pfingsten, kaffee und anderer grind

liebes schwesterlein,

die zweite etappe unseres ausflugs führt uns an den nové mlýny-stausee. morgens sind wir noch in die lacke gegenüber vom campingplatz gehüpft, die wir am vortag so formidabel umrundet hatten und haben uns den apollo-tempel aus der nähe angesehen, der aus der ferne deutlich besser aussieht. danach haben wir hurtig unser zeug gepackt, denn der nächste caravan, der genau auf dem stückchen wiese parken wollte wo unser zelt stand war schon in der warteschleife. nachdem wir weg waren, waren’s um die hälfte weniger zelte. trotzdem eine empfehlung. hübsches plätzchen dort, obwohl direkt neben der bundesstraße, vor allem an einem wochenende ohne weinfest und caravanclub-veranstaltung schätze ich.

also, aufi aufs radel und los geht’s. kaum ist man raus aus brezlav wird es recht ländlich, wir sind also einigermaßen in der pampa unterwegs. dem entsprechend kann man sich unsere überraschung vorstellen, wie vor uns auf einmal ein boboschuppen erster güte auftaucht inklusive cafe latte, espresso tonic und jungem hipster-publikum. das haben sich hp und ich natürlich nicht entgehen lassen und das espresso tonic dingens war nicht so grauslich, wie ich es mir vorgestellt hab. drum hab ich es zu hause gleich nachgebaut. da hab ich festgestllt, dass das zeug schäumt wie sau, wenn man erst den kaffee und dann das tonic einfüllt. außerdem sieht es dann aus wie guinness, was mir persönlich nicht so viel rausreißt. und es macht auf eine ziemlich flashige art und weise munter. muss man mögen. normalerweise handelt man sich in tschechien am land, ähnlich wie bei uns, böse blicke ein, wenn man cafe latte oder cappuccino bestellt. das äquivalent zum häferlcafe im landwirsthaus ist in tschechien der turecká káva oder, in der modernen variante, der instant káva. der turecká káva macht auf kompromisslose weise munter und führt zu dynamischem geradel, zumindest für die folgende stunde. und für touristen gibt es launige erklärungen zum produkt „coffee with grind“. was soll ich sagen. kaffee mit grind find ich erstaunlicherweise besser als kaffee mit tonic. und er kostet um drei viertel weniger.

kaffee

der nächste campinglatz den wir anvisiert haben, hatte parzellierte stellplätze und war auf derjenigen seite des sees angesiedelt, wo man hervorragend fischen und überhaupt nicht baden kann. für uns also nix, also gleich weiter richtung kemp mars und das benachbarte unikemp. das war gleich in mehrfacher hinsicht lehrreich. wir haben zum beispiel herausgefunden, warum manche campingplätze auf der radkarte grün eingeringelt und als fahrradfreundlich markiert sind und andere eben nicht. denn bei diesen beiden campingplätzen hat man uns gleich wieder weggeschickt. radl und zelt? sicher nicht! auf ersterem durften wir zumindest eine runde drehen und uns die tschechische variante des dauercampings zu gemüte führen. es kommt ein ganz kleines bisschen sympatischer rüber als das österreichische pendant, weil es nicht gar so getrimmt daherkommt und nicht derart konsequent eingezäunt ist. aber alles in allem trotzdem nix für mich.

dauercamping

beim zweiten campingplatz konnten wir nicht mal auf das gelände vordringen. das stammpublikum hatte gerade ein spanferkel in der reißen und fand unser auftauchen ungefähr so prickelnd wie einen stein am schädel. zum glück gab es ein paar kilometer weiter doch noch einen campingplatz für uns. der war zwar auch nicht am wasser, dafür mit reichlich schwalben gesegnet, die ein schönes abendkonzert für uns veranstaltet haben. und die betreiber*innen haben sich auch eine ziemlich praktikable lösung überlegt, damit einem kein vögelchen auf den kopf scheißt während man seine pommes verdrückt.

campingplatz mit schwalben

am nächsten tag haben wir weiter den see umrundet. umrundungen waren das grundthema dieser ganzen fahrradveranstaltung. urplötzlich standen wir vor einem riesigen ding mit namen aqualand. diesmal waren wir nicht drin, aber ich hab es zwei wochen später mit dem jungkind erkundet. hardcore rutschen und alkoholfreie cocktails an der wasserbar. i like! adrenalinrausch garantiert. in diesem fall sind aber einfach daran vorbeigeradelt und haben uns den campingplatz merkur angesehen. das highlight für uns war der fkk strand. sehr chillig und angenehm, ideal für ein päuschen. hier werden wir wahrscheinlich im nächsten sommer mit den kids herkommen. adrenalin für sie und nackerte für uns, was will man mehr.

