wurst, wurst oder wurst?

liebe kati,

während du mit HP die un-tiefen der campingplatz-seele erradelt hast, war ich mit dem gospelchor kreuz und quer durch OÖ unterwegs. eine mini-tournee, quasi… witzig, aufregend, anstrengend! freitag linz, samstag braunau – anfang april waren wir ja schon in wien & strasshof. einerseits sehr intensiv weil natürlich umfassende logistik, strenger zeitplan (check-check-soundcheck), lange abende (unser aktuelles repertoire mit 5 künstler-portraits, solos, duos, trios, dem kinder-sing-projekt oder auch mal einem gast-chor dauert so ca. 3 stunden mit pause), auf-/ab-/umschminken, last-minute-bügel-sessions sowie büroklammer-reißverschluss-hacks & co, dazwischen palavern mit konzertgästen wie der linz-crew S. & R., dann noch technik-abbau, mit dem bus durch die nacht und irgendwo in ein bett fallen – dafür tags darauf mitten in der herrlichsten landschaft aufwachen! ich weiß zwar noch immer nicht wo genau wir da waren, aber ich war am freien vormittag zwei stunden auf wald & wiese unterwegs, hab blühende bäume und wiesen instagrammisiert und mich der sommersonne erfreut. also, land und so – an solchen tagen versteh ich das dann schon warum es einen in die einöde zieht, spießig hin oder her, schee is scho!

chor_tour_ooe

irgendwo in OÖ: grüne wiesen, blühende bäume, prächtigstes wetter sowie ein päuschen in aschach an der donau.

dann ging’s mit basssänger W. gen westen, unterwegs lunch-stopp im herrlichen aschach an der donau (very spitz-mäßig!), wieder tollste frühlings-landschaft, nach dem soundcheck im VAZ braunau ein abstecher zu fuß über den inn nach deutschland (ja, das geht, war mir gar nicht bewusst wie grenznah das liegt) und sogar noch ein eis.

auch kulinarisch ist so eine tour nämlich ein spannendes erlebnis, ich bin ja meist basis-selbstversorgt mit einer handvoll müsliriegeln und obst, in linz hatten wir vor dem konzert eine runde pasta, und guad is. in braunau dann gab’s eine jause mit wurstsemmerl, gefolgt vom abendmenü: suppe mit wurst, danach wurstalat oder nudelsalat mit wurst! hahahaha… ich hab echt tränen gelacht. die frau, die uns das vorbereitet hat, war total nett und alle irrsinnig bemüht und der kuchen danach war bombe, aber pflanzen essen ist anscheinend dort noch nicht so das ding. wozu gemüse, wenn man wurst haben kann? ich hab mich dann mit mais-chips und dem gemüseaufstrich vom penny neben dem VAZ über den abend gerettet, auch nicht tragisch. bei der nächsten tour vielleicht doch als backup ein glaserl tofuspeis, von dir inspiriert.

auf der gemüsefront hat heute A., der grad auf heimatbesuch ist, sich vom vegan-for-fit schinken inspirieren lassen und an gefülltem probiert. wurde ein feiner erstversuch, wenn auch etwas zu gut gemeint mit dem mandelmus ;-) außerdem doppelte portion weil am segelschiff standardmäßig für 13 leute gekocht wird, daher sind die portionen in den ersten tagen der heimatlichen küche oft ziemlich überdimensioniert für 2 personen… ;-) jedenfalls hier das rezept dazu, freestyle vom herrn O.:

lesterschweine_vegan_zucchinigefuellt

gefüllte zucchini & melanzani, mit richtig viel mandelmus getoppt.

gefüllte zucchini und/oder melanzani

2 zucchini
1 melanzani
anderes gemüse zB 1 karotte, 1 fenchel, 1 frühlingszwiebel oä
1 kl. zwiebel, 2 zehen knoblauch
1/2-1 tasse cous cous
1/2l tomaten passiert
1-2 EL tomatenmark
1 schuss weisswein
rosmarin, salbei, italienische kräuter
salz, pfeffer

  • zucchini und/oder melanzani halbieren und aushöhlen, fruchtfleisch klein schneiden, zwiebel & knoblauch schälen und fein hacken. karotten und fenchel auch fein schneiden. couscous in heißer gemüsebrühe aufquellen lassen.
  • zwiebel in olivenöl anrösten, gemüse dazu, knoblauch kurz mitrösten. tomatenmark darunter rühren, kurz anbraten, mit weißwein ablöschen.
  • gemüse mit couscous vermischen, in die ausgehöhlten hälften füllen. passierte tomaten mit knoblauch und gewürzen vermischen und in eine feuerfeste form gebe, die gefüllten hälften reinlegen. ein bisschen mandelmus darauf verteilen.
  • alles für ca. 30-45 min. im backrohr bei 180°C garen.

ach ja, und um die konzertgeschichten abzuschließen: eine polizeikontrolle gab’s dann auch noch, so kurz nach der abfahrt aus braunau um ca. 23h – die junge frau cop wollte erst wissen, wohin wir fahren („wien!“ – „wos woit’sn do??“) und ob wir echt ein chor sind?! die haben wir dann dermaßen niedergegrölt dass sie uns freiwillig gleich weiterfahren gelassen hat ;-) (applaus gab’s auch.)

hallelu!

