#wienliebe und das 3×3 des veganen fremd-essens: 12 lokaltests!

liebes lesterschwein,

jahaa, da ist ein rechenfehler im subject, nicht nur weil sich am wochenende mein hirn abschaltet, sondern… na mehr dazu später ;-) also wien ist schon sehr super, das sieht man einerseits daran, dass es ur viele möglichkeiten gibt, communities zu bilden (mehr zu deinem herzsturm ein ander mal, ich will da noch was sagen!) und andererseits, in profaneren dingen, leiwand vegan essen zu gehen – ich sag nur: steak!…

steak_vegan_vezziez_wien

pfeffersteak bei veggiez neben der oper

… und andererseits an den vielfältigen coolen orten in allen jahreszeiten, wie es die bereits mehrmals erwähnten bartolomeybittmann eindrucksvoll beweisen (unfasslich, wo man überall streichinstrumente spielen kann!). erinnert mich auch ein bisschen an taste of vienna, diesen visuellen wahnsinn in hochgeschwindigkeit…

jedenfalls, essen!

ich koch ja ur gern selber (highlights im frühling bisher: moussaka from heaven! leiwande quiche mit kürbis & sonnenblumenkernen! fenchelrisotto mit avocado! besteste brat-vurst mit kürbis-thymian-püree, yeah! außerdem unessbare vegane mac’n’cheese, aber das ist eine andere geschichte…), war aber in letzter zeit trotzdem auch recht oft fremd essen. einerseits aufgrund neuer büro-location in 1010, da muss man natürlich mal die hood auschecken, andererseits weil „ich muss lokale testen. für den blog. weißt eh…“ eine super ausrede ist, um fancy zu speisen und neue sachen auszuprobieren. außerdem fernbeziehung, und manchmal freut’s mich dann allein daheim rumwerken doch nicht. also, hier die 3×3 4×3 most recent restaurant-erprobungen seit anfang des jahres, in völlig wahlloser reihenfolge:

lesterschweine_lokaltest_wien_2018

1. reihe: lebenbauer, cafe eskeles, taste of india – 2. reihe: ballsy, bao bar, kim kocht take-away – 3. reihe: anker, freshii, swing kitchen

  1. lebenbauer, 1010 wien: nobles vollwert-restaurant zwischen burgtheater und freyung, es gibt auch günstigere mittagsmenüs aber ich hab letztens mal wieder beim seitan-braten mit maroni und rotkraut zugeschlagen, ur lecker, auch ziemlich große portionen – da wird man trotz gehobener preise schön satt!
  2. cafe eskeles im jüdischen museum, 1010 wien: geheimtipp, total nettes orientalisch-modernes essen, gute mittagsmenüs, alles veggie-vegane gut sichtbar in der karte grün markiert und einen urleiwanden veganen burger. empfehlung – aber mittags unbedingt reservieren…
  3. taste of india, 1040 wien: wo kann man hingehen, wo es für alle was gibt? zum inder! mit V. & P. spontan in diesem laden auf der margaretenstraße eingefallen, und von allen fleischsorten über veggie bis vegan ist alles möglich – und lecker. es gibt sogar vollkorn-fladen!! die schummrig-ramontische beleuchtung macht essensfotografie völlig unmöglich, bei eintöpfen sowieso schon eine challenge, aber geschmack und menü-vielfalt sind ungeschlagen.
  4. ballsy, 1020 wien: am volkertmarkt gibt’s ein lokal, das nach baukasten-prinzip div. bällchen mit div. soßen und div. beilagen kredenzt. die vegane variante war leider… fad. gelb-grüne, trockene kichererbsen-bällchen, dazu gräuliches, bröckeliges hummus, grün-gelbes sauergemüse und gelbes kraut. optisch und geschmacklich leider nix!
  5. bao bar, 1070 wien: das „bao bun“ ist ein im dampf gegartes, extrem fluffiges asia-semmerl, gefüllt wird’s in der veggie-variante mit knusprigem tofu, avocadocreme, kimchi-rotkraut und einem urgeilen, scharfen pseudo-ketchup. voll lecker!!
  6. kim kocht take-away, 1090 wien: zufällig dran vorbeigestolpert und einen nudelsalat mit sojasproßen und erdnusssoße mitgenommen. geschmacklich OK, könnte erdnussiger sein, aber vor allem: kaum gemüse… hauptsächlich nudeln und sojasprossen. da geht noch was.
  7. anker, 1010 wien: die filiale am stephansplatz ist 100% vegan, ich bin mal heißhungrig dort eingefallen und brauchte was to-go. das „hummus-cashew-eck“ mit viel räuchertofu, getrockneten tomaten und rucola ist auf den ersten bissen ziemlich hart und trocken, ich hatte es dann aber trotzdem innerhalb von 4 ubahn-stationen weggemampft. geschmacklich nah am leberkässemmerl, wird zur mitte hin immer saftiger!
  8. freshii, 1010 wien: noch selten war ein lokalname dermaßen… daneben. was sich als „fresh“ anbiedert, ist dann bei näherer betrachtung eine lieblos zusammengewürfelte „bowl“ mit picksüßer fertig-bbq-soße, im „pad thai style“ nudelhaufen waren statt erdnüssse tatsächlich BACKERBSEN! (??), frisches gemüse ist nur in spuren vorhanden, what the fck…?
  9. swing kitchen, 1090 wien: der schillinger expandiert mit den fastfood-läden im sixties-style ja wie sau, die qualität bleibt glücklicherweise gleich. nach langem mal wieder einen g’schmackigen swing-burger mit leiwanden pommes und der schrägen limetten-mayo (ich bin ja sonst mehr für ketchup…) probiert, gut wie immer!