wir hätten natürlich beim kemp merkur bleiben können. aber irgendwie waren wir gerade so in radellaune, und unsere nagelneue radkarte aus 2017 hat uns versichert, dass es in einigen der ortschaften in der nähe campingplätze gäbe. radelfreundliche campingplätze.

wie die geschichte weitergeht erzähl ich dir das nächste mal. spoiler-alert: wir sind ziemlich viel geradelt an dem tag.

bussi und bis bald,

dein lesterschwein

pfingsten, eine einkreisung in etappen

liebe hanna,

hp und ich sind ja sowohl freund*innen des radelns als auch freund*innen der tschechien-ausflüge und das zeigt sich vor allem daran, dass wir trotz vegan-affinität noch immer dort herumgurken. denn das ländliche tschechien ist nach wie vor vegantechnisch gesehen eher so wüste, zumindest auf den ersten blick. ein paar dinge für die grundaustattung sind dann doch erhältlich, z.b haferflocken und äpfel für das frühstücksbreichen. und wir haben nicht schlecht gestaunt, als wir nicht nur in der drogerie in brezlav, sondern auch im winzigen coop im ebenso winzigen kaff unweit von znaim pflanzenmilch im sortiment entdeckt haben. da hätten wir es uns tatsächlich sparen können die joya aus wien mitzuschleppen, aber wer rechnet schon mit sowas. bevor ich mich hier aber in der mitte der geschichte verhasple, zurück zum start.

pfingsten ist bekanntermaßen die beste zeit im jahr. „ja es ist pfingsten, und die bäume blühen, ja zu pfingsten muss man sich um nichts bemühen….“ singen christoph und lollo. also haben hp und ich gemäß dieses mottos beschlossen eine radtour mit wenig weg und ohne ziel zu unternehmen. also eini in den zug und nach brezlav gedüst, und dort die touristeninfo aufgesucht, denn der mensch braucht ja schließlich kartenmaterial. eine gute entscheidung, unsere handys konnten nämlich beide nicht internet. außerdem stresst mich das digitale ein stück weit und im urlaub find ich dem entsprechend analoges wegsuchen doch irgendwie entspannter. was ich aber auch stressig finde ist große auswahl. insofern hat mich auch die touristeninfo etwas gefordert, denn ich musste aus 15 verschiedenen straßenkarten auswählen und wusste ja noch gar nicht wo es hingehen soll. ich hab also sicherheitshalber drei karten gekauft um hinterher draufzukommen, dass zwei davon ziemlich genau das gleiche abbilden. einmal 1:40000, einmal 1.50000. war aber trotzdem nicht schlecht. man hat gleich gesehen, in tschechien tut sich viel, gerade in grenznähe. die karten waren aus 2015 und 2017, und wo auf der einen karte noch keine campingplätze eingezeichnet waren, waren auf der anderen zum teil schon kleine rote dreieckerl. wir also, voll up to date.

was ich am radreisen durch tschechien sehr schätze ist nicht nur die fülle der radrouten, sondern auch, dass sie, im unterschied zu österreich, super sichtbar angeschrieben sind. nix mit blassgrün auf weiß, tarnfarben quasi, sondern alles in gelb-schwarz, also echt nicht zu übersehen, wenn man ein bissel schaut.

nachdem wir das alles ganz entspannt angegangen sind, haben wir uns erstmal einen gastgarten gesucht, in diesem fall der garten eines badminton-clubs, uns etwas zu trinken besorgt, und die karten studiert wo es denn jetzt hingeht. 14 km zu einem campingplatz in der nähe, immer die 41er route entlang, gschmeidige g’schicht. das mit den schildern hilft echt, denn den einen oder anderen weg würde man sonst nicht so ohne weiteres als radroute identifizieren. vom verwunschenen waldweg mit amitionierten anstiegen bis zur schnellstraße ohne seitenstreifen ist da ganz viel drin.

radrouten tschechien

aber wir sind ja routiniers, also zack, rechts abbiegen auf den 41, zack wieder rechts dem schild folgen und dann immer dem thayaarm entlang, rechts der flussbiegung folgen, dann gehts eigentlich nur rechts weiter und auf einmal – hey, lustig, schau, schon wieder ein badmintonverein.

