einen supermarkt gehen, hat mich total fasziniert. beim thema ernährung gibt es ja schon einige optionen – von food-koops über CSAs bis zu selbsterntegärten und co.

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unser 1. ernteanteil der CSA mogg im april 2013. CSA steht für community supported agriculture, ein solidarisches landwirtschaftskonzept.

aber wie machst du das mit all dem anderen kram – von kosmetik bis haushaltsware?

A: das parkgespräch war wirklich inspirierend! also die motivation nicht in den supermarkt zu gehen, hat sich nicht verändert… roland düringer hat das in einem seiner „gültigen stimme“-videos schön auf den punkt gebracht: er sieht die ganzen sachen im supermarkt und denkt sich nur, für ihn brauchen sie den krempel nicht mehr zu produzieren. also der reihe nach…

kosmetik/körperpflege hab ich extrem reduziert, und wenn ich da was brauche, les ich vorher immer wieder in den ganzen peta-listen und in vegan-foren nach, was da ok ist und welcher hersteller vertrauenswürdig ist. und bevor ich was nachkaufe, hab ich immer wieder eine woche lang versucht, ohne auszukommen. ergebnis: statt eines vollen duschregals steht bei uns mittlerweile ein kleiner teller mit pflanzenseife und veganem gesichtsreiniger.

konsumautonom_kosmetik

vegan-siegel auf den produkten von alverde (dm)

wenn ich saisonal was brauche, wie sonnencreme oder bodylotion oder gesichtscreme, dann kauf ich es meistens von balea oder auch alverde, das ist die eigenmarke von dm die sind tierversuchsfrei, wenn man all den listen und foren glauben darf.

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böhzer bürstenkopf und gute sole-zahncreme von weleda. verfärbt zwar die zahnbürste, aber ist dafür ohne tenside, fluoride und synthetische zusätze.

mit der eincremerei hab ich es selber nicht so, dafür bin ich bei der zahnpasta eigen und besorg was supidupi spezielles aus dem bioladen, weil sie soll ohne fluor und ohne minze sein und am besten nach gar nix schmecken. die andre problemstelle ist zahnseide, da gibts alternativ fast nix, da schau ich mich derzeit noch um. und die bürstenköpfe für die zahnbürste sind leider nur von firmen erhältlich, bei denen tierversuche garantiert vorkommen, weil es läuft immer auf p&g oder unilever hinaus (hier bitte ein gesicht wie grumpy cat vorstellen).

H: gute sache! allein die idee gewisse produkte nicht gleich zu ersetzen sondern mal eine woche ohne auszukommen zu versuchen ist ein pfiffiger life hack. so ist es mir gegangen mit haarbalsam, körperpeeling, mineralpuder, handcreme, und und und… badezimmerschrank entrümplifizieren! ach ja, apropos peeling – da mach ich mir öfter einfach eine kombi aus olivenöl und rohrohrzucker. spezialtipp von der anderen H. – macht die haut superweich, nur die dusche muss man dann halt ein bisserl putzen ;-)

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wasserfeste und wasserlösliche mascara, (noch) böse.

A: jaja, wer schön sein will… damit wären wir auch schon beim nächsten thema, dekorative kosmetik: extrem reduziert. wimpernzange und wimperntusche (gosh ist tierversuchsfrei und klumpt nicht, gibts beim bipa) muss fast immer sein. und hin und wieder augenringe abdecken, da gibts aber bei lush auch immer mehr schöne sachen; die schauen auch drauf, dass nur soviel chemie-krempel in den sachen ist, wie unbedingt sein muss.

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lush-probe der fabulosen, veganen „dream cream“ plus leider unvegane ex-lieblingsprodukte: everon lippenbalsam von weleda, matte lip tint von tarte cosmetics und kiehl’s sunbalm SPF15

haushalt: ist auch ziemlich reduziert, das meiste putz ich mit sodasan-schmierseife und essig, für härtere fälle hab ich noch spiritus und baking soda aus der apotheke daheim.

wo es nicht so flutscht sind die geschirrspülertabs und waschpulver. waschnüsse kauf ich nicht gern, die haben ja auch einen langen transportweg und ich find, die leute vor ort brauchen die selber.

H: apropos waschnüsse: die muss man ja nicht aus brasilien herankarren, wir haben die auch – und zwar in rauen mengen! da ist mir nämlich gleich H.-P. eingefallen, der macht selber waschmittel aus kastanien die er mit den kids im herbst im prater sammelt. heuer steht erstmalig das projekt „flüssigseife“ an…

hpwaldbauer_kastanien

DIY-waschmittel aus rosskastanien (c) H.-P.

