der sommer ist feige

liebes lesterschwein,

jetzt könnte man den titel ja als platte wetter-suderei verstehen, hinsichtlich des regnerisch-gräulichen juli, der sommerliche terrassen-abende und nächtliche donau-badefreuden unterbindet – oder wie A. auf facebook postet:

Die momentane Witterung belastet Herz und Kreislauf. Da der Körper nicht so gut mit Sauerstoff versorgt wird, ist man häufig müde.

#gähn. ABER! darum geht’s ja gar nicht. sondern vielmehr um eine fulminante lieferung prallster feigen aus dem donaugarten, gewachsen im hauseigenen garten. und weil ich alleine schlichtweg keine 1,5kg vom stand weg verputze, die dinger aber schon mehr als überreif sind, hat mir das A.&O. heute morgen eine packung frischen ingwer überreicht: für chutney!

gesagt, getan – rezepte wurden recherchiert, von low-fi-varianten mit nur 4 zutaten bis zu umfassenden gewürzschlachten. ich wollte vor allem weder gelierzucker noch einmachilfe verwenden, und außerdem möglichst wenig zuckeranteil. das A&O war von einer variante mit sternanis und kardamom-kapseln angetan, daher auch der frische ingwer. ich hab das dann mit einer rosinen-dattel-version kombiniert und mich bei der herstellung gar nicht wirklich ans rezept, sondern an die bauweise der kongenialen zwiebel-marmelade gehalten.

und das ist dabei rausgekommen:

feigenchutney_ingredients

feigen, die innereien der pflanzenfresser… ;-)

feigen-chutney

8 frische feigen
2 große zwiebeln
70g zucker (eher weniger! die hälfte müsste auch reichen…)
4-5 datteln oder getrocknete marillen
eine handvoll rosinen
3-4cm frischer ingwer
3 kapseln kardamom
1 sternanis
1 chilli-schote
1 knoblauch-zehe
ein schuss balsamico
1/4 rotwein (eher weniger! vielleicht nur 1/8l?)
salz
2-3 marmeladengläser

feigen, zwiebeln, ingwer schälen und klein schneiden. datteln entsteinen und klein schneiden. zucker (ohne fett!) in einem topf mittelstark erhitzen, bis er zu schmelzen beginnt, zwiebeln dazu und karamellisieren lassen. mit etwas balsamico ablöschen, gewürze + gepressten knoblauch + ingwer dazu, etwas mitrösten. trockenfrüchte und feigen dazu, ein bisschen aufkochen, mit rotwein aufgießen. sanft köcheln lassen bis sich das ganze „reduziert“, also die flüssigkeit verdampft.

in saubere gläser füllen und auf den kopf stellen – keine ahnung, warum. steht so im rezept.

achtung: das chutney wurde bei mir beim erstversuch aromatisch und fruchtig, aber auch picksüß und etwas flüssig. daher die hinweise, weniger zucker und weniger rotwein zu verwenden. viel spaß beim testen!

feigenchutney_finished

köchel, blubber, rühr: nur nix anbrennen lassen!

erst nach der sause ist mir jedenfalls aufgefallen, dass wir eh schon ein chutney in der rezeptliste haben, und zwar das mango-chutney von lovely R.&R.: die verwenden erstens gar keinen zucker (super!) und zweitens agar-agar zum eindicken. auch der limettensaft hilft sicher bei der entsprechend erfrischenden säure-komponente.

es darf also fleißig weitergetestet werden! ;-)

so long,
die wetterlästerschwester

alles antipasti!

huhu kati,

ich bin’s schon wieder. weil nämlich gestern ging’s gleich weiter mit dem entrümpeln, meine liebe J. war mal wieder in meiner bescheidenen hütte zu gast – hoher besuch! – und hat sich tüchtig bücher unter den nagel gerissen. also hab ich mich gleich ordentlich ins zeug gelegt und einen spitzen-antipasti-teller aus der hüfte geschossen (dass das meiste davon restlverwertung diverser angebrochener kühlschrank-ware war, muss ich ja nicht an die große glocke hängen…)

antipasti

also, man nehme:

  • hummus! selbst gemacht á la lesterschweine oder einfach ready-made, dekoriert mit süßem paprikapulver und petersü
  • falafel, ebenfalls DIY wie hier oder einfach gekauft
  • pomodori secchi, am besten in öl eingelegt
  • oliven, schwarze kalamata aus der food-koop zum beispiel
  • kapern, eingelegte kleine blüten oder große beeren
  • tofu-antipasti, zB von vegavita – der veganen rewe-eigenmarke. erstaunlicher weise richtig lecker!
  • gurken, geschält und mit kräutersalz
  • frische dattel- oder cocktail-tomaten, aufgeschnitten
  • paprika rot oder gelb, in streifen
  • und natürlich: fladenbrot!