das gute ist, 14 km reichen ja kaum zum warm werden beim radeln, und hp und ich haben mit unserer einkreistechnik dann gleich am ersten tag ein paar kilometer zusammengebracht. nachdem sich das von anfang an so bewährt hat, haben wir konsequent abzweigungen ausgelassen und gelb-schwarze schilder übersehen. dafür haben wir lustige gässchen, schräge vororte und die tschechische version des schrebergartenwahnsinns in einer intensität kennengelernt, die wir sonst verpasst hätten. mal wieder glück gehabt.

und wir waren ausreichend müde um in der ersten nacht am campingplatz schlafen zu können. da war nämlich weinfest und treffen der caravanclubs. weinfest ist so wie bierzelt, nur mit wein. und caravanclub ist so wie gti-treffen, nur mit caravans. so ganz 100%ig erschließt sich mir die mischung aus viel alkohol mit viel motorisiertheit ja nicht, aber die mischung fahrrad und zelt finden ja auch viele seltsam. auf jeden fall ist das auf den campingplätzen ein aussterbendes reisemodell. das beeindruckenste auf diesem ersten campingplatz war aber die zeitreise durch die verschiedenen ären des hüttel-campierens. diese hütteln, meist ohne sanitäreinrichtungen, nur zum schlafen und ev. zum kochen finden sich auf fast jedem tschechischen campingplatz den ich kenne. aber so eine vielfalt ist mir sonst noch nirgends untergekommen.

campinghüttel

die leute denen wir begegnen sind oft nicht nur erstaunt, dass wir mit zelt unterwegs sind, sie wundern sich auch, was alles in unsere packtaschen passt. wir sind küchenmäßig auch immer super ausgestattet, vom kocher über topf und pfanne bis hin zum reibeisen haben wir alles mit. und vier teller. das ist eine gute idee, wir haben nämlich gleich am ersten abend den neuen rekord im sachen-schrotten aufgestellt. als alte camperin weiß ich, dass es einen gute idee ist den topf mit dem teewasser abzudecken, damit das wasser schneller kocht. was ich diesmal gelernt hab, ist dass unsere plastikteller eine recht unterschiedliche hitzebeständigkeit haben. die weißen schmelzen dir schon nach zwei minuten den topf hinunter. tja, aigain what learned. hp hatte dafür die super idee, zwei teller unter die füsse seines campingstühlchens zu stellen, damit er im weichen boden nicht so einsinkt. das reicht zwar nicht sofort um die teller zu schrotten, aber wenn man sich ein bisschen anstrengt und sich beherzt und mit schwung in den sessel fallen lässt, dann sind sie durch, die teller.

bravoteller

zugegeben, mit vegan hat das alles noch nicht viel zu tun. aber er erstens hatten wir hranolky, zweitens war im tee sojamilch und im kaffee auch und drittens muss ich dich am laufenden halten, was unsere erkundungen des schrebergarten- und dauercampuniversums betrifft. und da hat tschechien einiges zu bieten, aber davon mehr das nächste mal.

bussi, dein lesterschwein

p.s. hranolky sind pommes, und die sind vegan. und wenn man „pommes“ bestellt, so wie hp, dann bekommt man auch etwas veganes, nämlich gekochte kartoffeln. na also, geht doch.

 

 

bildungsauftrag

liebes lesterschwein,

chips und schoko?! immer her damit!!!!

denn zwischen all dem gesunden saft und frischen spargel und frechen rüben gab’s auch bei mir in letzter zeit, also besonders nach ostern, auch einiges an… junkfood. oder wie G. letztens meinte: es weiß ja eh quasi jede/r, wie gesund essen funktioniert, aber niemand tut es. oder so.

weil ich auch weiß, dass mir vollkorn und wenig zucker gut tut, ich aber regelmäßig drauf schei***, hab ich stets eine supergute ausrede, wenn ich mal wieder daneben hau (war unterwegs! war am verhungern! war… äh… faul!), das fängt an mit „wir nehmen zu den falafeln noch tomaten, die sind gesund!“ und endet bei „in dem muffin ist kirschmarmelade. also obst.“ außerdem, voll blöd, mittlerweile gibt’s echt fast überall irgendwas veganes, und besonders in der abteilung „vegans can be fatties, too…“, und das muss ich dann immer gleich testen, für den BLOG natürlich, hab doch einen bildungs- und recherche- und berichterstattungs- und überhaupt, AUFTRAG!

also bitte, nix bleibt geheim, volle transparenz, und auf geht’s:

junkfood_vegan

hochnotwendige rechercheübungen in sachen fett & zucker.

