wie aus der commons-zwetschke röster & powidl (echt!) wird

guten morgen liebstes schwesterlein,

drama hin, die anderen her – genug gewälzt, jetzt geht’s an’s eingemachte (ho, ho)! denn: sharing is caring – daher freuen facebook nachrichten wie die folgende ganz besonders, die H.-P. und mir der herr S. zukommen hat lassen:

Hallo ihr beiden! Ihr steht doch auf Bio Sachen wenn ich richtig mitlese. Ich habe einen Baum voller Zwetschgen im Garten und sie gehören geerntet. Ich habe momentan kaum Zeit dazu und es wäre schade… Wenn ihr Euch welche holen wollt (nicht gedüngt, nicht gespritzt und auch sonst: So natur pur wie es in Wien sein kann: Einfach vorbeischauen, Leiter stelle ich gerne, könnt alle runteressen bzw. gehen sich da sicher Töpfeweise Marmelade aus

nicht nur eine sharing-zwetschke, nein – gleich ein ganzer commons-zwetschkenbaum. wie es dazu kam? – dank der good vibes in den hohen bergen. aber nicht den steirischen, sondern den tirolerischen. dort haben H.-P. & ich anno 2011 bei der (in diesem moment erneut stattfindenden) ideenalm in alpbach ebenjenen S. kennengelernt – es wird also gipfel- & hirngestürmt, vernetzt, schnaps verkostet und dank unkonventionellen perspektiven eines weiteren herren S. das gras beim wachsen bestaunt:

20110906-Ideenalm_web

gipfelstürmung bei der ideenalm 2011

exakt 2 jahre, eingangs erwähnte facebook nachricht und ein bisschen logistikpingpong später sieht das dann so aus:

  • 1 jungzwetschkenbaum + 1 leiter + 1 küberl
  • 2 erntemenschen + 2 moralische beistände + 4 satteltaschen = knapp 100 fahrradkilometer
  • 14 kg commons-zwetschken = 14 gläser zwetschkenröster + 2 töpfe powidl
zwetschkenroester

pflück, rühr, schöpf: lesterröster in progress.

zwetschkenroester á la B.

zwetschken waschen, entkernen, halbieren oder vierteln ( je nach grobheitswunsch), breites reindl (flaches kochgeschirr), je nach reife der zwetschken etwas wasser (ca. 1/4 l auf 1 kg) die zwetschkenteile rein, gemahlenen zimt, etwas zitronensaft, neugewuerz (piment) und nelkenpulver dazu, je nach reife wenig rohzucker (demerara oder so) beifuegen (150g pro kilo)

ziemlich scharf nicht zu lange koecheln, immer umruehren, ca 5 min… in saubere glaeser fuellen, deckel mit slivovitz desinfizieren, nicht stuerzen, ist total falsch… hoj, gilt allemal

das mit dem stürzen haben wir dank mutterns rat ausgelassen, herausgekommen ist dank eines kleinen rechenfehlers ein süßer als geplant, aber um nichts weniger saftig-intensiv-aromatischer röster. strike.

und dann war da noch das mit dem powidl – dem echt echten welchen! der vegane „Ein-Mann-Kochen„-blog gibt dazu folgende bauanleitung:

powidl_ECHT

pürier, rühr, pürier: powidl in progress.

Echter Powidl
Powidl (oder Powidel) wird aus nur einer Zutat hergestellt: der echten Zwetschge. Diese wird solange eingekocht, bis 500g frische Zwetschgen zu 100g Powidl geworden sind. Leider gibt es echten Powidl nicht mehr im Handel zu kaufen. Maximal werden 300g Früchte pro 100g Powidl verwendet, oft auch viel weniger und fast immer wird Zucker zugesetzt. Dabei kann man Powidl selbst sehr einfach herstellen. Und den Unterschied wirst Du schmecken!Zutaten
6 kg reife süße Zwetschgen

Benötigte Küchengeräte
Mixer, großer Bräter

Zubereitung
Zwetschgen waschen, entkernen und im Standmixer pürieren
Zwetschgenmus in den Bräter geben, Deckel nur lose(!) aufsetzen (die Flüssigkeit muss ja verdampfen) und bei 170° ca. 8 Stunden einkochen lassen
Nach 2, 4, 6 und 7 Stunden und vor dem Abfüllen umrühren, dabei dicke Stellen von den Rändern schaben und gut unterrühren
Der Powidl ist fertig, wenn die Masse nicht mehr vom Messer rinnt und ca. auf 1/5 eingedickt ist. Mein Powidl war nach exakt 8 Stunden auf 1,3kg reduziert, also fast 5:1
Direkt aus dem Bräter in heiß ausgespülte Gläser füllen, Deckel vorher mit 80%igem Rum ausspülen
Bestreich ein gutes Brot oder einen frischen Toast mit Alsan Bio und dann mit diesem Powidl. Das schmeckt nach Zwetschge und nicht nach Zucker….. hmmm :)

und, wie ist es euch nach 8 stunden powidl-n ergangen?

powidln hat einwandfrei funktioniert. wir haben statt dem bräter den großen gusseisentopf genommen und wie vorgeschlagen das ganze viel, viel stunden im rohr gehabt und so alle ein bis zwei stunden umgerührt. zwischendurch war das backrohr auch immer wieder aus, wenn wir weg oder es nacht war, alles in allem waren wir also zwei tage beschäftigt. fertig ist das ganz, wenn es zäh ist und nicht mehr rinnt.

kann’s kaum erwarten den sämig-säuerlichen powidl auf einem heißen toast mit alsan auszuprobieren! was wurde eigentlich aus deinem chutney-versuch?

ansonsten bleibt mir nur mehr, die restzwetschken in ein paar morgendlichen smoothies zu vervursten, und falls sich noch jemand die *mühselige erntearbeit* diverser fruchtflut ersparen will – wir rücken gerne im rad-konvoi an ;-)

so long,
die schwesterzwetschke

4 Gedanken zu „wie aus der commons-zwetschke röster & powidl (echt!) wird

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