o’sister, where are thou

liebe hanna,

danke für den ausführlichen berlin bericht, gerade auf den kopp bericht war ich sehr gespannt. hier hat letztes wochenende gegolten: der kopp ist wo ich bin, denn bodenständig und regional war das thema des supper clubs und ein kopp-rezept der hauptgang.

sosehr ich dir deine berlinreise vergönne (na nona ned) ist ein ein supper club mit halben lestergeschwester halt keine ganz runde sache. grundsätzlich hatten wir es sehr fein, vor allem auch ob der sympathischen runde. durch allerlei krankheitsbedingten last-minute absagen (okay) und einmal einfach-nicht-auftauchen (nicht okay) war diesmal deutlich mehr platz am tisch als sonst, und wir konnten spontan gärtnerfreund R. einladen, was uns sehr gefreut hat. ich hab diesmal auf anraten vom herrn bioparadies nicht die töpfe auf den tisch gestellt sondern teller angerichtet und serviert. einerseits wollt ich das mal ausprobieren und andererseits ging es drum sicher zustellen, dass am ende alle noch platz für die buchteln haben.

collage_sc_26.10.2013
ich muss sagen, das werd ich nicht wiederholen. sorry leute, selber schuld, wer sich schon beim dritten gang überfrist. denn erstens steh ich dann dauernd zwischendurch in der küche sachen machen und krieg die hälfte der gespräche nicht mit, und zweitens kann ich zwar kochen, aber das mit dem anrichten nicht besonders und mit dem servieren gar nicht. es war das reinste wunder, dass niemand am ende selleriecremesuppe am schoß hatte. außerdem hat gästin L. bei den buchteln gemeint, dass das sympathisch ist, wenn die in der mitte stehen zum selber nehmen. genau, hab ich mir gedacht, find ich auch.

bevor ich zu den rezepten komm aber noch ganz was anderes.
a propos herr bioparadies. die allerallernetteste reaktion auf den standardartikel im august war folgendes mail:

Liebe Schwestern,

Herzlichen Glückwunsch für diese tolle Idee die ihr habt, echt cool:-)

Ich kenne leider nicht so viele VeganerInnen in Wien,und würde sehr gerne mal zu euch kommen um mit den anderen vegan zu essen und mich ruhig über das Thema zu unterhalten .

Übrigens, ich bin eine echte Perserin und hab gesehen dass ihr mal versucht hattet „Ghormesabzi „zu kochen, würde mich sehr freuen wenn ich euch einmal zu mir in den 07. Bezirk einladen darf damit ich euch ein zwei leckere persische speisen kochen kann natürlich vegan:-)

Also hoffentlich bis ganz bald,

Schönste Grüße
R.

wir haben uns natürlich urigst gefreut und die einladung dankend angenommen. wie das leben so spielt ist fräulich R. mit herrn bioparadies befreundet. so kamen wir nicht nur in den genuss eines phantastischen abendessens in fräulein R.s bezaubernder gesellschaft, sondern haben auch interessante geschichten aus dem nähkästchen des professionellen vegan kochens erfahren. es war ein sehr, sehr lustiger abend und die gegeneinladung ist längst überfällig, der besuch im bioparadis sowieso. nur eine sache hat gefehlt, und die wäre, richtig, wie immer, der fotoapparat. die handyfotos, die ich vom essen gemacht hab sind dem ereignis derart unwürdig, dass ich sie lieber gleich gar nicht reinstell. was ich auch vergessen hab, vor lauter plaudern, ist mir das rezept für das echte, wahre, urleckere ghormesabzi geben zu lassen. auch das wird auf alle fälle nachgeholt.

also, zurück zum supper club. nur noch eins, vor den rezepten. was mich ganz besonders gefreut hat: S. hat einen freund, der überlegt supper clubs zu machen, und I., eine andere gästin, die wahrscheinlich demnächst um die ecke wohnt, hat vor selber einen supper club zu machen. jipi! ich freu mich schon aufs selber fremd essen gehen!

jetzt aber endlich – die rezepte:

käferbohnensülzchen am zwiebelbett

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auf diese eigenkreation bin ich richtig stolz, denn es schmeckt super und schaut voll spacig aus.