A: danke für den link zum kastanienwaschmittel, das find ich wirklich interessant und simpel genug, um es im herbst auszuprobieren! hier sind kastanien rund ums haus, hab ja auch noch parks und gärten rundherum, das wird spannend!
ja, und klopapier, müllsäcke, reinigungsschwämme und das ganze verbrauchsmaterial ist nach wie vor ungelöst; es gilt einfach die prämisse, da nicht zu verschwenden und so wenig wie möglich zu verbrauchen…

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challenge accepted? einwegartikel, plastikzeug und haushaltsmüll reduzieren…

so, ich glaub das ist mehr als genug! ich wollt noch dazu sagen, dass mein freund bei all den umstellungen und versuchen meistens begeistert mitgemacht hat. manchen anderen in meiner umgebung geh ich damit ziemlich am oarsch, vielleicht, weil ich auch gern drüber rede und mich austausche. vielleicht komm ich da ziemlich radikal und obsessiv rüber, aber es is ja mein leben und ich versuch umhimmelswillen niemanden zu missionieren. aber wir haben eh schon drüber geredet, wie das beim thema „vegan leben“ ist: man braucht es nur zu erwähnen und viele fühlen sich gleich angegriffen. beim thema „reduzieren“ ist es wohl das gleiche.

H: so true… die reaktionen auf meinen einheits-kleidungsstil sind auch immer wieder überaus durchwachsen. aber das mit dem klamotten ist ja nochmal eine eigene geschichte
freu mich jedenfalls in dir eine rainbow warrior kumpanin gefunden zu haben, und freu mich auf weiteren austausch! und ist das ok für dich wenn ich ausszüge deiner inputs in einem blogbeitrag veröffentliche?

A: natürlich darfst du posten, was du magst. ich freu mich auch sehr über austausch und dass wir da auf gleicher spur unterwegs sind, das macht mut und laune =)
regenbogenküsschen aus graz!

das wär’s auch schon wieder. ich freu mich jedenfalls schon sehr auf vortrag & rege diskussion bei meiner 1. parcademy & wünsch dir toitoitoi für deine actions der kommenden tage, untriebige dampft-durch-alle-gassen-sister!

alles feine & gruß an H.-P.,
hanna

der power-smoothie zum wochenstart (und für alle lebenslagen)

liebe kati,

du hast ja in deinem allerallerersten blogpost (hach!) einige smoothie-kombinationen versammelt. mit den fruchtigen freunden von apfel bis orange bin ich nie so recht warm geworden – zu säuerlich und wässrig, vor allem in der früh eine für mich persönlich geschmacklich nur wenig verlockende alternative zu marmeladenbrot & co.

aber seit einigen wochen bin ich in anlehnung an den hildmannschen „firestarter„-smoothie (aus dem „vegan for fit“, s. 64) in simplifizierter, enteister, entsüßter form auf meine absolute lieblings-kombi gestoßen, die ich nun in allen lebenslagen zu schätzen weiß. 1x täglich steht der smoothie am speiseplan, je nach schedule und tagesverfassung zu beliebiger uhrzeit – meist nach dem aufstehen als frühstücks-ersatz, aber auch als reiseproviant für einen tagesausflug oder als energie-kick am nachmittag während eines 7-stündigen strategie-workshops. optional werfe ich auch noch etwas matcha-pulver oder einen schuss kalten espresso (falls vom vortag übrig) dazu – die basis-version ist frei ausbau- und adaptierbar.

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how to smoothie. nicht im bild: pflanzenmilch – je nach persönlicher präferenz einfach reis-, soja-, reissoja-, dinkel-, mandel- oder anderweitige variante verwenden!

die zubereitung ist selbst für anti-morgenmenschen wie meineeine bewältigbar, die mengen werfe ich mithilfe eines 50ml-cups (ich nenne ihn der einfachheit halber „mini-cup“) in den pürier-becher. und die absolute geheim-power-ingredienz: frische minze. gibt dem ganzen einen – nanonanet – frischen twist, kokettiert mit den nüssen, setzt einen kontrapunkt zur banane und flirtet verschmitzt mit dem kakao ;-)

power-smoothie für alle lebenslagen

1/2 banane
20g haferflocken (1 mini-cup)
10g gepoppter amaranth (1 mini-cup)
7g walnuss oder mandel (1/2 mini-cup)
7g haselnuss (1/2 mini-cup)
1/2 EL geschrotete leinsamen
1 TL kakao
200ml pflanzenmilch (4 mini-cups)
1 TL matcha oder ein schuss espresso (optional)
ein paar blätter frische minze!

alles pürieren. fertig.

fazit: süß-input ohne zucker für leute wie mich, die morgens gerne süß statt herzhaft frühstücken – oder auch in situationen wo einfach energiezufuhr notwendig ist. plus: selbstgemacht, keine konservierungsstoffe, vieles an gerade für veganomics brauchbaren nährstoffen (zB das omega3 aus den walnüssen – mir sind die nur gerade ausgegangen, daher muss die mandel herhalten, oder auch der kalziumreiche amaranth), und der leinsamen-schrot bringt die verdauung in schwung. so etwas darf jemand, der schon mal mit einem darm-blog zu zweifelhaftem ruhm gelangt ist, ruhig mal anmerken ;-)

bis bald & bussi,
hanna