  • pizza: das war die einweihungsgabe von R., vegane dinkel-spinat-pizza von basic. ich bin ja echt kein fan von fake-käse, auch in dem fall war der mir ein bisschen zu platikartik, aber der teig war knusprig und die convenience, in einer wohnung ohne jegliche küchengeräte oder möbel sowas ins rohr zu schieben und am boden picknickend trotzdem was warmes abendzuessen war halt nice.
  • bällchen des grau(s)ens: der schwedische möbelhändler mit unsäglichen zustellterminen hat jetzt die köttbullar auf pflanzlich im menü. leider voll zum vergessen: pampige dinger mit mais und so, die aussehen wie babykost, dazu zerkochter reis mit broccoli (why?!) und noch mehr zerkochtes pseudo-ratatouille mit wassersoße drumrum. again: WHY?!
  • schräge schoko: in salzburg bin ich bei le crobag eingefallen, die haben jetzt einen veganen schokomuffin im programm. der teig ist ok, drin ist eine komische kirschfülle und oben drauf sehr schräge, äußerst trockene streuselsachen. gesamteindruck nicht so berauschend, dafür megasüß, und das wollt ich ja schließlich.
  • zug-jause: am weg von bad gastein in die steiermark haben der herr A.&O. beim spar auf die klassische jausen-variante oriental mit hummus, tomaten und falafel zurückgegriffen. überraschenderweise sind die neni-falafel echt sehr sehr trocken. schade eigentlich.
  • EIS EIS BABY: beim spontan-überfall auf G. haben wir die lange schlange beim veganista links liegen gelassen um am schwedenplatz… wieder in einer langen schlange zu landen. aber siehe da: es gibt neben dem großen getümmel einen neben-schauplatz: die vegane theke, neben den eistorten. da steht eine eigene verkäuferin, es ist viel weniger los und man kommt gleich dran. leider waren alle frischen eissorten schon aus (bis auf banana, bäh), G. hat sich die letzten erdbeer-reste zusammenkratzen lassen und ich hab den vorgefüllten becher haselnuss-kakao probiert. beides gut, erdbeer sogar sehr gut!
  • cornetto: gibt’s jetzt in der classico-version mit vanille auch vegan. leider nicht so lecker, finde ich – etwas soja-lastig und wirklich fettig. aber der wille zählt für’s werk, und die schoko unten drin im letzten spitz vom stanitzl ist ja sowieso das beste an einem cornetto.

zu meiner verteidigung hier noch der beweis, dass wir uns tatsächlich zwischen all der völlerei wien – salzburg – steiermark – wien tatsächlich auf die poserhöhe raufgewuzelt haben, dank regenvorhersage mit herrlich wenig menschen, und bis auf ein paar tropferl sind wir auch trockenen fußes hoch- und wieder runter gekommen. ob dann sonnendeck mit panoramablick, holladiriduliöh! (oder man macht einfach mal die augen zu, auch sehr angenehm.)

poserhoehe

„ja wieder klar, dass die hanna auf die POSERhöhe muss!“, so R. auf facebook… wenn der wüsste ;-)

dass ich da oben einen kaiserschmarrn vergenusszwergelt habe und gestern am hellichten tag bei der aida auf ein abartiges cremeschnitten-eis (!!) eingefallen bin, lassen wir jetzt mal einfach untern tisch fallen ;-) apropos berg, da fällt mir ein, nur mehr 3 wochen bis zu unserer kati-geburtstags-geschwister-wandersause, ich freu mich schon ur!

bergfexige bussis,
hanna

wer’s glaubt…

liebe hanna,

es gibt ja solche und solche phasen im bezug auf’s essen und hab grad eher eine solche. soll heißen: obwohl wir foodbloggerinnen uns ja eigentlich bevorzugt mit wahnsinnig gesunden, wohlschmeckenden und fotogenen dingen ernähren sollten, hab ich grad (ich trau’s mich fast nicht zu schreiben) eher so eine junkphase. ich ernähr mich von literweise sojalatte (wie du gestern gemerkt hast verputz ich da zwei humpen wie nix), kiloweise schokolade und chips.