100g käferbohnen, getrocknet
2 karotten
1 große rote rübe
1/2 l gemüsebrühe
1 el agar agar

1 rote zwiebel
essig
kürbiskernöl
salz, pfeffer

die bohnen über nacht einweichen, gut abspühlen und bissfest kochen. die karotten klein schneiden und bissfest dünsten, die rote rübe weich kochen, schälen und klein schneiden. die gemüsebrühe mit dem ager agar zwei minuten kochen, das gemüse und die bohnen dazugeben und alles in, mit frischhaltefolie ausgelege muffinformen füllen, mindestens drei stunden, besser über nacht kalt stellen. zwiebeln in dünne halbringe schneiden, sülzchen daruf stürzen, mit kernöl, essig, salz und pfeffer anrichten.

selleriesuppe mit karamelisiertem apfel

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1 stück sellerie
3 mehlige kartoffeln
1 zwiebel
öl
1/8 l weißwein
1,5 l gemüsebrühe
2 äpfel
alsan
zucker

zwiebel, sellerie und kartoffeln schälen und schnippeln, zwiebel im öl andünsten, sellerie kurz mitdünsten, mit dem wein löschen und mit gemüsebrühe aufgießen. die kartoffeln dazu und alles kochen bis das gemüse weich ist und dann pürrieren. die äpfel entkernen und in dünne spalten schneiden. zucker und alsan in der pfanne schmelzen und die äpfel darin wenden bis sie weich sind. die äpfel sind die suppeneinlage.

krautrouladen mit bratensaft und kürbisgemüse

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das originalrezept ist vom herrn moschinski aka chefkoch im kopp. ich schreib es hier mal rein wie ich es gefunden hab und drunter meine abwandlungen:

Bratenjus

Ergibt: 4 Portionen
Kategorie: Saucen

1 Zwiebel
1/2 Karotten
1/2 Stange Lauch
1/6 Stück Selerie
3 EL Öl
1 TL Tomatenmark
1 EL Mehl
100 ml Rotwein
1/2 L Gemüsebrühe
Salz
Pfeffer
Lorbeer
Piment

Die Zwiebel halbieren und die Schnittflächen in einem heißen Topf ohne Öl braun rösten. Das restliche Gemüse in grobe Stücke schneiden und mit dem Öl in den Topf geben. Das Gemüse rösten bis es Farbe annimmt. Nun das Tomatenmark und das Mehl dazu geben und für ca. 3 min rösten. Mit Rotwein ablöschen und anschließend die Flüssigkeit wieder einkochen lassen. Die Gemüsebrühe, Lorbeer und Piment dazu geben und für 15 min leicht kochen lassen. Die Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken und durch ein Sieb passieren. Sollte die Sauce zu dick sein etwas Gemüsebrühe dazu geben oder bei zu flüssiger Sauce einkochen lassen.

Wirsingkohlroulade

Ergibt: 4 Portionen
Kategorie: Hauptgerichte

75 g Sojagranulat — trocken
1 TL Paprikapulver — (edelsüß)
etwas Salz
Pfeffer
1/2 Gemüsezwiebel
1/2 Räuchertofu
etwas Öl — Rapsöl
6 TL Tamari — Soja Sauce
100 ml Sojasahne
2 EL Seitanpulver
1 Zweig Thymian
1 Wirsingkohl

Das Sojagranulat, Paprikapulver, etwas Salz und Pfeffer in eine Schüssel geben. Das Sojagranulat mit wenig kochendem Salzwasser übergießen. Achtung: nicht mehr Wasser hinzugeben, wie es aufsaugen kann. 5 Minuten quellen lassen. Die Zwiebeln fein hacken und mit dem Räuchertofu in Öl anbraten. Thymian, Salz, Pfeffer und Tamari in die Pfanne geben und mit anbraten. Zwiebeln und Tofu sowie das Seitanpulver zum Sojagranulat geben und mit den Händen verkneten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zu länglichen Bouletten formen. Äußere Wirsingblätter in heißem Wasser blanchieren, zwischen Klarsichtfolie legen und mit einer Küchenrolle platt walzen. Die Blätter um die Hackfüllungen wickeln, mit einem Bindfaden verschnüren. Die Wirsingroulade kurz anbraten, in eine Pfanne mit bodenbedeckter Bratensauce bei 200 Grad eine Stunde schmoren lassen.

