undogmatisch dogmatisch

ahoi allerseits,

der nachfolgende erguss ist eine etwas ausufernde einleitung zur simplen aussage: schaut her, liebe menschen, unter hidden secrets gibt’s neue, fast (nicht ganz) geheime rezepte!

weil: die lesterschweine haben sich ja blogzeitlebens gerühmt, den undogmatismus hochzuhalten…

„wir haben uns ja von anfang an als undogmatisch geoutet.“
(kati, 24.01.2015)

“ach, kein stress, ich mach das undogmatisch.”
(hanna, 13.02.2013)

„ihr führt auf eurem blog einen diskurs, der intelligent ist, ausgewogen, authentisch und wunderbar undogmatisch.“
(foodblogaward-jurorin T., 21.10.2013)

kurz: wir essen vegan, aber auch mal käsefondue, werden foodblogqueens und konvertieren dann wieder zum omnivorismus (zumindest eine von uns), und beenden unser blogprojekt, sammeln aber dann auf der hidden hintertür trotzdem noch rezepte. weil’s geht. und eh wurscht.

aber!

bei marillenknödeln, da sind wir dogmatisch. und wie. familienbedingt. weil frühkindliche prägung, sie wissen. nur dass sie bei uns vier geschwistern diesbezüglich bis ins erwachsenenalter anhält. denn es scheiden sich ja die geister: erdäpfelteig, topfenteig oder gar brandteig? nur marillen aus der wachau oder gelten auch steirische, marchfelderte oder wienerische aus K.’s garten? soll die perfekte marille vollflächig orangefarben sein oder „mit rotem backerl und grünem popsch“?

lesterschweine_wachauer_marille_donaugarten

in der spegel-family ist eines klar: der erdäpfelteig muss es sein. schluss aus. keine diskussion. alles andere ist un!würdig! aber so was von. früher hätt ich wohl auch gesagt: und nur!die!wachauerischen!, von wegen herkunftsstolz, heimatverbundenheit, obstpatriotismus oder so. aber seit ich aus der foodcoop von unserem spargel-lieferanten auch marchfelder marillen bekomme, sind mir die zum verknödeln ebenso lieb.

das schöne an der erdäpfelteig-ummantelung ist dafür, dass der sehr dogmatische erdäpfelteig herrlich undogmatisch zuzubereiten ist. mehlige oder speckige erdäpfel? egal. den teig mit frisch gekochten, noch warmen erdäpfeln oder mit kalten zubereiten? wurscht. weißmehl, vollkornmehl, dinkelvollmehl? as you wish. halbe oder ganze marillen, und wenn ganze, dann marillen mit kern, entkernt oder gar mit einem stück würfelzucker? whatever. brösel mit kristallzucker, und auch mit geriebenen nüssen, oder pur? völlig. blunze.

und das geht so:

marillenknödel á la spegel family

und sonst noch neu: noch mehr marillen, und zwar geröste(r)t! dann: kroatisches muckalica, ein geiler paprikaeintopf den unser grrbrr aus dem urlaub importiert hat. frankophiles ratatouille á la muttern á la soizig, eine aromatisch-kunterbunte darreichungsform von frischem sommergemüse. und dann noch selbstgemachtes eis auf basis einer einzigen zutat, hier in der kombination stachelbeer-ribisel zu bewundern. ja, und ich hab mich auch an koresht karafs versucht, das legendäre persische grüne essen aus grauer vorzeit, und zwar auf basis von stangensellerie, petersü, minze und limetten. der erstversuch war nicht ganz daneben, aber aufgrund einer überdosierung getrockneter limetten ein bisserl rough – werde ich also nochmals versuchen und demnächst bei den hidden secrets das ergebnis festhalten.

so. und die gezeigten vorher-nacher-gemüses stammen größtenteils noch immer von der CSA und dann noch von unserer selbsternteparzelle vom biohof radl – unser diesjähriger ersatz für die städtische ökoparzelle der vorigen 3 jahre. weil DIY und selber anbauen und yeah – let it grow…

so long,
hanna

der sommer ist da! [mit neuen hidden secrets]

liebe alle,

es gibt neue (nicht-ganz-versteckte) hidden secrets!