… und fertig ist der gaumenschmaus ;-)

das war’s auch schon wieder – hoffe euer camping-trip ist so sommerlich und unkompliziert wie diese vorspeisenvariation, und freu mich schon auf’s wiedersehen!

hanna

pflanzen für die gute sache

liebes lesterschwein.

als trost für deine experience mit hartem brot kann ich dir was ganz weiches flüstern: eine super-softe hand- & körpercreme im aktuellen charity pot von lush. weil: vegan, g’schmeidig, wohlriechend – und für die gute sache!

das ganze basiert eigentlich auf einem missverständnis – bei mir herrscht nämlich gerade große entrümplifizierung, ein paar kubikmeter kram müssen weg (ja, für dich ist schon stuff zur seite gelegt!), daher habe ich ein paar liebe menschen eingeladen, mich doch bitte tatkräftig zu erleichtern. also gab’s gestern ein alles-muss-raus-dinner mit R. & L.: R. war hellauf begeistert, und hat sofort bei bügeleisen, flausche-bademantel, backformen & co zugeschlagen. unsere L. hat jedoch das konzept etwas missverstanden – und zur räumungs-sause justament etwas mitgebracht:

lush_IFOR_charitypot

alles pflanze, alles gut: der aktuelle „charity pot“ von lush, diesmal zugunsten des kolumbien-projekts vom versöhnungsbund.

dazu muss man fairer weise hinzufügen, dass das dinner ursprünglich eine bacheloretten-befeierung hätte sein sollen, also ist es eigentlich ein hurra-das-studium-ist-vorbei-olé-goodie. aber fair geht es bei ihrem mitbringsel ohnehin zu: das ganze ist nämlich ein so genannter „charity pot“ von lush, bei dem sämtliche einnahmen durch den produktverkauf an eine ausgewählte charity-organisation gehen – seit 2012 gibt’s das konzept auch bei lush österreich:

100% vom Erlös gehen an gute Zwecke (abzüglich der Seuer, die geht ans Finanzamt)

aktuell ist es der versöhnungsbund österreich, der damit sein projekt für aktive gewaltfreiheit in kolumbien unterstützt: im friedensdorf san josé de apartadó sind friedensbegleiter vor ort, um die bevölkerung innerhalb einer konfliktzone – zb im umgang mit gewaltsamen gruppen – und bei der aufrechterhaltung ihrer gewaltfreien dorfgemeinschaft zu unterstützen. und aus einem dieser projekte stammt wiederum die fairtrade-kakaobutter, die im charity pot (und im „peace„-massage-barren) verwendet wird.

doch nicht nur kakaobutter, sondern auch shea-butter sowie rosenholz-, geranien- und ylangylang-öle sind mit am start, die den sommerlich-blumigen duft der intensivcreme ausmachen. auch sonst sind alle – laut packungstext – nachhaltig angebauten zutaten von aloe vera bis moringaöl vegan und somit rein pflanzlich. das alles nach lush-konzept frisch handgerührt im laden. und auch wenn ich echt keine kosmetik-nerdette bin, kann ich nur sagen: fühlt sich gut an, das!

in diesem sinne: weiche haut statt hartem brot! ;-)

so long,
das schwesterlein

ein hartes brot

liebe hanna,

während du im schönen kärnten (oder wie wir zu sagen pflegen KÄÄRNTÄÄÄÄN) verweilst und die festivalszene rockst, liefer ich, wie angekündigt, hier die neuigkeiten aus der brotbackstube bzw. den nachbericht über die härten des vollkornbackgeschäfts.