bis bald,
dein hannalein

aus eins mach drei

liebe hanna,

letzten sonntag sind hp und ich bei frühlingshaften temperaturen mal wieder dem guten leben hinterhergeradelt. diesmal im tristingtal. wir kommen ja langsam in das alter, wo es eine(n) zeitweise ein bissel auf land zieht und da stellt sich natürlich die frage wie das zu bewerkstelligen ist, wenn man erstens wenige finanzielle ressourcen hat und zweitens gartenarbeit blöd findet. die naheliegende und bisher verfolgte strategie ist die, das zelt auf radl zu packen und ein bissel in der gegend rumzugurken. jetzt ist so die idee aufgetaucht, das eventuell ein spurli seßhafter zu gestalten. zugegeben: ich bin da innerlich schon ein stück weit ambivalent. ich erinnere mich noch, wie frau knecht in ihren kolumnen, die ich sehr schätze, angefangen hat zunehmend vom  haus im waldviertel zu schreiben. oje, hab ich mir gedacht, jetzt wird sie spießig.

ich für meinen teil bin ja im herzen eine camperin, sozialisiert durch jährliche sommerurlaube mit dem papa in krumau am kamp, immer am selben platz, immer mit dem wahnsinns steilwandzelt aus st. tropez. ich entspann mich schon, wenn ich nur an campingplatz denke. was liegt also näher, als richtung dauercamping zu denken.

ich muss sagen, das haus im waldviertel ist an spießigkeit noch um einiges zu toppen. ich sag dir, lesterschwein, neue welten haben sich mir da im triestingtal erschlossen. ganz klar, jedem das seine, aber ich muss, zugeben, ich wusste gar nicht, dass es sowas gibt. dauercampingplätze, wo zu 90% fixe wahnwagen (ähm wohnwagen mein ich natürlich) und hütterl stehen, immer mit einem zaun und oder einer thujenhecke drum rum. alles schön abgegrenzt und en gros so gestaltet, dass der blick keine drei meter weit reicht. das nennt sich dann „freie natur“. ich sag nur, schrebergarten, schas dagegen. zu uns waren alle sehr freundlich, keine frage, das lag aber auch daran, dass wir keine türken sind weil: „die mag ich nicht, die reden nicht deutsch und die grillen so viel. solche nehmen wir hier nicht.“

wohnwagen_2

das gute ist, es ist durchaus auch eine feine sache herauszufinden wo man nicht hinpasst. und vielleicht bleib ich einfach noch ein bissel beim zelt am radl. in diesem fall haben hp und ich noch ein bisschen dem vogelgezwitscher gelauscht, ein tässchen tee getrunken und ein paar seifenblasen in die gegend geblasen. und schwuppdiwupp saßen wir schon wieder am rad.

tristingtal

was das triestingtal kulinarisch so hergibt haben wir gar nicht herausgefunden, wir waren nämlich 1a selber versorgt und das ging so:

frühstück: tofuspeis

ja ich weiß, die ist in letzter zeit recht viel zitiert, aber es ist einfach auch das liebste meiner basisgerichte. in diesem fall:

2 zwiebeln fein gewürfelt
drei karotten, geraspelt
1 pkg. räuchertofu, mit der gabel zerdrückt
1 el tahina
1 tl curcuma
1tl salz

gemüse in öl tüchtig anrösten, tofu mitrösten, tahina und curkuma dazu und ordentlich umrühren. zwei drittel aus der pfanne nehmen und zur seite stellen.

2 hand voll vogelmiere, klein geschnitten unter das restliche drittel mischen. frühstück fertig. ev. noch einen schuß kürbiskernöl drüber.


mittagessen: dinkelsalat

dinkelsalat_1

2/3 tofuspeis
1 bund asiasalat
eine tasse dinkelreis
essig, öl

dinkelreis in doppelter menge wasser weich kochen, und die tofuspeis mischen. asiasalat (oder 20 dag salat oder spinat anderer art) klein schneiden und darunter mischen, mit essig (z.B. apfelbalsam) und öl (z.b. olivenöl), salz und pfeffer abschmecken.

das lässt sich super in gläser abfüllen und ist ein optimales radleressen. bekömmlich, sättigend, lecker.


abendessen: restlgröstl

gröstl

reste vom dinkelsalat (gehen natürlich auch reste von tofuspeis)
1/2 kg erdäpfel
1/2 bund petersilie
ev. 1 zwiebel, fein geschnitten
kümmel

erdäpfel kochen, schälen und in scheiben schneiden, in einer pfanne (mit der zweibel) in etwas öl anrösten, den restlichen dinkelsalat dazukippen und alles durchmischen. nochmal mit salz und pfeffer abschmecken.

zu pfingsten werden sich hp und ich wieder aufs radel werfen und uns die gegend um lundenburg (breclav) ansehen und dort ein paar neue campingplätze auschecken. ich bin gespannt ob auch dort wieder unsere campingplatzregel nummer eins zutrifft: je rustikaler und versiffter die sanitäranlagen umso sympatischer der campingplatz.

aber es gibt natürlich mindestens einen campingplatz wo diese regel nicht zutrifft: krumau am kamp!

alles liebe, dein läster- äh, lesterschwein

wir schöpfen aus der fülle

liebes fress… äh… lesterschwein,

so viele schöne lokaltipps! da muss ich auf jeden fall auch das eine oder andere ausprobieren. und danke für den tipp mit der vogelmiere! hab ich ich auch bestellt und die ist sehr ergiebig und funktioniert als alles. echt super. tofuspeis, salat, abruzzisches abendbrot. ist quasi salat, spinat und petersilie in einem. wirklich cool, so ein unkraut. jaja, die überraschungen der foodcoop.