diy chips

kürzlich waren wir bei der schwägerin auf besuch und wie wir wieder in wien waren hat hans-peter einen sack erdiger knollen aus dem koffer gezaubert. „du“, hat er gesagt „die oberösterreicher hatten süßkartoffeln im biokistl, aber die können damit nix anfangen.“ wir natürlich erstmal auch nix, drum haben wir sie in alter rettichtradition erst mal zwei wochen im kühlschrank rasten lassen. aber dann hab ich mich doch erbarmt weil, hej! auch wir haben einen dörrapparat, da kann ich doch lecker chips draus machen. also hurtig süßkartoffelchips gegoogelt und herausgefunden, die soll man schnippeln, dann in wasser einlegen, damit ein teil der stärke rausgelöst wird, dann trocknen, dann dörren. na gut, klingt machbar.
ich also die runzligen knollen geschält, und nein mir ist nichts aufgefallen. dann durch die küchenmaschine gejagt, nein, mir ist noch immer nichts aufgefallen. und dann in einem riesen bottich wasser eingelegt.

und erst dann hab ich mich gefragt, warum die süsskartoffeln eigentlich so blass sind. die form – auch ein stück weit ungewöhnlich. und bei näherer betrachtung musste ich dann schon sagen: diese süsskartoffeln schauen mir verdammt nach topinambur aus. unnötig zu erwähnen, dass die praktisch keine stärke haben und ich völlig sinnloser weise gefühlte tausend scheiben topinambur abgetrocknet hab.

aber das wirklich interessante ist im nachhinein, dass ich, in meiner verdattertheit, das süßkartoffelprogramm weiter durchgezogen hab, bis zum bitteren ende.

wie topinamburchips gehen weiß ich jetzt auf jeden fall nicht, aber ich vermute es ist eine gute idee sie zu frittieren oder wenigstens bei einer halbwegs vernünftigen temperatur (ich schätz mal so grünkohlmäßig bei 150 grad), mit etwas öl und salz in den ofen zu schieben.

eine völlig blöde idee ist es, sie stunden lang bei 65 grad zu dörren. das wird dann etwas, für kulinarisch schlichte gemüter. aber vielleicht eignen sie sich ja als raumdeko. schauen nett aus, irgendwie wie schneeflocken. vielleicht streu ich sie demnächst in der foodcoop aus. sorgt sicher für stimmung.

topinamburchips_3.jpg

alles liebe, dein lesterschwein

p.s. was ich natürlich noch immer nicht weiß ist, ob es hp süßkartoffeln nicht von topinambur unterscheiden kann, oder seine schwester. aber: eh wurscht, ich kann es ja schließlich auch nicht :-)

eine runde rübe

liebe kati,

ich bin jetzt ein saftladen. der V. hat nämlich seinen ganzen hausstand aufgelöst, bevor er für ein halbes jahr auf kletterreise durch europa tingelt, und nachdem wir kulinarisch einander sehr verbunden sind, hat er mit seinem neuen knallgelben reise-postbus ein dörrgerät und einen entsafter zu mir geliefert. somit kann ich an deinem runden rettich gleich anschließen, meine rüben waren auch schon halbweich und eine leicht angeschimmelt, also höchste zeit, sie zu versuppen… äh… saften!

gleich vorweg: das ist ein bisserl zeitaufwendiger als gedacht, war aber auch mein erstes mal, da gab’s ein paar anlaufherausforderungen. außerdem hab ich heut eh den ganzen tag zuhause auf eine möbellieferung wartend verbracht (liefertermin: 8-17h), um beim anruf im kundenservice um 17:30h zu erfahren dass das nur ein „AB“-zeitpunkt ist, dann hab ich auf nachfrage einen anderen tracking-code erhalten und da steht, das paket kommt eh erst nächste woche. na… eh wurscht. viel zeit zum saft machen jedenfalls!

ich hatte weder rezept noch bedienungsanleitung, nur so ein ulkiges aldi-video, hab zu den foodcoop-rüben einen sack karotten gekauft und noch einen grünen apfel gefunden. V. hat noch geraten, die rüben zu schälen, aber vorkochen oder so braucht man nix. also los:

lesterschweine_entsafter

was macht man in einer neuen küche als erstes? ROTE RÜBEN SAFT, harrharrharr!!!

was dann geschah:

  • das fotogen vollgepferchte einschubloch oben ist gleich mal verstopft, die rüben haben sich mit den karotten verkeilt. also: nur nach und nach reinstopfen.
  • die ganzen rüben waren selbst auf der „HI“-stufe harter toback für den motor, beim „mit sanftem druck“ ausüben hat die maschin mal aufgejault. ich hab sie dann geviertelt und die karotten auch sicherheitshalber klein geschnitten, das geht dann besser.
  • die äpfel gehen ratzfatz, aber die kerne prasseln unschön, hab die letzten viertel entkerngehäust reingegeben.
  • das ding hält super dicht, die sauerei am letzten bild war natürlich, wie immer, ein fotounfall beim einhändigen rumhudeln mit dem handy in der hand. trotzdem sind dann halt die ganzen plastikteile an sich mega-eingesaut. macht nur spaß wenn man einen geschirrspüler hat, der die endsäuberung übernimmt (hab ich ja jetzt, hahaha!)
  • es bleibt halt schon sehr viel trester übrig, „pressrückstände“, also pflanzengewebe. all die schönen ballaststoffe! kann man damit noch was machen?!?!
  • ja und der saft. der war ur lecker!! ich hab zufällig ein echt feines mischverhältnis erwischt, die rüben waren nicht zu präsent, die karotte hat sich schön reingeschmeichelt und der apfel hats aufgefrischt.
  • ca. 1 kg gemüse = ca. 450ml saft

das vampirsaft-„rezept“

5 kleine rote rüben
4 karotten
1 apfel

  • alles waschen, schälen, kleinschneiden, entkernen, entsaften und…
  • trinken! ;-)

trotzdem frag ich mich halt, ob sich das so auszahlt, vor allem mit gekauften gemüse (also die supermarkt-karotten heute waren ja ein notfall-plan) – sowohl zeitlich mit einkauf, aufbereitung, saftung und säuberung – als auch monetär. eigentlich ist das dann cool wenn man A) die volle gemüse-schwemme zB von einem eigenen garten oder einer ökoparzelle hat oder B) viel gemüse aus einem sommerlich prallen CSA-ernteanteil kriegt oder C) eine foodcoop mit günstigem, gutem gemüse in der nähe hat. weil jetzt zum entsaften kiloweise rüben, karotten, äpfel und co aus 1020 nach 1120 zu karren ist halt ein bisserl… umständlich. aber zumindest ist das gerät mal getestet und neuen saftkreationen steht prinzipiell nix im wege.

aber weil saft aber nicht alles ist, hab ich die küche anfang der woche mit dem A.&O. eingeweiht mit grünem spargel an erdbeere (leckerlecker), und heute mit einer schön deftigen moussaka, zimt war zwar aus aber ich hab den tofu mit steak-gewürz gepimpt, hat auch voll gepfiffen.

apropos spargel: der kommt ja in allen farben inkl. purpur (<3) in unsere foodcoop aus dem hause kleedorfer, und als ich gestern bei J. & H. auf besuch war, babybauch schauen, steht 2 gehminuten vom haus bei denen im dorf ein kleedorfer-schild!! sind die quasi dorf-nachbarn, ur lustig. also nächstes mal vielleicht gleich mit einer speisereise verbinden…

lesterschweine_ranch

lecker grillen, dann unterm marillenbaum chillen, später holler-sammeln auf wald & wiese, violette erdäpfel eingraben und dazwischen baby- bzw. food-bauch streicheln. so muss feiertag!

das mit der land-sehnsucht von euch kann ich nämlich voll verstehen, ich lebe die in der schönen jahreszeit mit freundes- und familienbesuchen aus, und erfreu mich an dortigen gartenliegen und hängematten ;-) zum beispiel ab morgen im donaugarten!

bussi & bis bald,
hanna mit dem foodbabybauch

eine runde rettich

liebe hanna,

eigentlich ist der schwarze rettich ja eine runde sache. und nachdem hp und ich jetzt schon einige jährchen mit der foodcoop verbunden sind, haben wir schon lang, zumindest theoretisch, leichten zugang zu diesen seltsamen kleinen bällchen. aber wie das so ist in beziehungen, manchmal etabliert sich das eine oder andere seltsame muster. in unserem fall haben wir eine, sagen wir mal, durchwachsene beziehung zum rettich. unser muster schaut so aus. ich mag den rettich eigentlich ganz gern, bestell ihn aber nie. irgendwie fällt mir vorher immer etwas anderes ein. und außerdem bin ich im grunde der überzeugung, dass es mir nicht schmeckt. ich bin dann immer ganz überrascht, dass er ja doch ganz gut ist. und hp ist der überzeugung er mag den rettich. er bestellt ihn also recht häufig, verwendet ihn dann aber nicht. das führt dazu, dass der rettich dann wochenlang im kühlschrank rumgammelt. zum glück hält er ja lang. aber wir warten auf jeden fall bis er ganz eingeschrumpelt ist, zum teil sogar bis der erste schimmel kommt, und dann, kurz bevor wir denken, verdammt, jetzt müssen wir in bald wegschmeissen, machen wir noch schnell etwas daraus. um dann überrascht zu sein, dass er eh gut schmeckt. und in dem wissen, dass er, etwas früher verarbeitet nicht so ein zacher hund wäre und wahrscheinlich noch besser schmecken würde. das hindert uns aber nicht daran beim nächsten mal das spiel wieder von vorne zu spielen. drum verblogg ich jetzt, endlich, endlich, zwei rezepte mit schwarzem rettich, denn ich hab die leise hoffnung, wenn es im blog steht, dann findet es auch häufiger statt, zumindest bei mir. und noch dazu sind beide rezepte watscheneinfach.