beschaffen 

wie du weißt gibt es in unserer foodkoop einmal die woche ladenzeit, also die zeit in der möglichst alle kommen und alles abholen was sie bestellt haben. aber was erzähl ich dir, du bist ja selber ladendienst. in den anfängen, als du studienbedingt selten und H.-P. euphoriebedingt ständig bei diesen gelegenheiten anwesend war, war eben am ende der ladenzeit oft noch irgendwas übrig, das scheinbar niemandem gehört. darunter auch meherer kilo getreide. die hat H.P. mitgenommen, „ich wollt eh schon immer brot backen“, und von der oma haben wir eine ausranchierte getreidemühle bekommen. aber seit dem, und das ist schon mehrere monate her, gammelt das zeug in unserer küche rum und keiner schaut es an.

verarbeiten

jetzt hab ich mich endlich aufgerafft einnmal die mühle anzuwerfen und hab mir gedacht, ich fang klein an. pizzastangerl also. vollkornmehl gemahlen, pizzateig geknetet. viele stunden gehen gelassen (war besuch da) und dann kleine stangerl gerollt. drei mit oliven, drei mit knoblauch und drei mit getrocknetet tomaten.

scheitern

so schön der teig davor aufgegenagen war, jetzt hatt er offenbar genug. die stangerl haben ihr volumen nicht mehr verändert, das ergabnis war trocken und steinhart. aber H.P., mein held, hat über mehrer tage hinweg sämtliche stangerl verputz. am ersten tag hat er gesagt, „die sind eh recht okay“, am zweiten, „die sind gar nicht so grauslich wie du tust“ und am dritten, „erinnert mich irgendwie an hollandisches weißbrot.“ hollandisches weißbrot??? fluffig, geschmackneutral, chemie pur!?! „na sicher,“ meint er, „das verändert sich auch überhaupt nicht, eagl wie lange man es rumliegen läßt.“ na bitte, und das ganz ohne konservierungs-es.

collage_hartes brot

ich muss zugeben, ich habe auch gar kein rezept verwendet, sondern den teig so zusammengeknetet wie ich es auch normal mit gekauften mehl immer tu. halbes kilo mehl, ein sackerl germ, ein bissel olivenöl und lauwarmes wasser nach gefühl. den nächsten versuch wird dann H.-P. starten. mit rezept. schauen wir mal was dann rauskommt, auf jeden fall kann es nur besser werden.

alles liebe, deine kati

darf’s ein bisserl junk sein?

liebe kati,

hurra, es regnet! endlich kein hitzeflimmern und keine kreischenden teenies am spielplatz vor meinem fenster mehr. es blitzt, es donnert – und die festival-montur rotiert in der waschmaschine. nachdem ich mir also eine große portion spinat-couscous-salat – gepimpt mit chili-tofu – genehmigt habe, ist es endlich zeit für einen festivaltechnischen zwischenbericht, denn:

„ich mag fladen, weil das ist gutes essen, und fühlt sich trotzdem an wie junk food“

welch wahres wort!, das du kürzlich bei einer der mittlerweile quasi legendären fladen-sausen von dir gabst. die kunst ist ja, junk-feeling mit hochwertigen zutaten zu generieren. und prädestiniert für junkfood sind natürlich festivals – ungesundes essen ahoi? mitnichten: mittler weile spricht sich auch das pflanzen-essen herum… ;-)

fladen sind ja überhaupt festival-kompatibel, wie wir spätestens seit dem geschwisterlichen lighthouse-trip in kroatien wissen. auch beim zoa-festival gibt’s, wie schon letztes jahr berichtet, untierische krautfleckerl (“hätten sie vielleicht auch was ohne tier?” – “i hob ma scho dacht dass ana von eich kummt!”). beim wackelstein wiederum mitten in den waldviertler heidelbeerwäldern gab’s dieses wochenende – oha! – sojamilch, vegane aufstrichbrote und sogar veganen apfelkuchen um kurz nach 9h am sonntag morgen!

wackelstein

„natürlich haben wir soja-milch, wir sind schließlich ein alternatives festival!“ – sprach’s an der kaffee-theke und reichte mir die alpro…

das frühstück im ortsansässigen tennisstüberl war, naja… semi-vegan – aber die wirtsfamilie heißt doch tatsächlich polt, da konnten wir nicht vorbeigehen!

bei der altehrwürdigen ur-location im burgenländischen wiesen wiederum trumpft gleich ein ganzer stand mit schnitzel-semmel und chilli-burger auf. super! das seitan-schnitzel fand ich super, war dem A.&O. aber zu trocken. der burger hingegen war zwar eigentlich „nur“ ein semmerl mit salat, tomate und tofu-scheibe (kbA aus österreich!), aber dafür saftig und g’schmackig. und das beste: bei einer ausverkauften location gab’s über stunden an jeder ecke endlose schlangen – nur bei der tofu-company sojvita konnte man sich schnell was leckeres holen. also: noch schnell hin so lange es ein geheimtipp ist!