letzten dienstag hatte ich ladendienst, und es waren wieder einige leute da, um sich anzuschauen was wir da so machen. und da kam die wenig überraschende frage, was denn nun bitte besser daran sei in der foodcoop einzukaufen, als auf den markt zu gehen, und dort beim biobauern zu shoppen. preislich ist da zwar ein bissel unterschied, aber eigentlich gehts doch um etwas anderes. ich konnte es nicht so recht in worte fassen. und kurz hab ich mich dann gefragt, ob ich vielleicht auch auf den markt gehen würde, wenn ich es mir irgendwie vorstellen könnte am wochenende einkaufen zu gehen. vielleicht ist die foodcoop ja auch einfach der greissler von boboville für leute mit zuviel zeit- und energieressourcen, denen fad im schädl ist.

gut, dass ich soviel radlfahr, da hab ich viel zeit solche fragen durch den kopf gehen zu lassen, bis mir der knopf aufgeht. genaugenommen ist mir der knopf aufgegangen, als foodcooplerin E. uns allen gemailt hat, dass es nett wäre, wenn jedeR ordentlich abwiegt, weil es nicht schön ist, wenn man als letztabholende zu wenige karotten vorfindet, und dann noch dazu eine davon schiach ist.

da ist mir dann aufgefallen, dass es gar nicht so selbstverständlich ist, dass bei uns im normalfall und im großen und ganzen alles rund läuft. es funktioniert ja schließlich nicht wenig auf vertrauensbasis. und mir ist aufgefallen, dass eine foodcoop ein mikrokosmos ist, indem wir im kleinen ausprobieren wie das so funktionieren könnte, wenn nicht „immer alles“, wenn nicht „ich zuerst“. wie das ist, wenn man draufkommt, dass man das wohl von allen im auge behalten muss, weil das ganze werkl sonst nämlich nicht rennt.

grundsätzlich haben wir tolle produkte zu einem fairen preis und können dankbar sein so super versorgt zu sein. wir schöpfen aus der fülle.

nichtsdestotrotz ist immer wieder ein ei angedepscht oder ein glas angegrindelt. von irgendwas kommt zuwenig, von was anderem zuviel. die äpfel lassen sich nicht auseinanderwiegen, weil sie zu groß sind. und im sommer sind nicht alle tomaten gleich schön. da macht es dann eben auf dauer einen ziemlichen unterschied, ob sich die ersten, die abholen immer die schönsten sachen aussuchen und tendenziell lieber ein bissel mehr nehmen als ein bissel weniger, oder ob mit der haltung abgeholt wird – da kommen noch andere nach mir, ich schau, dass für die genug und etwas schönes da ist. ich fahr eh gleich nach hause, also nehm ich das abgedepschte ei, weil ich kanns gleich einkühlen.
ich fand es auch voll nett, als mit R. eine avocado angeboten hat, weil ich mir weniger äpfel genommen hab. und ich fand es auch super, dass C. nicht gefragt hat, welcher job der coolste ist, sondern wissen wollte wo sie gebraucht wird. und ich find es großartig, dass das alles einfach klappt. es steht haufenweise zeug rum, es wird keiner kontrolliert, kaum abgesperrt, jedeR nimmt sich. und das ist nicht nur bei uns so. wir sind ja grundsätzlich ziemlich organisiert mit software und so. es gibt foodcoops, da werfen die leute geld in ein leeres gurkengles (schmähohne!) und das funktioniert auch.

es ist auch super, wenn sich jemand findet, um für den ladendienst einzuspringen, einfach weils grad geht, und sich nicht denkt – ich hab diesen monat eh schon, geht mich doch nix an. und ja, im grunde ist es nur ein kleiner kaufmannsladen, aber ich find den begriff „gemeinwohl“ recht abstrakt, und für mich ist das tatsächlich eine ganz kleine spielwiese, wo wir das ein stück weit ausprobiern können. schließlich geht’s doch um kooperation, statt konkurrenz, um miteinander, statt gegeneinander, und darum, die erfahrung zu machen, dass es für mich nur dann wirklich fein ist, wenn es für die anderen auch fein ist. und solche wechselwirkungen kriegen wir am freien markt, egal ob romantischer karmeliter-bauernmarkt oder supermarkt, ja gar nicht mit. und nicht zuletzt finde ich, dass uns ein bissel selbstverwaltung nicht schadet, in einem system indem wir es gewohnt sind dann und wann eine stimme abzugeben (will ich überhaupt meine stimme abgeben?) und uns über „die da oben“ zu beschweren.

und insofern ist foodcoop tatsächlich ganz etwas anderes als bauernmarkt. und ich kann sagen, bei mir hat es sehr wohl ein bissel gedauert, mich vom – ich hab bezahlt, also steht mir zu – zu verabschieden. man tauscht den vermeintlichen persönlichen vorteil gegen  community ein.

und das ist, um an meinem letzten post anzuknüpfen, auch der grund, warum wir wieder mehr auf die straße gehen sollen. sicher, um die stimme zu erheben. und sicher, um widerstand sichtbar zu machen. aber vor allem, finde ich, um uns als teil einer community zu erleben, die etwas anders gut findet, als arbeitszeitflexibilisierung, die abschaffung des wohlfahrtsstaats und neoliberalen die-starken-zuerst-schwachsinn. ich hab mit dem grrbrr schon mal drüber geredet. wahrscheinlich ist die wirkung nach innen, von solchen aktionen mindestens so wichtig wie die wirkung nach außen. und es ist doch eine spitzensache mit meinem schwesterlein zu den sambabeats des brüderleins die gegenbewegung zu tanzen.