Quelle: Deutsche Welle vom 31.01.2012, http://www.dw.de/vegane-wirsingkohlroulade-mit-sojahack-und-bratenjus/a-6707080-1

offensichtlicherweise hab ich kraut statt kohl genommen. weil ich kleine krautköpfe hatte, die supermühsam zum auseinanderfitzeln waren hab ich die ganzen köpfe blanchiert, dann die blätter getrennt und, ohne ausrollen, gefüllt und verschnürt. der bratensaft ist unglaublich geil, der hat es auch den kindern angetan. es bleibt aber urviel gemüse über, nach dem passieren durch das sieb. fräulein S., wie immer tatkräftiges helferlein, hat die karotten und zweibeln einfach aus dem sieb gemampft. fürs nächste mal würd ich mir aber noch was für die weitere verarbeitung einfallen lassen wollen. die rouladen an sich waren gut, aber nicht endgeil. ich glaub es wär eine gute idee die sojaschnetzel anzubraten. es geht aus dem rezept auch nicht wirklich hervor wann und wo die sojasahne einzusetzen ist. ich hab sie einfach mal zur fülle gegeben, aber deutlich weniger. cirka halb soviel. vielleicht ist es aber überhaupt gescheiter eine prinzessinnengartenfüllung zu machen. keine sojaschnetzel sondern kürbis anstatt. bei und gabs den kürbis diesmal als beilage und zwar so:

kürbisgemüse

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500g kürbis
2 zwiebeln
1 el zucker
salz, pfeffer
olivenöl
ein bund petersilie

kürbis schälen, schnippeln und bissfest dünsten. (ich kipp im moment ein bissel auf den dünsteinsatz rein, weil die sachen drin saugut und sehr bekömmlich werden.) zwiebeln schälen und schnippeln, im öl anbraten, den kürbis dazu und mit dem zucker ein, zwei minuten karamelisieren. kurz vor dem servieren die geschnittene petersilie untermischen.

ich hatte ja vergessen petersilie zu besorgen. war aber wurscht, denn R. hat welche von der ökoparzelle mitgebracht. ursuper!

zum schluss gabs noch buchteln mit vanillesauce, und die gehen so:

buchteln

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450g mehl
50 g kichererbsenmehl
1/8l öl
1 prise salz
ca. 1/4l lauwarme pflanzenmilch
1 schuss rum
1 pkg. trockengerm

powidl
schoko
alsan

mehle mit germ und salz mischen, öl, rum und einen teil der pflanzenmilch zugeben. solange rühren bzw. kneten und weitere pflanzenmilch zugeben bis ein geschmeidiger teig entsteht, ziemlich weich, der sich gerade noch von der schüsselwand löst. mindestens eine stunde mit einem geschirrtuch abgedeckt an einem warmen ort gehen lassen.

dann den teig auf einer bemehlten arbeitsfläche ausrollen, in kleine vierecke radeln und mit powidl oder kochschoko füllen. alsan schmelzen, eine kasserole damit auspinseln und jede buchtel, nachdem sie in der kasserolle platziert ist komplett anpinseln. buchteln dicht an dicht in die form setzen und nochmal mindetens eine halbe stunde gehen lassen. anschließend bei 180 grad ca. 40 minuten backen.

die vanillesauce war einfach ein normales puddingpulver (stärke, vanillearoma, carotin) nach packungsanweisung mit pflanzenmilch zubereitet. nächstes mal vielleicht mit echter vanille, aber diesmal ist sich das nicht mehr ausgegangen. alles in allem war das ein haufen arbeit, aber es hat sich ausgezahlt.

ich hätt‘ auch noch ein voll leinwandes jambalayarezept auf lager, aber ich glaub das sprengt ein bissel den rahmen, davon also in den nächsten tagen mehr.

alles liebe, dein schwesterlein

hippe pflanzen in den prinzessinnengärten

liebe kati,

kaum zu glauben, aber mein berlin-abstecher neigt sich schon wieder dem endspurt zu. das wird wohl auch der letzte report-post, nach der heutigen obligatorischen backgammon-session samt moscow mule in der tante horst und nachdem es morgen nur mehr das kongress-finale und den rückflug anzupeilen gibt. dafür endlich mal wieder mit rezept (hurrah!), denn E. hat mich in den wunderbaren prinzessinnengarten entführt, und die sind dort richtig gut mit gemüse! nämlicher garten ist nicht nur für flora-affine stadtprinzessinnen geeignet, sondern auch für die kartoffel-aristokratie. aber mehr dazu später.