scheiße, jetzt sind mir noch drei eingefallen!! immer grad wenn man den post fertig und die foto-collage zusammengestellt hat… also here we go:

lesterschweine_wien_lokaltests_vegan_3_2018

veggiez, xu’s kitchen, anni’s bröselei

  1. veggiez, 1010 wien: von da wo das steak ganz oben war! und das war super! ansonsten umfangreiche karte, fokus auf gesund & low carb und so – dazu teure smoothies und kram. hier drüber noch eine quinoa-bowl mit seitan-geschnetzeltem. nicht billig, aber sehr lecker! schön saftig mit frischem gemüse, veganem tzatziki mit gurke & dille. und überhaupt super: das schoko-mousse danach ;-)
  2. xu’s kitchen, 1070 wien: dauerbrenner und den fake-fleisch-fetischisten wie meinereine eine ist, wobei statt „verboten guter ente“ oder „crispy chicken“ mein all-time favourite ja eigentlich die gedämpften dim sum mit gemüse sind, dazu sojasoße mit hardcore viel knoblauch…. ooooooohm. fun fact: bei meinem letzten besuch war am nebentisch ein junger typ mit seinen freunden, der es nicht gepackt hat, dass all das „vleisch“ in der speisekarte KEIN tier sein soll :-D
  3. anni’s bröselei: mit kollegin C. vorbeigestolpert, wir haben ja unter anderem die gemeinsamkeit, um spätestens 11:30h mittagshungrig zu werden. deshalb waren wir an dem tag auch die allerersten gäste bei „anni’s“, alle sachen dort sind vegan, vieles auch glutenfrei oder so. das risotto war solide, ein bisschen zu flüssig, hätte noch etwas mehr geschmack vertragen… aber sonst total stimmig und netter kleiner lunch-laden.

so!

aber jetzt: wer noch weitere tipps & empfehlungen für unseren lokalkolorit hat – immer her damit! wir freuen uns über kommentare :-) ich verlink die heutige list da auch noch hin…

bussi,
das fressschwein

erstürme mein herz

liebes lesterschwein,

danke für die osterschoko! ich hab sie noch nicht geknackt, die heb‘ ich für unsere nächste schwesterliche sause auf. stell dir vor…

letztens war ich mit hp und unserem musikfreund im kino und wir haben uns bootes neuen film „the green lie“ angesehen. obwohl da nicht soviel neues kam wie erwartet war doch der eine oder andere denkanstoß dabei.

nicht neu war zum bespiel die erkenntnis, dass wir die welt nicht retten werden, indem wir im supermarkt irgendwelche dinge kaufen, die mit ökigen bildchen verziert sind. seltsame „gütesiegel“ für „nachhaltigkeit“ machen die welt nicht besser und gesünder. sorry leute, vergesst supermarkt-bio. industriell gefertigtes zeug, vor allem mit, aber auch ohne palmöl, dass von multinational agierenden konzernen produziert und vertrieben wird ist und bleibt böse und kein label dieser welt wird was dran ändern.

eine gute erinnerung war, dass wir ganz generell und überhaupt die welt nicht durch konsumentscheidungen verbessern werden, und es vielleicht langsam mal wieder an zeit wäre uns als bürgerInnen und nicht als konsumentInnen zu begreifen.

ein echtes aha war für mich jedoch, ein kleiner satz von frau hartmann. die hat nämlich gesagt, dass der hauptschaden, den die konzerne mit ihrem green washing anrichten gar nicht der ist, dass sie uns dinge als „nachhaltig“ und „ökologisch“ verkaufen, die das gar nicht sind, sondern dass uns vorgegaukelt wird, wir verändern die welt als individuen durch konsumentscheidungen, anstatt als gemeinschaft durch politisches handeln. eigentlich eh klar. im stillem kämmerlein am fair-trade sojalatte zu nuckeln und sich gemütlich die alsan aufs dinkelweckerl zu schmieren mag sich vielleicht im ersten moment gut anfühlen, aber besser wird davon nix. im gegenteil. herr patel hat im film ganz richtig darauf hingewiesen, dass es ja wohl nicht sein kann, dass wir zwischen fairem kaffee und arschlochkaffee wählen sollen und es ein untragbarer zustand ist, dass wir beim einkauf quasi entscheiden sollen, ob wir heute menschen ausbeuten oder doch nicht. aber: es kann nicht alles anders werden und gleichzeitig alles gleich bleiben. um es mit herrn welzer zu sagen: die immer-alles – kultur*, ob vegan oder nicht, wird sich nicht ausgehen, wenn es allen leuten gut gehen soll.

so, liebes lesterschwein, und was heißt das jetzt für mich? für uns? ich kann und will ja nicht einfach aussteigen aus meinem 1. welt menschenleben. ich bin ja teil des systems von dem ich gleichzeitig sage, blöd irgendwie. und was kann ein einzelnes lesterschwein schon verändern?

diese fragen sind mir die ganze woche durch den kopf geschwirrt, während ich durch die gegend geradelt bin und schlussendlich hab ich bemerkt, für mich ist der dreh- und angelpunkt die aussage von frau hartmann. es geht nicht darum alleine „das richtige“ zu tun, was auch immer das sein soll, sondern sich in der community zu organisieren. deswegen ist die foodcoop für mich auch mehr als eine einkaufsgemeinschaft. erfahrungsgemäß brechen die leute, die einfach nur zeug bestellen und es abholen auch früher oder später wieder weg. es ist ja eigentlich doch bequemer die sachen einfach beim supermarkt ums eck zu holen. das hab ich auch bei mir selber beobachtet. der mehraufwand funktioniert auf dauer nur, wenn ich mich mit den menschen verbunden fühle, wenn ich mich darauf freue sie zu treffen beim ladendienst. wenn ich gerne aufgaben übernehme, wenn das sinn für mich macht, wenn ich daran glaube, dass es doch möglich sein muss, mich im großen und ganzen mit dem zu ernähren, was es um mich rum so gibt. und das ist nicht unbedingt bequem. einen tag in der woche zeit zu haben lebensmittel zu bestellen und zwei stunden in der woche zeit zu haben diese abzuholen mutet in zeiten wie diesen (ich sag nur „immer alles“) doch ziemlich anachronistisch an. aber wenn man sich mal daran gewöhnt hat ist das gar kein problem. und außerdem:

echte entwicklung kann viel sein: interessant, abenteuerlich, herausfordernd, neu, überraschend, gruselig, schön- nur eines ist sie nie: bequem.