a propos letzter post: in aller kürze noch die ergebnisse meiner bescheuerten sojamilch-recherche. kurz gefasst: alles bullshit. joya war ein produkt der österreichischen monagruppe, diese wurde von der hain-celestial-group AG übernommen. alpro gehört danonewave. unnötig zu sagen, dass beides börsennotierte unternehmen sind, die international agieren und milliardenumsätze erzielen. die sojabohnen für bei uns erhältliche bio-sojamilch werden auf der ganzen welt, bis hin zu china produziert und … tja, was soll ich sagen. für mich gilt das gleiche wie für alle anderen auch. ich kann nicht erwarten, dass alles anders wird, und gleichzeitig alles gleich bleibt. ich kann nicht, sosehr ich es mir manchmal auch wünschen würde, erwarten, dass es irgendeinen ernstzunehmenden unterschied macht, ob ich im supermarkt in regal a oder regal b greife. ja, ich verwende noch immer sojamilch. aber ich tu nicht mehr so, als hätte das irgendeinen positiven ökologischen impact. aber wenn ich nicht grad soja-latte schlürfe und klammheimlich meinem hedonismus fröne, dann koch ich feine sachen „von da“ und „mit ohne“. hier also zum abschluss wieder ein rezept aus der kathegorie (fast) 100% foodcoop.

sautierte austernpilze mit vogelmiere

austernpilze

1 el öl
250g austernpilze
1 zwiebel
1/2 bund petersilie
eine hand voll vogelmiere
1 schuss weißwein (der ist nicht aus der foodcoop, aber selbst gelesen – ha!)

zwiebel und geschnittene austernpilze ordentlich in öl anrösten (nicht zuviel umrühren!), mit wein ablöschen, klein geschnippelte petersilie und vogelmiere dazu, kur umrühren. mit salz und pfeffer abschmecken. wenn man eine beilage möchte eignet sich zum beispiel dinkelreis.

a propos dinkelreis: da hab ich noch eine idee auf lager, wie man aus einem gericht drei macht, unter anderm mit dinkelreis. aber das ist eine andere geschichte, die kommt beim nächsten mal.

bussi und bis bald,

dein lesterschwein kati

#wienliebe und das 3×3 des veganen fremd-essens: 12 lokaltests!

liebes lesterschwein,

jahaa, da ist ein rechenfehler im subject, nicht nur weil sich am wochenende mein hirn abschaltet, sondern… na mehr dazu später ;-) also wien ist schon sehr super, das sieht man einerseits daran, dass es ur viele möglichkeiten gibt, communities zu bilden (mehr zu deinem herzsturm ein ander mal, ich will da noch was sagen!) und andererseits, in profaneren dingen, leiwand vegan essen zu gehen – ich sag nur: steak!…

steak_vegan_vezziez_wien

pfeffersteak bei veggiez neben der oper

… und andererseits an den vielfältigen coolen orten in allen jahreszeiten, wie es die bereits mehrmals erwähnten bartolomeybittmann eindrucksvoll beweisen (unfasslich, wo man überall streichinstrumente spielen kann!). erinnert mich auch ein bisschen an taste of vienna, diesen visuellen wahnsinn in hochgeschwindigkeit…

jedenfalls, essen!

ich koch ja ur gern selber (highlights im frühling bisher: moussaka from heaven! leiwande quiche mit kürbis & sonnenblumenkernen! fenchelrisotto mit avocado! besteste brat-vurst mit kürbis-thymian-püree, yeah! außerdem unessbare vegane mac’n’cheese, aber das ist eine andere geschichte…), war aber in letzter zeit trotzdem auch recht oft fremd essen. einerseits aufgrund neuer büro-location in 1010, da muss man natürlich mal die hood auschecken, andererseits weil „ich muss lokale testen. für den blog. weißt eh…“ eine super ausrede ist, um fancy zu speisen und neue sachen auszuprobieren. außerdem fernbeziehung, und manchmal freut’s mich dann allein daheim rumwerken doch nicht. also, hier die 3×3 4×3 most recent restaurant-erprobungen seit anfang des jahres, in völlig wahlloser reihenfolge:

lesterschweine_lokaltest_wien_2018

1. reihe: lebenbauer, cafe eskeles, taste of india – 2. reihe: ballsy, bao bar, kim kocht take-away – 3. reihe: anker, freshii, swing kitchen