lesterschwein_hidden_2015-06

  • die neue „nom nom bakery“ in der leopoldstadt.
  • erdbeer-zeit: vom frühstücks-smoothie bis zum spargel á la spegel.
  • flausch-brot selber backen.
  • süße, verdauugsfördernde freuden aus dem kloster.
  • waldviertler waldhollerblütensirup.
  • feta aus tofu. ja, das geht.

all das und mehr gibt’s hier.

alle trotz blog-ende dokumentarischen bemühungen sind natürlich auch ab sofort in der langen und immer länger werdenden rezeptliste zu finden. für mich, uns und euch :-)

alles feine,
die hanna

PS: die neuen wege also!

liebe leserchens,

so, jetzt haben wir doch noch etwas zu sagen: den schwesterlichen lester-blog gibt es nicht mehr, wie ja kati und hanna bereits bekanntgegeben haben. well, zumindest nicht mehr in der 2 jahre lang geführten öffentlichen email-konversation. sondern wir werden diesen blog bis ende februar in eine ganz normale website umbauen: mit weiterhin allen rezepten, lokaltests und allen blogposts, nur kommt eben nichts aktuelles mehr dazu.

weil aktuelles machen wir jetzt anderweitig!

hanna macht sachen im radio

hanna hat gerade den radio-grundkurs bei radio orange abgeschlossen. sie ist jetzt radiomacherin und bereits am freitag dem 20.2. von 21 bis 22h mit ihrer 1. sendung mit der fabelhaften kollegin N. auf radio rhabarber on air! die ausgabe des „ökopolitischen kompotts“ vom kulturbeisl tüwi widmet sich der solidarischen landwirtschaft, CSA & co. das wird fein! :-)

radioorange_silber

hier im stream zum nachhören im archiv der freien radios: http://cba.fro.at/280530

weiters ist hanna im gerade sich neu formierenden team von veggie house – einem veganen radio zine. man weiß noch nicht, was erst wird – aber die erste sendung ist schon mal für mittwoch 25.3. von 10 bis 11 uhr geplant. dafür hat sie mit katis jungkind S. bereits ein kleines rezept-feature aufgenommen – da wurden leicht adaptierte kokos-maki gebastelt.

orange_maki

ihr seht schon, das thema essen bleibt präsent ;-) stream zum nachhören folgt ebenfalls an dieser stelle bzw. auf der lesterschwein-startseite (einfach immer wieder mal vorbeischauen).

alle weiteren aktuellen schweinereien und abenteuer von hanna findet man auch auf ihrer blog-news-sachen-site unter www.hannaspegel.com

kati kocht weiter

kati ist weiterhin als kati kocht aktiv und bietet laufend vegane kochworkshops an, zu denen man sich gerne anmelden kann. die dazugehörigen aktuellen infos gibt’s weiterhin auf www.katikocht.at – so viel in aller kürze, denn in der kürze liegt die würze! oder so.

also, das war’s auch schon wieder! in diesem sinne: bis bald im radio, im kochstudio oder bei anderweitiger gelegenheit :-)

herzlichst,
eure lesterschweine
kati & hanna

byebye, blog: die letzte schweinerei.

liebe kati!
liebstes lesterschwein!
allerliebste große schwester!

WAAAAS, keine lesterschweine mehr…? mag sich wohl so manches leserchen seit deiner offenbarung denken. oder auch:

schweinepopo_nina_hofer

schweinepopo á la fett+zucker (c) nina hofer aka hoferin für fett+zucker

in worten:

oasch.

und um ehrlich zu sein, dachte ich mir das nach deiner ansage auch ;-) weil, dass damit der blog geschichte ist, war sehr schnell klar – trotz ein paar überlegungen („kati kann doch einfach in blog-bildungskarenz gehen!“, so das A.&O.). wir haben dieses ding gemeinsam gestartet, gemeinsam superste sachen erlebt und hier festgehalten und gemeinsam all unsere abenteuer (sprich: lerneffekte) von der betonherstellung auf haferflockenbasis bis zu gammel-curry durchlebt. daher kann das ding auch nur gemeinsam bestehen – und beendet werden! man soll aufhören wenn’s am… naja egal.