wiesen-tofucompany

veggies in wiesen: schnitzelsemmel & tofuburger – und manu chao war auch super!

apropos burger: auch in trauter urbaner umgebung darf’s mal die bewährte fett-kohlehydrat-kombi sein (das dazugehörige festival wäre dann das pop-fest ab 24.7. am karlsplatz!), wie zB im neu eröffneten i ♥ veggie-burger auf der margaretenstraße in 1050. der cheese-burger hat allerdings nicht ganz überzeugt, trotz eröffnungskombi mit sweet potato wedges (oh, kanadische sehnsucht macht sich ob des dortigen pub-dauerbrenners breit!) und welcome-drink.

fluffiges weißbrot, üppige befüllung, gar nicht mal schlechtes gemüse-laibchen. aber der käse war wahnsinnig… vegan, man hat ihm die analoge zusammensetzung aus stärke, fett, farbstoffen und geschmacksverstärkern förmlich angesehen. zwar gute schmelz-eigenschaft, aber geschmacklich künstlich und daher für mich persönlich und test-kollege A.&O. irgendwie daneben. bei der nachfrage, um welchen käse es sich denn handelt, kam zuerst ein „äh… veganer käse eben.“ – dann trat ein burger-herr zu uns an den tisch und meinte, es sei „ein ganz normaler veganer käse“. etwas später kam dann heraus, er sei von hiel – spannend, denn auf deren website finde ich keinerlei info über ein angebliches pflanzenkäse-sortiment. die sorte war ebenfalls nicht zu eruieren, auf der veggie-burger website gibt’s überhaupt keine info über die bezugsquellen ihrer produkte. schade! aber ich werde nicht aufgeben und nächstes mal die seitan-variante, jedoch ohne käse!, verkosten. testbericht folgt…

veggieburger_wien

veggies bei veggie-burger: die idee ist gut, die zutaten sind es jedoch noch nicht ganz – zumindest in punkto transparenz. über geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten…

pflanzenessendes festival-volk ist also schon lange nicht mehr der qual der wahl zwischen selbstversorgung oder hungertod ausgesetzt (auch wenn man dann vielleicht aus pragmatischen gründen doch mal bei den liebevollst händisch in der scheibtruhe gefertigten kaspressknödeln zulangt – eine nahrhafte unterlage ist schließlich die halbe festival-miete…).

jedoch: es bleibt weiterhin spannend, was das bevorstehende und heiß erwartete acoustic lakeside festival im sonnigen kärnten sowie das hiesige&dosige mit dir und gstanzl-kumpane H.-P. in wieselburg zu bieten haben! der tramper-rucksack sowie zelt, schlafsack und unterlagsmatte werden jedenfalls gar nicht mehr ausgepackt,… ;-)

dir inzwischen eine spannende sommer-socializing-woche!
die lesterschwester

der almodovar des kochens

liebe hanna,

gemüsespam, du sagst es. H.-P. wirft mittlerweile praktisch täglich den griller an, um dem gemüsewahnsinn herr zu werden und die gäste geben sich die klinke in die hand. die zucchinis, diese biester, schauen noch vor zwei wochen ganz verschämt aus der wäsche (pflück mich nicht, ich bin doch noch so klein) und jetzt kommen sie wieder monstermäßig daher und ein so ein trum beschäftigt einen dann über mehrere tage. unser gärtnerfreund hat gerade urlaub und bringt fast täglich säckeweise die ernte ins haus, darunter auch büschelweise minze. bis jetzt verwenden wir sich hauptsächlich als basis für diverse drinks, aber auch bei größter motivation ist diesen mengen an minze nicht bei zu kommen. drum freu ich mich im bereich der mezze ein paar anwendungsgebiete gefunden zu haben. überhaupt bin ich ob der hitze grad eine große freundin dieser kleinen schweinereien, machen sich auch hervorragend vor oder während einer grillerei.