echte entwicklung verbindet mich mit anderen menschen und berührt mich im herzen. eigentlich sollte der titel dieses blogposts ja „niemand ist eine insel“ sein. aber dann bin ich drauf gekommen, dass 1. john donne mit launigen sprüchen nur so um sich geworfen hat (auch schön: „hier lieg ich, von der lieb erschlagen) und 2. es um mehr geht, als sich nur zusammen zu tun. ich muss schon mit dem herzen dabei sein. darum:

erstürme mein herz!

und ja, ich weiß dass ich hier kürzlich über datteln geschrieben hab, aber hey, es geht schließlich um entwicklung, nicht um perfektion. und ich neige auch nach wie vor zu irrationalen übersprungshandlungen. zum beispiel hab ich kürzlich recherchiert, ob es nicht doch vertretbare sojamilch im supermarkt gibt. aber vom diesem desillusioniernden internet-trip erzähl ich dir das nächste mal. und auch darüber, warum es zeit ist wieder mehr auf die straße zu gehen.

jetzt aber noch wie kürzlich versprochen mein aktuelles frühstücksrezept, natürlich 100% foodcoop und mit ohne sowieso.

frühstücksbreichen


15g dinkel

15g hafer
15 g trockenfrüchte
150-200ml wasser
1 apfel
ein paar nüsse

getreide schroten und mit den trockenfrüchten über nacht im wasser einweichen. morgens ein paar minuten kochen, den apfel reiben, die nüsse hacken und alles in einer schüssel anrichten.

fertig.

alles liebe und bis bald, deine kati

*immer-alles kultur stammt aus: welzer, harald: selbst denken – eine anleitung zum widerstand

ernten statt jäten! essbares unkraut & formenreiche sippen

liebe kati,

unkraut vergeht nicht, das wissen wir spätestens seit ausgiebigen kämpfen mit meterhohen unkrautstauden auf unserer ökoparzelle. aber bekanntermaßen gibt’s ja allerlei unscheinbares grünzeug, das für die einen als unkraut verpöhnt ist, was andere als wild- oder heilkräuter in ihre salatschüsseln, auf die hauptspeisen, über die desserts, in die heilsalben oder überhaupt gleich in den mund stecken. ich bin da prinizipell nicht so experimentierfreudig, schon bei muttern gab’s ja oft löwenzahnsalat, bärlauchpesto, diverse blüten & co am menüplan, mir war das aber immer wieder irgendwie suspekt, vor allem mag ich keine bitteren sachen. als dann aber vorige woche auf der wöchentlich aktualisierten bestell-liste unserer foodcoop beim gemüselieferanten bubenicek plötzlich eine „vogelmiere“ aufgetaucht ist, und wir nebeneinander gerätselt haben, was das wohl sei („google mal…“ – „ahja, miere, auch hühnerdarm genannt, muahaha.“ – „HAHAHA, das muss in den blog!“), hat mich der übermut gepackt. paradoxe intervention quasi.

vogelmiere.jpg

frische vogelmiere

also hier das ganze recherche-ergebnis aus wikipedia – und keine panik, die darm-referenz hat anscheinend nichts mit übermäßig stuhlfördernden eigenschaften zu tun:

„Die Gewöhnliche Vogelmiere (Stellaria media), auch Vogel-Sternmiere, Hühnerdarm (wohl in Bezug auf den kriechenden, runden und gewundenen Stängel), Hühnerscherbe oder Hustdarm genannt, ist eine Pflanzenart der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae).

Die Gewöhnliche Vogelmiere ist als Kosmopolit weltweit verbreitet. Ihre Anpassungsfähigkeit resultiert aus dem gewöhnlich polyploiden Chromosomensatz und zeigt sich auch im Formenreichtum der Sippe. Das weit verbreitete „Unkraut“ kann als Wildgemüse und Heilpflanze verwendet werden.“

was dann kam, war ein RIESENSACK voller miere!! merke – 250g in zB „kürbis“ ist eine mini-portion, aber 250g in blattform nimmt an volumen ein ausmaß an, dass selbst einen kochambitionierten single-haushalt sprengt.

bei der abholung gab’s gleich wilde verwechslungsspiele mit asia-salat (im bund!) und rucola (na gut, den haben wir dann doch identifiziert) – als die vogelmiere dann zugeordnet war, gleich neugierige blicke von ladendienst M., unserem neuesten mitglied S. sowie drei besuchenden interessentInnen: hä, was macht mensch damit?! keine ahnung!

zuhause angekommen, ergibt die schnellsuche hauptsächlich salat (nanonanet), pesto (da bin ich spießige verweigererin von bärlauch- und anderen abarten und bleibe strikt beim aromatischen al basilico), als beigabe im spinat („immer noch besser als… spinaaaat!“) und komplizierten sachen wie gefüllten seitan und co.

also wird ess-perimentiert, und der erste einsatzversuch war, pesto-inspiriert, gleich mal:

vogelmiere_pasta.jpg

vollkorn-pasta mit veganem pesto und blanchierter vogelmiere.

pasta mit vogelmiere

1 portion (vollkorn-)pasta mit pesto
1 handvoll vogelmiere
1 knoblauchzehe
etwas olivenöl
etwas salz

  • pasta wie gewohnt kochen und mit pesto vermischen (vegane pesti gibt’s zB von alnatura, wir haben in der foodcoop eins aus einer italienischen bio-kooperative.)
  • vogelmiere waschen, abtropfen lassen
  • olivenöl in einer pfanne erhitzen, knoblauch fein gewürfelt mitbraten, vogelmiere dazu, leicht salzen, dann mit etwas wasser ablöschen
  • unter die pasta heben – gibt dem einen frischigen kick!