die folge: gefühlte 5x täglich zückte ich bei einer beliebigen mahlzeit die handykamera, um nur kurz vor dem abdrücken festzustellen: das kann ich ja jetzt gar nicht mehr verbloggen!11!!11! gerüchte von neuen lokalen wirbelten bei mir als hypothetische rezensionen durchs gemüt, nie durchgeführte rezeptexperimente (topfenknödel auf seidentofu-basis?) waren plötzlich langweilig. mit wem sollte ich sie überhaupt noch teilen? ja, eh. content-junkie, ich. das bloggen und teilen und austauschen hab ich einfach verdammt lieb gewonnen.

aber dann, nach und nach, kam irgendwie auch das hier:

schweinerei_nina_hofer

und jetzt: im pool suhlen! aka faule sau #ftw (c) nina hofer aka hoferin für fett+zucker

la-la-lenz, nämlich! mehr zeit für schwesterliches alle-viere-von-sich-strecken, umfangreiche caféhaus-touren und lange dinner-abende, an denen es vielleicht ausnahmsweise nicht irgendwann zwangsläufig um redaktionsplanung, kooperations-anfragen, traffic-entwicklungen und keyword-lustigkeiten geht. und die abenteuer, die lerneffekte, die experimente bleiben ja trotzdem bestehen. wir bleiben trotzdem bestehen. nur eben wieder mehr privat als öffentlich.

deshalb steht oben auch „byebye, blog“ und nicht „byebye, schwester“ – weil wir bleiben uns hoffentlich noch ewiglich erhalten ;-)

dein schritt war also, wie mir finally gesickert ist, richtig und wichtig – danke, dass du es mir rechtzeitig, offen und ehrlich gesagt hast. echt!

und jetzt: feiern! also… völlern!

gefeiert wurde das gute ende, wie könnte es anders sein, im harvest – mit einem schöner döner und gulasch mit knödel, jawoll! danach eine portion fett&zucker im… well… fett&zucker (der 1. lokalkolorit-test, wir erinnern uns…), dazu ein café latte im ausmaß einer kinderbadewanne und ein umfangreiches: wie war das jetzt? nachgespräch. mit gutem ende.

aber: wir haben ja nicht nur unser blog-finale, sondern auch unseren 2-jährigen lestergeburtstag gefeiert!

happy birthday to us

daher hier, in fast-tradition, zum zweiten und letzten mal das jahr im rückblick:

lesterschweine_2014

für 2014 sagt uns wordpress:

Madison Square Garden in New York City hat Platz für 20.000 Konzertbesucher. Dieses Blog wurde in 2014 etwa 69.000 mal besucht. Das entspräche etwa 3 ausverkauften Konzertveranstaltungen im Madison Square Garden.

auf gut wienerisch: 1x ernst-happel-stadion ausverkauft und noch ein bissi mehr ;-)

2 jahre lesterschweine in zahlen

aufrufe insgesamt: 127.877
blogposts: 318
frequenz: ca. 3 blogposts pro woche
produktivster blog-monat: februar 2013 (39 posts)
rezepte: ca. 214
lokalkolorits: ca. 75

unsere top-kommentatorInnen:

heißen dank euch allen!

meine content-wut jedenfalls werde ich woanders unterbringen – mir ist sogar schon was über die leber… nein, über den weg gelaufen. aber dazu ein ander mal mehr ;-) nur so viel sei verraten: demnächst werde ich einen neuen veganen supper club in wien austesten, hosted by langsam food. da freu ich mich schon drauf. und auch sonst wird mich – uns! – das thema essen immer begleiten, da bin ich mir sicher.

um es mit deinen worten zu sagen:

zeit, platz zu machen, für etwas neues.

word!

also: auf bald, lesterherz,
und heißen dank an die leserchens der letzten 2 jahre!

bisous*
hanna

PS: das war der schwerste blogpost. ever.

o.m.k., o.k.? oder: eine ode an das oben.

liebsteste kati!