  1. lebenbauer, 1010 wien: nobles vollwert-restaurant zwischen burgtheater und freyung, es gibt auch günstigere mittagsmenüs aber ich hab letztens mal wieder beim seitan-braten mit maroni und rotkraut zugeschlagen, ur lecker, auch ziemlich große portionen – da wird man trotz gehobener preise schön satt!
  2. cafe eskeles im jüdischen museum, 1010 wien: geheimtipp, total nettes orientalisch-modernes essen, gute mittagsmenüs, alles veggie-vegane gut sichtbar in der karte grün markiert und einen urleiwanden veganen burger. empfehlung – aber mittags unbedingt reservieren…
  3. taste of india, 1040 wien: wo kann man hingehen, wo es für alle was gibt? zum inder! mit V. & P. spontan in diesem laden auf der margaretenstraße eingefallen, und von allen fleischsorten über veggie bis vegan ist alles möglich – und lecker. es gibt sogar vollkorn-fladen!! die schummrig-ramontische beleuchtung macht essensfotografie völlig unmöglich, bei eintöpfen sowieso schon eine challenge, aber geschmack und menü-vielfalt sind ungeschlagen.
  4. ballsy, 1020 wien: am volkertmarkt gibt’s ein lokal, das nach baukasten-prinzip div. bällchen mit div. soßen und div. beilagen kredenzt. die vegane variante war leider… fad. gelb-grüne, trockene kichererbsen-bällchen, dazu gräuliches, bröckeliges hummus, grün-gelbes sauergemüse und gelbes kraut. optisch und geschmacklich leider nix!
  5. bao bar, 1070 wien: das „bao bun“ ist ein im dampf gegartes, extrem fluffiges asia-semmerl, gefüllt wird’s in der veggie-variante mit knusprigem tofu, avocadocreme, kimchi-rotkraut und einem urgeilen, scharfen pseudo-ketchup. voll lecker!!
  6. kim kocht take-away, 1090 wien: zufällig dran vorbeigestolpert und einen nudelsalat mit sojasproßen und erdnusssoße mitgenommen. geschmacklich OK, könnte erdnussiger sein, aber vor allem: kaum gemüse… hauptsächlich nudeln und sojasprossen. da geht noch was.
  7. anker, 1010 wien: die filiale am stephansplatz ist 100% vegan, ich bin mal heißhungrig dort eingefallen und brauchte was to-go. das „hummus-cashew-eck“ mit viel räuchertofu, getrockneten tomaten und rucola ist auf den ersten bissen ziemlich hart und trocken, ich hatte es dann aber trotzdem innerhalb von 4 ubahn-stationen weggemampft. geschmacklich nah am leberkässemmerl, wird zur mitte hin immer saftiger!
  8. freshii, 1010 wien: noch selten war ein lokalname dermaßen… daneben. was sich als „fresh“ anbiedert, ist dann bei näherer betrachtung eine lieblos zusammengewürfelte „bowl“ mit picksüßer fertig-bbq-soße, im „pad thai style“ nudelhaufen waren statt erdnüssse tatsächlich BACKERBSEN! (??), frisches gemüse ist nur in spuren vorhanden, what the fck…?
  9. swing kitchen, 1090 wien: der schillinger expandiert mit den fastfood-läden im sixties-style ja wie sau, die qualität bleibt glücklicherweise gleich. nach langem mal wieder einen g’schmackigen swing-burger mit leiwanden pommes und der schrägen limetten-mayo (ich bin ja sonst mehr für ketchup…) probiert, gut wie immer!

scheiße, jetzt sind mir noch drei eingefallen!! immer grad wenn man den post fertig und die foto-collage zusammengestellt hat… also here we go:

lesterschweine_wien_lokaltests_vegan_3_2018

veggiez, xu’s kitchen, anni’s bröselei

  1. veggiez, 1010 wien: von da wo das steak ganz oben war! und das war super! ansonsten umfangreiche karte, fokus auf gesund & low carb und so – dazu teure smoothies und kram. hier drüber noch eine quinoa-bowl mit seitan-geschnetzeltem. nicht billig, aber sehr lecker! schön saftig mit frischem gemüse, veganem tzatziki mit gurke & dille. und überhaupt super: das schoko-mousse danach ;-)
  2. xu’s kitchen, 1070 wien: dauerbrenner und den fake-fleisch-fetischisten wie meinereine eine ist, wobei statt „verboten guter ente“ oder „crispy chicken“ mein all-time favourite ja eigentlich die gedämpften dim sum mit gemüse sind, dazu sojasoße mit hardcore viel knoblauch…. ooooooohm. fun fact: bei meinem letzten besuch war am nebentisch ein junger typ mit seinen freunden, der es nicht gepackt hat, dass all das „vleisch“ in der speisekarte KEIN tier sein soll :-D
  3. anni’s bröselei: mit kollegin C. vorbeigestolpert, wir haben ja unter anderem die gemeinsamkeit, um spätestens 11:30h mittagshungrig zu werden. deshalb waren wir an dem tag auch die allerersten gäste bei „anni’s“, alle sachen dort sind vegan, vieles auch glutenfrei oder so. das risotto war solide, ein bisschen zu flüssig, hätte noch etwas mehr geschmack vertragen… aber sonst total stimmig und netter kleiner lunch-laden.

so!

aber jetzt: wer noch weitere tipps & empfehlungen für unseren lokalkolorit hat – immer her damit! wir freuen uns über kommentare :-) ich verlink die heutige list da auch noch hin…

bussi,
das fressschwein

erstürme mein herz

liebes lesterschwein,

danke für die osterschoko! ich hab sie noch nicht geknackt, die heb‘ ich für unsere nächste schwesterliche sause auf. stell dir vor…

letztens war ich mit hp und unserem musikfreund im kino und wir haben uns bootes neuen film „the green lie“ angesehen. obwohl da nicht soviel neues kam wie erwartet war doch der eine oder andere denkanstoß dabei.

nicht neu war zum bespiel die erkenntnis, dass wir die welt nicht retten werden, indem wir im supermarkt irgendwelche dinge kaufen, die mit ökigen bildchen verziert sind. seltsame „gütesiegel“ für „nachhaltigkeit“ machen die welt nicht besser und gesünder. sorry leute, vergesst supermarkt-bio. industriell gefertigtes zeug, vor allem mit, aber auch ohne palmöl, dass von multinational agierenden konzernen produziert und vertrieben wird ist und bleibt böse und kein label dieser welt wird was dran ändern.