vogelmiere als essbare eintopf-deko

tags darauf hatte ich einen teil vogelmiere für’s büro abgepackt, TCM-kollegin C. freut sich immer über saisonales und überhaupt sachen zum ausprobieren. aufgrund einer lieferantenverwirrung gab’s dann total spontan leckeres mittagessen vom, ja, donaugarten!! schwägerin E. war in town und hat nicht nur eine ur liebe geburtstagsbox mitgebracht (suppen! gin tonic! rosenmarmelade! hurra!) sondern auch 16 portionen shahi paneer. und das noch dazu nach lesterschwein-rezept, so super. wir sind also definitiv auch eine formenreiche sippe, vor allem was kochen & essen betrifft ;-)

donaugarten_lesterschweine_vogelmiere.jpg

donaugarten geburtstags-box & lunch-lieferung: vogelmiere meets indischen eintopf!

ich hatte dazu einen topf reisaufgestellt, und die vogelmiere als deko/pimp am esstisch platziert. eine kollegin meinte beim untersuchen des grünzeugs: „he, das ist doch das unkraut, dass ich im garten immer ausreiß!“ stimmt, also: zukünftig ernten statt jäten! ;-) die kollegenschaft war vom curry sowieso superbegeistert – sogar eine andere kollegin, die gerade zucker/laktose/gluten/hülsenfrüchte/kartoffeln/reis/getreide weglässt, konnte tüchtig zugreifen. ich weiß nicht, was für ein ernährungskonzept das ist, aber sie macht das jedes jahr für ein monat und es tut ihr gut. die donaugarten-sachen sind ja sowieso vegan, damit laktosefrei, das shahi-paneer aus tomaten & mandeln hat keine kichererbsen oder so was drin, und die beilagen kann man ja auch für glutenfreie & co anpassen. ja und die vogelmiere als pimp hat wiederum für das gewisse frühlingshafte etwas gesorgt, frisch und knackig. alle happy, alle satt!

heute hab ich dann gleich noch einen versuch gestartet, und zwar:

lesterschweine_vogelmiere_cremesuppe_vegan

grüne gemüsecremesuppe mit vogelmiere

grünes gemüse, zB 1 zucchini oder 1/2 broccoli
2 handvoll vogelmiere
optional 1-2 kartoffeln
1 kleine zwiebel
2 zehen knoblauch
gemüsebrühe (ca. 1 TL suppenpulver auf 1/4l wasser)
ein schuss pflanzen-cuisine
salz, pfeffer, muskat

  • gemüse waschen und zerkleinern (beim broccoli zB auch den nicht-holzigen teil vom strunk). zwiebel & knoblauch schälen und fein schneiden.
  • in einem suppentopf – bestenfalls beschichtet – zwiebel & knoblauch in etwas öl glasig dünsten, gemüse kurz mitbraten, mit gemüsebrühe ablöschen. salz, pfeffer, muskat dazu. ca. 10 min. köcheln lassen, bzw. bis alles durch ist.
  • vogelmiere waschen und dazu, einen schuss hafer-cuisine dazu. alles pürieren, bis es schön schaumig wird, und suppe abschmecken.
  • garniert mit frischer vogelmiere und optional einem schuss kernöl kredenzen!

was haben wir gelernt: unkraut lies in the eyes of the beholder

hat jemand noch weitere ideen, wie man das frühlingskraut verwerten könnte? ich hätt da noch, äh, 202g ;-)

bussi,
das frühlingsschwein

PS: premiere unserer neuen show mit dem gospel-chor gestern in wien war der hammer!! wir mussten sogar noch mehr stühle aufbauen weil in der riesenhalle in der ankerbrotfabrik zu wenig sitzplätze waren, whoopwhoop. musikfreund T. war wieder da, S. hat fleißig fotos gemacht, und kremser jugendgruppen altfreundin R. war versucht, mit einer symbolischen triangel die bühne zu stürmen und gleich mitzugrooven ;-) next stop: heute strasshof, morgen klosterneuburg! #singschwein #rampensau #musiclove

essen, trinken, vegane eier turtschen

liebes lesterschwein,

einen fröhlichen ostermontag allerseits! ich muss jetzt gleich nochmal was anbringen, österlicher als gestern, nämlich mit ei und alles: eier turtschen ist ja eine beliebte oster-tradition, also das ist jetzt kärntnerisch, bei uns heißt es eigentlich eier-pecken – und ich hab das heute in veganer version vollbracht, und gewonnen!

lesterschweine_eggling_vegan_ostern

ei zu erdbeer!

also der metalllöffel hat gewonnen und die samtige keramik-schale des eggling geknackt. dieses wundersame etwas haben mir S. & A. aus japan (jaaa, japan!) mitgebracht und zum geburtstag kredenzt: der eggling kommt echt im eierkarton daher, ist haptisch und auditiv erstaunlich nah an der tierischen ei-xperience, und funktioniert nach dem prinzip crack&grow. schale knacken, dünger anfeuchten, samen drauf, gießen & licht zuführen – erdbeeren ernten! laut packung ist das ganze total ökig, die keramik kann man kompostieren, die sonstige verpackung ist aus recycling-papier und der druck aus gemüse-tinte.

das passt natürlich wie die faust auf’s feiertägliche auge – ostern, eier turtschen, frühling, wachsen und so weiter… also los geht’s:

Ein Beitrag geteilt von hanna (@httr) am

 

bin schon sehr gespannt ob das klappt und wie japanische wild-erdbeeren schmecken!

apropos schmecken: ich hab mich noch kurz vor dem wochenende auf der mahü mit veganer osterware beschäftigt, und siehe da – der schmunzel-… äh… oster-… äh… traditionsdings… na jedenfalls der lindt-hase in zartbitter ist zwar nicht als rein pflanzlich deklariert, hat aber laut inhaltsliste keine tierischen inhaltsstoffe (außer „kann spuren von milch beinhalten“). und der alte zotter hat natürlich eine oster-edition, „hasi im osterland“, ich wär ja für „schweine im osterland“, egal – jedenfalls ist das sojakuvertüre mit gojibeeren & sesamnougat. die müssen wir bald mal schlachten!

lesterschweine_zotter_osterhasenland_vegan_schokolade.jpg

lesterschwein im osterland

sonst kann man feiertage ja hervorragend mit fressgelagen, familienfeten, langen spaziergängen in der einöde – oder auch frühjahrsputz, entrümpelung und/oder schlichtweg am sofa verbringen. frei nach den büchereien wien:

Den [Feiertag X] mit einem guten Buch und einer Tasse Tee auf der Couch zu verbringen, ist eh ok.