community garden for runaways

während die bespielung von off-räumen und commons-projekten aller art in berlin eine lange tradition pflegt – siehe auch: stadt der commonisten -, ist der prinzessinnen-garten schon so etwas wie ein gemeinschaftsprojekt für fortgeschrittene. seit 2009 als zwischennutzung einer brachfläche am moritzplatz angelegt stapeln sich dort auf 6.000qm im sozialverträglichen kontext kisten, kübel & container mit grünzeug aller schattierungen von heilpflanzen über die kräuterselektion über die staudenschule bis zu erdbeer-tubes aus abflussrohren…

prinzessinnengarten_kraeuter_2013-10-25

erdbeer-tubes, milchpackerl-kräuter, heilpflanzen-beet und allerlei geblüm!

… aber auch literaturarchiv, samen- & buchladen, gemeinschaftsraum, bar & gartencafé, küche, bühne & mehr. ganz viel videomaterial zwecks detaillierterem einblick gibt’s online – vor ort dafür zB wöchentlich fixtermine zum gemeinschaftsgärtnern sowie fahrrad-selbsthilfe, samenzucht, lesungen und mehr. aktuell bekommt man an der container-bar heißen apfelsaft #omnomnom

prinzessinnengarten_all_2013-10

prinzessinnengarten-loft mit tischtennis- und wuzzel-setup, ankündigung des wöchentlichen gemeinschaftsgärtnerns, freshly bought DIY-erdäpfel mit warmem apfelsaft und die garten-bar.

im erwähnten samen- & buchladen gibt’s auch schmucke rezeptpostkarten, eine davon sogar vegan! eine herbstliche variation der bereits verbloggten polnischen krautrouladen, daher denke ich kann man die adaption guten gewissens hier bringen. gibt’s übrigens auch käuflich zu erwerben im dazugehörigen büchlein „anders gärtnern in der stadt„:

wirsingrouladen mit kürbis-karotten-füllung aus den prinzessinnengärten

1 hokkaidokürbis
500g karotten
5 EL olivenöl
1 großer wirsing
100g kürbiskerne
salz, pfeffer, muskat

  1. kürbis entkernen und in kleine stücke schneiden, karotten schälen und ebenfalls klein schneiden
  2. gemüse auf ein backblech legen, olivenöl darauf gut verteilen, bei 180°C 15-20 min garen.
  3. 8 große, äußere blätter des wirsing abtrennen, die strünke entfernen. blätter so lange in kochendem salzwasser blanchieren bis sie weich sind und sich als wickel eignen. kurz mit kaltem wasser abschrecken, damit sie ihre schöne farbe behalten!
  4. kürbiskerne in einer pfanne mit etwas öl anrösten.
  5. kürbis und karotten mit einem pürierstab zerkleinern und mit salz, pfeffer, muskatnuss abschmecken. geröstete kürbiskerne dazu.
  6. füllung auf den 8 blättern verteilen, einrollen und mit küchengarn umwickeln.
  7. rouladen von allen seiten mit butter (alsan!) ca. 10 min. braten.

… dazu passt „kartoffel-sellerie-stampf“ :-)

zur umsetzung des stampf habe ich mir ein halbes kilo violette prinzessinnen-erdäpfel der sorte „arran victory“ genehmigt. der erdapfel per se wird übrigens von den freunden von „per definition zur traumfigur“ hymnisch besungen:

Kar­tof­feln aller Art ob fest­ko­chend oder süße
sind ein viel­fäl­tig ge­sun­des Schmack­haf­tes Ge­mü­se
ewig lange halt­bar, Kon­ser­vie­rungs­mit­tel­arm
Tau­send Zu­be­rei­tungs­mög­lich­kei­ten und au­ßer­dem vegan
Kar­tof­fel-​Stampf, Kar­tof­fel­brei, Brat­ka­tof­fel ohne Ei
Kro­ket­ten oder Pom­mes Fri­tes, Blech­kar­tof­feln und auch Chips

Fehlt dir der Ta­pe­ten­kleis­te,hilft dir die Kar­tof­fel wei­ter
wenn du ir­gend­was nicht schaffst: in der Stär­ke liegt die Kraft
Ge­eig­net auch als Wurf­ge­schoss, kommt es mal hart auf hart
und zudem ist Kar­tof­fel­druck Gue­ril­la Art

aus: Per Definition zur Traumfigur – Wie ich einen Elch mit der linken Hand erlegte [MP3]

in diesem sinne: do more guerilla art! und kartoffelstampf.