endlich nach dem ganzen weihnachtstrubel mal wieder 5-tägige arbeitswoche #hüstel – und damit eine neue gelegenheit für bürohengste & -stuten, sich über das werktägliche mittagsmenü gedanken zu machen. um hier die auswahl im ohnehin kulinarisch wohlversorgten 2. bezirk zu erweitern, hat der sushi-laden mochi auf der praterstraße justament gegenüber eine take-away bude eröffnet: das o.m.k. – seit heute 13.1. punkt 11 uhr wieder aus der winterpause erwacht. das bedeutet übrigens laut website „omochikaeri“, was so viel heißt wie take away, bzw. eigentlich „I’m taking it home with me!“, sagt das internet.

ich hab das ganze mit kollegin V. noch im dezember mal unter die lupe genommen und mir eine udon-nudelsuppe genehmigt. erstens das einzige vegane auf der karte (für veggies gibt’s auch curry) und zweitens steh ich schon immer auf die dicken reisnudeln in reichlich wohlschmeckender suppe. kam auch sehr appetitlich daher mit ordentlich gemüse von knackigen erbsenschoten über pak choi bis zu frischem koriander samt tofu-würfeln:

omk_udonsuppe

dicke nudeln, ok?

dort waren alle sehr nett, der kassa-mann wollte gleich mit V. posen, sobald ich das handy (vermeintlich unauffällig) foto-bereit gezückt hatte. die suppe selbst wurde dann im büro verspeist, kam trotz transport noch halbwegs heiß auf den tisch und war – nett. also eh lecker und viel einlage und gute nudeln, aber das war’s auch schon wieder.

ganz im gegentum dazu hat mich vergangene woche ein kurz-ausflug über die dächer von wien spontan vom hocker gerissen – ein kleines dinner im oben, dem restaurant auf dem dach der hauptbücherei am gürtel. die sind ja bekannter maßen gut mit veganen sachen, vor allem mit seitan (wir erinnern uns: seitan-sandwich mit konfierten zwiebeln), und haben das mit einem schlichtweg grandiosen seitan-ragout einmal mehr bewiesen – kommt daher mit wurzeljus, gin-cranberries, mini-erdäpfenknöderln und vleisch, das von einer zartheit und g’schmackigkeit ist, dass ich kurz davor stand, vor dem teller auf die knie zu fallen und ein stoßgebet gen küchenchef(in?) abzuschicken:

oben_dinner_2015-01

linsen-curry und the-one-and-only seitan-ragout from heaven.

wir wollten ja eigentlich ins loving hat, das aber geschlossen war, und haben im oben nur einen drink angepeilt, bevor wir weiter zum brunnenmarkt wollten. doch glücklicher weise sind wir geblieben – und die anfangs etwas mulmig in kauf genommenen 12 EUR für das gericht sind somit mehr als gerechtfertigt.

das A.&O. hatte ein linsen-kürbis-curry mit kunstvoll gefaltetem papadam und basmati-reis mit nelken, auch sehr nett, aber keine solche offenbarung wie das ragout, wenn ich mal so sagen darf ;-) das ganze hat natürlich system – denn das oben ist ein „friendly food“ restaurant:

Lokale, die mit friendly food gekennzeichnet sind, setzen sich bewusst mit der hochwertigen vegetarischen Küche auseinander und bieten ihren Gästen täglich mindestens drei frischgekochte hochwertige vegetarische oder vegane Gerichte an.

und das ist gut so! schade nur, dass der urban-loritz-platz vom zweiten bezirk gar so weit weg ist. mittagsmenüs werde ich daher leider eher selten erwischen, aber so ein gediegenes dinner mit blick über die nächtliche stadt – immer wieder eine reise wert!

bussi,
hanna

feierei & völlerei

liebe kati,

arme einarmige banditin, du! hoffe, du hast trotz invalidität gestern gut gefeiert & gevöllert und ihr hattet einen entspannten abend.

das ist übrigens, liebe leserchens, der grund, warum es seit einer woche gar so ruhig ist bei den lesterschweinen: neben der bekannter maßen ungemein besinnlich-adventlichen alljährlichen vanillekipferl-idylle hat katis ich-brauch-eigentlich-die-nächsten-3-wochen-eh-nur-1-arm-verunfallung gepaart mit meiner durchgehenden völlerei, dank der sämtliche energien für verdauungsvorgänge aufgespart werden mussten, zu einer immanenten schreib-blockade geführt.