#Protipp: Wenn ihr statt der Tasse Tee zwei Flaschen Prosecco nehmt, funktioniert das auch mit einem nicht so guten Buch.

#insidertipp: dasselbe gilt übrigens für musik ;-) nachdem ich den prosecco dieser tage ausgelassen habe, gibt’s thematisch passende gute musik, und zwar von holla die waldfee… äh… my dear:

eat, drink & be merry allerseits – nicht nur, aber auch zu ostern :-)

ei ei,
der hannahase

palatschinken statt schinken (und gute musik!)

liebes lesterschwein,

frohe ostern & eine feine feier-ei!

danke für den supercoolen musiktipp – ich hör seit du vorgestern da warst nur mehr bartolomeybittmann. mein lieblingstune ist grad das ballercello, gib dir den beat ab min. 2:51! #ntzntzntzntz ich steh ja sehr auf so dynamische songs mit großer bandbreite von flauschig-stimmungsvoll bis hardcore-rhythmisch, vielleicht braucht’s doch mal eine lesterschweinische playlist? anyways, youtube hat danach gleich eine michael jackson coverversion von folksmilch draufgehauen, wo der bb-violinist ja auch mit von der partie ist. das klingt dann, als wäre der superslicke harvey specter von suits (oder doch joan holloway von mad men?) als dobrek bistro reinkarniert. jedenfalls sehr ZOA-festival würdiges material. ich weiß zwar noch nicht ob ich’s heuer ins mostviertel schaff, aber bringt auf jeden fall bitte wieder viele musikalische geheimtipps mit!!

apropos festivals: ich geh’s heuer outdoor-party-mäßig ja eher gemäßigt an, überhaupt ist der sommer bis jetzt herrlich unverplant (außer wander-trip mit HP, hehe) – aber ein paar spannende neue opportunitäten gäb’s, zb die neue sause stream (ersetzt das legendäre linzfest), oder auch die von euch angepeilte nova blues&jazz night – in eisenstadt statt wiesen. und ich würd außerdem gern mal auf so was bergiges, uriges. auf insta hab ich gesehen dass die bb-jungs voriges jahr in den dolomiten gespielt haben, so eine kulisse hat schon echt was. kommt dann sogar als wallpaper in einem ihrer videos vor, aber mehr dazu nächstes mal… jedenfalls: weiß wer tipps für feine, kleine festivals in ungewöhnlicher szenerie mit viel natur rundherum?

wo war ich… ach ja: ostern!

lesterschweine_wachauer_palatschinken_vegan_web.jpg

nein, ich hab keinen veganen kärntner reindling gebacken (sakrileg!), sondern das vegane oster-ei entzündet (sicher auch ein sakrileg…), mir heute mega-spegelmäßig eine ladung wachauer palatschinken genehmigt – mit den eingeschmolzenen restlichen zartbitter-taferln von vorgestern, boah gut – und freu mich schon auf ein etwaiges spontanes picknicken morgen. die palas sind heut richtig, richtig gut geworden – knusprig, mit gesunder bräune, nicht zu lappig, mit gutem biss und überhaupt. das muss ich gleich dokumentieren, und zwar:

die einfachsten palatschinken wo geht

1/4l pflanzenmilch
mehl, so viel es braucht… (hab’s nicht gewogen, sorry! ungefähr die hälfte von der milch, also ca. 120-150g?)
1 TL sojamehl

1 prise backpulver
1 prise salz

  1. milch in eine schüssel geben, alles andere mit einem schneebesen einrühren, bis ein sämiger teig entsteht – nicht zu dick!
  2. ca. 20 min. rasten lasten.
  3. flache pfanne erhitzen, etwas bratöl rein, teig reingießen, pfanne schwenken bis teig gleichmäßig verteilt ist, hitze zurückdrehen.
  4. sobald der teig oben nicht mehr flüssig ist, wenden – und weiterbacken bis beide seiten goldbraun sind. für die nächsten palatschinken ev. panne wieder ein bisschen nachölen.

ich hab eine davon noch übrig, die wird später mit einer bohnen-karotten-tomaten-soße gefüllt und viel frische kresse drüber, quasi wie deine junggesell*innen-pizza. aber vorerst gab’s mal die:

wachauer edition

marillenmarmelade
schoko (zB koch- oder zartbitter)
ein schuss pflanzenmilch
optional schlagobers vegan

  • schoko im wasserbad schmelzen, ein bisschen pflanzenmilch langsam einrühren, bis eine schön sämige schokosoße draus wird. ich hab noch ein bisserl kakaobutter miteingeschmolzen, muss man aber nicht.
  • palas mit marmelade füllen und schokosoße drüber-drizzeln, dazu schlagobers (wenn man eins daheim hat ;-) und für super-pimps: gehobelte mandeln!

apropos süßjunk, wer weiterhin am zuckerfreien trip verbleiben möchte, dem seien die bounty-kugeln ans herz gelegt, frei nach den „kokos-riegeln“ von a. hildmann:

lesterschweine_bountykugeln_vegan

wenn das leben in weißgrau daherkommt, kommt mit einer bounty-kugel südsee-feeling auf! (bildschirmhintergrundbild: thailand, ungefähr genau vor einem jahr)

bounty-kugeln

100g kokosflocken
30g kokosmilchfett (das, was sich oben bei der bio-kokosmilch absetzt – also nicht kokospaste aka „creamed coconut“ oder festes kokosöl oder so was)
20g agavendicksaft oder honig
1 prise salz

schokoglasur – wie im DIY-schoko rezept hier!