rettichsalat

rettichsalat

1-2 knollen rettich
1-2 karotten
1 apfel
birnen- oder apfelbalsam
kürbeiskernöl
ev. geröstete samen, nüsse, …

gemüse schälen, gemüse und apfel reiben, mit essig und öl, und natürlich salz und pfeffer abschmecken, ev. nüsse hacken und rösten bzw. samen rösten (z.B. sonnenblumenkerne), und auch rüber geben. und das wars. ich geb zu, alten rettich zu reiben ist kein großer spaß. ich hab aber von der schwiemu ihre alte küchenmaschine vermacht bekommen, und das teil, trotz seiner 35 jahre am buckel, reibt tadellos, und zwar alles.

erdäpfel-rettich-suppe

erdapfelrettichsuppe

2 zwiebeln
1/2 kg erdäpfel
1/4 kg rettich
gemüsebrühe
1/8 weißwein
muskat
ev. ein ordentlicher schuss kürbiskernöl wenn die suppe schon im teller ist. und ein bissel gehackte pertersilie. oder schnittlauch. oder vogelmiere (eh klar).

die zwiebeln klein schneiden und in öl anrösten, erdäpfel und rettich schälen und klein schneiden , kurz mitrösten, mit weißwein ablöschen und mit gmüsebrühe aufgießen bis alles mehr als gut bedeckt ist. kochen bis das gemüse wirklich weich ist und dann alles pürrieren. mit salz und pfeffer abschmecken.

die suppe gab es als abendessen und auf die frage der kinder was es gibt, wir so, „erdäpfelsuppe“. nur mit einem ganz kleinen schlechten gewissen. „schmeckt gut,“ haben alle befunden, und das jundkind, mit ihrem sechsten sinn, hat noch festgestellt: „wenn ihr so cremesuppen macht, bitte sagts uns nicht was drinnen ist. bei der kürbiscremesuppe wollen wir auch nicht wissen, dass da noch pastinaken und karotten mit drinnen sind, dann schmeckt sie nicht mehr so gut.“ na eben. manchmal ist die wahrheit eine zumutung. muss ja nicht sein.

soviel zum rettich, ist ja doch eine runde sache.

alles liebe, dein lesterschwein

p.s. für die nicht-veganer*innen: einen sehr speziellen, ziemlich leiwanden turn bekommt die suppe wenn man noch ein ordentliches stück gorgonzola oder sonst einen schimmelkäse am ende einrührt. schmeckt dann ein bissel wie käsefondu als suppe. und natürlich hätte ich das im normalfall gar nicht gemacht, aber der käse war schon wochenlang im kühlschrank. kurz vor dem vergammeln. den hätte ich sonst wegschmeissen müssen! keine ahnung wer den gekauft hat….

 

 

wurst, wurst oder wurst?

liebe kati,

während du mit HP die un-tiefen der campingplatz-seele erradelt hast, war ich mit dem gospelchor kreuz und quer durch OÖ unterwegs. eine mini-tournee, quasi… witzig, aufregend, anstrengend! freitag linz, samstag braunau – anfang april waren wir ja schon in wien & strasshof. einerseits sehr intensiv weil natürlich umfassende logistik, strenger zeitplan (check-check-soundcheck), lange abende (unser aktuelles repertoire mit 5 künstler-portraits, solos, duos, trios, dem kinder-sing-projekt oder auch mal einem gast-chor dauert so ca. 3 stunden mit pause), auf-/ab-/umschminken, last-minute-bügel-sessions sowie büroklammer-reißverschluss-hacks & co, dazwischen palavern mit konzertgästen wie der linz-crew S. & R., dann noch technik-abbau, mit dem bus durch die nacht und irgendwo in ein bett fallen – dafür tags darauf mitten in der herrlichsten landschaft aufwachen! ich weiß zwar noch immer nicht wo genau wir da waren, aber ich war am freien vormittag zwei stunden auf wald & wiese unterwegs, hab blühende bäume und wiesen instagrammisiert und mich der sommersonne erfreut. also, land und so – an solchen tagen versteh ich das dann schon warum es einen in die einöde zieht, spießig hin oder her, schee is scho!

