rosa rettich statt rosa brille

liebe kati,

heute gibt’s ein paar geschichten aus dem CSA- und food-koop land…

rosa rettich statt rosa brille

also, in den CSA-kisten, wo unser aller ernteanteile wöchentlich auf ihre abholung warten, gibt’s ja immer wieder allerlei überraschungs-bekanntschaften. zum beispiel in diesem fall mit einem rettich, der aussieht wie tschernobyl-radieschen. no shit! die crazy optik tut allerdings geschmacklich – wie das ja oft bei den raritäten so ist – keinen abbruch, ganz im gegenteil. frühlingshaft-knackig-pfeffrig, zum beispiel als knackiges jaus’n-beiwerk zu klassischem alsan-brot mit kräutersalz:

CSA_rosarettich

solidarischer rosa rettich. nicht im bild: lila kohlrabi!

aber auch wenn die solidarische landwirtschaft auf eigenverantwortung und autonomer gemüse-entnahme basiert, kann’s mal zu unterschiedlichen auslegungen kommen – zB in sachen augenmaß. oder besser gesagt: handmaß, nämlich bei blattwerk wie vogerlsalat, jungspinat & baby leaf – wo dann laut ernteanteil „eine handvoll“ zu entnehmen ist. also: rosa soli-brille hin oder her – da gilt’s dann natürlich, entsprechend so viel zu nehmen, dass für die letzten ernteabholerInnen auch noch was übrig ist. die finden das sonst, verständlicher weise, scheiße. das gilt auch und ganz besonders für den sauguten, superzarten und überhaupt leiwanden jungspinat!

immer noch besser als… spinat?

wie, spinat? in blattform? wirst du dich vielleicht jetzt fragen, die meine unverständliche antipathie gegen hochgelobte spinat-speisen wie palak paneer, dem indischen blattspinat mit tomaten und ingwer, nur schwer nachvollziehen kann. und tatsächlich hielt ich es bisher mit dem angeblich ur-g’gsunden blattwerk in gekochter form eher mit nino aus wien.

aber jetzt habe ich endlich eine spinat-verwurstung entdeckt, die mir ob einer handvoll jungem blatt ein paar freudenjauchzer entlockt – angelehnt an ein super-rezept aus dem „kochen ohne knochen“ OX-kochbuch:

OX_spinatbulgur

schiaches foto, gutes essen: castro weiß, wie spinat geht!

espinache á la castro aka spinat-bulgur-salat

1/2 tasse bulgur
1 handvoll spinat
1 zwiebel
1-2 knoblauchzehen oder doppelt so viele jungknobläuche
5-6 cocktailtomaten
5-6 pomodori secchi in öl
kreuzkümmel
currypulver
gemüsebrühenpulver
olivenöl
salz/pfeffer
ein schuss balsamico (wichtig!)

bulgur in der selben menge kochendem wasser übergießen und mit etwas suppenwürze quellen lassen. zwiebel und knoblauch fein hacken, in olivenöl glasig rösten. spinat grob schneiden (zB in streifen), mitrösten, mit etwas wasser aufgießen und kurz köcheln lassen. kreuzkümmel und currypulver je nach geschmack einrühren, mit salz & pfeffer würzen. klein geschnittene cocktail-tomaten und getrocknete tomaten dazu – etwas gewürzöl von den eingelegten öl-tomaten schadet auch nicht – und mit einem kräftigen schuss balsamico abrunden. optional frische kräuter wie basilikum dazu – fertig!

variation arabisch: kreuzkümmel, pfeffer, currypulver (siehe oben)
variation spanisch: thymian, pfeffer, scharfes paprikapulver
variation karibisch: kokosmilch (statt wasser), kokosraspel, kreuzkümmel, chillipulver

apropos basilikum, das königskraut: auch super mit quasi eh allem, aber auch spargel. auf den bin ich ja kürzlich richtig reingekippt, wie schon gesagt. weil den gibt’s in unserer food-koop, frisch aus dem weinviertel – innerhalb von 1 tag vom feld über die FC auf den tisch! harrr! auch in lila aka purpur:

lila_spargel_kleedorfer

königlicher purpur-spargel!

der wandert demnächst in den kochtopf!

und wie es der saisonale zufall so will, hab ich mit der lieferung von vergangener woche anscheinend zeitgleich mit dir eine spargelpasta ausprobiert, genauer gesagt spargelspaghetti:

spargelspaghetti

lecker spargelspaghetti mit frischem blüh-basilikum aus der CSA!

spargelspaghetti

6-7 spargelstangen grün
1/2-1 dose tomaten aus der dose
eine handvoll frische kirschtomaten
frischer basilikum
öl
zwiebel, knoblauch
salz, pfeffer

spargel in stücke schneiden (ca. 5cm) und für 30 sek. blanchieren – festere endstücke am besten schon ca. 15 sek. vorab ins sprudelnde wasser werfen, am schluss erst die zarten spitzen. danach zwiebel & knoblauch in etwas öl anbraten, tomaten dazu, etwas einköcheln, mit frisch gemahlenem pfeffer und salz würzen, frische tomaten und blanchierten spargel dazu, spaghetti unterheben. mit frischem basilikum garniert servieren!

den basilikum übrigens, den soll man angeblich nicht blattweise zupfen, sondern stielweise ernten. sagt unsere quasi schon nahfamilien-freundin G. mit verweis auf den gartendialog – und die muss es ja als neo-garten-host wissen!

so long,
die kochmotiviete jungschwester

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