  1. alle zutaten im mixer häckseln, optional etwas mehr agave oder honig dazu falls zu krümelig
  2. kugeln formen (nicht zu groß)
  3. vorsichtig in flüssiger schoko schwenken
  4. auf einem backpapier oder gitter trocknen lassen, im kühlschrank lagern. halten sich sogar einige wochen, ist erprobt!

da fällt mir ein, wenn man in der schokoglasur das kakaopulver weglässt, die bounty-kugeln folglich in weißer schoko schwenkt und dann nochmal mit kokosraspeln, gemischt mit gemahlenen mandeln, ummantelt – hat man dann raffaello?

so viele möglichkeiten!

so, ich werd mal weiter in weißem wallegewand, mit neuem räuchertofu-farbenen, dadurch totally unsichtbaren body darunter („tofu formte diese körper“), im wohnzimmer auf- und ab-hüpfend unsere diversen chor-choreographien üben (wisch! schaufel! shake! und jetzt den disco-move! nein, andere hand! äh…), nächste woche geht’s richtig los mit gleich drei konzerten hintereinander (wien am freitag!) und dann hurtig weiter bis in den sommer… hallelu-ja!

dein
singschwein

the evolution of speis

liebe hanna,

erstens mal: ursuper, wir haben schon die ersten neuen foodcoopmitgliederinnen, wie cool ist das! und zweitens: wenn ich deine blogbeiträge les läuft mir das wasser im mund zusammen (tofuspeis! gulasch!! knootschi!!! und all das schöne gemüüüüse) und es treibt mich gleich in die küche um mir hurtig etwas zusammenzubasteln und ja, oft haben zutaten und gerichtsbenennung vordergründig nicht viel miteinender zu tun. aber: es hat ja alles eine geschichte und viele dinge erklären sich durch ihr historisches geworden sein und nicht einfach so. drum ist es wenig verwunderlich, dass menschen, die jahrzehntelang mit eierspeis sozialisiert wurden ein gericht, dass aber rein gar nix mit eiern zu tun hat dann „vegane eierspeis“, „tofuspeis“ oder sonst wie so zu benennen. in unserem haushalt geht die evolution in diesem speziellen fall noch ein stückel weiter. wir nennen es tofuspeis, obwohl kein tofu drinnen ist. (ha!) entstanden ist das, weil hp und ich neuerdings unter der woche lecker getreidebreichen frühstücken (rezept folgt noch), aber am wochenende, da haun wir am putz und gönnen uns eine tofuspeis (jaja, wir schlawiener). blöd nur, wenn dann kein tofu im haus ist. gut andererseits, dass sich die tofuspeis in den letzten jahren weiterentwickelt hat. da wird nicht einfach nur tofu geröstet, nein nein. da werden zwieberl angebraten, und ein bissel gemüse der saison, im moment also karottenstreifen und der erste bärlauch – jipi! – . dann vielleicht noch ein paar getrocknete tomaten dazu. gewürzt wird mit curuma und tahina, vielleicht noch eine paar italienische kräuter hier, oder ein bissel chili dort. und hinterher ein kräftiger schuss kürbiskernöl obendrauf. und, ganz ehrlich, ob dann tofu auch noch drin ist oder nicht, ist in wirklichkeit ziemlich blunzen. aber wenn wir morgens was in die pfanne hauen, dann nennen wir das tofuspeis. korrekt wäre natürlich „speis“. das wäre genau genommen die korrekte bezeichnung für überhaupt alles, was wir essen. stell ich mir eine ziemlich lustige rezeptesammlung vor ( von a bis z: speis, speis, speis, …)

speis mit ohne tofu (bärlauch edition)

collage_baerlauchspeis

1 zwiebel
1 karotte
1 tl brat- und backöl
ev. 1 hand voll bärlauch
1 el tahina
1 tl curcuma
ev. ein paar getrocknete tomaten
sonstige gewürze nach gusto
1 tl bis 1 el kürbiskernöl, leindotteröl oder sonst ein spezialöl

gemüse klein schnippeln, in öl anrösten, gewürze und tahina dazu, zum schluss das grünzeug. ich hab für die karottenstreifen ein super tool von der nachbarin bekommen. ich bin ja sonst nicht so der kücherngerätefuchs, aber dieses kleine scheißerchen verwende ich echt oft (siehe foto).

übrigens: von wegen gulasch (ja, kaum sind paprika und zwiebeln drin, schon nennen wir’s gulasch). da hat sich bei mir auch was weiterentwickelt. ich hab nämlich kürzlich den guten tipp bekommen szegedinar mit kichererbsen zu machen, und das ist echt der hammer. ich muss zugeben, ich war ja immer ein bissel skeptisch gegenüber den kichererbsen aus unserer foodcoop, obwohl super bio und aus österreich, weil die gar so anders ausschauen, als die gewohnten aus der dose. nix mit hell und weich, sondern dunkelbraun und auch gekocht recht bissfest. aber im szegedinar machen die sich echt hervorragend.

szegedinargulasch mit kichererbsen
(foto folgt noch, ich hab mal wieder alles zusammengefressen und drum nix mehr zum fotographieren)