so long,
die hanna-princess

happy birthday, E.! nobel-lunch mit echtem essen.

liebe kati,

preisfrage: was macht eine veganerin in einem gasthaus namens kopp? die ganze karte vernaschen! was in wien nämlich urigst-traditioneller hotspot der schnitzi-schnitzi-fraktion, ist in berlin das gegentum: ein nobelschuppen for vegans only. gestern durfte ich mein hochfairehrtes E. ebendahin zu einem postgeburtstäglichen lunch im quasi namensgleichen kopps in der hippen mitte ausführen. kernaussage von E., getätigt beim schwarzwälder kirsch-dessert: „etwas das so echt schmeckt habe ich glaube ich noch nie gegessen!“ – das vegane obers hat doch verdammt an das omnivore „original“ erinnert, und in mir erinnerungen an das israelischen obers-geheimnis vom harvest-eiskaffee geweckt. aber zurück zum kopp’s-test:

geburtstagskindl E. und ich haben uns quer durch die karte gefuchst, vom visuell durchdesignten risotto an carpaccio von der gelben rübe und eingelegter grüner nuss (schmeckt laut E. nach dem markt in aleppo) bis zum traditionellen servietten-knödel mit schwammerlsauce – pardon: waldpilzrahm – und gegrilltem gemüse, dazu eine salat-variation mit gepopptem naturreis. danach eingangs erwähntes dessert á la schwarzwald. für alle gänge gilt: aromatisch, gediegen, edel.

kopps_main_2013

vegan lunchen im kopps: salat, serviettenknödel mit pilzsauce, risotto samt carpaccio, schwarzwald-dessert.

das ganze in freundlich-heller atmosphäre mit design-anspruch, aber nicht ungemütlich. dazu aufmerksamer service und mittags auch moderate preise. nice!

der linsenburger hätte mich auch noch sehr interessiert, war aber leider schon aus – „aufgegessen!“. der brotkorb mit veganem eiaufstrich war dann als finish doch zu heftig, als krönung gab’s stattdessen noch die käsevariation cashew / mandel / tofu mit tomatenmarmelade – die ratzfatz verschmaust wurde:

kopps_kaese_2013

H. & E. & die vorher-nachher-käseplatte.

auch rustikalere gerichte wie kartoffelpfanne, sellerieschnitzel und currywurst wären noch auf der karte gewesen, wir hatten allerdings unser mittagspensum schon erfüllt und sind trotz überschaubarer portionsgrößen doch nach der degustation angenehm satt aus dem kopp’s gewalzelt.

in diesem sinne: danke nochmal für den tipp, liebe lesterschwester, und ein nachträgliches herzliches happy birthday dem wunderbaren E.!

ich werf mich dann mal ins kongress-getümmel,
dir & den deinen einen entspannten samstag!

hanna

hallo berlin: „mit sojamilch müsstest du dich übergeben!“

liebes lesterschwein,

so der semi-charmante o-ton der netten dame hinterm tresen im boboesken café „milch und zucker“ auf die frage, ob man die „vanille-pflaumen-latte“ auch mit sojamilch statt vanille-sojamilch haben kann. nein, weil potentielle gastroentrische eruptionen. ok, ok, dann also mit VANILLE-sojamilch. bobo übrigens, oder nach H.-P. sprech auch „extrem-bobo“, wird man nämlich beim eintreten gleich mal von einer breitseite erleuchteter macbook-äpfel der lokalen digitalnomaden begrüßt.

und: surprise! das vanillezwetschkending ist sogar ziemlich lecker. schaumig-sämig, sanft im abgang, mit kräftiger zimt-note und hauseigener süße. lässt sich sicher auch formidabel mit unserem DIY-powidl nachbauen! dazu ein veganer kirsch-streuselkuchen:

berlin_milchundzucker_2013voilá, so der start in mein 50/50 urlaubs-/arbeits-wochenende in berlin. donnerstag vormittag um 10:30h um genau zu sein, wo die meisten cafés und läden natürlich noch geschlossen sind (kein echter bobo zeigt sich um diese unchristliche zeit in der öffentlichkeit). um 22:30h ist auch tatsächlich deutlich mehr los auf kreuzbergs straßen als im schnöden morgentau.