bei mir ging’s nämlich mit der festen fest-fresserei gleich am 22.12. los, bei einem vleisch-völler-ausflug mit V. zu xu’s cooking. ich sag nur:

„Spezial-Hühnerfleisch – schmeckt verboten gut“
(aus xu’s Speisekarte)

geiler scheiß, vor allem die wirklich leckeren gedämpften dim sum und das aromatische crispy chicken mit thai basilikum. irgendwann hat aber dann beim vernichten der finalen vleisch-berge mein magen rebelliert, und das A.&O. ist bei meiner ankunft zuhause dank meines subtilen knoblauch-odeurs (deshalb schmeckt’s schließlich so verboten gut) halb in ohnmacht gefallen. pardauz!

xus_kitchen_2014

pflanzenhuhn, wem huhn gebührt! „Crispy Chicken leicht gebraten mit Basilikum in der heißen Pfanne“ und das verboten gute spezial-hühnervleisch.

daraufhin wurde am 23.12. wie jedes jahr bei dir, liebes lesterschwein, samt family plus unserem grrbrr samt family plus dem brüderchen mit S. und meiner wenigkeit samt dem A.&O. ordentlich gefeiert – heuer haben wir einander wieder tüchtig paniert, und zwar in form von gebackenen karotten, schwammerln, sellerüs & co (jaja, die normative kraft der panier)! der abendhimmel hat sich noch einen der dieser tage fulminanten rosa-orangefarbenen technicolor-sonnenuntergänge gegeben, der baum hat kurz darauf schön gebrannt und alles war… weird… gut ;-) wir du letztes jahr so schön resümmiert hast:

nachdem wir ja als schlaue patchworker schon seit jahren am 23.12. weihnachten feiern ist mir heute klar geworden, dass für das jungkind und auch für mich der 23. mittlerweile ein ganz regulärer erster weihnachtfeiertag ist. die normative kraft des faktischen beeindruckt mich immer wieder.

ich bin tags darauf wie immer in die hohen berge ausgewandert, und habe ebenda am 24.12. sogar trotz strahlendem frühlingswetter etwas schnee gefunden! heute zuckert’s sogar leise vor sich hin, das geht fast schon als weiße weihnacht durch ;-) in C.’s foto-fundus habe ich dann auch ein lesterschweinisches archiv-bild von unserem allerersten schwestern-kalender anno 2006 (??) oder so ntdeckt, und das passt hervorragend zur jahreszeit wie ich finde!

xmas_2014in diesem sinne noch entspannte feiertage allerseits, einen geruhsamen jahresausklang, einen heiteren rutsch, einen guten start gen 2015 und auf ein baldiges wiederlesen in 2-3 wochen!

bussi,
hanna
i.V. die lesterschweine

du weißt schon, relativität.

liebe kati!

„du weißt schon, relativität.“

… sprach neulich miami-M. zu mir, als er mir den neuen sci-fi-streifen interstellar und die verlangsamung der zeit in der nähe schwarzer löcher zu erklären versuchte. jö, denk ich mir, er glaubt, ich und relativität, auf du und du! ich bin doch keine science busterin oder astrobloggerin. das alles bei einem spätvormittäglichen geburtstagsbrunch, denn M. feierte kürzlich seinen letzten twenty-something.

IMG_20141126_135210

geburtstagsbrunch á la joseph: nicht ganz billig, aber die paprika-granatapfel-muhammara ist auch nicht von schlechten eltern…

relativ war jedenfalls preis-leistungs-verhältnis bei der brunch-location: das joseph-bistro auf der landstraße, der gastro-ableger von joseph-brot im 1. bezirk. bekannter maßen im gehobenen preissegment, das ist dann schon mal eine frühstücks-kombi um EUR 14,90, der café latte mit sojamilch mit EUR 4,30. hm.

ein bisschen hui

das heuer am karlsplatz macht das ähnlich – die geräuchert-geschmorte süßkartoffel ist zwar buttrigst-cremig und die zwei spalten einer gekochten rübe harmonieren auch schön mit dem „himbeerlack“ und den groben salzkristallen, aber um EUR 6,50? denk ich mir, als der magen nach dem letzten bissen „ja, und weiter?“ raunt. wobei dann wieder… hübsch, nobel, hui – also unter 10 EUR eigentlich eh wieder relativ günstig?