eine gute erinnerung war, dass wir ganz generell und überhaupt die welt nicht durch konsumentscheidungen verbessern werden, und es vielleicht langsam mal wieder an zeit wäre uns als bürgerInnen und nicht als konsumentInnen zu begreifen.

ein echtes aha war für mich jedoch, ein kleiner satz von frau hartmann. die hat nämlich gesagt, dass der hauptschaden, den die konzerne mit ihrem green washing anrichten gar nicht der ist, dass sie uns dinge als „nachhaltig“ und „ökologisch“ verkaufen, die das gar nicht sind, sondern dass uns vorgegaukelt wird, wir verändern die welt als individuen durch konsumentscheidungen, anstatt als gemeinschaft durch politisches handeln. eigentlich eh klar. im stillem kämmerlein am fair-trade sojalatte zu nuckeln und sich gemütlich die alsan aufs dinkelweckerl zu schmieren mag sich vielleicht im ersten moment gut anfühlen, aber besser wird davon nix. im gegenteil. herr patel hat im film ganz richtig darauf hingewiesen, dass es ja wohl nicht sein kann, dass wir zwischen fairem kaffee und arschlochkaffee wählen sollen und es ein untragbarer zustand ist, dass wir beim einkauf quasi entscheiden sollen, ob wir heute menschen ausbeuten oder doch nicht. aber: es kann nicht alles anders werden und gleichzeitig alles gleich bleiben. um es mit herrn welzer zu sagen: die immer-alles – kultur*, ob vegan oder nicht, wird sich nicht ausgehen, wenn es allen leuten gut gehen soll.

so, liebes lesterschwein, und was heißt das jetzt für mich? für uns? ich kann und will ja nicht einfach aussteigen aus meinem 1. welt menschenleben. ich bin ja teil des systems von dem ich gleichzeitig sage, blöd irgendwie. und was kann ein einzelnes lesterschwein schon verändern?

diese fragen sind mir die ganze woche durch den kopf geschwirrt, während ich durch die gegend geradelt bin und schlussendlich hab ich bemerkt, für mich ist der dreh- und angelpunkt die aussage von frau hartmann. es geht nicht darum alleine „das richtige“ zu tun, was auch immer das sein soll, sondern sich in der community zu organisieren. deswegen ist die foodcoop für mich auch mehr als eine einkaufsgemeinschaft. erfahrungsgemäß brechen die leute, die einfach nur zeug bestellen und es abholen auch früher oder später wieder weg. es ist ja eigentlich doch bequemer die sachen einfach beim supermarkt ums eck zu holen. das hab ich auch bei mir selber beobachtet. der mehraufwand funktioniert auf dauer nur, wenn ich mich mit den menschen verbunden fühle, wenn ich mich darauf freue sie zu treffen beim ladendienst. wenn ich gerne aufgaben übernehme, wenn das sinn für mich macht, wenn ich daran glaube, dass es doch möglich sein muss, mich im großen und ganzen mit dem zu ernähren, was es um mich rum so gibt. und das ist nicht unbedingt bequem. einen tag in der woche zeit zu haben lebensmittel zu bestellen und zwei stunden in der woche zeit zu haben diese abzuholen mutet in zeiten wie diesen (ich sag nur „immer alles“) doch ziemlich anachronistisch an. aber wenn man sich mal daran gewöhnt hat ist das gar kein problem. und außerdem:

echte entwicklung kann viel sein: interessant, abenteuerlich, herausfordernd, neu, überraschend, gruselig, schön- nur eines ist sie nie: bequem.

echte entwicklung verbindet mich mit anderen menschen und berührt mich im herzen. eigentlich sollte der titel dieses blogposts ja „niemand ist eine insel“ sein. aber dann bin ich drauf gekommen, dass 1. john donne mit launigen sprüchen nur so um sich geworfen hat (auch schön: „hier lieg ich, von der lieb erschlagen) und 2. es um mehr geht, als sich nur zusammen zu tun. ich muss schon mit dem herzen dabei sein. darum:

erstürme mein herz!

und ja, ich weiß dass ich hier kürzlich über datteln geschrieben hab, aber hey, es geht schließlich um entwicklung, nicht um perfektion. und ich neige auch nach wie vor zu irrationalen übersprungshandlungen. zum beispiel hab ich kürzlich recherchiert, ob es nicht doch vertretbare sojamilch im supermarkt gibt. aber vom diesem desillusioniernden internet-trip erzähl ich dir das nächste mal. und auch darüber, warum es zeit ist wieder mehr auf die straße zu gehen.

jetzt aber noch wie kürzlich versprochen mein aktuelles frühstücksrezept, natürlich 100% foodcoop und mit ohne sowieso.

frühstücksbreichen


15g dinkel

15g hafer
15 g trockenfrüchte
150-200ml wasser
1 apfel
ein paar nüsse

getreide schroten und mit den trockenfrüchten über nacht im wasser einweichen. morgens ein paar minuten kochen, den apfel reiben, die nüsse hacken und alles in einer schüssel anrichten.

fertig.