mademoiselle E. & ich foodshoppen des vormittags brav öko-hippie mäßig bei „kraut & rüben„, einem frauenkollektivistischen naturkostladen, der offensiv veganen brotbelag (zB „vom rauch“ by wheaty) bewirbt. we like! der at-home-snack war dann eine mischkulanz aus wachauer weckerln (!), avocado-hummus, curry-tofu, cashew-paprika-streich, gelben paprika und knallroten cherry tomaten. #omnomnom!

berlin_veganlove

nach einem besuch im büro der deutschen kollegInnenschaft, einer einheit yoga und einem richtig (!) böhzen mai tai mit kollegin G. im gediegenen, rot-samtig-schummrigen würgeengel auf der dresdner straße ging’s noch auf ein reparatur-mampf in einen asia-laden am heinrichplatz, COM-A oder so ähnlich. das gelbe thai-curry mit broccoli, paprika, tofu & konsorten war würzig-g’schmackig, nur der mit naturreis durchwirkte reis leider sehr feucht, daher nur begrenzt aufnahmefähig für die currysoßensache. außerdem kamen thai basilikum und coriander in zweigform daher, dekorativ zwar, aber kulinarisch nur begrenzt praktikabel. also mit händen und zähnen die blättchen vom stangerl gerupft und malerisch über dem hauptabendmahl verteilt. voilá! foto gibt‘ keins, s’war schon sehr finster und ich so furchtbar müde…

so, jetzt werfe ich mich mal in den arbeitsmodus und zum kongress-opening, in bälde gibt’s dann die nachberichte zum heutigen äußerst fancy lunch im kopp’s (danke nochmal für den tipp) sowie einem abstecher in die solidarisch-ökologisch-goldigen prinzessinnengärten!

yours boboesque,
das lesterschwein

PS: berliner lokalkolorit vom frühjahr gibt’s unter den stichworten morgen-watte und vegan-mampf nachzulesen!

her mit dem guten gemüse!

liebe kati,

stating the obvious: es herbstelt! gutes timing also für die erschließung neuer bezugsmöglichkeiten für das hauptnahrungsmittel von pflanzenfressern wie unsereins – gemüsen! es raschelt nämlich gerade gewaltig im wald der autonomen (blatt)gemüse: anfang dieser woche war der 1. ladentag in unserer neuen food-coop in der schönen leopoldstadt. derzeit noch im privaten rahmen für den engeren kreis einer illustren bürogemeinschaft samt nahumfeld definiert, haben S. und H.-P. sowie die diversen arbeitsgruppen während der vergangenen wochen ordentlich hineingebuttert, um mit der fancy foodsoftware und unseren schmucken liste regionaler produzentInnen den ersten bestelldurchlauf zu starten. eine tolle sache für uns CSAlerInnen, um den wöchentlichen solidarischen ernteanteil mit ebenso saisonalen, regionalen und möglichst biologischen frischvitaminen aufzufetten:

fc_lagerdienst_premiere

lagerdienst-premiere in der foodcoop: in papiersackerln abgepackte produkteinheiten von jungkraut bis hokkaido

zur verfügung stehen dank der untriebigen AG produkte auch brot, ätherische öle, gewürze, tees sowie fleisch & milchprodukte für die omnivoren foodkooplerInnen. das ganze ist die logische konsequenz nach einem halben jahr mal mehr mal weniger intensiver auseinandersetzung mit dem thema ernährungssouveränität – von CSA über ökoparzelle bis eben der neueröffnung einer eigenständigen food-koop (die übrigens gerade in ganz wien wie die schwammerln aus dem feuchten waldboden schießen, siehe dazu die liste auf foodcoop.at!).

du bist was du isst

ein aspekt dieser auseinandersetzung war der vortrag von H.-P. und der wunderbaren T. bei der parcademy im september unter dem motto „du bist was du isst“: vom großen bio-schmäh war da die rede, und dann auch die kernfrage, „ist bio gesünder“? ernährungsökologin T. sagt dazu klar „ja“, aber es braucht eine tüchtige end-ideologisierung der ganzen bio-schiene. nicht nur eine reine konsum-neuorientierung ist nämlich notwendig um unser lebensmittelsystem nachhaltig zu verändern, sondern auch politische einmischung. H.-P. ist dann von der ernährungsökologischen analyse auf die praxisnahen hands-on möglichkeiten aus eurem/unserem familiären umfeld eingegangen – frei nach dem leitgedanken: „Abseits des Prinzips Supermarkt: ökologisch, solidarisch, partizipativ.“ – die schon erwähnten ökoparzellen und solil-communities genau so wie guerilla dining oder auch DIY-waschmittel aus kastanien. fein war’s und danke H.-P. für’s immer wieder neue sachen entdecken und ausprobieren!