chor_tour_ooe

irgendwo in OÖ: grüne wiesen, blühende bäume, prächtigstes wetter sowie ein päuschen in aschach an der donau.

dann ging’s mit basssänger W. gen westen, unterwegs lunch-stopp im herrlichen aschach an der donau (very spitz-mäßig!), wieder tollste frühlings-landschaft, nach dem soundcheck im VAZ braunau ein abstecher zu fuß über den inn nach deutschland (ja, das geht, war mir gar nicht bewusst wie grenznah das liegt) und sogar noch ein eis.

auch kulinarisch ist so eine tour nämlich ein spannendes erlebnis, ich bin ja meist basis-selbstversorgt mit einer handvoll müsliriegeln und obst, in linz hatten wir vor dem konzert eine runde pasta, und guad is. in braunau dann gab’s eine jause mit wurstsemmerl, gefolgt vom abendmenü: suppe mit wurst, danach wurstalat oder nudelsalat mit wurst! hahahaha… ich hab echt tränen gelacht. die frau, die uns das vorbereitet hat, war total nett und alle irrsinnig bemüht und der kuchen danach war bombe, aber pflanzen essen ist anscheinend dort noch nicht so das ding. wozu gemüse, wenn man wurst haben kann? ich hab mich dann mit mais-chips und dem gemüseaufstrich vom penny neben dem VAZ über den abend gerettet, auch nicht tragisch. bei der nächsten tour vielleicht doch als backup ein glaserl tofuspeis, von dir inspiriert.

auf der gemüsefront hat heute A., der grad auf heimatbesuch ist, sich vom vegan-for-fit schinken inspirieren lassen und an gefülltem probiert. wurde ein feiner erstversuch, wenn auch etwas zu gut gemeint mit dem mandelmus ;-) außerdem doppelte portion weil am segelschiff standardmäßig für 13 leute gekocht wird, daher sind die portionen in den ersten tagen der heimatlichen küche oft ziemlich überdimensioniert für 2 personen… ;-) jedenfalls hier das rezept dazu, freestyle vom herrn O.:

lesterschweine_vegan_zucchinigefuellt

gefüllte zucchini & melanzani, mit richtig viel mandelmus getoppt.

gefüllte zucchini und/oder melanzani

2 zucchini
1 melanzani
anderes gemüse zB 1 karotte, 1 fenchel, 1 frühlingszwiebel oä
1 kl. zwiebel, 2 zehen knoblauch
1/2-1 tasse cous cous
1/2l tomaten passiert
1-2 EL tomatenmark
1 schuss weisswein
rosmarin, salbei, italienische kräuter
salz, pfeffer

  • zucchini und/oder melanzani halbieren und aushöhlen, fruchtfleisch klein schneiden, zwiebel & knoblauch schälen und fein hacken. karotten und fenchel auch fein schneiden. couscous in heißer gemüsebrühe aufquellen lassen.
  • zwiebel in olivenöl anrösten, gemüse dazu, knoblauch kurz mitrösten. tomatenmark darunter rühren, kurz anbraten, mit weißwein ablöschen.
  • gemüse mit couscous vermischen, in die ausgehöhlten hälften füllen. passierte tomaten mit knoblauch und gewürzen vermischen und in eine feuerfeste form gebe, die gefüllten hälften reinlegen. ein bisschen mandelmus darauf verteilen.
  • alles für ca. 30-45 min. im backrohr bei 180°C garen.

ach ja, und um die konzertgeschichten abzuschließen: eine polizeikontrolle gab’s dann auch noch, so kurz nach der abfahrt aus braunau um ca. 23h – die junge frau cop wollte erst wissen, wohin wir fahren („wien!“ – „wos woit’sn do??“) und ob wir echt ein chor sind?! die haben wir dann dermaßen niedergegrölt dass sie uns freiwillig gleich weiterfahren gelassen hat ;-) (applaus gab’s auch.)

hallelu!

bis bald,
dein hannalein