qusa b’seits
DSC02302_zucchini

eine zwiebel, geschnippelt
ca. 300g zucchini
saft einer zitrone
kreuzkümmel
korianderpulver
1 knoblauchzehe
1 hand voll minze
olivenöl
salz, pfeffer

die zwiebel in etwas olivenöl andünsten, die klein geschnittene zucchini dazugeben, abgedeckt dünsten bis die zucchini weich ist. alle gewürze, den zitronensaft und die minze beigeben und alles pürieren. auskühlen lassen und nochmal abschmecken. mit minzblättern dekoriert servieren.

deutlich aufwendiger, aber unglaublich lecker ist ein rezept von ottolenghi, das ich kürzlich mal probiert hab. ich bin ja ein großer ottolenghi fan und schätze sehr sein kochbuch „genussvoll vegetarisch“. darin finden sich haufenweise rezepte, die beim besten willen nicht veganisierbar sind. nicht, weil die rezepte so kompliziert sind, sondern weil sein geradliniger, angenehmer zugang zu kochen und lebensmitteln einem jeden gedanken an ein ersatzprodukt wie ein sakrileg vorkommen lässt. zum glück gibt es, gerade auf dem orientalischen sektor, einiges aus seiner küche, das völlig ohne tier auskommt. und, warum auch immer, wenn ich durch sein kochbuch blättere muss ich immer an almodovar filme denken. vielleicht hat es was mit den farben zu tun…

geröstete melanzani mit tahina (leicht abgewandelt)
collage_melanzani

3 mittlere melanzani (man beachte die bleiche schönheit aus dem csa ernteanteil dieser woche!)
70g tahina
2 tl granatapfelsirup
2 el zitronensaft
1 knoblauchzehe, zerdrückt
3 el gehackte petersilie
salz, pfeffer
olivenöl

optional: gurke, tomate, granatapfelkerne

die melanzani werden mit der gabel angestochen und dann auf einem blech auf der grillstufe im rohr, oder direkt am griller, eine stunde gegrillt. dann gehäutet (geht gut wenn man sie halbiert und mit einem suppenlöffel ausschabt) und in einem sieb mindestens 30 minuten abtropfen lassen. das fruchtfleisch kleinschneiden, die restlichen zutaten dazumischen, lauwarm bis kalt servieren. eine halbe salatgurke und eine tomate kann man klein geschnitten dazugeben, die granatapfelkerne eignen sich zum dekorieren, aber die haben grad eh nicht saison. ottolenghi verwendet weniger melanzani und weniger zitrone, aber mir schmeckt es so besser, die tahina fährt sonst über alles drüber.

karotten ras eh hanout

DSC02304_karotten

ras eh hanout ist ja sowas wie das garam masala der arabischen küche. über die zusammensetzung scheiden sich die geister, fertige mischungen kann man beim perser oder auch am nachmarkt bekommen. eine möglich mischung zum selbermachen:

eine guter tl korianderpulver
1 tl pfeffer
1 prise nelken
1 tl zimt
1 tl kreuzkümmel
1 tl ingwer
1 tl muskat
1 tl cayennepfeffer
1/2 tl anis

die gewürze entweder gemahlen mischen oder im ganzen anrösten (soweit möglich) und dann mörsern. im schraubglas aufbewahren.
für das karottenpüree 1/2 kg karotten schälen, in dünne scheiben schneiden und in etwas olivenöl andünsten (ev. mit ein bissel wasser) bis sie weich sind. 1 esslöffel ras eh hanout dazugeben, noch kurz weiterköcheln lassen und pürieren. mit etwas olivenöl ergänzen und mit salz abschmecken.

wie du siehst hat es diesmal mit der fotodokumentation wieder gar nicht hingehaut, aber dafür schmecken die sachen gut. manchmal kommt es mir nämlich so vor, als ob eine ordentliche dokumentation praktisch der garant dafür ist, dass etwas schief geht bei mir. mehr davon in der nächsten geschichte über das harte brot desaster.

alles liebe, dein lesterschwein

und jetzt: kuchen – aus gemüse!

liebe kati,

sommerzeit – gemüsespam-zeit. wie passend also, dass ich irgendwo in den weiten des internets auf den minimalist baker gestoßen bin. dort gibt’s halt so sachen wie pflanzliche peanut-buttercup-pancakes (was für dich!) oder zimtschnecken. aber auch geilen süßjunk auf gemüsebasis! eine willkommene spam-verwertung, und überhaupt ja eigentlich echt nix neues – kennen wir spätestens seit mutterns zucchini-schokokuchen anno dazumal. bei dem minimalistischen backemenschen sieht das dann jedenfalls so aus:

Minimalist-Baker-Vegan-Double-Chocolate-Muffins

huidipuidi, hola die waldfee! von den fotos darf man sich nicht abschrecken lassen (hoho), aber lecker schaut das auf jeden fall aus. gesagt, getan – und ran an den pürierstab…

rote-rüben-schokomuffins

a.k.a. „FUDGY VEGAN DOUBLE CHOCOLATE BEET MUFFINS“ (ca. 12 stück)

1 tasse pürierte rote rüben
1/4 tasse agavendicksaft (oder ahornsirup oder honig)
1/3 tasse brauner zucker
1,5 TL backpulver
1/4 tasse geschmolzene pflanzen-margarine
1/4 tasse pflanzenmilch
1/2 tasse kakaopulver
1 1/3 tassen vollkornmehl
eine prise salz
optional 1/3 tasse schokochips

rote rübe kochen, schälen und pürieren – oder anderweitiges gemüse- oder fruchtpüree von zB kürbis oder apfel. ofen auf 190°C vorheizen, 12 muffin-förmchen vorbereiten. rote rüben püree mit, margarine, agave-/ahornsirup oder honig, rohrzucker, backpulver und salz mittels schneebesen verrühren. dann die milch hinzufügen und wiederum verrühren. danach kakaopulver und mehl mit einem löffel unterheben, nicht zu viel rühren. keep the delightful sämigkeit! wenn es zu dick wirkt, noch ein bisschen pflanzenmilch dazu – es sollte wirklich richtig recht sämig werden und sich schön fluffig in die förmchen löffeln lassen, statt leeren. schlussendlich auf wunsch noch die schoko-chips unterrühren.

ca. 20 min. backen und nach bestandener stäbchenprobe (wenn kein teig mehr kleben bleibt) rausnehmen, auf einem gitter abkühlen lassen, genießen :-)

im original gehören übrigens noch 2 „flax-eggs“ dazu, das sind 2 TL gemahlene leinsamen + 5 TL wasser. ich hab das einfach weggelassen, bzw. könnte man sicher auch mit kichererbsenmehl substitutieren. hat aber auch so super gehalten!

superflauschig, oberlecker – eure jungkinder haben den großteil der flachen rosa muffin-dinger auf einen sitz verputzt. hell yeah! morgen wage ich dann eine gepimpte version mit kirschen und schokostückchen, hrrhrrhrr…

roteruebemuffins

rosa überraschung in der backstube: auch von kiddies heiß begehrt…

aber ökoparzellen-gemüsespam und die CSA-sommerdröhnung überschwemmen uns nicht nur mit rüben, sondern auch mit karotten – und da ist mir gleich wieder die saftige variante eines gemüsekuchens mit einem weißen frosting eingefallen, die man immer wieder in nordamerikanisch angehauchten kaffeekettenshops bekommt. also mal das internet gewürgt – chefkoch sei dank – und die karotten durch die reibe gejagt:

carrot cake

400g karotten
400g vollkornmehl
200g rohrzucker
200ml öl
1 zitrone, gepresst
1 TL zimt
1 pkg. backpulver
1 pkg. vanillezucker
pflanzenmargarine für die form

karotten raspeln und mit den allen anderen zutaten vermischen. achtung, teig wird speckig – das gehört so! dann teig in eine gefettete form füllen und bei 180°C 40-50 min. backen. voilá:

karottenkuchen

völlig unkompliziert und supersaftig: karottenkuchen.

und wenn man schon beim saftig-speckigen karottenkuchen ist, lässt der zucchinikuchen nicht lang auf sich warten! wird demnächst angetestet, hier in der variante ohne ei:

zucchini-kuchen

600g zucchini
300g zucker
250g mehl
1 tasse haferflocken
1/2 tasse leinsamen, gemahlen
1 banane
2 TL backpulver
1 TL zimt
60ml öl
pflanzenmargarine für die form

erst alle trockenen zutaten vermischen, dann die restlichen dazu und gut verrühren – es soll ein sehr zähflüssiger teig entstehen. ebenjenen in eine gefettete form füllen und bei 190°C umluft eine knappe stunde backen.

tipp vom rezept-autor: leinsamen kann man zB in der kaffeemühle selber mahlen! hab ich auch noch nicht ausprobiert, aber klingt naheliegend…

so long & gute nacht,
hanna