200g kichererbsen
1 pkg. räuchertofu
3 zwiebeln
3 knoblauchzehen
1el tomatenmark
1 el senf
1 el paprikapulver (edelsüss)
1-2 el essiggurkerlsud oder essig
1/4 kg sauerkraut
1 l gemüsebrühe
1/2 kg kartoffeln

kichererbens einweichen über nach und dann im schnellkochtopf eine 3/4 stunde kochen. tofu fein würfeln, in etwas öl anrösten, aus dem topf nehmen. zwiebeln fein würfeln, in öl anschwitzen, knoblauch schneiden und mitrösten, tomatenmark mitrösten, senf mitrösten. da sind jeweils 2-3 minuten dazwischen. paprikapulver mitrösten (ganz kurz! sonst wird er bitter), mit gurkerlsud oder essig (dann ist es ohne zucker) ablöschen, kraut und abgeseihte kichererbsen dazugeben, durchrühren und mit gemüsebrühe aufgießen bis alles gut bedeckt ist und etwas mehr. aufkochen und zurückdrehen auf kleine flamme. die kartoffeln schälen, würfeln und auch mitkochen. wenn sie noch bissfest sein sollen, dann erst nach 15 minuten dazugeben.

ein gericht mit unpassendem namen hätte ich noch im talon:

jägersauce

collage_jaegersauce

2 zwiebeln
3-4 karotten
1/4 sellerie
ev. pastinaken
ev. petersilienwurzel
1 el tomatenmark
ev. eine fein geriebene kartoffel oder ein löffel mehl
ein paar zweige petersilie
1 schuss weißwein oder weißer balsamico
1 el thymian
2 el getrocknete steinpilze
1/2l – 1l gemüsebrühe

der ablauf ist der übliche. gemüse schnippeln, rösten, tomatenmark mitrösten, ev. mit mehl stauben, mit wein/essig löschen, mit brühe aufgießen. dann die gewürze und die petersilienzweige und die steinpilze dazu und mindestens eine halbe stunde köcheln lassen. wenn man will kann man statt dem stauben mit mehl eine mehlige kartoffel dazureiben, dann wird es auch sämig. oder keines von beidem, so wie ich dieses mal, ist auch sehr lecker.

ich muss überhaupt sagen: es hat lange gedauert, aber mittlerweile brauch ich tatsächlich so gut wie keine lebensmittel mehr aus dem supermarkt. ich kann mich komplett über die foodcoop versorgen, angefangen vom frühstücksbreichen bis hin zu sämtlichen spielarten der veganen schweinerein. und supertolle milchprodukte (schlagober und sauermilch dieser art kannte ich gar nicht) und für mich vertretbares fleisch gibts auch, aber das sag ich hier natürlich nicht so laut :-)

aber weißt eh, hp und ich sind ja vegan, außer das fleisch aus der foodcoop ;-)

bussi, bussi,

dein lesterschwein

frühling, freude, foodcoop!

liebe alle (oha!),

wer mag bei unserer foodcoop mitmachen? :-)

wir lesterschweine haben nämlich schon viel ausprobiert, um an gutes essen zu kommen – selber gemüse anbauen & ernten auf einer städtischen ökoparzelle, sharing-selbsterntefelder, mitgliedschaft in einer CSA (community supported agriculture), und auch eine foodcoop… und letzteres ist die mittlerweile einzige, über jahre konstante bezugsquelle für nahrungsmittelbeschaffung abseits der supermärkte. 2013 hatten wir das anlässlich des allerersten ladendienstes (hach!) mal erwähnt, aber sonst nicht viel darüber berichtet, obwohl laut offizieller foodcoop-liste diese essenbeschaffungsidee schon immer mehr verbreitet ist. denn unsere, die foodcoop schraubenfabrik (kurz: FC SFAB) ist einerseits in einen co-working space eingebettet, aus dem sich einige der mitglieder rekrutieren, und war andererseits nicht an einem enormen wachstum richtung 100 haushalte und mehr interessiert.

aber das ist jetzt anders, wir feiern bald 5-jähriges bestehen und ab sofort gibt’s die möglichkeit, in unserer foodcoop einzusteigen!! hiphiphurra und gemüse galore! wer sich also im nahumfeld von 1020 befindet (oder hier logistischen anschluss hat) und interesse an guten nahrungsmitteln hat, kommet herbei. zum einstieg haben wir schon mal ein paar grundinfos zusammengesammelt:

foodcoop_lesterschweine

kocht man naturreis gleich lang wie dinkelreis? fachsimpeln beim lesterschweinischen ladendienst!

also eine foodcoop. was ist das?

foodcoop steht für food = essen und coop = cooperative, also sich gemeinsam gutes essen checken. die idee ist, bei regionalen produzentInnen in der gruppe zu bestellen und so an sachen zu kommen, die man alleine aus logistischen gründen oder aufgrund von mindestbestellmenge etc. nicht bekommen würde! so umgeht man supermarkt, plastikmüll, himbeeren aus peru und andere absurditäten – und kriegt nebenbei auch mit, was saisonal gerade eigentlich angeboten wird. außerdem werden keine konzern-aktionärInnen finanziert, sondern wir kaufen ein und verwalten uns selbst, ganz ohne gewinnorientierung (was die moneten betrifft), dafür mit haufenweise mehrwert (was die menschen betrifft).

foodcoop_einkauf

gemüse wird selbstverantwortlich gewogen (man beachte die analoge retro-waage im hintergrund, gespendet von muttern!), naturkost wie hier zB dinkelreis kommt abgepackt.

sind das dann nur bio-sachen?

nein, priorität hat bei uns regionales. wenn es dann auch noch bio ist, bzw. wir den betrieb kennen und auch ohne zertifizierung gut gearbeitet wird, kaufen wir dort auch ein.

wie regional ist das?

das ist ganz unterschiedlich – unser gemüse kommt vom bio-hof bubenicek in zwerndorf/NÖ, austernpilze von hut&stiel sind aus dem 20. bezirk. naturkost (auch tofu & seitan, zB lecker spicy thai tofu!) wird über den biobauern-genossenschaft bersta bestellt, südfrüchte kommen – nanonanet – aus dem süden (zB zitrusfrüchte aus sizilien), olivenöl aus griechenland, ajvar aus serbien, kooperative bio-pasta, -pesto, -tomatenmark & co aus der provinz pesaro und urbino, kaffee über das café libertad kollektiv in hamburg, datteln aus palästina. und so weiter und so fort… schnaps checkt übrigens hans-peter aus OÖ und bier wird selbstgebraut :-)

foodcoop_produkte.jpg

schwammerl, karotten, brot, südfrüchte, sauergemüse, rüben, lecker pesto (vegan!), soli-spaghetti mit chili und nach dem essen einen… schnaps.