alles liebe und bis bald, deine kati

*immer-alles kultur stammt aus: welzer, harald: selbst denken – eine anleitung zum widerstand

ernten statt jäten! essbares unkraut & formenreiche sippen

liebe kati,

unkraut vergeht nicht, das wissen wir spätestens seit ausgiebigen kämpfen mit meterhohen unkrautstauden auf unserer ökoparzelle. aber bekanntermaßen gibt’s ja allerlei unscheinbares grünzeug, das für die einen als unkraut verpöhnt ist, was andere als wild- oder heilkräuter in ihre salatschüsseln, auf die hauptspeisen, über die desserts, in die heilsalben oder überhaupt gleich in den mund stecken. ich bin da prinizipell nicht so experimentierfreudig, schon bei muttern gab’s ja oft löwenzahnsalat, bärlauchpesto, diverse blüten & co am menüplan, mir war das aber immer wieder irgendwie suspekt, vor allem mag ich keine bitteren sachen. als dann aber vorige woche auf der wöchentlich aktualisierten bestell-liste unserer foodcoop beim gemüselieferanten bubenicek plötzlich eine „vogelmiere“ aufgetaucht ist, und wir nebeneinander gerätselt haben, was das wohl sei („google mal…“ – „ahja, miere, auch hühnerdarm genannt, muahaha.“ – „HAHAHA, das muss in den blog!“), hat mich der übermut gepackt. paradoxe intervention quasi.

vogelmiere.jpg

frische vogelmiere

also hier das ganze recherche-ergebnis aus wikipedia – und keine panik, die darm-referenz hat anscheinend nichts mit übermäßig stuhlfördernden eigenschaften zu tun:

„Die Gewöhnliche Vogelmiere (Stellaria media), auch Vogel-Sternmiere, Hühnerdarm (wohl in Bezug auf den kriechenden, runden und gewundenen Stängel), Hühnerscherbe oder Hustdarm genannt, ist eine Pflanzenart der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae).

Die Gewöhnliche Vogelmiere ist als Kosmopolit weltweit verbreitet. Ihre Anpassungsfähigkeit resultiert aus dem gewöhnlich polyploiden Chromosomensatz und zeigt sich auch im Formenreichtum der Sippe. Das weit verbreitete „Unkraut“ kann als Wildgemüse und Heilpflanze verwendet werden.“

was dann kam, war ein RIESENSACK voller miere!! merke – 250g in zB „kürbis“ ist eine mini-portion, aber 250g in blattform nimmt an volumen ein ausmaß an, dass selbst einen kochambitionierten single-haushalt sprengt.

bei der abholung gab’s gleich wilde verwechslungsspiele mit asia-salat (im bund!) und rucola (na gut, den haben wir dann doch identifiziert) – als die vogelmiere dann zugeordnet war, gleich neugierige blicke von ladendienst M., unserem neuesten mitglied S. sowie drei besuchenden interessentInnen: hä, was macht mensch damit?! keine ahnung!

zuhause angekommen, ergibt die schnellsuche hauptsächlich salat (nanonanet), pesto (da bin ich spießige verweigererin von bärlauch- und anderen abarten und bleibe strikt beim aromatischen al basilico), als beigabe im spinat („immer noch besser als… spinaaaat!“) und komplizierten sachen wie gefüllten seitan und co.

also wird ess-perimentiert, und der erste einsatzversuch war, pesto-inspiriert, gleich mal:

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vollkorn-pasta mit veganem pesto und blanchierter vogelmiere.

pasta mit vogelmiere

1 portion (vollkorn-)pasta mit pesto
1 handvoll vogelmiere
1 knoblauchzehe
etwas olivenöl
etwas salz

  • pasta wie gewohnt kochen und mit pesto vermischen (vegane pesti gibt’s zB von alnatura, wir haben in der foodcoop eins aus einer italienischen bio-kooperative.)
  • vogelmiere waschen, abtropfen lassen
  • olivenöl in einer pfanne erhitzen, knoblauch fein gewürfelt mitbraten, vogelmiere dazu, leicht salzen, dann mit etwas wasser ablöschen
  • unter die pasta heben – gibt dem einen frischigen kick!

vogelmiere als essbare eintopf-deko

tags darauf hatte ich einen teil vogelmiere für’s büro abgepackt, TCM-kollegin C. freut sich immer über saisonales und überhaupt sachen zum ausprobieren. aufgrund einer lieferantenverwirrung gab’s dann total spontan leckeres mittagessen vom, ja, donaugarten!! schwägerin E. war in town und hat nicht nur eine ur liebe geburtstagsbox mitgebracht (suppen! gin tonic! rosenmarmelade! hurra!) sondern auch 16 portionen shahi paneer. und das noch dazu nach lesterschwein-rezept, so super. wir sind also definitiv auch eine formenreiche sippe, vor allem was kochen & essen betrifft ;-)

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donaugarten geburtstags-box & lunch-lieferung: vogelmiere meets indischen eintopf!

ich hatte dazu einen topf reisaufgestellt, und die vogelmiere als deko/pimp am esstisch platziert. eine kollegin meinte beim untersuchen des grünzeugs: „he, das ist doch das unkraut, dass ich im garten immer ausreiß!“ stimmt, also: zukünftig ernten statt jäten! ;-) die kollegenschaft war vom curry sowieso superbegeistert – sogar eine andere kollegin, die gerade zucker/laktose/gluten/hülsenfrüchte/kartoffeln/reis/getreide weglässt, konnte tüchtig zugreifen. ich weiß nicht, was für ein ernährungskonzept das ist, aber sie macht das jedes jahr für ein monat und es tut ihr gut. die donaugarten-sachen sind ja sowieso vegan, damit laktosefrei, das shahi-paneer aus tomaten & mandeln hat keine kichererbsen oder so was drin, und die beilagen kann man ja auch für glutenfreie & co anpassen. ja und die vogelmiere als pimp hat wiederum für das gewisse frühlingshafte etwas gesorgt, frisch und knackig. alle happy, alle satt!