parcademy012_09-2013_ernaehrung

die parcademy 012 zum thema ernährungssouveränität mit T. & H.-P, CSA-gemüse, publikumsrekord und einer aufmerksam lauschenden lesterschwester :-)

danke für die schönen fotos an die parcademy-folks, das ganze album gibt’s auf facebook.

und noch mehr good news: im april 2014 findet das 1. österreichische forum ernährungssouveränität statt, und zwar im schloss goldegg im pongau:

Nyeleni_Forum_2014

den ganzen flyer samt aufruf gibt’s online als PDF, alle infos laufend auf ernährungssouveränität.at.

cu there!

alles feine,
hanna

PS: muahahahahahaaa! zu deinem erziehungsauftrag – ein totally subjektives thumbs-up! und nächstes mal unbedingst anrufen und das lesterschwein zur käsespätzleverkostung verpflichten, jawoll!

weng’am erziehungsauftrag warat’s g’wesen

liebe hanna,

erinnerst du dich, kürzlich hab ich irgendwas von konsolidierung geschwafelt und, dass die kinder neuerdings essen würden was ich koche. haha, sehr lustig. manchmal frag ich mich, ob die unseren blog lesen, aber wahrscheinlich nicht. offenbar haben die kids einen sechsten sinn dafür, wenn man anfangt sich zu entspannen und zu denken, jö, schau, jetzt geht’s in die richtige richtung. da kommt dann gleich die bremse und der erziehungsauftrag an muttern wird konsequent wahrgenommen.
du hast ja letztens das vegan-magazin mitgebrach und da war ein kässpätzle-rezept vom von mir sehr geschätzten roland rauter drin. super, hab ich mir gedacht, das essen wahrscheinlich alle.

ich will ja nix sagen, aber objektiv betrachtet wird mir von dem essen schlecht.

oje, da müss ma noch üben. subjektiv, schatzi, subjektiv wird dir schlecht. objektiv ist das der geile scheiß, weil was objektiv ist in dem haushalt, bestimm immer noch ich.
ja, eh, nochmal haha. diesen zug hab ich vor vielen jahren mittels sozialpädagogen-sprech abfahren lassen. das hat man davon, wenn immer „in meiner wahrnehmung…“ und „kann man natürlich auch anders sehen…“
besonders lustig: der herr sohn kam sich selber recht sozialpädagogisch vor. he, meint er, du sagst immer wir sollen nicht wäh zu deinem essen sagen also tu ich da ganz wertfrei meine meinung kund.

zu dem zeitpunkt noch amüsiert biet ich freundlich den salat an. der wurde aber auch nicht goutiert weil vogerlsalat!! mit kernöl!!! ja, sag ich, vogerlsalat mit kernöl, das ist steirisch. aber, so der herr sohn, das ist nicht original. original, macht’s nämlich sein vater. original gehört der mit speckdressing.

willkommen in der welt eines patchwork-pubertierenden. die alten spinnen wechselweise rum und man selber ist der einzige der da ganz objektiv den überblick über richtig und falsch behält. andererseits, war bei mir auch nicht anders, ganz ohne patchwork.

fazit, liebe schwester, wenn ich das nächste mal den geilen scheiß ausprobier ruf ich wieder dich an und sag, ich hab das erste mal vegane kässpätzle gemacht, magst rüber kommen probieren. dann essen die kinder es zwar trotzdem nicht, aber H.-P. und ich sind subjektiv nicht mehr so sehr in der minderheit.