heuer_ruebe

„Geräucherte Süsskartoffel mit Salsa Verde, Roten Rüben in der Folie mit Maldon-Salz und Himbeerlack“

was uns wieder auf die frage zurückwirft: was ist denn essen eigentlich wert – vom ab-hof-naturprodukt bis zum fancy kredenzenten gourmet-shit?

die diskussion führten das A.&O. und ich gerade zum x-ten mal, um zu entscheiden, ob wir meinen CSA-anteil weiterhaben wollen. super konzept, super sache, super gemüse. aber dann manchmal eben doch preis-mengen-mäßig relativ wenig für die EUR 10,50 pro wöchentlichem halben ernteanteil. aber eben relativ im vergleich wozu? zum supermarkt-gemüse natürlich nicht, zum bio-markt mit hauptsächlich deutscher import-ware auch nicht. zur ökoparzelle auch wieder nicht. wo setzt man dann also die benchmark?

was ist wert wert?

die VWL kommt da natürlich mit schlauen grenzziehungen wie objektivität vs. subjektivität…

  • objektiver wert: 1/2 ernteanteil á EUR 10,50 (zB diese woche 400g pastinaken, 1 sellerie, 1 knoblauchzehe, 1 rettich, 1 grüner mini-paprika – potentiell auch grünkohl, der war aber nicht auffindbar) – das ist gemüse, mit dem kann man sachen kochen.
  • subjektiver wert: regionales, saisonales, nachhaltiges gemüse direkt vom bio-hof ist schon sehr leiwand.
  • subjektiver nutzwert: welche mahlzeiten kann ich mit den zutaten zubereiten? und was, wenn ich rettich gar nicht mag?
  • objektiver tauschwert: wie viel würde mir jemand geben, dem ich den umfang dieses ernteanteils zum kauf anbiete?

… aber das hilft dann bei der individuellen wertzumessung und dem vergleich subjektiver wertzuschreibungen von etwas so essentiellen und gleichzeitig hochpersönlichem wie nahrung auch nicht so viel weiter.

aber zurück zum eigentlich thema, dem restaurant-essen. da war ich dann fast schon echauffiert, wenn der jungbruder 7 EUR für einen vollen teller lecker veggie-food aus dem mangold’s in graz (bereits hier getestet) als „happig“ bezeichnet („in einem kebap ist auch nicht mehr drin…“). wie kann man überhaupt ein kebap mit vollwert-kost vergleichen? man kann. und eigentlich ist das alles ja auch stark eine erwartungshaltungsfrage (W. findet essen beim griechen scheiße, weil es nicht wie auf seiner griechischen lieblingsinsel schmeckt.) hmpf.

eat as you wish

vielleicht funktioniert deshalb pay-as-you-wish oft… nicht. oder dann auch wieder… gut. zum beispiel seit langem schon im gaga:rin (von lunch bis brunch) oder auch im wiener deewan vom meinerseits ausgerufenen kulinarium liechtensteinstraße. dort kann man curry nach lust und laune mampfen und dann eben zahlen, so viel man will. was es einem wert ist. catering gibt’s auch, allerdings dann zum fixpreis, so wie heute bei uns im office: omnomnom bohnen und erdäpfel und beilagen, basic aber gut! da hätte ich dafür gerne 8-10 EUR abgelegt. weil ja leiwand!

wr_deewan_catering

catering vom wiener deewan: bohnen, erdäpfel, reis, brot, mangochutney. gut!

aber was erzähl ich dir als gastro-professionistin, die preisgestaltung für essen ist halt ein komplexes etwas. relativität, eben.

tjo…

worauf wollte ich jetzt eigentlich hinaus?

hm.

naja, egal. ich schau mal zu loop-könig & violin-virtuose O. in die brut, wo er sein neues album vorspielt. und das wird oberleiwand!

nix relativ, nur super ;-)

deine,
hanna

PS: puh, war das ein anstrengender blogpost! das nächste mal schreib ich über heidelbeeren, koffeinschoko und pastinaken-bechamel ;-)