heute hab ich dann gleich noch einen versuch gestartet, und zwar:

lesterschweine_vogelmiere_cremesuppe_vegan

grüne gemüsecremesuppe mit vogelmiere

grünes gemüse, zB 1 zucchini oder 1/2 broccoli
2 handvoll vogelmiere
optional 1-2 kartoffeln
1 kleine zwiebel
2 zehen knoblauch
gemüsebrühe (ca. 1 TL suppenpulver auf 1/4l wasser)
ein schuss pflanzen-cuisine
salz, pfeffer, muskat

  • gemüse waschen und zerkleinern (beim broccoli zB auch den nicht-holzigen teil vom strunk). zwiebel & knoblauch schälen und fein schneiden.
  • in einem suppentopf – bestenfalls beschichtet – zwiebel & knoblauch in etwas öl glasig dünsten, gemüse kurz mitbraten, mit gemüsebrühe ablöschen. salz, pfeffer, muskat dazu. ca. 10 min. köcheln lassen, bzw. bis alles durch ist.
  • vogelmiere waschen und dazu, einen schuss hafer-cuisine dazu. alles pürieren, bis es schön schaumig wird, und suppe abschmecken.
  • garniert mit frischer vogelmiere und optional einem schuss kernöl kredenzen!

was haben wir gelernt: unkraut lies in the eyes of the beholder

hat jemand noch weitere ideen, wie man das frühlingskraut verwerten könnte? ich hätt da noch, äh, 202g ;-)

bussi,
das frühlingsschwein

PS: premiere unserer neuen show mit dem gospel-chor gestern in wien war der hammer!! wir mussten sogar noch mehr stühle aufbauen weil in der riesenhalle in der ankerbrotfabrik zu wenig sitzplätze waren, whoopwhoop. musikfreund T. war wieder da, S. hat fleißig fotos gemacht, und kremser jugendgruppen altfreundin R. war versucht, mit einer symbolischen triangel die bühne zu stürmen und gleich mitzugrooven ;-) next stop: heute strasshof, morgen klosterneuburg! #singschwein #rampensau #musiclove

essen, trinken, vegane eier turtschen

liebes lesterschwein,

einen fröhlichen ostermontag allerseits! ich muss jetzt gleich nochmal was anbringen, österlicher als gestern, nämlich mit ei und alles: eier turtschen ist ja eine beliebte oster-tradition, also das ist jetzt kärntnerisch, bei uns heißt es eigentlich eier-pecken – und ich hab das heute in veganer version vollbracht, und gewonnen!

lesterschweine_eggling_vegan_ostern

ei zu erdbeer!

also der metalllöffel hat gewonnen und die samtige keramik-schale des eggling geknackt. dieses wundersame etwas haben mir S. & A. aus japan (jaaa, japan!) mitgebracht und zum geburtstag kredenzt: der eggling kommt echt im eierkarton daher, ist haptisch und auditiv erstaunlich nah an der tierischen ei-xperience, und funktioniert nach dem prinzip crack&grow. schale knacken, dünger anfeuchten, samen drauf, gießen & licht zuführen – erdbeeren ernten! laut packung ist das ganze total ökig, die keramik kann man kompostieren, die sonstige verpackung ist aus recycling-papier und der druck aus gemüse-tinte.

das passt natürlich wie die faust auf’s feiertägliche auge – ostern, eier turtschen, frühling, wachsen und so weiter… also los geht’s:

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bin schon sehr gespannt ob das klappt und wie japanische wild-erdbeeren schmecken!

apropos schmecken: ich hab mich noch kurz vor dem wochenende auf der mahü mit veganer osterware beschäftigt, und siehe da – der schmunzel-… äh… oster-… äh… traditionsdings… na jedenfalls der lindt-hase in zartbitter ist zwar nicht als rein pflanzlich deklariert, hat aber laut inhaltsliste keine tierischen inhaltsstoffe (außer „kann spuren von milch beinhalten“). und der alte zotter hat natürlich eine oster-edition, „hasi im osterland“, ich wär ja für „schweine im osterland“, egal – jedenfalls ist das sojakuvertüre mit gojibeeren & sesamnougat. die müssen wir bald mal schlachten!

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lesterschwein im osterland

sonst kann man feiertage ja hervorragend mit fressgelagen, familienfeten, langen spaziergängen in der einöde – oder auch frühjahrsputz, entrümpelung und/oder schlichtweg am sofa verbringen. frei nach den büchereien wien:

Den [Feiertag X] mit einem guten Buch und einer Tasse Tee auf der Couch zu verbringen, ist eh ok.

#Protipp: Wenn ihr statt der Tasse Tee zwei Flaschen Prosecco nehmt, funktioniert das auch mit einem nicht so guten Buch.

#insidertipp: dasselbe gilt übrigens für musik ;-) nachdem ich den prosecco dieser tage ausgelassen habe, gibt’s thematisch passende gute musik, und zwar von holla die waldfee… äh… my dear:

eat, drink & be merry allerseits – nicht nur, aber auch zu ostern :-)

ei ei,
der hannahase