ist das billiger?

das ist eine frage des vergleichs: en gros ist es billiger als im bio-supermarkt (zB denns) und auch billiger als am markt beim biobauern. grundsätzlich ist saisonales gemüse vom bauern sowieso einfach günstig (im moment zwiebeln, karotten, erdäpfel) und sachen von weit weg oder vom tier teurer, und das soll ja auch so sein. das heißt, die preise sind – im unterschied zum supermarkt – angemessen und realistisch.

gibt’s in der foodcoop nur vegane sachen?

nein, es gibt so ziemlich alles – von sehr speziellen tofu-sorten (spicy thai!) bis zu käse und co. aber fleisch zB wird in einem separaten kühlschrank gelagert.

tofu_foodcoop_web.jpg

best tofu in town.

cooperative, das klingt nach basisdemokratie, endlosen diskussionen und wöchentlichen plena.

selbstorganisation heißt bei uns, jedeR bringt sich ein – aber den umfang entscheidet jedeR selber. mit 1-2 stunden pro monat sollte man/frau aber schon rechnen. jeder haushalt ist eine bestellgruppe (BG), und arbeit wird in arbeitsgruppen (AG) aufgeteilt. AG produkte bestellt, ja, produkte, die AG warenannahme nimmt neue lieferungen entgegen und überprüft die mengen, AG ladendienst schupft die dienstägliche abholung, die sonder-AG organisiert festln & verkostungen, die AG verwaltung kümmert sich um bestellerischen orgakram und die AG finanzen schupft die kohle, etc. – dazu gibt’s 1-2x/jahr ein plenum, um entscheidungen zu treffen, die ressourcen so gut wie möglich auf die AGs zu verteilen, wünsche für neue produktgruppen einzubringen und sich einfach auszutauschen.

foodcoop_plenum_web.jpg

unser kürzliches plenum (mitte märz 2018) wurde erstmals soziokratisch moderiert, und zwar von beatrice. entschieden wurde dort u.a., dass wir neue mitglieder wollen! :-)

ok, wie kann man jetzt etwas bestellen?

die meisten bestellungen laufen zentral über eine open-source software, die „foodsoft“. jede BG (bestellgruppe) bekommt einen zugang. wenn man über die AG finanzen geld überwiesen hat, kann man auf den bestelllisten auswählen, was man möchte – zB wöchentlich gemüse oder austernpilze, oder saisonal spargel, obst, etc. – dienstags wird dann geliefert und von jedem beim ladendienst abgeholt. manche bestellungen werden aus praktischen gründen separat über google docs abgewickelt, zB kaffee oder käse. wenn etwas bestelltes nicht mehr verfügbar ist, bekommt man das geld zurückgebucht.

foodcoop_foodsoft_lager_web

in der foodsoft wird bestellt, administriert, dokumentiert – und man kann auch „lagerware“ (zB pasta, säfte, schnaps, öle, etc.) direkt beim ladendienst abbuchen.

ladendienst ist also dienstags, dh ich darf nur da meine sachen holen?

ja, dienstag von 16-18h ist jemand im lager in der schraubenfabrik und hilft beim holen, wiegen und nehmen der produkte. ladendienst ist nicht nur super, weil ich da lecker futter bekomm: es ist auch die gelegenheit, andere foodcooplerInnen zu treffen, sich auszutauschen, rezepte zu erzählen oder zu bekommen und den wocheneinkauf fern ab von jeder supermarkt-atmosphäre zu erleben.

foodcoop_waren_web

listen abhakeln, äpfel wiegen, eier zählen!

ich bin ur busy und kann mich nicht viel einbringen und dienstags von 16-18h kann ich auch nicht. darf ich trotzdem mitmachen?

abholen kann man in ausnahmefällen auch mittwochs, die schraubenfabrik ist ein co-working space und prinzipiell zu geschäftszeiten offen. mithilfe in AGs ist schon fein, man kann sich auch je nach arbeitsaufwand größere aufgaben (wöchentliche bestellungen schupfen) oder kleinere tasks (2x/jahr honig bestellen) nehmen.

wie machen das die lesterschweine?

kati zum beispiel koordiniert die ladendienste und steht 1x/monat beim ladendienst – hanna hat mit ladendiensten begonnen, dann eine zeit lang die gemüsebestellungen koordiniert und macht derzeit einzelbestellungen für zB 1-2x spargel, oder auch mal honig & co. beim ladendienst dienstags treffen wir uns dann, trinken kaffee (ich sag nur: mega-schaum mit profi-sojamilch!!), shakern mit dem hans-peter und zeigen neuen foodcoop-interessentInnen unsere hütte. familien-treff, quasi ;-)

foodcoop_hanspeter_web

hans-peter, lesterschweinischer ehemann & schwager, hat die foodcoop mitgegründet und organisiert zB die plena.

also jetzt ganz kurz & knackig: warum ist das leiwand?

weil!! gutes essen, community an leuten die sich an regionalen, saisonalen, feinen dingen erfreuen, direkter bezug zur herkunft der eigenen nahrungsmittel, weniger müll, und und und… plus wöchentliches meet&greet mit den lesterschweinen ;-)

na gut, klingt echt nicht so schlecht. wie kann ich mitmachen?

einfach melden unter lesterschwein (at) gmx (dot) net, dann machen wir uns ein ladendienst-date aus und du schaust dir das ganze einfach mal selber an!

so, dann also noch ein schönes wochenende allerseits,
und bis bald!

die lesterschweine