kässpätzle a la rauter, nur ein bissel anders
collage_spätzle

für die spätzle
500g mehl
400 ml wasser
100 ml pflanzenmilch
5 el rapsöl
muskatnuss
salz
pfeffer

für die käsesauce
300ml wasser
150 ml hafercuisine
100 g cashewnüsse
40 g alsan
40 g mehl
5 el hefeflocken
1 tl zitronensaft
2 knoblauchzehen
salz
pfeffer

zwiebeln
mehl
öl

für die spätzle aus allen zutaten einen sehr zähen teig machen und durch ein spätzlesieb in siedendes salzwasser reiben. die, die oben schwimmen sind fertig und zum abschöpfen.
für die sauce alles zutaten bis auf alsan und mehl fein pürieren. in einer pfanne alsan schmelzen, mehl darin anrösten, sauce dazugeben und unter rühren 10 minuten kochen. dann die spätzle dazugeben, mit den röstzwieben bestreuen, fertig.

und die röstzwiebenl gehen so: zwiebeln in mehl stäuben und in heißem öl frttieren. das geht natürlich schwer neben dem anderen gekoche. also entweder man hat hilfe von fräulein S. oder man mach die zwiebeln vorher.

im originalrezept werden die zwiebeln vor der käsesauce in der pfanne angebraten (ohne mehl natürlich) und dann zur seite gestellt. aber wir mögens halt gern knusprig.

das war’s und viel spaß in berlin! freu mich schon wenn du wieder da bist.

dein lesterschwein

undogmatisch im kerzenschein

liebe kati!

das war ja wohl die schnellste event-nachberichterstattung unserer bloggerInnen-laufbahn. respect, liebes lesterschwein! ich stimme dir in allen geschriebenen und nicht-geschriebenen punkten zu (surprise), und hier folgt nun noch mein minimal-senf zum food blog award 2013 vergangenes wochenende:

afba13_lesterschwestern

siegesjubelnde lesterschwestern beim #afba13 foodblog award im hotel daniel (c) katharina stögmüller

seit unserem tatsächlich schwer unerwarteten (stichwort: pixel-pics vs. highend-foodp0rn) und dementsprechend für mich persönlich um so epischeren win überkommt mich mehrmals täglich die überraschende erkenntnis, das wir (!) wirklich (!!) den 1. platz in der kategorie vegetarisch & vegan abgeräumt haben. und das unter 350 einreichungen, davon 220 blogs in 5 kategorien. ja, trotz handy-fotos und gammel-curry. wer hätte das gedacht, damals, beim unschuldigen blog-start, dem 1. furz?

jurorin T. hat für uns in ihrer persönlichen laudatio ein paar der gründe zusammengefasst (freufreu!):

wer mich ein bisschen kennt, weiß, wie wichtig mir die ethischen aspekte in der ernährung sind. wer mich ein bisschen besser kennt, weiß, dass ich, obwohl ich alles esse, viele beweggründe der vegetarierInnen und veganerInnen mittrage, dass ich mir aber schwer damit tue, wie der diskurs oft geführt wird. ich freue mich sehr, gerade euch beiden die gewinnerInnenplakette überreichen zu können, denn ihr macht das meiner meinung nach großartig: ihr führt auf eurem blog einen diskurs, der intelligent ist, ausgewogen, authentisch und wunderbar undogmatisch … und dazu herrlich unterhaltsam.
herzlichen glückwunsch, kati und hanna!

apropos plakette: ein paar der siegreichen kollegInnen haben feine wir-mit-der-plakette-pics, die lesterschwestern waren jedoch mal wieder zu sehr mit dem kardamom-spritzer beschäftigt. daher nur eine low-fi variante im kerzenschein (oldschook-nokia-handyfotos, olé):

afba13_plakette_web

in diesem sinne: danke jury! wer sich übrigens ein bild der verleihungs-sause machen will – hübsche fotos gibt’s bei den blogkumpanInnen wie dem schicken stepford husband und den newcomern von because you are hungry. und: auf foodblogaward.at/event

neben dem persönlichen freudentaumel samt gebührender begießung beim pop-up heurigen im flanschwerk gab’s seit samstag auch jede menge sozialmedialer response – ebenfalls heißen dank an dieser stelle den lieben facebook- & twitter gratulantInnen sowie blog-kommentatorInnen. und: auch diepresse.com hat den foodblogaward wohlwollend ins schaufenster gestellt… küchenschlacht galore!

2013-10-21_diePresse_Schaufenster

palim palim, jetzt können wir die fremd- und selbstbeweihräucherung auch wieder ruhen lassen, eine blogpost-drafts von frischem lokalkolorit bis zur pflanzenschoko-testreihe warten auf fleißiges publishing… und ein berlin-ausflug steht diese woche ja auch noch an :-)

gähn & gute nacht,
das schwesterlein